Luftkrieg und Heimatfront

Am 09. Februar um 11:30 wird im Kieler Stadtmuseum die Ausstellung “Luftkrieg und Heimatfront. Kriegserleben in der NS-Gesellschaft in Kiel 1939 – 1945” eröffnet. Im Zusammenhang damit hielt Frau Prof. Dr. Aleida Assmann heute im Wissenschaftszentrum in Kiel einen Vortrag zum Thema Erinnerungskultur und Kriegserleben.

In seiner Begrüßung führte Herr Fischer von der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte aus, daß auch 2020 ein bedeutendes Erinnerungsjahr ist. Das Ende des II Weltkrieges wird sich zum 75. Mal jähren. Im Zusammenhang damit steht zum ersten die bereits oben erwähnte Ausstellung, zweitens wird das Zentrum der Geschichte der Stadt aufgebaut, das sich als Lehr- und Lernort mit dem 20. Jahrhundert und da besonders mit der Zeit Kiels im Nationalsozialismus befassen wird. Drittens wird auch das Jahr geprägt sein durch eine kritische Debatte über die eigene Identität und das eigene Sinnbild. 

Frau Tillmann Dir Kieler Stadtmuseum ging näher auf die Ausstellung ein. Ein wenig schmunzeln mußte ich, als sie erwähnte, daß Kiel in den 30ger Jahren Luftschutzort 1. Ranges war. Mir fiel dazu spontan die Diskussion um die Luftqualität am Westring ein, aber das ist eine völlig absurde Verbindung. 
Kiel war im Krieg gekennzeichnet durch Aufrüstung, Ausgrenzung, Überwachung und Unterdrückung. Von der damaligen Politischen Führung wurden zivile Verluste billigend in Kauf genommen. Die Ausstellung befaßt sich mit der Wechselwirkung von Bombenkrieg und Heimatfront. Der Bombenkrieg hat in Kiel nach offiziellen Zahlen 3000 Tote und 5000 Vermißte und Verwundete gefordert. Frau Tillmann äußerte, daß die Zahlen vermutlich höher liegen. (Persönliche Anmerkung: Ich halte solche Vermutungen für kritisch. Die Untersuchung der Bombardierung Dresdens hat eine offizielle Opferzahl ergeben, die auf Daten der damaligen Behörden beruhte. Die Daten der Behörden wurden bürokratisch-akribisch erfaßt und dürften relativ korrekt sein. Sie wurden später anhand der Kirchenbüchern abgeglichen und konnten so auch nachträglich bestätigt werden.
Aus propagandistischen Gründen wurden die offiziellen Zahlen bereits 1945 von politischer Seite des NS-Regimes um ca. 400% hochgetrieben. Die hohen Zahlen gingen dann einher mit der Erzählung von persönlichen Erlebnisse von Zeitzeugen. Ob diese traumatisierenden Erlebnisse unter Streß geeignet sind eine verläßliche Aussage darstellen, ist mehr als fraglich. Dabei darf den Zeitzeugen nicht unterstellt werden, daß sie die Unwahrheit sagen, aber persönliche Wahrnehmungen decken sich nicht unbedingt mit Fakten. Dennoch dienen die manipulierten Zahlen heute noch für rechte Propaganda.)

Nun aber zum Vortrag von Frau Prof. Dr. Assmann. Ich habe relativ viel auf dem Handy mitgeschrieben, kann aber nicht  garantieren, daß alles genau so gesagt wurde.

Was heißt Frieden? Frieden als Pause zwischen zwei Kriegen ist dabei keine wirklich befriedigende Antwort. Allerdings sind 75 Jahre Frieden in Europa für sie auch kein Zustand, sondern ein Projekt.

Wie werden Kriege beendet? Nun, die Antwort des Historikers wäre: durch Vertrag oder durch Kapitulation. Frau Prof. Dr. Assmann stützt sich dann auf George L Mosse (1918-1999), der den Begriff der kollektiven Erinnerung bzw. des kollektiven Gedächtnisses genutzt hat, um zu begründen, warum ein Krieg zwar vorbei, aber nicht vorüber ist. 
Im Nachkriegsdeutschland der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts standen sich die Erinnerungen an den Schrecken des Krieges und die Erinnerung an die Ehre des Krieges gegenüber. Es lief auf ein Gegeneinander von Kriegsmüdigkeit und Mythos des Fronterlebnisse hinaus. Oberhand gewannen die Kriegsbejaher, die den Krieg glorifizierten und versuchten, dem Sinnlosen noch einen Sinn zu geben. 

Bezeichnend für diese Entwicklung ist die Umwandlung von Gefallenendenkmälern zu und die zunehmende Errichtung von Kriegerdenkmälern in der Zeit. 
(Persönliche Anmerkung: Auch die Umbenennung des Volkstrauertages in Heldengedenktag im Jahr 1934 spiegelt genau diese Entwicklung wieder, eine Entwicklung weg vom Trauertag hin zur Heldenverehrung und zur Glorifizierung des Opfers)

+ In dieser Situation orientierten sich Nationen “an den Erinnerungen jener Veteranen, die den Kriegseinsatz idealisierten und nicht an denen, die ihn ablehnten.”
Die Nationen konstruierten “einen Mythos , der dem Tod im Krieg den Stachel zog und den Sinn von Kampf und Opfer betonte”. +

(Anmerkung: Die mit + …. + eingefaßten Testpassagen waren als Folie an die Wand projeziert. Dabei konnte ich mir nicht immer notieren, wer dort im einzelnen zitiert wurde.)

In Folge kam es zu einer Sakralisierung des Krieges und damit auch der Nation. Der Mythos des Fronterlebnisses formte das Selbstbild von Nationen über Generationen.
Der Kampf gegen den äußeren Gegner war in Deutschland in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren nicht möglich, er wurde ersatzweise gegen den politischen Gegner im inneren geführt.

+ Das Vokabular des politischen Kampfes, der Drang, den politischen Gegner völlig zu zerstören und der Einsatz radikaler Feindbilder … – mit diesen Mitteln wurde der erste Weltkrieg nun auch gegen innere Feinde fortgesetzt. +

Dennoch wurde auch das äußere Feindbild aufrecht erhalten. In der kollektiven Wahrnehmung wurde Deutschland als umzingelter, gedemütigter und bedrängter Staat gesehen. Daher verstanden große Teile der Bevölkerung den ll WK wurde als patriotischen Verteidigungskrieg.

Dazu stellt Frau Prof. Dr. Assmann die von Nicholas Stargard aufgeworfene Frage: 

+ Wie konnten die Deutschen damals der Täuschung erliegen “einen brutalen kolonialen Eroberungskrieg, der gezielt herbeigeführt wurde, für einen Verteidigungskrieg zu halten?
Wie konnten sie sich als bedrängte Patrioten sehen und nicht als Krieger für Hitlers Herrenvolk?” 
Nickolas Stargardt, Der deutsche Krieg (2017) +

und reichte die Antwort gleich nach:

+ Der ständig wiederholten Beteuerungen des ‘Führers’, er als ehemaliger Frontsoldat wisse, was Krieg bedeute, wurden lange als Bekenntnis zu einer friedenssichernden Großmachtspolitik verstanden. – Erst nach dem Überfall auf Polen wurde klar, dass der verbreitete Patriotismus von Hitler für seinen Lebensraumkrieg mißbraucht wurde um eine Welt in Brand zu setzen und unvorstellbare Verbrechen zu begehen. + 

Wann und wie aber ging der II WK dann zu Ende, unabhängig von der militärischen Kapitulation am 8. Mai. (Persönliche Anmerkung: Damit geht auch der Mythos von der Stunde Null zu Ende.)

Dazu gibt es mehrere Aspekte:

Das eine ist der wirtschaftliche Aspekt. Die finanzielle Hilfe der USA durch den Marshall-Plan in Verbindung mit der vom “Erzfeind” Frankreich ausgehenden Bemühungen um eine gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung (persönliche Anmerkung: in Verbindung mit der Währungsreform) war Grundlage für die stabile ökonomische Entwicklung der Westzonen, die dann später zum Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) führte. 

Ein anderer Aspekt ist der der Demokratisierung und der erneuten Herausbildung der Rechtsstaatlichkeit, vornehmlich vorangetrieben durch die USA. Da ist neben der Herausbildung demokratischer Strukturen auch die Durchführung der Nürnberger Prozesse zu nennen.

Dazu kam die “Kultur des Vergessens”, die vom britischen Premier Sir Winston Churchill vertreten wurde.

+ “Wir alle müssen den Gräuel der Vergangenheit den Rücken zuwenden, Wir müssen in die Zukunft schauen. Wir können es uns nicht leisten, in die kommenden Jahre den Haß und die Rache hineinzuziehen, die aus den Wunden der Vergangenheit entstanden sind. Wenn Europa von endlosem Unheil und endgültigem Untergang gerettet werden soll, müssen wir es auf einen Akt des Glaubens die europäische Familie und einen Akt des Vergessens aller Verbrechen und Irrtümer der  Vergangenheit gründen.”
Winston Churchull 1946 +

Nicht unerwähnt soll dann auch die “Politik des Schweigens” von Bundeskanzler Adenauer bleiben. 

Für mich neu war die Bedeutung der “Generation 45” oder für mich wäre der Begriff der “Generation Flakhelfer” noch treffender, Diese Generation, 1945 um die 18 Jahre alt, geprägt durch die Zeit des Nationalsozialismus, aber mehrheitlich auf Grund des Alters nicht in die Verbrechen verstrickt, waren Anfang der sechziger Jahre um die 40 Jahre alt und kamen dann in einflußreichere Positionen. Auch wenn sie Teil des verbrecherischen Systems waren und das Schweigen der älteren teilten, hatten sie aufgrund ihres Alters und der Umstände die Möglichkeit, sich in das demokratische System einzuleben und es maßgeblich mit zu gestalten. 

Der Mythos des Krieges war nicht mehr gesellschaftsfähig und geriet zunehmend in kollektive Vergessenheit. Das “Verschweigen” hatte dann aber mit der 68ger Generation ein Ende, während das Ende des “Vergessens” erst mit dem Ende des Kalten Krieges einher ging. Das “Vergessen” mag funktionieren, sofern der Krieg unter Gleichen geführt wird und ohne viele Zivile Opfer oder Völkermord einhergeht. Soweit ich es verstanden habe, sieht Frau Prof. Dr. Assmann hier einen Umruch im kollektiven Gedächtnis bzw. in den Inhalten des kollektiven Erinnerns.

Dazu führt sie weiterhin aus, daß dieses kollektive Erinnern durchaus unterschiedliche nationale Ausprägungen haben kann. Während in einigen Nationen die Groß Britannien am 11. November um 11:00 Uhr an den Waffenstillstand 1918 erinnert wird, wird in Deutschland fast zeitgleich der Karneval eröffnet. 

Italien wiederum feiert am 25. April den Tag der Befreiung, allerdings lehnen die neo-faschistischen Parteien diesen Feiertag mittlerweile ab. 

In Spanien wird läuft nach einem Pakt des Schweigens nunmehr eine Aufarbeitung über Exhumierungen an. Opfer des faschistischen Franco-Regimes wurden vielfach anonym verscharrt, sie erhalten jetzt ordentliche Begräbnisse. Franko selber wurde aus dem Prunkgrab im Tal der Gefallenen (Anm.: gefallenen Faschisten) exhumiert und in einem Familiengrab beigesetzt. 

Hervorgehoben wurde der Teig der Nationen, der vom französischen Präsidenten am 11. November 2014 eingeweiht wurde. Hier sind über 500.000 Gefallene namentlich genannt. Ohne Nennung ihres Dienstgrades, ohne Nennung ihrer Einheit, ohne Nennung ihrer Nationalität. Gleich in der Einheit des Todes. Damit, so Frau Prof. Dr. Assmann, hat Frankreich den l WK 96 Jahre nach seinem Ende für sich auch wirklich beendet. 
Vorbei und vergangen.

Erinnerungen können eine Waffe sein, die Kriege schürt, aber auch das Gegenteil kann der Fall sein, wenn das Erinnern dialogisch, also mit mit gegenseitiger Wahrnehmung und Anerkennung verbunden ist. 

+ Es ist gut, wenn wir Erinnerungen austauschen und erfahren, was die anderen von unseren Geschichten denken. (…). Die gesamte europäische Geschichte ist zusehends Allgemeingut, das für einen jeden ohne die Verpflichtung nationaler oder anderer Befangenheit zugänglich ist.”
György Konrad, 2008 +

Aber als letzte Folie die Warnung von George Mosse:

+ “In Europa ist der Mythos des Krieges Geschichte geworden, Aber die Zukunft ist offen: Sollte der Nationalismus als eine säkulare Religion wieder auferstehen, wird der Mythos des Krieges ihn begleiten.” +

B-Plan Vogelberg und Einzelhandelskonzept

Heute tagte der Ausschuß für Stadtentwicklung und Planung (SteP). Unter anderem Stand das Thema „Bebauungsplan Nr. 64 „Vogelberg“. Das Thema bewegt die Eigentümer*innen. Entsprechend voll war der Sitzungsraum in der Tourist Info im Bahnhof.

Um den Bürger*innen die Möglichkeit zu geben, direkt nach dem Tagesordnungspunkt Fragen zu stellen und Anregungen zu geben, hatte ich beantragt, die Tagesordnung umzustellen und den Punkt Einwohner*innenfragestunde hinter den Tagesordnungspunkt Vogelberg zu legen. Der Ausschuß stimmte meinem Antrag zu. 

Hier ging es darum, einen Beschluß über den Bebauungsplanvorentwurf zu fassen. Die Kernfrage war, ob die Grundfläche für die Gebäude als absoluter Wert oder als prozentualer Wert der Grundstücksfläche festgeschrieben werden soll. Hier mochten sich die Mitglieder des Ausschusses noch nicht auf eine Variante festlegen. Im weiteren Verfahren, das sowohl die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange wie auch die frühzeitige Bürgerbeteiligung vorsieht, sollen beide Möglichkeiten betrachtet werden. Dabei hat sich der Ausschuß aber bevorzugt für einen B-Plan mit festgesetzten Grundflächen für die Gebäude ausgesprochen. 

Der Umweltbeauftragte setzte sich dafür ein, daß die so genannten Steingärten nicht zugelassen werden sollen. Dazu erläuterte die Beauftragte des Planungsbüros, daß diese Steingärten durchaus ein artenreicher Lebensraum sein können, wenn sie nicht nach durch eine Versiegelung vom Erdreich abgeschnitten werden.
Das soll im weiteren Verfahren mit betrachtet werden.

Darüber hinaus werden 14 Bäume innerhalb der Baufenster liegen. Fünf dieser Bäume sind durch die Baumschutzsatzung geschützt. Diese Bäume werden möglicherweise über kurz oder lang Bauvorhaben zum Opfer fallen. Unser Umweltbeauftragter regte an, bereits jetzt im Bebauungsplan Ersatzmaßnahmen festzuschreiben und durchzuführen. Ziel ist natürlich, bereits ältere und ökologisch wertvollere Pflanzen zu haben, wenn die Bäume in den Baufenstern gefällt werden. Ein weiterer Vorteil wäre natürlich auch, daß die Bäume nicht einfach verschwinden. Eine vorgezogene Ersatzpflanzung ist nach Aussage des planenden Büros aber rechtlich nicht möglich. 

Außerdem wurde diskutiert, die Firstrichtung vorzuschreiben. Damit sollen sich auch neue Gebäude von ihrer Bauform her in den Bestand einfügen.

Eine weiterer Diskussionspunkt war die Frage, ob photovoltarische Anlagen zulässig sein sollen. Dazu wurde keine klare Aussage getroffen. Das Ergebnis der Planung wird sich wohl erst im weiteren Verlauf des Verfahrens herauskritallisieren.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Fortgang des Städtebauförderungsprogrammes Aktive Stadt und Ortsteilzentren. In Plön geht es dabei um die zukünftige Entwicklung des Bahnhofsviertels. Um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, müssen entsprechende Voruntersuchungen und Planunterlagen erstellt werden. Ein Baustein dazu ist das Einzelhandelskonzept. Hierzu wurde das bestehende Konzept von 2011 fortgeschrieben. Der wesentliche Unterschied ist die Ausweitung des zentralen Versorgungsbereiches. Hier mochte der Kreis der Auffassung der Stadt nicht in vollem Umfang folgen und der Bereich wurde nicht so groß wie ursprünglich gewünscht. Dennoch ist das Konzept in diesem Punkt durchaus positiv zu bewerten. Weiterhin kommt das Konzept zu dem Ergebnis, daß Plön nach wie vor Kaufkraftzuflüsse aus dem Umland hat. Dennoch empfiehlt es auch, weiter im Umland für dieMarke Plön zu werben, den Internethandel in das eigene Angebot zu integrieren und die Geschäftsöffnungszeiten einheitlich zu gestalten.
Der Ausschuß überweist das Einzelhandelskonzept bei einer Gegenstimme in die Ratsversammlung. Dort ist es endgültig zu beschließen.

Darüber hinaus befaßte sich der Ausschuß damit, wie dringlich die Bearbeitung der einzelnen laufenden städtebaulichen Planungen ist. Hier wurden die Prioritäten in den Stufen 1, 2 und 3 in Abstimmung mit der Verwaltung neu festgelegt. 

Für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen wurden die Haltestellen, die in diesem Jahr neu zu gestalten sind, benannt. Hier folgte der Ausschuß dem Vorschlag der Verwaltung und legte sich auf die Haltestellen gegenüber der öffentlichen Toilette am Eingang der Stadtgrabenstraße, vor der Rodomstorschule und in der Schillener Straße fest. 

Trammer Seewiesen, es wird weiter rumgeeiert

Das Thema Seewiesen (oder nach der Umbenennung korrekterweise Neubaugebiet Trammer See Plön/Rathjensdorf) ist doch noch nicht ganz ausgesungen. Der Planungsverband hat zum einen einstimmig dafür gestimmt, die Verwaltung zu beauftragen, den Verbandsmitgliedern aufzuzeigen, welche Schritte für eine Auflösung des Verbandes erforderlich sind. Zum anderen wurde bei zwei Gegenstimmen auch beschlossen, erst einmal zu prüfen, ob nicht eine andere Art der Bebauung möglich sei.
Der Plöner Bürgermeister, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Planungsverbandes ist, sprach davon, hier im Rahmen einer zu gründenden städtischen Wohnungsbaugesellschaft, möglicherweise unter dem Dach der Stadtwerke Geschoßwohnungsbau zu betreiben.
Dazu wolle man sich noch einmal an den Eigentümer der Flächen wenden, der ja bereits schriftlich mitgeteilt hatte, hier keine Entwicklung betreiben zu wollen und die Flächen ggf. Selber zu erwerben, als Stadt oder als Planungsverband oder anders. 

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Rathjensdorf führte aus, daß die Gemeinde es auch im vergangenen Jahr nicht zustande gebracht, eine saubere Potentialanalyse zu erstellen.
Lieber bezog man sich auf die Potentialanalyse aus dem Jahre 2015, die lediglich 3 Bauplätze ausgewiesen hat. Diese Aussage war schon damals nachweislich falsch. Seinerzeit wurden zeitgleich Gespräche geführt und grobe Planungen entwickelt, die zu einer Schaffung von 22 Baugrundstücken im Innenbereich hätte führen können. Statt dessen wurden diese Planungen weder ernsthaft vorangetrieben noch wurden diese Gebiete in der Potentialanalyse berücksichtigt. Das hätte man aber tun müssen. Der damalige Bürgermeister die Existenz derartiger Planungen auf meine gezielte Frage und Nachfrage hin verneint. Liegt da nicht die Vermutung nahe, daß er ganz bewußt die Unwahrheit gesagt hat.

Der Versuch, die groben Planungen zu relativieren, indem man behauptet, es hätte keine Untersuchungen zur Erschließung, Umweltverträglichkeit ect. gegeben, ist ebenfalls unredlich, denn sie unterstellt, daß die Prüfung negativ ausgefallen wäre.
Die Richtigkeit der Behauptung, daß es keine Absprache mit dem Eigentümer der Flächen gegeben hätte, bezweifle ich. 

Man hat damals alles getan, um zu zeigen, daß die Gemeinde Rathjensdorf kein Potential für die Entwicklung von Wohnraum im Innengebiet hat. Das wäre aber die Voraussetzung, damit eine Entwicklung im Außenbereich überhaupt rechtmäßig ist.

Daß man sich noch heute auf die geschönte Potentialanalyse beruft, ist für mich gelinde gesagt eine Frechheit, was ich in der Sitzung auch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht habe.

Darüber hinaus wurde in der Sitzung angedeutet, daß sich weitere Potentialflächen abzeichnen. Das sei aber erst seit Ende des letzten Jahres bekannt. Schon allein vor diesem Hintergrund muß man feststellen, daß die alte dreiseitige Potentialanalyse nicht das Papier wert ist, auf dem sie gedruckt ist. 

Die Rathjensdorfer Bürgermeisterin führte aus, daß man mit der Landesplanung abgeklärt hätte, daß die Gemeinde über die vorhandenen Potentialflächen hinaus auch Bauplätze im Bereich des Planungsverbandes entwicklen könne und diese Chance wolle man sich erhalten.

Ich habe darauf hingewiesen, daß die Aufrechterhaltung des Planungsverbandes rechtswidrig sei, da das Planungsziel erkennbar nicht erreichbar sei.

Der Vorsitzende entgegnete, daß ich diese Auffassung bereits in der letzten Verbandsversammlung geäußert habe und die auch protokolliert wäre, aber die Mehrheit des Planungsverbandes diese Auffassung nicht teilen würde. Darauf erwiderte ich, daß Recht keine Frage der Mehrheitsmeinung ist. 

Weiterhin führte ich aus, daß Arbeitszeit der Verwaltung – die nicht eingerechnet und nur von Plön zu erbringen ist – und Steuergeld „verbrannt“ würden. Das waren 2018 zwar nur gut 1072,54 €, aber eben völlig unnötig.
Zudem gäbe es in der Plöner Ratsversammlung keine Mehrheit für das Projekt mehr.
Daraufhin wurde erwidert, daß alleine der Planungsverband über einen B-Plan entscheidet. Worauf hin ich erwähnte, daß aber letztendlich die Plöner Ratsversammlung eine Änderung des Flächennutzungsplanes beschließen müsse, da der B-Plan ohne eine entsprechende Änderung nicht rechtskräftig wird. Spätestens dann würde das Vorhaben scheitern. 

Der Verbandsvorsitzende und Plöner Bürgermeister führte weiter aus, daß die Flächen nach wie vor für die Entwicklung Plön interessant wären und brachte den Geschosswohnungsbau ins Gespräch (siehe oben). Darüber hinaus erwähnte er, daß er in der letzten nichtöffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt für die Entwicklung eines Neubaugebietes in einem anderen Bereich heftige Kritik einstecken mußte.

Ich erinnerte den Plöner Bürgermeister daran, daß er ja seinerzeit Wahlkampf damit gemacht hat, indem er sich gegen das Projekt Seewiesen ausgesprochen hat. Er erwiderte, das sei ja jetzt etwas anderes, es würde sich ja um das Wohnbaugebiet Trammer See Plön/Rathjensdorf handeln. 

Spätestens hier glitt das ganze dann ins Absurde ab. So wurde dann darauf hingewiesen, daß man, wenn wir das nächste Mal so nett zusammen sitzen, gerne ein paar Häppchen reichen könnten. Ich habe dann angeboten, ein paar Grillwürste zu spedieren, wenn die Gemeinde Rathjensdorf die Grillkohle stellen würde. Das könne sie, wurde im Gegenzug in Aussicht gestellt. 

Warum ich das jetzt alles so ausführlich berichte?
Damit später niemand behaupten kann, daß er/sie davon nichts gewußt hätte. Die Protokolle geben ja in letzter Zeit nicht mehr so viel her. Zum Teil werden Diskussionsbeiträge stark verkürzt und bisweilen nicht mehr mit dem Namen des Redners gekennzeichnet. Verantwortung wird verschleiert. Ein Verteidigungsminister sprach mal von organisierter Verantwortungslosigkeit. Schlimmer aber ist jedoch, daß Redebeiträge trotz der ausdrücklichen Aufforderung, sie zu Protokoll zu nehmen, nicht im Protokoll auftauchen.
So habe ich in der Sitzung des letzten SteP ausdrücklich darauf hingewiesen, einen meiner Beiträge ins Protokoll aufzunehmen, was nicht geschehen ist.
Aber das ist dann ein Thema für den 22. Januar. 

Seewiesen vor dem Aus

Heute stand es in der Zeitung, was hinter den Kulissen bereits hinreichend bekannt war. Das Neubaugebiet „Seewiesen“, später umbenannt in „Wohngebiet Trammer See Plön/Rathjensdorf“ oder so ähnlich, steht vor dem Aus.

Das freut mich in so weit, als daß ich mich seit über 10 Jahren gegen diese Planungen ausgesprochen und eingesetzt habe. Zumindest wird jetzt keine weitere Arbeitskraft der Verwaltung in dieses von Anfang an aussichtslose Projekt investiert. 

Unser Bürgermeister, Lars Winter, der sich in seinem Wahlkampf gegen die Fortführung dieses Projektes ausgesprochen hatte und darüber auch etliche Stimmen einwerfen konnte, mußte als Vorsitzender des Planungsverbandes Seewiesen dieses Projekt weiterführen. Es gab bislang keinen politischen Willen, dieses Projekt zu beenden.

Das wird sich mit der Sitzung des Planungsverbandes am 14. Januar 2020 voraussichtlich ändern, da der Vorschlag, den Planungsverband aufzulösen, vom Planungsverbandsvorsitzenden selber kam. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß dieser Tagesordnungspunkt ohne vorherige Abstimmung mit der Rathjensdorfer Bürgermeisterin, Frau Henningsen, festgesetzt wurde. Frau Henningsen hatte sich in der Vergangenheit, vor der Übernahme des Bürgermeisterinnenamtes, auch kritisch zur dem Neubaugebiet geäußert.

Tatsächlich ist für mich die Äußerung des Eigentümers der Flächen, diese in den nächsten 10 Jahren nicht für die Umsetzung einer wie auch immer gearteten Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen, nicht der Grund, sondern nur ein Anlass, die Planungen zu beenden.

Es war von Anfang an klar, daß dem Projekt hohe Hürden entgegenstehen. Auch das Argument, mehr Einwohner würden zu höheren Schlüsselzuweisungen führen, ist nur halbwahr, denn mehr Einwohner führen auch zu höheren Kosten. Das hat die Folgekostenberechnung zweifelsfrei ergeben.

Auch bei der Potentialanalyse wurde nach meiner Bewertung getrickst. Das gilt sowohl für die Seite der Plöner Selbstverwaltung wie auch für den Vorgänger im Amt des Rathjensdorfer Bürgermeisters, der mich dazu nachweislich öffentlich belogen hat. 

Eine wirtschaftliche Erschließung war nicht möglich.

Zudem würde eine weitere Zersiedelung der Landschaft mit der einhergehenden Versiegelung von Flächen den Zielen des Landschafts- und Naturschutzes entgegenstehen.

Vor diesem Hintergrund ist die Aussage des Eigentümers, die Flächen nicht mehr für eine Bebauung zur Verfügung zu stellen, nicht Ursache, sondern bestenfalls Anlaß für diesen seit langem überfälligen Schritt. 

Es gilt, die Grenzen des Wachstums einfach mal zu akzeptieren und nicht zu versuchen, den selben Fehler an anderer Stelle noch einmal zu wiederholen.

Vor diesem Hintergrund bleibt zu hoffen, daß der Bürgermeister oder die Selbstverwaltung im kommenden Jahrzehnt von solchen Plänen Abstand nimmt, um die Verwaltung nicht noch einmal mit 15 Jahren sinnloser Arbeit zu belasten.  

Politisch korrekt oder nicht?

Im Spiegel vom 26. Oktober (Seite 34 f.) äußert Bildungsminister Frau Karliczeck, „Nur weil sich jemand nicht voll gendergerecht ausdrückt oder nicht umfassend politisch korrekt formuliert, darf er nicht gleich runtergemacht werden.
Viele Menschen wollen einfach nur reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Die meisten Bürger sind nicht rassistisch oder extremistisch unterwegs. Sie haben eine Einstellung zu bestimmten Dingen, und die wollen sie artikulieren“.

Welche Einstellung haben die Bürgerinnen, die Ihre Einstellung artikulieren? Minister Frau K. formuliert bestimmt und ganz bewußt rein männlich. Das paßt in den Kontext.

Wenn jemand jetzt redet, wie ihm oder ihr der Schnabel gewachsen ist, könnte er oder sie artikulieren: „Was will die Olle mit dem Pollackennamen da eigentlich? Null Ahnung von Bildungspolitik und damit gleich ins Amt gerutscht. Die hat sich doch bestimmt hochgeschlafen. Die wäre doch besser hinterm Herd geblieben, wenn sie so einen Scheiß von sich gibt.“
So eine Meinung würde ich natürlich ernsthaft nie vertreten, nur, um das ganz klar zu machen.

Natürlich gibt es noch ein paar Leute, die den Begriff „Neger“ – auch im Zusammenhang mit dem „Negerkuß“ – benutzen, weil sie es nicht besser wissen. Überwiegend sind es wohl ältere Menschen, die das ohne böse Absicht tun, weil sie sich nicht vorstellen können, daß ein Farbiger den Ausdruck „Neger“ nicht so gerne hört, weil er so dicht am Begriff „Nigger“ dran ist. Selbst dann ist es aber Ausdruck einer latenten rassistischen Grundeinstellung, die sie in ihrer Jugend – das wären die Dreißiger- oder Vierziger Jahre, also die Nazi-Zeit – vermittelt bekommen und nie abgelegt haben. Ob der Begiff – wie viele andere Begriffe – aus Gewohnheit gebraucht oder bewußt provozierend genutzt wird, ist vom Grundsatz her erst einmal egal, am Ende ist es ein rassistischer Ausdruck.
Wer diesen Ausdruck trotzig weiterhin und ganz bewußt benutzt, ist ein*e Rassist*in. Da beißt die Maus keinen Faden ab, Frau Minister K., und das ist auch nicht damit zu entschuldigen, daß die Leute so reden wollen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Mein Eindruck ist, daß die meisten, die jetzt in den asozialen Medien auf den Gebrauch des „N-Wortes“ bestehen, das in vollem Bewußtsein machen, weil ihr Weltbild rassistisch geprägt ist und sie nicht davon lassen wollen, weil es schon immer so war.
Sprache ist eben auch Ausdruck des Bewußtseins.

Das gleiche gilt auch für den Gebrauch gendergerechter Formulierungen. Was zum Teufel ist so problematisch daran, Menschen so anzusprechen, wie sie angesprochen werden wollen, als Mann, als Frau oder als was auch immer. Das ist eigentlich eine Frage der Höflichkeit. Warum genau muß man das eigentlich diskutieren?
Problematisch ist gendergerechte Sprache nur, wenn Mitbürger*innen an dem traditionellen Weltbild von Mann, Frau, Eltern, Kinder, Familie ist Mann und Frau und Kinder, Homosexualität ist Sünde und keinem Sex vor der Ehe zumindest dem Schein nach festhalten wollen. Dann paßt es natürlich, alle die, die nicht in dieses Weltbild passen, auch sprachlich auszugrenzen. Die Berufung auf die Rechtschreibung nach Duden ist da ein sehr schwaches Argument, eher ein Scheinargument, ähnlich wie die Aussage, der Text würde sich dann sperrig schreiben und lesen lassen.
Und klar hat Minister Frau Karliczeck recht, wenn sie sagt: „Wir müssen lernen, wieder mehr zuzuhören und auch mal Meinunen ernst zu nehmen, die vielleicht nicht überall gleich ungeteilten Beifall finden.“
Und gerade deshalb schreibe ich diesen Beitrag in meinem Blog. Ich nehme nicht nur das ernst, was Frau Minister K. da so von sich gibt, und nein, dazu gibt es von mir keinen Beifall. Und ich kann nicht nur gut reden, ich kann auch gut zuhören und vor allem zwischen den Zeilen lesen. Und was ich bei Frau Minister K. da so zwischen den Zeilen lese, ist nach meiner Meinung ein widerliches Angebiedere an den rechten Rand.
Und nur weil jemand so spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, muß man das nicht gut finden. Aber man nuß es ernst nehmen, und dann wird man ja auch mal widersprechen dürfen.

Der Haushalt im Hauptausschuß

In der Sitzung des Hauptausschusses am Montag wurde über den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr beraten. Nach jetzigem Stand wird es 2020 einen Fehlbedarf von 2.171.000,– Euro geben, der in den Folgejahren bis 2023 auf 1.349.300,– Euro absinken wird. Ursächlich sind niedrigere Steuereinnahmen und zusätzliche Kosten, etwa für Kindergartenplätze.
Auch der Weggang von Ascheberg aus der Verwaltungsgemeinschaft wird sich ab 2021 negativ auf die Finanzentwicklung auswirken. Nicht, weil durch die Einnahmen Gewinne erzielt wurden. Die Beiträge waren nicht ganz kostendeckend. Vielmehr hat die Stadt seinerzeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes Großer Plöner See übernommen. Diese Mitarbeiter*innen gehen aber nach dem Weggang ganz offensichtlich nicht zurück zum Amt oder in die neue Ascheberger Verwaltung nach Quickborn, sondern verbleiben in der Plöner Verwaltung, wo sie in den kommenden Jahren als Personalüberhang bestehen.
Der Abbau des Personalüberhanges wird durch Abgänge sozialverträglich erfolgen müssen.
Darüber hinaus werden – unter Berücksichtigung des Fachkräftemangels – die guten Auszubildenden übernommen, um die langfristig durch den Abgang der Baby-Boomer Generation entstehende Lücken mit eigenen Leuten aufzufüllen. Der Fachkräftemangel macht sich auch in der Verwaltung bemerkbar.
Personalplanung ist ein komplexes Geschäft. Am Ende des Tages werden wir froh sein können, wenn wir den derzeitigen Personalbestand halten und langfristig etwas reduzieren können. Der Bürgermeister betonte aber, daß das bei immer mehr Aufgaben, die auf die Stadt übertragen werden, sehr problematisch werden kann.

Die Maßnahmen, die das Land zur Neuordnung des Finanzausgleiches getroffen hat, gehen dabei auch zu Lasten der Stadt Plön. Die jetzt ins Auge gefaßten Nachbesserungen helfen zwar etwas weiter, werden die Mehrbelastungen aber nicht ausgleichen.
Die Prognosen sind also nicht gut.

Die Produkthaushalte der Ausschüsse wurden vor ca. einem Monat erstmalig beraten. Am Montag ging es dann um die Veränderungen in den einzelnen Produkthaushalten, die sich aus den vorhergegangenen Beratungen ergeben haben. Diese Veränderungen wurden in den Veränderungslisten zusammengefaßt, über sie wurde einzeln abgestimmt. Wenn allserdings die Beihilfen für Versorgungsempfänger*innen von 110.000,– Euro aufgrund von verbindlichen Vorgaben auf 192.000,– Euro angehoben werden müssen, dann gibt es keine andere Möglichkeit, als das zur Kenntnis zu nehmen.

Für den Hauptausschuß wurden dann die Änderungsanträge zum Haushalt besprochen. Die Fraktionen von SPD und CDU haben hierzu Haushaltsklausuren durchgeführt und Anträge eingereicht.

Der Vorschlag der SPD, den Exchangeserver nicht zu tauschen (Einsparung 19.000,– Euro) wurde verworfen, da es für da alte Gerät wohl keine Ersatzteile mehr gibt und die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung bei einem Ausfall massiv eingeschränkt wird.) Lediglich die Beschaffung neuer Software wird um ein Jahr geschoben (Einsparung 10.000,– Euro).

Der Bau der Glasfaser-Ringleitung (Einsparung 80.000,–) Euro im Bereich Appelwarder/Krabbe wird geschoben und soll – in Abstimmung mit einem ähnlich lautenden Antrag der CDU – erst im Rahmen der Glasfaserverlegung durch die Stadtwerke erfolgen. Das Risiko eines Ausfalls der bestehenden Leitung und dadurch folgende kurzfristige Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit (Bücjerei, Mehrgeneratiopnenhaus) werden als Risiko akzeptiert. (Einsparung 80.000,– Euro)

Die Befestigung des Parkplatzes neben der Feuerwehrhalle, um diesen für LKW tragfähig zu machen, wird aus dem Haushalt 2020 gestrichen. Dies entsprach auch einem fast gleichlautenden Antrag der CDU-Fraktion (Einsparung 80.000,– Euro)

Die CDU hatte vorgeschlagen, das Gebäude Schloßberg 12 zu verkaufen und den Erlös in den Haushalt einzustellen. Dieses Ansinnen wurde von der Verwaltung zurück gewiesen, da trotz der bevorstehenden Eröffnung des Bürgerbüros nach wie vor Bedarf für Büroräume und Archivraum bestehen würde.
Alternativ wurde die Verwaltung gebeten, im kommenden JAhr ein Raumkonzept vorzulegen und den  Raumbedarf zu begründen, bevor hier eine Entscheidung getroffen wird.

Der von der CDU vorgeschlagenen Verkauf des Grundstückes Behler Weg 13 steht unmittelbar bevor. Hier folgte der Ausschuß dem Ansinnen der CDU, den Erlös in den Haushalt 2020 einzustellen, sofern sich daraus keine haushaltsrechtlichen Nachteile ergeben. Damit verschlechtert sich das Ergebnis für das Jahr – ich glaube- 2018, das Ergebnis für 2020 sieht dafür etwas besser aus.

Der Antrag, 600.000,– Euro für den Ankauf der Kreisfeuerwehrzentrale einzustellen, fand allgemeine Zustimmung, war aber bereits Bestandteil der Beratungen im SteP. Wir haben jetzt einen Sperrvermerk auf dem Posten, ich hätte dem auch ohne Sperrvermerk zugestimmt. Es wäre ein Gewinn für die Stadt, wenn dort eine geordnete wirtschaftliche und touristische Entwicklung mit dem Schwerpunkt Wassersport in Gange käme.

Für Diskussion sorgte auch der Vorschlag, den städtischen Anteil der Schloßgarage zu verkaufen. Der Bürgermeister führte aus, daß das aufgrund der Eigentumsverhältnisse und der damit zusammenhängenden vertraglichen Vereinbarungen durchaus schwierig sein könnte. Darüber hinaus befände sich die Stadt in einer schwierigen Verhandlungsposition gegenüber potentiellen Interessenten, wenn der angestrebte Erlös bereits im Haushalt steht.
Die Einnahmen in Höhe von 16.000,– Euro pro Jahr hätte der Bürgermeister auch weiterhin gerne im Haushalt. Dem gegenüber stand die Haltung des Ausschusses, daß die Einnahmen langfristig durch die Ausgaben für Sanierungen wieder aufgezehrt werden.
Es wurde beschlossen, die Rahmenbedingungen für einen möglichen Verkauf zu klären und potentielle Interessenten anzusprechen.

Darüber hinaus wurden auf Antrag der CDU 3000,– Euro für die Feierlichkeiten anläßlich des Jubiläums der MUS in den Haushalt eingestellt.

Die ebenfalls von der CDU beantragte Prüfung, ob die Toilettenbewirtschaftung privatisiert werden könne, wurde bei gleicher Stimmzahl (4 ja/4 nein/2 Enthaltung) abgelehnt.

Eine pauschale Kürzung der Beträge für Vermischte Aufwendungen und Vermischte Auszahlungen um 50% wurde von der Verwaltung abgelehnt und sehr nachvollziehbar begründet. Eine Abstimmung entfiel, da der Antrag danach von der CDU zurück gezogen wurde.

Mit der Zustimmung zu den Vorschlägen der Verwaltung, zu der Veränderungsliste und den Ergebnissen der Abstimmung der Anträge von SPD und CDU sowie der nachfolgenden Zustimmung zum Stellenplan wurde der Produkthaushalt des Hauptausschusses beschlossen.

Danach wurden die Veränderungslisten von des SteP und GUT beraten. Die zum Teil hohen Summen bei Ausgaben setzten sich aus dem Beitrag der Stadt und den Zuschüssen Dritter zusammen, die im Rahmen des Bruttoprinzips als Ausgaben in den Haushalt aufgenommen werden müssen. Dem stehen aber die Zuschüsse als Einnahmen gegenüber.

Nachdem es keine Einwendungen und keinen weiteren Beratungsbedarf gab, wurde beschlossen, den Gesamthaushalt und den Stellenplan der Ratsversammlung vorzulegen, um ihn dann am 19. Dezember beschließen zu können.

Die schlechte Nachricht ist, daß es uns nicht gelungen ist, die finanzielle Situation der Stadt zu verbessern, die gute Nachicht ist, daß es uns ebenso wie im letzten Jahr vermutlich auch in diesem Jahr gelingen wird, einen Haushalt für das Folgejahr zu beschließen und nicht wie früher ohne beschlossenen Haushalt in das neue Jahr zu starten.

Bleibt Plön doch im Naturpark?

Der Hauptausschuß hat am Montag, dem 18. November entschieden, der Ratsversammlung zu empfehlen, den Beschluß zum Austritt aus dem Naturparkverein zurückzunehmen und die Planungen für den Naturerlebnisort Ölmühle weiter zu verfolgen.

Nachdem seinerzeit bekannt wurde, daß der Naturpark seinen Sitz und die Ausstellung von Plön nach Eutin verlegen wird, haben sowohl der Kreis Plön wie auch die Stadt Plön sowie mehrere Umlandkommunen die Mitgliedschaft im Naturpark vorsorglich gekündigt.
Das finanzielle Risiko, das sich durch den Wegfall der Beiträge vor allem des Kreises ergeben hat, zwang die städtischen Gremien zu dieser Entscheidung. Dazu kommt, daß der Naturparkverein für die Räumlichkeiten in Eutin Miete zahlen muß, während er in Plön mietfrei in den Räumen der Marius Böger Stiftung im Uhrenhaus untergekommen war.

Nicht etwa doof, wie ein Kollege im Ausschuß meinte, sondern skandalös waren die Umstände, die zu der Umzugsentscheidung geführt haben. Zwischen der Marius Böger Stiftung und der Geschäftsführung des Naturparkvereines entstand ein Streit um Reparaturkosten in Höhe von ca. 10.000,- Euro. Da die Geschäftsführung des Naturparkvereines nach meiner Meinung nicht in der Lage war, diesen Streit auf professionelle Art beizulegen, wurden Folgekosten in Höhe von über einer halben Million Euro ausgelöst, die für den Umzug der Ausstellung in das Schloß Eutin und deren Modernisierung vom Land bereitgestellt wurden.
Vorangetrieben, und man muß leider anerkennen, erfolgreich umgesetzt, wurde dieser Coup von Frau Marlies Fritzen (Bündnis 90/Die Grünen), die u.a. auch Mitglied im Rat der Stiftung Schloß Eutin tätig war und ihren Betreuungswahlkereis in Eutin hat. Die Zweckbindung „Umzug nach Eutin … „ wurde später, nachdem sich erster Protest regte, zwar gestrichen und es wurde geäußert, daß die Modernisierung der Ausstellung ja auch in Plön erfolgen könne, aber zu dem Zeitpunkt waren die Weichen schon gestellt, so daß ich der Meinung bin, das war lediglich eine scheinheilige Schutzbehauptung.

Den Hinweis, jetzt die Vergangenheit hinter sich zu lassen und nach vorne zu sehen, will ich nicht als Vertuschungsversuch werten, aber so einfach ist es nicht.

Vor allem zeigt die vergangene Entsicklung, daß es der Geschäftsführung des Naturparkvereines über viele Jahre hinweg nicht gelungen ist, eine attraktive Ausstellung in Plön zu realisieren. Das kann doch die Frage aufwerfen, was einen zu der Vermutung berechtigt, daß die Ausstellung in Eutin dauerhaft attraktiv gehalten werden kann. Ich habe meine erheblichen Zweifel, ob das mit der jetzigen Geschäftsführung gelingen wird und bin der Ansicht, daß personelle Konsequenzen zwingend erforderlich sind.
Das habe ich in der Ausschußsitzung dann auch unmißverständlich als meine Meinung zum Ausdruck gebracht. Wenn das teilweise so gedeutet wurde, daß ich grundsätzlich gegen die Mitgliedschaft im Naturpark bin, ist das allerdings nicht zutreffend. Ich sehe hier lediglich Handlungsbedarf, was die Geschäftsführung angeht, und ich vermute, da stehe ich nicht alleine.

Die meisten Kolleginnen und Kollegen sahen aber durchaus die finanziellen Vorteile, die sich aus der weiteren Mitgliedschaft im Naturparkverein ergeben, zumal auch der Kreistag beschlossen hat, die Kündigung im Naturparkverein zurückzuziehen. Eine 90%ige Förderquote für Naturparkprojekte ist schon ein Anreiz. Und natürlich ist auch ein einheitlicher Naturpark Holsteinische Schweiz leichter vermittelbar als zwei nebeneinander existierende Naturparks, etwa Holsteinische Schweiz und parallel dazu Naturpark Kreis Plön, was ja im Kreistag auch als eine Option in der Diskussion stand.
Eine einheitliche, kreisübergreifende Lösung halte ich vom Grundsatz her auch für besser, sofern die Geschäftsführung optimiert werden kann.
Natürlich werden durch die Mietkosten in Eutin die Beiträge zum Naturparkverein steigen, allerdings sehr moderat. Ein Kostenrisiko besteht natürlich, wenn die Vereinbarungen mit dem Land bezüglich des Mietkostenzuschusses nicht über die drei bestehenden Jahre hinaus verlängert werden.
In Anbetracht der Tatsache, daß die Trägerschaft und die Kosten für den Unterhalt der Außenanlagen für den Naturerlebnisort Ölmühle bei der Stadt Plön liegen, haben wir es hier natürlich mit einem dauerhaft wiederkehrenden Betrag zu tun, der in seiner Höhe auf lange Sicht hin nicht wirklich beziffert werden kann und für eine strukturell unterfinanzierte Stadt eine zusätzliche Belastung darstellt.
Die politische Entscheidung ist aber, weiter Umweltbildung in Plön anbieten zu wollen und diese Kosten zu akzeptieren.
Obwohl einige der Ausschußmitglieder zum Ausdruck brachten, daß sie den Standort nicht für optimal halten, wurden alternative Sandorte nicht weiter betrachtet, da die Geschäftsführung des Naturparkvereins eine weitere Nutzung des mietfreien Standortes Uhrenhaus kategorisch ausgeschlossen hat. Eine potentielle Nutzung des Standortes des ehemaligen Bootsverleihs “Tante Thea” wurde nicht weiter untersucht.

In einer der vorherigen Sitzungen des Ausschusses für Gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT) hatte ich nachgefragt, ob die Ölmühle erst einmal als Provisorium anzusehen ist, day als Vorläufer für eine größere Ausstellung zu betrachten ist. Das hatte der Bürgermeister seinerzeit bejaht. Ich kann mich jedenfalls gut daran erinnern. Bedauerlicherweise ist davon jetzt nicht mehr die Rede und sein formal völlig korrekte Hinweis darauf, daß diesbezüglich nichts beschlossen wurde, hat mich persönlich ein wenig enttäuscht.
Dem Hinweis von Frau Dr. Unbehauen (Bündnis 90/Die Grünen), der Vorsitzenden des GUT, daß hiervon nie die Rede gewesen sei, mußte ich deutlich widersprechen, da dies nicht zutreffend ist. Damit lag ich auf einer Linie mit Herrn Jagusch, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion – was durchaus nicht immer der Fall ist – der sich auch sehr gut daran erinnern konnte.

Im Rahmen der Diskussion hatte ich mit zum Teil etwas schärferen Bemerkungen auf die Einhaltung der Rednerliste hingewirkt, was aus meiner Sicht leider unvermeidbar war, da mehrere Wortbeiträge gleichzeitig vorgebracht wurden. Das traf bei einigen Kolleginnen und Kollegen auf Unmut, was ich bedaure.

Versöhnung über Gräbern

In den vergangenen Jahren hat das Totengedenken am Volkstrauertag in Plön zu einer sehr würdigen und zeitgemäßen Form gefunden. Sehr bedauerlich war in diesem Jahr, daß die Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG der Gemeinschaftsschule keinen eigenen Beirag leisten konnten.

Unsere Bürgervorsteherin begrüßte dann die Anwesenden, vergaß dabei aber in diesem Jahr unseren Bürgermeister. Noch mehr ärgerte mich aber, daß sie das Wort “Uniformträger” gebrauchte.
Dieses Wort ist für mich ein Unwort und darum vorab ein paar persönliche Gedanken dazu.
Ich war Staatsbürger in Uniform, ich habe meine Uniform gerne getragen, aber ich war Soldat und mit Sicherheit habe ich mich niemals als “Uniformträger” gefühlt.
Dieser Ausdruck, der m.E. aus der Feder von Tintenpissern in der Ministerialbürokratie stammt, ist für mich abwertend und ich glaube, daß er weder unseren Soldatinnen und Soldaten, unserer Polizisten und Polizistinnen oder unseren Männern und Frauen bei der Feuerwehr oder beim THW gerecht wird.
Noch mehr habe ich mich aber darüber geärgert, daß sie in ihrer Begrüßung den Eindruck erweckte, heute würde ausschließlich der gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege gedacht. In den vergangenen Jahren wurde ausdrücklich immer aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Dazu aus der Rede des Bundespräsidenten Gauck aus dem Jahr 2016:

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,
und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

Dankenswerterweise stellte Pastorin Lubeck von der Evangelischen Kirchengemeinde das in ihrer anschließenden, emotionellen Rede unmißverständlich klar und sprach von ihrer Hoffung auf ein friedliches Zusammenleben in der Zukunft.

Herr Ralf-Jürgen Rackwitz vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge machte das 100-jährige Bestehen des Volksbundes zum Thema seiner Ansprache. Er führte aus, daß mit dem aufkommen der nationalen Unabhängigkeitsbewegungen im 19. Jahrhundert die gefallenen Soldaten nicht mehr Söldner eines Herrschers waren, sondern zu Helden des Kampfes um die Heimat wurden und im Gegensatz zur Zeit davor individuelle Gräber bekamen, die auch gleichzeitig Gedenkstätten waren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dann im Versailler Vertrag vereinbart, die Kriegsgräber der gefallenen Soldaten unangetastet zu lassen und zu pflegen. Diese Pflicht, die eigentlich dem Staat oblag, in dem sich die Gräber befanden, wurde dann später in den zwanziger Jahren vom Volksbund Kriegsgräberfürsorge übernommen. Herr Rackwitz stellte die Arbeit des Volksbundes als überparteilich dar und betonte die Beteiligung aller politischen Lager am gemeinsamen Trauern.
Nach der Machtübernahme der NS-Diktatur kam es zur Selbstgleichschaltung des Volksbundes und dann zur Umbenennung des Volkstrauertages in Heldengedenktag.
Nach dem zweiten Weltkrieg mit über 60 Millionen Toten, also mit über 1000 Toten pro Stunde – um das Ausmaß des Sterbens zu verdeutlichen: alle Bürgerinnen und Bürger Plöns wären nach 9 Stunden tot, und das Tag für Tag, sechs Jahre lang – wurde der Volkstrauertag wieder eingeführt. Er brach damit schon vom Namen her mit der Tradition des Heldengedenktages.
Der Volksbund entwickelte das Motto der “Versöhnung über den Gräbern” und sieht sich heute dem friedlichen Zusammenleben der Völker verpflichtet. Die Gräber mahnen zum Frieden. Er zitierte Jean-Claude Junker:
“Wer an Europa zweifelt, sollte einen Soldatenfriedhof besuchen.”

Der Kreispräsident, Herr Sönnichsen, hob den besonderen Charakter der Plöner Veranstaltung hervor und unterstrich mit zahlreichen Beispielen aus seiner politischen Arbeit die Bedeutung von Soldatenfriedhöfen als Erinnerungsort.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Rede von Korvettenkapitän Felix Kloke, der auf die Beziehung von Volkstrauertag und Bundeswher einging. Er betonte, daß gerade in den Anfangstagen der Bundeswehr deren Soldaten meist mindestens ein Familienmitglied im Ersten- oder Zweiten Weltkrieg verloren hatten und auf der einen Seite die Trauer und der Wunsch nach einem allgemeinen Trauertag standen, auf der anderen Seite aber auch damals schon klar war, daß weder die monarchistischen noch die nationalsozialistischen Streitkräfte traditionsbegründend für die Bundeswehr sein können. Allerdings hat man sich teilweise intern sehr lange damit schwer getan hat, wie später die Anwesenheit von Soldaten der Bundeswehr bei Beerdigungen von bekannten und hoch dekorierten ehemaligen Soldaten der Wehrmacht oder anderen Nazi-Größen beweist. Er wies auch auf das Gedenken an die Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr hin und erwähnte neben dem öffentlich zugänglichen Ehrenmal der Bundeswehr auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Berlin auch den Wald der Erinnerungen in der Henning-von-Tresckow-Kaserne. Die Soldatinnen und Soldaten haben in den Einsatzländern Ehrenhaine als Orte des Gedenkens für die Kameradinnen und Kameraden angelegt, die im Einsatz getötet wurden. Beim Abzug werden die Ehrenhaine oder wesentliche Teile davon in den Wald der Erinnerung verlegt, um einen Platz für die individuelle Trauer in aller Stille zu schaffen.

Die anschließende Kranzniederlegung an der Biberhöhe war sehr würdig. Peinlich ist nur, wenn einige Teilnehmer*innen die Nationalhymne mitsingen, aber schon an der Stelle mit “… sind des Glückes Unterpfand … ” am Text scheitern.

Die anschließende Erbsensuppe wurde von der MUS bereitgestellt und schmeckte ausgezeichnet. Dabei ergab sich für mich noch die Möglichkeit, das ein oder andere Gespräch zu führen.

Für mich ist der Volkstrauertag in Plön eine sehr gelungene und in ihrer Form angemessenen Veranstaltung, an der ich auch im kommenden Jahr wieder teilnehmen werde. Ich bin schon jetzt gespannt auf den Beitrag der Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule, der dann hoffentlich das Programm ergänzen wird.
Allen Beteiligten – ob als Redner, als Musikerinnenund Musiker für das Rahmenprogramm oder als Organisationskräfte, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben –  möchte ich persönlich danken. 

Thema Seehof im SteP

In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung hatte der Verein Wandelwerk e.V. die Gelegenheit, seine Überlegungen zur Zukunft des Seehofes vorzustellen.

Die Ideen sind durchaus interessant und vermutlich das Beste, was uns bisher vorgestellt wurde und noch vorgestellt wird. Angedacht ist eine Nutzung der vorhandenen Gebäude und in einer zweiten Phase die Errichtung von so genannten Tiny Houses, Gebäuden mit ca. 40 Quadratmeter Wohnfläche und optimierter Raumnutzung. Das Konzept sieht vor, Wohnen, Arbeiten und Leben an einem Ort zu realisieren und dabei zukunftsweisende Konzepte umzusetzen. Co-Working Space und Büros, also Arbeitsplätze, die von mehreren Unternehmen gleichzeitig genutzt werden, ein Kultur Cafe, biointensive (Erlebnis-) Landwirtschaft, Repair-Werkstätten, ein Seminar- und Bildungsbetrieb in Verbindung mit generationsübergreifendem Wohnen, Familienwohnungen und Senioren-WG’s sind in dem Konzept berücksichtigt. Als Arbeits-, Wohn- und Freizeitort soll die Möglichkeit geschaffen werden, Kreativwirtschaft, ökologisches Wohnen, Tourismus und Regionalentwicklung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Ich persönlich finde das Konzept hoch interessant und bin mir relativ sicher, daß es funktionieren und echten Vorbildcharakter entwickeln kann.
Auf der anderen Seite lehne ich eine weitere Zersiedelung der Landschaft ab. Dieses Projekt liegt im Außenbereich und bezieht FFH-Flächen am Behler See mit ein.
Daher kann ich mir durchaus vorstellen, an dieser Stelle keine weitere Nutzung zuzulassen, die über die bisherige Nutzungsart in Verbindung mit deren Bestandsschutz hinausgeht. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß hier ein Rückbau erfolgt. Dafür wird es aber nach meiner Einschätzung keine Mehrheit geben.

Nun haben wir vor einiger Zeit beschlossen, der Versiegelung der Böden entgegenzuwirken. Wenn wir unsere eigenen Beschlüsse ernst nehmen, dann müßten wir jetzt wenigstens zu dem Ergebnis kommen, zumindest im Außenbereich keine weitere Versiegelung zuzulassen.
Vor diesem Hintergrund könnte ich mich auch mit dem Erhalt der bereits vorhandenen Gebäude und deren Wohnnutzung sowie der Nutzung für Gewerbe und Bildungsangebote anfreunden, wie gesagt, solange sich das auf die vorhandenen Gebäude beschränkt.
Damit wäre Wohnraum für ca. 110 Menschen geschaffen.
Die zusätzliche Errichtung von 30 Tiny Houses mit Wohnraum für weitere 50 Menschen halte ich aus Gründen des Naturschutzes und des Landschaftsschutzes nicht für erstrebenswert.

Wir sind uns natürlich auch im klaren darüber, daß die planerischen Hürden hoch sind, da die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Realisierung des Projektes zwingend notwendig sind. Natürlich sind auch die von Herrn Dr. Erdtmann (FWG) geäußerten Bedenken bezüglich der wirtschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen, schließlich wollen wir keine Investitionsruine im Außenbereich, die dann die Forderung nach anderen Nutzungen nach sich zieht. Hierin sehe ich allerdings die geringste Gefahr, da die Lage überaus attraktiv und bei den niedrigen Zinsen auch genügend Kapital verfügbar ist, so daß zumindest die Finanzierung kein großes Problem darstellen dürfte. 

Fortschreibung Einzelhandelskonzept

Derzeit läuft die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes an. Damit beauftragt ist die CIMA, eine Firma, die bereits vor 8 Jahren das derzeit gültige Einzelhandelskonzept erarbeitet hat, das ich nach wie vor für fachlich schwach halte, weil es inhaltlich angreifbar ist und eine der Kernaussagen nicht begründet wurde, außer man hält die Aussage: “Hätten wir machen können, haben wir aber nicht.” für ausreichend.

Im Rahmen der Fortschreibung wurde die CIMA nun erneut von der Verwaltung beauftragt. Derzeit laufen eine telefonische und eine online-Befragung.
Sofern ich es richtig verstanden habe, führt die telefonische Befragung bei den Bürger*innen bisweilen zu Verwunderung, da Anrufe wohl teilweise mehrfach erfolgen.
Dazu kommt, daß Bürger*innen angerufen werden, deren Namen nicht im Telefonbuch zu finden sind.

Ich selber habe mir die Onlinebefragung angesehen und muß sagen, auch ich bin irritiert, um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken.
Die Onlinebefragung kann über die Homepage der Stadt ploen.de erreicht werden:
https://d224.keyingress.de/?i_survey=1__3a2acb4687c972f27d8b60962b407164wc(nDq2TST%YLm2l

Verwunderlich – und nach meiner Meinung auch nicht so ganz professionell – ist, daß man die Umfrage gleich mehrfach beantworten kann. Damit sind Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Aber das nur nebenbei.

Eine der am häufigsten gestellten Fagen ist: “Wo kaufen Sie speziell die folgenden Waren üblicherweise ein?”, und dann werden für unterschiedliche Warenarten und gleich mehrere Orte angeboten, die angekreuzt werden können. Auffällig ist allerdings, daß Schwentinental als der größte Einzelhandesstandort im Umfeld nicht zur Auswahl gestellt wird, obwohl das Gewerbegebiet zusammen mit dem Internet die meiste Kaufkraft aus Plön abziehen dürfte, so zumindest eine der Aussagen aus dem derzeit gültigen Einzelhandelskonzept, soweit ich mich erinnere.
Dafür werden so bedeutsame Orte wie Plön (Koppelsberg), Bösdorf oder Lehmkuhlen zum Ankreuzen angeboten. Ich habe wirklich nichts gegen die Standorte Koppelsberg, Bösdorf oder Lehmkuhlen, aber daß man dort Warenarten wie Bekleidung, Wäsche, Schuhe, Lederwaren, Bücher, Uhren und Unterhaltungselektronik – um nur einige zu nennen – kaufen kann, ist mir neu.
Aber man lernt ja nie aus.

Damit ende ich für heute mit dem letzten Satz der Umfrage:
“Vielen Dank! Sie können jetzt das Browserfenster schließen.”

Das Baltikum nur der rechte Rand von Europa? Über Rechtspopulisten und -extremisten.

Im Vorfeld der Europawahl hat Herr Karl Ernst von Mühlendahl mir einen Text zur Verfügung gestellt, den ich mit seiner Genehmigung als Gastbeitrag veröffentlichen darf.
Der Text ist zur Veröffentlichung in einem Blatt der Deutsch-Balten vorgesehen.

 

Wahlen im Baltikum

In Estland hat die EKRE im März 2019 17,8% der Stimmen bekommen (bei den EU-Wahlen 2014 waren es 4%, bei den Parlamentswahlen 2015 8%). Sie besetzt 19 der 101 Sitze im Riigikogu, dem Estnischen Parlament. Die Wahlbeteiligung lag bei 63%, mehr als jeder zehnte Este hat rechtspopulistisch oder rechtsextrem votiert.

EKRE ist die Konservative Estnische Volkspartei. Das klingt harmlos. Sie ist europaskeptisch und fremdenfeindlich. Ehrenvorsitzender ist der ehemalige Estnische Präsident Arnold Rüütel. Der Parteigründer Mart Helme („die Zahl der Neger in Tallinn“ sei „explodiert“) ist Innenminister, sein Sohn Martin Helme Finanzminister („Wenn du schwarz bist, dann geh zurück“). Außenhandel, Ländliche Angelegenheiten und Umwelt sind weitere Portfolios, die dem neuen Koalitionspartner zugefallen sind.

Wie kommt es dazu? Die estnische Wirtschaft ist im letzten Jahr um 3,9 Prozent gewachsen, die Exporte haben um zwölf Prozent zugelegt, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie schon seit zwanzig Jahren nicht mehr. Wirtschaftlich und sozial im Abseits stehende Menschen mögen einen Teil des Zulaufs ausmachen; aber viele Anhänger gehören zum bürgerlichen Mittelstand, sind gar, wie Helme und Rüütli, Politiker, die ehemals eher aus der politischen Mitte agiert haben.

In Lettland hatte die NA, die Nationale Allianz/Alles für Lettland, für Vaterland und Freiheit (LNNK) bereits 2014 in der Parlamentswahl 16,6% der Stimmen bekommen, in der Europawahl 14,3%. Im letzten Jahr erhielt die NA „nur“ 11% der Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 55%. Die AN bekam 13 der 100 Sitze im Sejm und ist für die Bereiche Kultur und Landwirtschaft mit zwei Ministerien im Kabinett vertreten.

Die Nationale Allianz ist eine 2010 entstandene Verbindung von rechtsextremen und ultranationalistischen Parteien. Sie agiert gegen die russische Minderheit und gegen Flüchtlinge und beklagt eine Bedrohung durch internationale Globalisierung, Multikulturalismus, Muslime, die EU Russland. Die Parteiführung beteiligt sich an dem Gedenkmarsch für Veteranen der lettischen Einheiten der Waffen-SS.

In Litauen hatte die rechtspopulistische Partei TT (Ordnung und Gerechtigkeit) 2016 bei den Parlamentswahlen zwar nur 5,6% der Stimmen bekommen, bei der Europawahl 2014 allerdings 14,3%.

Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa

Rechtsextremisten lehnen die gegenwärtige staatliche Ordnung und ihre Prinzipien klar ab, sind ausgesprochen antidemokratisch und arbeiten darauf hin, andere Staatsformen einzuführen. In Westeuropa finden allerdings vor allem Rechtspopulisten Zustimmung, die nicht immer explizit systemoppositionell sind. Das Spektrum der sehr unterschiedlichen Gruppierungen ist nicht homogen.

Die vielerorts erstarkenden rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien werden nicht nur von „jungen Chaoten“ gewählt und nicht nur bei sozial am Rande der Gesellschaft stehenden; sie haben auch bei älteren Menschen, bei Rentnern, im Mittelstand und Akademikern ihre Anhänger. Sie profitieren von Demokratieverdrossenheit und Korruption. Die weitgehend unkontrollierbaren Propaganda-, Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten, die das Internet bietet, erleichtern Kommunikation, Wissens- und Legendenverbreitung und Verhetzung.

Wie groß der Zulauf ist, kann den Zahlen in der Tabelle entnommen werden, in der die Wahlergebnisse auf volle Prozentzahlen gerundet sind.

Was tun?

Das, was jüngst in Estland geschehen ist: bei wem bewirkt es mehr als ein Schulterzucken? Mit einem nachdenklichen Heben der Augenbrauen kann es nicht getan sein. Die NSDAP – damals als vorübergehende, beherrschbare Erscheinung angesehen – bekam in der Reichstagswahl 1930 18% der Stimmen. Im Juli 1932 waren es 37%, im März 1933 44%.

Sorgen muss man sich machen um die Funktionsfähigkeit unserer parlamentarischen Demokratien, um Presse- und Meinungsfreiheit, um Toleranz und Gewaltfreiheit in unseren Gesellschaften. Diese Felder dürfen nicht den politischen Randgruppen überlassen werden, nicht den extrem „Linken“ (die derzeit nicht bedrohlich wirken), und nicht den Rechtspopulisten und -Extremisten.

Sorgen sind in diesen Tagen vor der Wahl zum Europa-Parlament, zum Ausgang dieser Wahl, angebracht. Europa-feindliche Parteien können, wenn sie viele Sitze erobern, Koalitionsbildung und Funktionsfähigkeit des Parlaments erschweren und der Europäischen Idee schweren Schaden zufügen.

Zu hoffen ist, dass die Parteien, die in einer ausgewogenen Mitte agieren (Konservative, Sozialdemokraten, Grüne, Liberale) ausreichend viele Stimmen bekommen, damit der prozentuale Anteil der Europa- und Demokratiefeinde geringgehalten wird. Die zu großen Teilen schweigende Mehrheit muss dazu bewegt werden, an die Wahlurnen zu gehen.

Diese systemerhaltenden Parteien bedürfen einer über die Europawahl hinweg anhaltenden Unterstützung. Ich selbst werde jetzt daraus die Konsequenz ziehen und noch in diesem Sommer Mitglied einer dieser Parteien werden, zahlendes und gezähltes Mitglied und in der Hoffnung, zu einer vernünftigen, sinnvollen und ausgewogenen innerparteilichen Meinungsbildung beitragen zu können.

Karl Ernst v. Mühlendahl

Europa wählen!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen bin ich für ein paar Tage ausgefallen und habe keinerlei politische Termine wahrnehmen können. Daher konnte ich auch nicht über die Sitzungen der Ausschüsse berichten.
Mittlerweile geht es mir fast schon wieder gut. Ich selber gönne mir bis Anfang Juni noch ein paar Tage Schonung, um dann nach und nach wieder einzusteigen. 

Trotzdem möchte ich auf die Europawahl am 26. Mai hinweisen. Damit ist meine eindringliche Bitte verbunden, eine der etablierten Parteien zu wählen. Europa ist ein Erfolgsmodel, bei allen Schwächen, die bisweilen zu Recht bemängelt werden.
Wir verdanken der EU und ihren Vorgängerorganisationen die Einbindung in die westliche Wertegemeinschaft, internationales Ansehen, wirtschaftlichen Erfolg und, was vielleicht am wichtigsten ist, seit über 58 Jahren keinen Krieg mit unseren direkten Nachbarstaaten.
Es gibt keine andere so lange andauernde friedvolle Phase in der deutschen Geschichte.
Heute sind wir von Freunden umzingelt und wir wollen hoffen, daß es noch lange so bleibt.
Überlassen wir die Wahl nicht den Nationalisten, Rassisten, Seperatisten und Spinnern, die antreten, unsere Gesellschaftsordnung von innen heraus zu bekämpfen.
Jede Stimme für eine der etablierten Parteien relativiert deren Präsenz in Brüssel und Straßburg.
Wählen gehen, Europa wählen!

Für schnelle Verhandlungen mit dem PSV

In der vergangenen Woche hat die Presseberichterstattung über die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung bei den Mitgliedern des Plöner Segler Vereins (PSV) zu Irritationen geführt.
Der Bürgermeister wurde wie folgt zitiert: „ … die Zeit dränge nicht, betonte Bürgermeister Winter, der Erbbaurechtsvertrag laufe noch einige Jahre. Die Planungen ruhen, da noch kein Gesamtkonzept erstellt ist.“
Daß dieser Zeitungsbericht bei den Mitgliedern des PSV zu Irritationen und Nachfragen führt, ist für mich nachvollziehbar. Aus meiner Sicht ist hier aber klar zwischen Stadtplanung und Vertragsangelegenheiten zu unterscheiden.
Die SPD-Fraktion hat sich daher entschieden, einen Antrag zu stellen, um die Vertragsverhandlungen nunmehr auf den Weg zu bringen, nicht zuletzt, weil der Letter of Intent (LOI, eine unverbindliche, aber schriftlich fixierte gegenseitige Absichtserklärung) zwischen Stadt und PSV mittlerweile weitgehend ausgehandelt ist.
Diese Verhandlungen erfolgten durch eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung aller Fraktionen,

Wenn es nach den Vorstellungen der SPD-Fraktion geht, soll der kommende Vertrag auf Basis des bestehenden Vertrages fortgeschrieben werden.
Dabei müßten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
– Anpassung des Pachtzinses
– Absicherung der Nutzung des Geländes für das Stadtbuchtfest
– Berücksichtigung der Inhalte des LOI.

Aus Sicht der SPD-Fraktion hat der bisherige Erbpachtvertrag in den vergangenen 46 Jahren gut funktioniert, es besteht keine Veranlassung, hier eine andere „Konstruktion“ zu wählen. Daher bietet sich der bestehende Vertrag als Verhandlungsbasis an.
Die SPD-Fraktion lehnt es auch ab, die Vertragsverhandlungen im Hinblick auf die städtebaulichen Vorstellungen als Druckmittel zu nutzen.
In Vorgesprächen hat sich gezeigt, daß dies auch für den PSV ein gangbarer Weg sein könne.
Liefe es jetzt auf diese Lösung hinaus, wäre auch ein möglicher Rechtsstreit zu vermieden, falls es aus einem unerfindlichen Grunde zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu einem Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Rechtsauffassungen bezüglich des „Heimfalles“ kommen sollte.
Der PSV und die Stadt hätten Rechtssicherheit und könnten andere Aufgaben angehen.

Was treibt die BI Agenda 2030

Ich arbeite gerne und auch lange, wenn es einer guten Sache dient.
Aber ich hasse es, meine Zeit mit Schmonzes zu verplempern.

In meinem Beitrag über die Sitzung des Ausschusses für Gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus vom 14. März 2019 (http://www.ingo-buth.de/2019/03/18/und-was-gabs-sonst-noch-so-im-gut/) habe ich bereits darüber berichtet, daß der Redebeitrag, den der stellvertretende Umweltbeauftragte zum Tagesordnungspunkt “Agenda 2030” abgegeben hat, fast zu einem Eklat geführt hat. Dieser Eklat konnte vermieden werden, weil die Ausschußvorsitzende ihm das Wort entzogen hat.

Der Tagesordnungspunkt war durch die einstimmige Annahme bereits abgeschlossen, als Herr Marquardsen sich zu Wort melden wollte. Ich habe mich dafür eingesetzt, daß ihm, obwohl er kein Rederecht hatte, trotzdem das Wort erteilt wird, weil ich davon ausging, daß er ein abschließendes Statement abgeben wollte.
Statt dessen verlor er sich in einem Vortrag zur Wortwahl.
Ich bedaure nicht, daß ich mich dafür eingesetzt habe, ihm außer der Reihe das Rederecht einzuräumen, aber ich stehe auch voll hinter der konsequenten Entscheidung von Frau Dr. Unbehauen, der Ausschußvorsitzenden.

Jetzt ist mir unabhängig voneinander von zwei Personen das Protokoll der „Bürgerinitiative Agenda 2030“ (BI) über deren Sitzung am 21. März 2019 zugeleitet worden, weil ich ja der „Verursacher“ des Eklats sei. Eigentlich wollte ich mich nicht weiter mit dem Vorgang befassen, da das keinerlei Belang hat, aber nachdem ich das Protokoll der BI gelesen habe, tue ich es doch.

In dem Protokoll der BI steht zu lesen:
„2. Vorlage „Agenda 2030 für Plön
Klaus berichtete über die Sitzung des Ausschusses GUT vom 14.03.19 in der über den interfraktionellen Antrag zur Agenda 2030 abgestimmt werden sollte. Klaus erhielt vom Umweltbeauftragten Achim Kuhnt die Bitte, nähere Aussagen dazu zu machen (siehe dazu die anl. Anlage). Nach kurzer Diskussion gab Klaus auf, weil sonst die Gefahr bestand, dass der vorliegende Entwurf nicht zur Abstimmung kommen würde. Einstimmig wurde der Entwurf dann angenommen.“

Diese Darstellung ist völlig unzutreffend. Sie wird weder durch das Protokoll der Sitzung dokumentiert, noch deckt sie sich mit meiner Erinnerung.
Entweder handelt es sich um ein Versehen oder um eine verfälschte Darstellung.

Ich bin wirklich ratlos, was das soll, aber ich möchte betonen, daß ich voll hinter dem Beschluß zur Agenda 2030 stehe und die von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen Maßnahmen unterstütze, auch wenn die Wenigsten davon im Zuständigkeits- oder Einflußbereich der Stadt liegen.

Allerdings sollte evaluiert werden, ob sich die Einführung des Amtes eines stellvertretenden Umweltbeauftragten tatsächlich bewährt hat und wenn ja, ob es mit dem richtigen Amtsinhaber besetzt ist.

Attraktivitätssteigerung für Plön

Brichte sind wichtig, um sich einen Überblick über den Sachstand zu verschaffen. Noch wichtiger ist es aber, die entsprechenden Schlüsse aus den Berichten zu ziehen. Das hat die SPD Fraktion getan und den Tourismus-Bericht zum Anlaß genommen, ein paar Vorschläge zu machen.
Diese Vorschläge wurden in einem Antrag für die Sitzung des Ausschusses für Gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT) zusammengefaßt. Der Vorschlag der SPD-Fraktion war, die vorgeschlagenen Maßnahmen auf ihre Realisierbarkeit prüfen zu lassen.
Diesem Vorschlag stimmten die Mitglieder des GUT zu.
Sobald das Ergebnis der Prüfung vorliegt und auch bekannt ist, was die einzelnen Maßnahmen kosten würden, kann darüber entschieden werden, welcher Vorschlag tatsächlich umgesetzt wird.
Das ist ein etwas langwieriger, aber auch vernünftiger Prozess.

Nachfolgend führe ich die vorgeschlagenen Maßnahmen noch einmal auf:

Kurzfristig:
1. Einheitliche Gestaltung von Wegweisern / Leitsystemen
2. Piktogramme zur Erklärung von Hinweisen für fremdsprachige Gäste
3. Austausch von Fahrradständern am Rathaus („Felgenkiller“), Überprüfung des weiteren Bedarfs
4. Wiederaufstellung von Wipptieren oder ähnlichen Geräten für Kinder im Stadtgebiet (Wendtorper Platz, Marktbereich, Fußgängerzone)
5. Den „Plöner Angler“ (aktuell oberhalb der Anglertwiete zwischen Sky und Sparkasse) in eine exponiertere Lage versetzen
6. Im Bootshafen die Planken überprüfen und ggf. austauschen, Gestaltung durch Pflanzkübel (z.B. mit Bambus oder Gräsern)
7. Aufstellung von weiteren Hängematten (siehe Fegetasche) und/ oderAufstellung von Pfählen für das Aufhängen von eigenen Hängematten in den Bereichen Fegetasche und Strandweg
8. Überprüfung einer einheitlichen Quartiergestaltung, z.B. einheitliche Bankfarben im Innenstadtbereich, am Strandweg
9. Reaktivierung des Brunnens auf dem Markt, Instandsetzung und Kontaktaufnahme zum Förderverein des Brunnens (Herr Mey)
10. Wasser in der Stadt erlebbar machen! Zum Beispiel Aufbau von Kurbeln, „Springender Wasserstrahl“, Fontänen, Wirbeln etc.

Mittelfristig:
1. Anlegestelle für Kanus/ Kajaks in der Stadtgrabenstraße (Zugang zum Schwanensee) und Einrichtung von einem Parkplatz zum Be- und Entladen von Booten
2. Konzept für die Spielplätze in der Stadt
3. Konzept zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Strandweg

Langfristig:
1. Neues Gestaltungskonzept für den Marktplatz, Anlage von Marktwegen (vgl. Wismar), Neugestaltung der Pavillons

Einige der Anregungen sind nicht wirklich neu. So wurde der Austausch der „Felgenkiller“ vor dem Rathaus schon mehrfach thematisiert und auch von der AG-Fahrrad angesprochen, passiert ist bislang nichts.

Auch das Thema Wackeltiere – eines meiner immer wieder vorgebrachten Lieblingsthemen – wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach angesprochen. Ich kann mich erinnern, daß die Kinder – nicht nur meine – die Wackeltiere am Wentorper Platz geliebt haben. Der Umstand, daß die Fußrasten keinen Abrutschschutz hatten und damit nicht mehr den neuesten Sicherheitsvorgaben entsprachen, hat zu ihrem Abbau geführt.
Ich persönlich bin der Ansicht, daß es nicht erforderlich ist, die Tiere (ca. 500,– Euro/Stück) zu ersetzen. Vermutlich ist es mit dem Austausch der Fußrasten getan, und wenn meine Internetrecherche richtig ist, dann gibt es Ersatzteile für unter 10,– Euro.
Es wäre für mich völlig unverständlich, wenn die Tiere bereits entsorgt wurden, ohne diese Option zu prüfen.
Bislang hatte ich den Eindruck, daß die Verwaltung nicht besonders interessiert war, diesen öfter geäußerten Wunsch umzusetzen. Jetzt gibt es zumindest den Auftrag, die Möglichkeit zur Umsetzung zu prüfen.

Eine Diskussion gab es zum Thema Aufhängemöglichkeiten für Hängematte an der Fegetaschenwiese. Die Sinnhaftigkeit dieses Vorschlages wurde von einer älteren Erwachsenen bezweifelt.
Man kann ja zumindest einmal prüfen, welcher Aufwand dafür zu betreiben ist. Tatsache ist, daß die Hängematten, die von der Landesgartenschau in Eutin übernommen wurden, an der Badestelle gut angekommen sind und jüngere Erwachsene gerade in großen Städten ihre Hängematten gerne in Parks zwischen Bäumen aufhängen.
Ob wir dann wirklich entsprechende Möglichkeiten schaffen, wird man entscheiden können, wenn die Prüfung abgeschlossen ist und mögliche Kosten bekannt sind.

Wasser in der Stadt erlebbar machen, ist für mich ebenfalls eine gute Idee.
Ob wir den Marktbrunnen reaktiviert bekommen, ist für mich nicht sicher. Der seinerzeit veranschlagte Preis für die technische Instandsetzung ist hoch und auch der Betrieb ist nicht billig. Vielleicht gibt es Lösungen, die finanzierbar sind, vielleicht gibt es auch ein Engagement aus der Bürgerschaft.

Eine wirklich gute Idee ist es aus meiner Sicht, den Plöner Angler zu versetzen. Er fristet im Moment ein trostloses Dasein in der Twiete zwischen Sky und der Sparkasse und ist – was das Künstlerische angeht – nicht so umstritten wie der Marktbrunnen. Er wurde in meiner Jugend of als Symbol in der Werbung genutzt und hat – zumindest für mich – nichts von seinem alten Charme eingebüßt.

Die Aufenthaltsqualität des Strandweges ist ein Dauerbrenner. So wurden die Picknickbänke, die dort aufgestellt wurden, im letzten Sommer durchaus gut angenommen. Wie aus der Presse bekannt, gibt es für den Strandweg bereits größere Pläne. In wie weit es sinnvoll ist, hier jetzt noch zu investieren, bevor es eine Entscheidung über die Umbaumaßnahmen mit Brücke und Uferverbreiterung gibt, müßte genau betrachtet werden.

Auch der Marktplatz ist immer wieder in der Diskussion. Auf der einen Seite wirkt das Pflaster duchaus historisch, auf der anderen Seite ist es für Rollstuhlfahrer*innen, Rollatorennutzer*innen und Stöcklschuhträgerinnen nicht einfach, auf den Markt zu gelangen und sich dort wohl zu fühlen. Auch der Herr Bürgermeister hat bereits in seinem Wahlkampf dafür geworben, den Markt umzugestalten und ihn aufzuwerten, damit er attraktiver wird und mehr Menschen in die Stadt zieht.

Anders als die ersten Punkte lassen sich die letzten beiden Maßnahmen aber nur mittel- oder langfristig umsetzen.

Ich selber war nicht an der Erstellung des Antrages beteiligt, habe ihn aber in der Fraktionssitzung mit diskutiert und für gut befunden. Daher habe ich mich auch sehr gefreut, daß er am Ende doch eine Mehrheit im Ausschuß fand.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 79 80 81 nächste