NPD Flop in Plön

Gestern Abend wurde unser Vorstandsvorsitzender vom Innenminister informiert, daß für heute einen Demonstration der NPD in Plön genehmigt wurde. Diese Information hatte sich im Laufe des Abends auch auf anderen Wegen und in der linken Szene offenbar wie ein Lauffeuer verbreitet. Daher zeichnete sich sehr schnell ab, daß es zu einer Gegendemonstration kommen wird.

Heute Mittag standen bereits starke Polizeikräfte in Plön und riegelten den Bahnhof ab. Erste Gegendemonstranten bereicherten das Stadtbild. Gegen 14:00 sammelten sich – nach meiner Schätzung – ca. 300 Gegendemonstranten auf dem Strohberg, der Reeperbahn, auf der Lübecker Straße vor der Eisenbahnunterführung und hinter der alten Post. Gegen 14:45 traf der Zug aus Lübeck ein. Die NPD – Demonstranten – gerade einmal 25 – wurden von der Polizei auf den Bahnhofsvorplatz geleitet, wo sie ihre Plakate mit den Parolen „Wir gedenken der Opfer“ und „Kein Friede mit den alliierten Verbrechern“ entrollten.

25 NPD Anhänger auf dem Bahnhofsvorplatz

25 NPD Anhänger auf dem Bahnhofsvorplatz

Bereits jetzt setzten wiederholt Sprechchöre und Trillerpfeifenkonzerte ein. Etwas später erschien ein roter VW Pritschenwagen auf der Bildfläche, der Lautsprecherwagen der NPD. Zu diesem Zeitpunkt war die Zahl der Gegendemonstranten auf ca. 400 angewachsen. Trotz des Lautsprecherwagens drang kein Wort durch das Pfeifkonzert der Gegendemonstration. Die Gegendemonstranten setzten sich nach meiner Beobachtung zu ca. 2/3 aus Mitgliedern des linken oder linksautonomen Spektrums zusammen, wovon ungefähr die Hälfte aus Plön oder der näheren Umgebung stammten, während die andere Hälfte wohl aus Kiel oder Lübeck angereist waren. Es waren viele Plöner anwesend, die meisten vermutlich aus wohlmeinendem Interesse, einige wohl aus purer Neugier. Ich habe mich gefreut, etliche Bekannte zu treffen. Als Parteien waren die Grünen und die Piraten mit erkennbaren Gruppen vor Ort. Auch Jusos und die Gewerkschaften zeigten Flagge. Vom SPD Ortsverein waren mehrere Mitglieder aus Vorstand und Fraktion am Ort des Geschehens, wir hatten aber keine Fahnen oder Transparente dabei. Von der CDU oder der FWG war niemand zu sehen.

Gegen 15:15 rollten die NPD-Demonstranten ihre Propaganda zusammen und bestiegen den Zug nach Kiel. Der Lautsprecherwagen der NPD wurde durch Polizei geschützt an der alten Post vorbei in Richtung Lübecker Straße geleitet, wo er offenbar noch von einem Ei getroffen wurde. Mit Erreichen der Lübecker Straße gab der Fahrer Gas und raste in halsbrecherischer Geschwindigkeit fluchtartig durch den verkehrsberuhigten Bereich. Der Spuk war vorbei.

Man kann jetzt unterschiedlicher Auffassung sein, ob der ganze Aufwand für den Polizeieinsatz tatsächlich gerechtfertigt war. Ich bin der Überzeugung, daß mit der Gegendemonstration ein ganz klares Zeichen gesetzt wurde, daß NPD Aufmärsche in Plön nicht gewünscht sind. Von daher werte ich es als überaus erfreulich, daß der offenbar geplante Marsch auf den Markt und die dortige Veranstaltung verhindert werden konnten. Wehret den Anfängen.
Durch den massiven Polizeieinsatz wurde auch jede Art von gewalttätiger Auseinandersetzung auf ein Minimum reduziert.

An dieser Stelle ein Danke an die Beamtinnen und Beamten.

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