Bahnhofstraße 8 + 9, Bauen ist Verantwortung

“Weil uns das, was wir heute bauen, meist über 100 Jahre begleitet, ist Bauen eine große Verantwortung.”
Pro. Dr.-Ing Frauke Gerdes-Rohkamm

Darum schreibe ich diesen Beitrag.

Das Bauprojekt Bahnhofstraße 8 + 9 (bekannt auch als Hotel zum Hirschen und Radio Jung) wurde bereits in öffentlicher Sitzung erörtert. Die Presse hat dazu berichtet und auch ich habe etwas geschrieben:
http://www.ingo-buth.de/2020/08/03/bauprojekt-in-der-bahnhofstrasse/

Nun steht das Thema in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung (SteP) am kommenden Mittwoch, dem 25. November erneut auf der Tagesordnung (nicht-öffentlich).
Ich kann verstehen, daß es dem Investor wichtig ist, hier im ständigen Austausch mit der Verwaltung der Stadt und der Selbstverwaltung (der politischen Vertretung in den Ausschüssen und der Ratsversammlung) zu stehen, um möglichst frühzeitig loslegen zu können. Das ist ein berechtigtes privates Interesse.

Gleichzeitig muß aber beachtet werden, daß das Bauvorhaben im Sanierungsgebiet liegt, für das wir als Stadt nach Möglichkeit Mittel aus der Städtebauförderung für die Gestaltung des öffentlichen Raumes bekommen wollen.
Hierzu müßte aber erst einmal die Planung soweit abgeschlossen sein, daß Sanierungsziele und -maßnahmen in Absprache mit dem Förder(geld)geber festgelegt sind.
Vor diesem Hintergrund ist eine verfrühte Festlegung oder Entscheidung durchaus problematisch. Wie soll einem Fördergeber  klar gemacht werden, warum man die Aufnahme in eine Förderprogramm beantragt, wenn man zwischendurch erhebliche Baumaßnahmen in dem Sanierungsgebiet zuläßt, ohne daß die Sanierungsziele und -maßnahmen überhaupt hinreichend bestimmt sind. 
Diese Auffassung wurde von der Verwaltung bereits in einer der letzten Sitzungen bestätigt. 
Die Aussage aus der Lenkungsgruppe, in der jede Fraktion der Ratsversammlung vertreten ist, daß man doch wisse, was man wolle, hilft da nicht weiter.

Auch wenn ich bei Bauvorhaben zur Innenraumverdichtung ungern auf die Bremse trete und mich darüber freue, daß hier wieder Wohnraum im Innenbereich geschaffen werden soll, so ist es mir doch besonders wichtig,
– erst einmal einen Plan fertigzustellen, bevor er umgesetzt wird und
– sicherzustellen, daß sich das neue Bauvorhaben auch harmonisch in das Straßen- und Stadtbild im Sanierungsgebiet einfügt.
Das ist ein berechtigtes öffentliches Interesse.
Bausünden haben wir in Plön schon genug.

Die privaten und öffentlichen Interessen konnten wir bereits beim Bebauungsplan 7c (Gänsemarktviertel und Neubau Gebäude “Gerberhof”) miteinander unter einen Hur bringen. Das war seinerzeit ein zäher Prozeß, aber notwendig. 

Mit Sicherheit werde ich mich energisch dafür einsetzen, daß hier keine Gebäude entstehen, die deutlich über die heute bestehende Silhouette hinausgehen. Darüber hinaus sind Lochfassaden und stehende Fensterformate (Fenster sind höher als breit) und Lochfassaden (Fenster liegen zurückgesetzt im Mauerwerk) für mich unabdingbar. Stehende Fensterformate sind besonders wichtig, da die umliegenden Gebäude auch fast ausschließlich so gebaut sind und ein Bruch im Straßenbild unbedingt vermieden werden muß. Zudem wurden stehende Fensterformate in den Neubauten auch die Gestaltungsmerkmale der alten Gebäude aufnehmen.
Roter Klinker wäre ein Wunsch, aber kein Muß, da die bestehenden Gebäude auch nicht in rotem Klinker ausgeführt sind. 
Unter Beachtung der genannten Aspekte würden sich die Neubauten gestalterisch an den historischen Bestand anlehnen und sich gleichzeitig auch gestalterisch an den benachbarten Gebäuden orientieren. Ein gestalterischer Bruch wird vermieden. 

Meine Haltung dazu habe ich bereits vor sechs Jahren (B-Plan 7c. Gänsemarktviertel / Gebäude Gerberhof) sehr deutlich gemacht, und an der Verantwortung der Mitglieder der Ratsversammlung und des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung für das öffentliche Interesse hat sich seit damals nichts geändert. 
http://www.ingo-buth.de/2014/09/01/noch-einmal-gerberhof/

 

 

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Liebe Leser*innen,

einige Spammer aus Russland, Israel und sonstwoher nutzen gerade die Kommentarfunktion einiger meiner Beiträge, um ihren Spam mit Werbung zweifelhafter Art auf meiner Homepage zu platzieren. Bisher habe ich das ignoriert und die Kommentare einfach nicht freigegeben. Im Moment häuft sich das, und da ich über jeden Kommentar per EMail informiert werde, füllt sich mein EMail-Postfach in unerträglicher Weise. 
Daher habe ich die Kommentarfunktion bei einigen meiner Beiträge mittlerweile gesperrt.
Wer Beiträge auf meiner Homepage kommentieren will, kann das bei den meisten Beiträgen wie bisher tuen, ansonsten bitte eine kurze Nachricht per Email an:
ingobuth(at)gmx.de

Sporthallenersatzbau, Aufnahme ins Förderprogramm wird beantragt

Gestern hat die Ratsversammlung mit 12 JA- bei zwei NEIN-Stimmen und sieben Enthaltungen beschlossen, daß die Stadt sich mit einem Turnhallenersatzbau um Fördermittel beim Bundesprogramm “Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur” bewirbt.

Damit hat die Stadt neben dem Vorhaben “Sanierung Badestelle Prinzeninsel” zwei Maßnahmen angemeldet, die nun im Auswahlverfahren beim Projektträger Jülich in einer ersten Phase bewertet werden.

Die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FWG und Die Linke stimmten für diesen Antrag. Die CDU Fraktion enthielt sich der Stimme. Die FDP Fraktion stimmte dagegen.

Meine Bewertung: Die CDU wollte sich nicht in die Rolle des Buhmanns drängen lassen, so wie ihr Fraktionsvorsitzender Herr Jagusch das in der Sitzung des Hauptausschusses am 26. Oktober auf den Punkt brachte.
Die FDP hatte hingegen den Mut, sich klar zu positionieren. 

Das ganze muß man natürlich noch vor dem Hintergrund der Berichterstattung des Ostholsteiner Anzeigers vom 31. Oktober bewerten, in der den Herren Mattfeld und Prinz von Preussen breiter Raum für die Darstellung ihrer Sicht der Dinge eingeräumt wurde. 
Aber dazu später.

(Anmerkung: Die letzten beiden Absätze wurden heute um 10:21 nachträglich eingefügt.)

Ausbau Stettiner Straße. Wird es eine verkehrsberuhigte Zone?

Natürlich beschäftigte mich der Themenkomplex „Anmeldung für Zuschußanträge „Badestelle Prinzenbad“ und „Ersatzneubau Turnhalle“ in den letzten Tagen stark.Dennoch haben wir uns in den Ausschusssitzungen auch mit anderen Themen befaßt. Dazu gehörte auch der Ausbau der Stettiner Straße.

Diese Straße muß zweifelsfrei neu gemacht werden. Das Problem dabei ist, daß die Straßenbreite nicht mehr den heutigen Ansprüchen entspricht. In der Diskussion des Ausschusses wurden zwei Kernpunkte klar:

1. Es soll eine Einbahnstraßenregelung von der Ulmenstraße in Richtung Danziger Straße angestrebt werden, die aber einen Fahrradverkehr in beide Richtungen zuläßt und die Bedürfnisse der Fußgänger durch ausreichend breite Fußwege berücksichtigt. 

2. Die Zufahrt zu den Garagenhöfen zwischen den Mehrfailien- und Reihenhäusern soll auch von der Danziger Straße aus möglich sein, um unnötigen Verkehr über die Danziger Straße, Breslauer Straße und Ulmenstraße zu vermeiden. 

Damit muß natürlich auch das Problem des Parkens angegangen werden. Eine der Fragen war, ob die Parkmöglichkeiten auf beiden Seiten versetzt angeordnet werden oder sich an einer Straßenseite entlangziehen sollen. Dazu gab es schnell eine einheitliche Einschätzung. Die an beiden Seiten versetzten Parkmöglichkeiten würden die Straße unübersichtlicher machen und die Durchfahrt z.B. von Müllfahrzeugen deutlich behindern. Ein befahrbarer Bürgersteig wie in der Hipperstraße wäre bestenfalls eine Notlösung.

Herr Wegener (CDU) und Frau Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) favorisierten auch hier eine Fahrradspur oder einen Fahrradschutzstreifen. Frau Meyer wies aber gleichzeitig darauf hin, daß die Straßenbreite dafür nicht ausreichend sei. Herr Rose (SPD) – gleichzeitig Ansprechpartner für Verkehrsfragen an der Gemeinschaftsschule – betonte, daß auch er eine entsprechende Lösung begrüßen würde und betonte, daß diese Einschätzung auch auf seinen Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern zum Thema Radverkehr beruht.

Ich fragte nach, warum man nicht eine „Verkehrsberuhigte Zone“ einrichten würde. Dort seinen alle Verkehrsteilnehmer*innen gleichberechtigt, die Frage nach der Breite für Fußwege und Schutzstreifen für Radfahrer*innen würde sich nicht stellen und die Fahrbahnbreite würde nach meiner Einschätzung ausreichen, um alle Bedürfnisse angemessen zu befriedigen.
Daraufhin wurde von der Verwaltung geäußert, daß das Ordnungsamt eine solche Lösung ablehnen würde. Auf meine Nachfrage nach einer Begründung für die Ablehnung konnte mir aber keine Antwort gegeben werden. Ich habe vorgeschlagen, diese Lösung noch einmal zu prüfen und  in der kommenden Sitzung des SteP zu berichten, ob es zwingende Rechtsvorschriften gibt, die eine solche Lösung verbieten. 

Diesem Vorschlag ist der Ausschuß gefolgt. In dem Zusammenhang soll auch noch einmal geprüft werden, ob eine Einbahnstraßenlösung mit Radstreifen in beide Richtungen und ausreichend breiten Fußwegen entsprechend geltender Vorschriften umgesetzt werden kann. Dieses Thema wird uns in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt sicher wieder beschäftigen.

Darüber hinaus forderte Herr Schröder (Die Linke), über eine Einbahnstraßenregelung oder eine „Verkehrsberuhigte Zone“ für das Wohngebiet Ölmühle nachzudenken. Das fand meine Zustimmung, da ich mich bereits für den Bereich Wasserturmgebiet für eine Einbahnstraßenlösung eingesetzt habe. Der Hinweis aus der Verwaltung, daß erst einmal keine weiteren Straßeninstandsetzungen in dem Ölmühlengebiet  vorgesehen seien, ist dabei im Hinblick auf verkehrsberuhigte Zonen durchaus richtig. Einbahnstraßen ließen sich nach meiner Einschätzung aber bereits heute einrichten, Allerdings muß man auch einmal eine langfristige Zielsetzung entwickeln dürfen.  

Wieder ein kleiner Schritt in Richtung neuer Sporthalle

Eine Bewerbung um Fördermittel für einen Ersatzneubau der Turnhalle der alten Realschule fand auch im Hauptausschuß eine Mehrheit. Diese Bewerbung war nicht unstrittig.  Wegen der absehbaren Folgekosten wurde sehr ausführlich und sehr ernsthaft diskutiert. Die Verwaltung wird die Bewerbung abgeben. Der entsprechende Beschluß der Ratsversammlung kann nachgereicht werden. Der Termin für die außerplanmäßige Sitzung der Ratsversammlung ist der 4. November. 

Bereits im Vorfeld der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses haben sich der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt sowie der Ausschuß für Gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus in Rahmen ihrer Zuständigkeit für den Standort am Schiffsthal ausgesprochen und den Bedarf für eine Zwei Felder Multifunktionshalle festgestellt.

Gestern im Hauptausschuß ging es dann um zwei Punkte:

1. Soll ein Förderantrag im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ gestellt werden?

2. Kann sich die Stadt das in Anbetracht der jährlichen Betriebskosten leisten?

Zu Punkt eins wurde klar, daß die Bewerbung um Fördermittel noch keine endgültige Festlegung für einen Ersatzbau ist, wohl aber ein Schritt in diese Richtung.
Gegen eine Beantragung von Fördermitteln wurde angeführt, daß der Schulverband festgestellt hat, daß er keinen Bedarf für einen Ersatzbau der Schulsporthalle hat, obwohl ursprünglich eine Sanierung der alten Realschul-Halle geplant war. Gefordert wurde von Frau Killig (FDP), daß es dazu noch einmal eine Rückfrage beim Schulverband geben soll.
Diesem Argument kann ich so weit folgen, aber es ist für mich kein Grund, auf die Bewerbung für Fördermittel zu verzichten.
Vor allem aber: es geht nicht nur um den Bedarf des Schulverbandes, sondern um den Bedarf der Vereine und Kindergärten, also der Bürgerinnen und Bürger von Plön und damit zum Teil auch die Mitbenutzung durch Bürger*innen der Umlandgemeinden.
Die Umlandgemeinden zieren sich noch mit Zusagen für eine Beteiligung, hierzu werden weitere Gespräche geführt. Spät, wie Herr Jagusch (CDU) zu Recht feststellt, aber nicht zu spät, wie ich meine.
Der Umstand, daß die Zeit knapp ist und die Unterlagen daher in Teilen noch nicht so aussagekräftig sind, wie man es sich wünschen würde, sollte kein Grund sein, von vorn herein auf eine Bewerbung für Fördermittel zu verzichten. Hier kann nachgearbeitet werden.

Für mich ist klar: Nie wieder in der nächsten Zeit wird es Förderprogramme mit Förderquoten von 90 % geben, auch wenn die Höchstförderung auf 3 Millionen, in Ausnahmefällen sogar auf bis zu 4 Millionen € begrenzt ist. Mehr Geld wird es in keinem anderen Förderprogramm geben. Herr Wegener (CDU) sagte in einem anderen Zusammenhang, wir müßten auch einmal mutig sein. Hier würde ich ihn beim Wort nehmen. Diese Chance sollten wir uns nicht nehmen lassen. Jede andere Förderung kommt uns teurer zu stehen.

Natürlich wird die Stadt einen Eigenanteil zu tragen haben. Aber selbst Herr Jagusch (CDU) stellte fest, daß eine Kreditfinanzierung bei den derzeitigen Zinssätzen vertretbar sein. Herr Schröder (Die Linke) äußerte, daß er bereit wäre, einem Eigenanteil von einer Million zuzustimmen.
Dieser Eigenanteil wird kreditfinanziert. Das muß einem klar sein, aber es ist aus meiner Sicht gut angelegtes Geld.

Problematischer ist tatsächlich der Punkt zwei, die Frage, ob wir uns die Folgekosten leisten können. Hierfür werden in der Vorlage 80.000,- € pro Jahr angegeben, die im Laufe der Zeit auf 100.000,- € steigen werden. Das ist tatsächlich eine Menge Geld, die voraussichtlich Jahr für Jahr bereitgestellt werden muß, ebenfalls kreditfinanziert. Das machten Herr Jagusch (CDU) und Herr Meusser (FDP) in ihren Redebeiträgen unmißverständlich klar und kündigten dabei auch gleich ihre Stimmenthaltung an. Darüber hinaus verwies Herr Jagusch auch auf die Information der Verwaltungsvorlage, daß weitere Ausgaben wie für den Bau von Obdachlosenunterkünften oder Straßenausbauten anstehen werden und zeigte zukünftige Belastungen für den städtischen Haushalt auf.

Ich tue mich auch schwer damit, aber ich bin zu der Überzeugung gekommen, daß die Investition in eine neue Sporthalle unumgänglich ist. Die Ehrenamtlichen in unseren Vereinen leisten hervorragende Arbeit, die in Geld nicht zu bezahlen ist. Wir sind hier nicht auf der Suche nach „Goldrandlösungen“, aber wir sollten uns dazu verpflichtet fühlen, wenigstens die Grundvoraussetzungen zu schaffen, daß diese Arbeit auch in Zukunft unter vernünftigen Bedingungen geleistet werden kann.
Applaus zum Dank alleine hilft da nicht weiter.

Sport und Fitness tragen zur Gesundheit in unserer zunehmend bewegungsarmen Alltagswelt bei. Nicht nur für unsere Wirtschaft ist es wichtig, daß die Beschäftigten ihre Leistungsfähigkeit erhalten können. Auch das Gesundheitssystem wird es ihnen danken. Im Alter fit zu bleiben ist ebenso wichtig wie der Beitrag des Sports zur gesunden Entwicklung unserer Kinder. Allein die Möglichkeit, bereits im Kindergartenalter Sport in geeigneten Räumen anzubieten darf in ihrem Wert nicht unterschätzt werden. Der Standort am Schiffsthal ist dafür hervorragend geeignet, die größten Kindergärten der Stadt sind hier beheimatet. Alternativen zum Standort wurden geprüft, und auch wenn Frau Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) erneut dazu nachfragte, es wurde geprüft, es gibt keine und sie konnte auch selber keine aufzeigen.

Soziale Kontakte im realen Leben fördern den Gemeinschaftssinn. Die Arbeit des Musikzuges ist ein lebendiges Beispiel für gelebte generationsübergreifende Gemeinschaft. Alle Sportvereine, nicht nur die ausdrücklich genannten, sind auf ihre Weise tragenden Säulen des gesellschaftlichen Lebens in unserer Stadt. Sie tragen zu Inklusion und Integration bei. Sport verbindet.

Es fällt mir aufgrund der finanziellen Verpflichtungen auch schwer, aber ich werde in der Ratsversammlung dafür stimmen, sich weiter um die Fördermittel aus dem Bundesprogramm für den Ersatzbau einer Turnhalle zu bewerben.

Doch noch ein Antrag auf Zuschüsse für eine neue Sporthalle?

Am 30. September hat die Ratsversammlung den Beschluss abgelehnt, einen Förderantrag für einen Ersatzbau einer Turnhalle im Schiffsthal zu stellen. Die Förderung sollte aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereich Sport, Jugend und Kultur“ beantragt werden. Heute hat der Ausschuß für Gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT) einstimmig entschieden, daß der Bedarf für eine Zwei-Felder-Multifunktionshalle besteht (acht Ja Stimmen bei drei Enthaltungen aus der CDU-Fraktion). Der GUT hat damit den Auftrag an den Hauptausschuß überwiesen, über das Thema „Ersatzbau Sporthalle“  im Hinblick auf die Finanzierung und den Antrag auf Förderung zu beraten.
Der Hauptausschuß tagt am kommenden Montag, dem 26. Oktober 2020 um 18:30 in der Aula im Schiffsthal. Damit ist eine Entscheidung noch vor dem Ablauf der Antragsfrist für die Zuschüsse möglich.
In einer Ratsversammlung Anfang November müßte dann über den Förderantrag beraten und abgestimmt werden. Die Entscheidung, wenn sie dann so getroffen wird, könnte termingerecht bis zum 14. November 2020 beim Projektträger Jülich nachgereicht werden.

In der Beratung des GUT wurde vom Vorsitzenden Gerd Weber (Bündnis 90/Die Grünen) deutlich gemacht, daß es zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal um den Förderantrag geht, genauer um die Bewerbung für Fördermittel. Das bestätigte auch unser Bürgermeister. Solange sich das Verfahren in dieser ersten Phase befindet, ist es möglich, die Bewerbung zurückzuziehen oder zu reduzieren. Zudem ist es möglich, daß eine Gemeinde mehrere Anträge stellt.
Diese Anträge konkurrieren untereinander. Abhängig davon, wie weit sie den Förderkriterien entsprechen, können beide Anträge genehmigt oder abgelehnt werden, es kann aber auch sein, daß nur einer der Anträge angenommen wird.
Das deckt sich mit der Auskunft, die ich vom Projektträger Jülich erhalten habe. Vor diesem Hintergrund habe ich nunmehr keine Bedenken mehr, mit zwei Anträgen in das Verfahren zu gehen. Damit muß ich meine Argumentation aus der Ratsversammlung korrigieren.

Ich hatte zu Beginn der Sitzung beantragt, daß den anwesenden Vertreter*innen der Vereine zu diesem Thema das Rederecht in der Sitzung erhalten sollten. Auch wenn ich schon vor der Sitzung bei den meisten Kolleg*innen die Stimmung ausgelotet hatte, ob sie einem solchen Antrag zustimmen würde, war ich dann doch erleichtert, daß alle Ausschussmitglieder dafür gestimmt haben.

Der Vorsitzende des TSV, Herr Willhöft, erläuterte sehr ruhig und sachlich die Lage der Sportvereine.
Die Konsequenzen des Ausfalls der baufälligen Sporthalle der ehemaligen Realschule sind real zu spüren:
– Bereits jetzt sind Trainingszeiten gestrichen worden.
– Trainingstermine mußten verlegt werden.
– Trainingstermine verschiedener Gruppen mußten zusammengelegt werden.
– Die Vereine mußten ihre Trainingszeiten verkürzen und neu untereinander koordinieren.

Verschärft wird die Situation dadurch, daß die Nutzung der Sporthalle in der MUS aufgrund der Korona-Lage nicht mehr möglich ist.
Bei einem Ausfall der Dreifeldersporthalle am Schiffsthal, die bereits 40 Jahre alt ist, käme der Sportbetrieb weitgehend zum Erliegen.

Das Potential für neue Angebote kann nicht umgesetzt werden, obwohl es Trainer gibt, die dafür zur Verfügung ständen.

Nur die anwesenden Vereine (TSV-Plön, Plön Bewegt, DLRG und Musikzug) haben zusammen über 2000 Mitglieder. Darüber hinaus gibt es weitere Vereine, wenn auch nicht mit so vielen Mitgliedern.

Herr Willhöft schloß mit der Anmerkung, daß eine neue Halle ist nicht für die Vereine, sondern für die Bürgerinen und Bürger Plön da ist und betonte die Bedeutung der Vereinsarbeit für Inklusion, Integration sowie Alten- und Kindergartensport, für Aufgaben, die sozial wichtig sind. 

Frau Slamanig vom Musikzug Plön hob auf die Bedeutung eines vielseitigen Vereinslebens ab. Wettkämpfe und Sozialleben brauchen einen Ort. Der Musikzug kümmert sich bereits um Kinder ab 4 Jahren und arbeitet generationsübergreifend. Das Vereinsleben trägt zur Zufriedenheit vor Ort bei. Die Erfolge des Musikzuges machen landesweit auf Plön aufmerksam. Mach dem Verlust der Räumlichkeiten unter der Schiffsthalhalle fehlt ein Raum für Übungen und das gesellschaftliche Beisammensein. Dashat bereits zu einem Mitgliederverlust geführt, der, wenn er sich fortsetzt, den Bestand des Musikzuges gefährden könnte.

Frau Kuhnt von Plön Bewegt schloß sich den Ausführungen von Herrn Willhöft und Frau Slamanig uneingeschränkt an und betonte noch einmal, daß die Auswahl des Standortes Schiffsthal schon allein wegen der zentralen Lage, der guten Erreichbarkeit und der großzügigen Parkplatzsituation richtig ist. 

Frau Hinrichsen (FWG) faßte sich kurz und äußerte: „Man braucht ein zuhause, und das brauchen auch die Vereine.“ Sie fragte nach, ob es eine Zweifeldhalle sein muß oder ob auch eine Einfeldhalle ausreichend sei.

Herr Willhöft (TSV) betonte: Ein Feld ist besser als nichts, nachhaltig wäre aber eine Zweifeldhalle.

Frau Hansen (SPD) ging auf die Bedeutung des Sportes für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein und betonte den besonders hohen Förderbedarf bei Kindern. Schon heute gäbe es Kindergartenkinder, die nicht rückwärts laufen können. Die räumliche Nähe zu den zwei größten Kindergärten der Stadt und die Verfügbarkeit der Halle auch während der Schulzeiten stellen eine erhebliche Verbesserung dar.

Der Ausschußvorsitzende Weber (Bündnis 90/die Grünen) faßte zusammen, daß die Notwendigkeit eines Ersatzbaues für die baufällige Turnhalle unstrittig ist und unterband auch die noch einmal aufkommende Diskussion über Standortfragen. Dazu gab es in der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung bereits eine klare Entscheidung für das Schiffsthal.

Herr Wegner (CDU) hinterfragte noch einmal, welchen Charme eine Tribüne hat und ob sie erforderlich sei. Die anwesenden Vereinsvertreter*innen sprachen sich für eine Tribüne aus, da sie zusätzliche Möglichkeiten bietet, etwa im Rahmen gesellschaftlicher Veranstaltungen wie der Weihnachtssportgala, Musikwettbewerben oder von zukünftig möglichen Kindergartenveranstaltungen. 

Herr Schröder (Die Linke) bedankte sich bei den Ehrenamtlichen der Vereine für ihre Arbeit. Die Ratsmitglieder bekräftigten diesen Dank durch lautes Klopfen. Er stellte dann den Antrag, den Hauptausschuß zu beauftragen, über einen Antrag für eine Zweifelder Multifunktionshalle zu beraten. 

Wenn der Hauptausschuß hierzu einen positiven Beschluß trifft, und die Finanzierung oder Finanzierbarkeit wird noch erheblichen Diskussionsbedarf ergeben, dann wird es vielleicht doch noch etwas mit einer neuen Halle für unsere Bürgerinnen und Bürger.

Da zitiere ich dann gerne meinen Kollegen Yorck Wegener (CDU), der in einem anderen Zusammenhang sagte, wir müssen auch einmal mutig sein. Hier wäre ich dabei.

OHA, unparteiisch und ungenau?

Was ist das eigentlich für eine Berichterstattung wurde ich gefragt. Es ging um die Artikel im Ostholsteiner Anzeiger zur Ratsversammlung am letzten Mittwoch. Ausnahmsweise habe ich mir daher den Ostholsteiner Anzeiger gekauft.

Vielleicht bin ich da etwas übersensibel und aufgrund eines Vorganges in der Vergangenheit noch immer etwas angefressen, aber die Berichterstattung des OHA steht bei uns im Ruf, immer etwas CDU nah zu sein.
Im Beitrag „Stadt will Prinzenbad sanieren“ führt Gernot Melzer (CDU) aus, Frau Meyer (Grüne) gab zu bedenken, Herr Jagusch (CDU) unterstreicht, alles neutrale und nicht wertende Ausdrücke, nur Buth wetterte. Der Begriff ist eindeutig wertend, und zwar abwertend, aber vielleicht gingen der Journalistin nur die neutralen Begriffe aus.
Im nachfolgenden Beitrag über den Zuschußantrag für den Ersatzbau einer Sporthalle ist es dann wieder Herr Jagusch (CDU), der wertet „mit heißer Nadel gestrickt“. Werten ist für mich ein Begriff, der neutal bis positiv gemeint ist. An dieser Stelle möchte ich klarstellen: Herr Jagusch kann nichts dafür. Aus der Wortwahl ergeben sich für mich aber Indizien für eine zumindest unterschwellige CDU-freundliche Berichterstattung.

Aber das ist eigentlich auch gar nicht das Thema und vielleicht bewerte ich das auch ein wenig über. Nachdem ich die Seite 13 gelesen habe, bin ich der Meinung, daß die meisten Punkte gut und umfassend dargestellt sind, aber in zwei Punkten läßt die Berichterstattung es an Präzision vermissen.

Für die Badestelle Prinzeninsel wird ein Betrag von 900.000 Euro genannt, der als Zuschuss in das Millionenprojekt Sanierung fließen soll. In der Sitzung wurde allerdings ausgeführt, daß die kommerziell genutzten Anteile des Gebäudes nicht gefördert werden. Das betrifft insbesondere den Imbiss, der nach der vorgelegten Entwurfs-Skizze gut die Hälfte des Gebäudes einnimmt.
Das hieße über den Daumen gerechnet, daß von dem Millionenprojekt lediglich eine halbe Million gefördert wird. Damit beträgt die Fördersumme nicht 900.000 Euro, sondern nach meiner Abschätzung lediglich 450.000 Euro, 90% von 500.000 Euro.
Die verbleibenden grob geschätzten 650.000 Euro muß die Stadt tragen, und da sind, anders als später bei Herrn Jagusch bezüglich der Kostenabschätzung zum Turnhallenneubau, noch nicht einmal die üblichen Kostensteigerungen mit eingerechnet.
Wenn man dann bedenkt, daß Herr Möller (SPD) in der OHA zitiert wird: „Bedingung sollte sein, daß der Eigentümer der Prinzeninsel und des Prinzenbades, das Haus Hohenzollern mit Georg Friedrich Prinz von Preußen, die Verantwortung für den Kiosk trage.“, dann wird klar, daß die Stadt hier über eine halbe Million in ein Objekt steckt, das von einem privaten Unternehmer betrieben wird, der dann den Gewinn aus einem Objekt zieht, das vom Bund und der notorisch klammen Stadt Plön finanziert wird.
Von mir aus kann der OHA über mich schreiben, was er will, und ich werfe ihm auch keine Hofberichterstattung zu Gunsten der CDU vor, aber eine kritischere Berichterstattung hier und da wäre schon mal schön.

Meine Position ist da ganz klar: Lieber 1.2 Millionen für eine Sporthalle ausgeben, die dann auch im Eigenkapital der städtischen Bilanz auftaucht, für ein Projekt, das ganzjährig einen erheblichen Beitrag zum Breitensport und Gemeinleben in unserer Stadt beiträgt, als 650.000 Euro in eine Immobilie zu investieren, die einer GmbH & Co KG gehört und in wesentlichen Teilen kommerziell genutzt werden soll. Die Bedeutung des Prinzenbades als Naherholungsziel und für den Tourismus ist mir dabei durchaus bewußt. 

In dem Zusammenhang ist auch der Beitrag „Darf der Bürgermeister allein verhandelt“ zu sehen. Richtig ist dort beschrieben, daß der Vertrag, den der Bürgermeister mit der Eigentümerin der Prinzeninsel abschließen will, in den Hauptausschuß verschoben wird. Ferner ist geschrieben, daß die Debatte  nach Auskunft des Bürgermeisters bereits im Hauptausschuß geführt wurde.
Das ist so nicht ganz korrekt. Der Bürgermeister hatte im Hauptausschuß über die Vertragsverhandlungen berichtet, debattiert oder entschieden wurde dort noch gar nichts. Der Vertragsentwurf lag dort noch nicht einmal vor. Die Selbstverwaltung sollte nach Aussage des Bürgermeisters in der Ratsversammlung in einem Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden eingebunden werden, das für den darauffolgenden Donnerstag festgesetzt war. Diese Gesprächsrunde fand auch statt, ist aber keine Gremium der Selbstverwaltung und hat auch kein Mandat der Ratsversammlung oder des Hauptausschusses.
Genau genommen wurde beschlossen, daß die Beratung und der Beschluß über den Vertrag im Hauptausschuß erfolgen soll. Damit hat die Ratsversammlung die Entscheidung an sich gezogen und an den Hauptausschuß delegiert. Das geht aus der Berichterstattung so nicht in aller Deutlichkeit hervor.
Ich gebe aber zu, das klingt langweilig und detailversessen, am Ende geht es doch um die Frage, entscheidet der Bürgermeister oder die Selbstverwaltung. Von daher ist zumindest die Überschrift zutreffend. 

Kein Vertrauen in die Amtsführung der Bürgervorsteherin

In der letzten Sitzung der Ratsversammlung hat der Vorsitzende der SPD Fraktion für die Fraktion erklärt, kein Vertrauen mehr in die Amtsführung der Bürgervorsteherin zu haben. 
Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Schwächen in der Amtsführung, auf die sie auch intern angesprochen wurde. Das Verhalten in der Sitzung der Ratsversammlung am 3. Juni 2020 war jedoch der Grund, ihre Neutralität in der Sitzungsleitung in Frage zu stellen. 

In der Sitzung am 3. Juni hatte Ratsherr Möller zum Thema Lärmschutz das Wort erhalten und erläuterte seine Kritik an der Arbeitsgemeinschaft  (AG) Lärmschutz im allgemeinen und zur Arbeit der AG im besonderen. (Nebenbei bemerkt, ich teile seine Position in dieser Frage in keiner Weise.)

Nach ca. 3 Minuten wurde er von der Bürgervorsteherin unterbrochen und aufgefordert, mit seinen Ausführungen zu einem Ende zu kommen.

Der Kollege Möller wies die Bürgervorsteherin darauf hin, daß es in der Ratsversammlung keine Begrenzung der Redezeit gibt und er seinen Redebeitrag zu Ende führen will. 
Die Bürgervorsteherin erwiderte u.a., daß wir nicht in der Schule seinen.

Damit hat sie sich direkt auf den früheren Beruf meines Kollegen bezogen und sich eines typischen, verallgemeinernden Klischees gegen Lehrer bedient. Dieses Klischee wurden dann auch in der Presseberichterstattung aufgenommen und im entsprechenden Deutungszusammenhang zitiert. 

Im Nachklang zu der Sitzung vom 3. Juni gab es den Versuch der Bürgervorsteherin, eine allgemeine Begrenzung der Redezeit durchzusetzen, womit sie aber letztendlich gescheitert ist. Darüber hinaus hat unser Fraktionsvorsitzender, Herr Roth, versucht, hier eine für alle Seiten gesichtswahrende Lösung herbeizuführen, allerdings ohne Erfolg.

Daher war unser Fraktionsvorsitzender letztendlich gezwungen, die Bürgervorsteherin im Rahmen des Tagesordnungspunktes “Anfragen der Ratsmitglieder” zu fragen, ob sie bereit wäre, sich im gleichen Rahmen, nämlich vor der Ratsversammlung, bei Herrn Möller zu entschuldigen.

Sie machte ausdrücklich klar, daß sie nicht bereit ist, sich bei Herrn Möller zu entschuldigen. Entschuldigen wollte sie lediglich ihre Wortwahl, die sie bedauert.

Daher hat Herr Roth für unsere Fraktion erklärt, daß sie nicht mehr unser Vertrauen genießt.
Ich stehe uneingeschränkt zu dieser Aussage. Ich halte diese Form der Nicht-Entschuldigung nicht einmal für lauwarm. 

Die Bürgervorsteherin wollte unmittelbar darauf darüber abstimmen lassen, ob sie im Amt bleiben soll. Da dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung stand, konnte darüber nicht abgestimmt werden. Es steht ihr aber frei, es bei der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung zu setzen, wobei mir im Moment nicht ganz klar ist, ob es auf kommunaler Ebene überhaupt das Instrument des Mißtrauensvotums gibt. 

Sollte sie zurücktreten, dann wäre es so, daß das Vorschlagsrecht für den Posten der Bürgervorsteherin/des Bürgervorstehers der größten Fraktion zusteht.
Natürlich könnte die Bürgervorsteherin auch so weitermachen wie bisher. 

CDU spricht sich aktuell gegen einen Förderantrag für einen Ersatzbau der Turnhalle am Schiffsthal aus

Auf der Sitzung der Ratsversammlung gestern sprachen sich CDU und FDP geschlossen gegen einen Förderantrag für einen Ersatzbau der Turnhalle am Schiffsthal aus.
Andere Ratsmitglieder folgten ihnen. 
Dafür haben viele der Kolleginnen*innen sich für einen Förderantrag gestimmt, der die finanzielle Bezuschussung des Prinzenbades zum Ziel hat, das sich im Eigentum der Hohenzollern befindet.  

Im Detail: gestern wurde über die Beantragung von Zuschüssen beraten. Zur Diskussion standen die Förderung der Modernisierung des Prinzenbades (zwei Anträge, Gründach und Sanierung des Gebäudes) sowie der Sportanlagen im Schiffsthal (Ersatz der Sporthalle und Sanierung des Kleinspielfeldes).

Es mußte jedem Ratsherrn und jeder Ratsfrau klar sein, daß mit der Anmeldung von drei bzw. vier Projekten im Rahmen des Bundesprogramms “Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur” bestenfalls ein oder zwei Projekte Aussicht darauf haben, gefördert zu werden.
Zur Wahl standen also zwei Optionen:

– Ersatz für die baufällige Sporthalle am Schiffsthal und ggf. Sanierung des Kleinspielfeldes
oder
– Sanierung des Prinzenbades, das sich im Eigentum einer GmbH und Co KG befindet, hinter der Herr Dr. Erdtmann Angehörige des Hauses Hohenzollern vermutet. 

Wortführer für eine Förderung des Prinzenbades war der Fraktionsvorsitzende der CDU, Ratsherr Jagusch.
Er verwies u.a. darauf, daß dem Projekt im Vorfeld im Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt einstimmig zugestimmt wurde.
Bei einem Kostenansatz von über einer Million Euro und einer Förderquote von 90% kommen hier aber Kosten von mindestens 100.000,- € auf die Stadt zu, dazu die Folgekosten für die Unterhaltung und möglicherweise auch für Verkehrssicherung ect.
Damit hätte der Förderantrag auch im Hauptausschuß beraten werden müssen, der für Finanzen zuständig ist und über Ausgaben in dieser Höhe zu entscheiden hat.
Das ist aber nicht erfolgt. 

Während der Sitzung flossen tröpfchenweise weitere neue Informationen ein. Die Förderquote des Programmes beträgt zwar 90%, allerdings schließt sie kommerzielle Projekte aus. Das betrifft den Imbiss im Prinzenbad, der einen erheblichen Teil des Gebäudes einnimmt. Tatsächlich wird die reale Förderquote damit deutlich niedriger liegen und die Mittel der Stadt, die hier in eine private Immobilie fließen, werden deutlich höher sein als die oben genannten 100.000,- €. Genaue Zahlen sind nicht bekannt.

Herr Bürgermeister Winter wollte sich nicht zu den laufenden Vertragsverhandlungen mit dem Hause Hohenzollern über die Nutzung der Prinzeninsel äußern und bemerkte nur, daß es in der Präambel des Vertragsentwurfes eine Verknüpfung mit den Förderanträgen zum Prinzenbad gibt. Die Fraktionsvorsitzenden würden den Vertragsentwurf am Donnerstag Abend beraten.

Trotz des völlig ungewissen finanziellen Risikos, einer fehlenden Folgekostenabrechnung und der nicht erfolgten Beratung im zuständigen Hauptausschuß sowie bei den von mir vorgetragenen erheblichen Zweifeln, ob es sich bei dem Strandbad tatsächlich um eine Sportanlage handelt, wurde in der Ratsversammlung der Beschluß gefaßt, einen Förderantrag zu stellen und damit quasi ein Blankoscheck ausgestellt.

Es wäre bis zur Antragsfrist Ende Oktober noch Zeit gewesen, hier eine Vorlage mit einer eingehenden Analyse, Darstellung des Verfahrens, des finanziellen Umfanges und des Risikos zu erstellen und zu beraten. Diese Chance wurde durch die vorschnelle Entscheidung vergeben.
Anmerkung: Der Hinweis, wir hätten bis dahin ja keine Sitzung mehr und es seine ja auch noch Ferien, ist aus meiner Sicht albern.
Erstens wurden zum einen bereits Sitzungen in den Ferien abgehalten, wie etwa am 29. Juli, als der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt tagte, zum anderen können Sitzungen auch kurzfristig einberufen werden. Mein Kommentar dazu: „Das ist unser Job“ fand nach meiner Beobachtung zumindest im Publikum kopfnickende Zustimmung.

Die Beratung des Förderantrages für den Ersatz der Schiffsthalsporthalle wurde auf Betreiben der CDU dann in die zuständigen Ausschüsse verwiesen. Dabei nutzte Herr Jagusch genau die Argumente, mit denen ich für eine weitere Beratung des ersten Antrages in den Ausschüssen beantragt hatte. 

Dieser Antrag hätte den Anforderungen des Förderprogramms in wesentlichen Punkten entsprochen. Hierfür wären ein Zuschuss von bis zu 3 Millionen Euro möglich gewesen. Bei einer Gesamtkostenschätzung von 4,2 bis 4,5 Millionen hätten dann zwar 1.5 Millionen Euro finanziert werden müssen, aber dafür hätten wir eine neue Zwei-Felder Sporthalle, die für die Arbeit der Plöner Sportvereine, ihre ehrenamtlichen Mitglieder sowie ihre Breitensportler auf Jahre hinaus nutzbar wäre.
Zudem würde sie Räume für den Musikzug und die DLRG bieten, für die Sportvereine ohnehin.
In wie weit hier Beiträge aus den Umlandgemeinden – ungefähr die Hälfte der Sportler*innen der Plöner Vereine kommen meines Wissens aus den Umlandgemeinden –  und weitere Fördermittel hätten eingeworben werden können, wäre im weiteren Verfahrensgang noch zu prüfen gewesen. Der Schulverband hat zwar abgelehnt, sich an der Finanzierung zu beteiligen, einzelne Umlandgemeinden sollen aber bereits angedeutet haben, sich ggf. in die Finanzierung einzubringen.

Das unverkennbare finanzielle Risiko, das mit der Entscheidung für einen Förderantrag für die Turnhalle verbunden wäre, hätte ich mitgetragen, weil ich dieses Projekt für äußerst bedeutsam halte.
Unsere Sportvereine bieten den Plöner*innen und den Bürger*innen der Umlandgemeinden ein wichtiges und vielfältiges Angebot. Sie tragen in erheblichem Maße zum gesellschaftlichen Leben in unserer Stadt bei. In Sonntagsreden wird die Bedeutung des Ehrenamtes immer wieder schönrednerisch betont.
Im richtigen Leben sieht es anders aus. Schon heute müssen Sportgruppen unsere Vereine auf Sportstätten in der Umgebung, etwa nach Malente, ausweichen. Sollte die Drei-Felder Halle im Schiffsthal ausfallen, gibt es für die Regionalschule definitiv keine Redundanz mehr. Der Sportunterricht würde auf Jahre hinaus ausfallen.

Der Hinweis von Ratsherrn Jagusch (CDU), für Sportstätten gäbe es immer wieder Förderprogramme, für das Prinzenbad allerdings nicht, ist ein Schlag ins Gesicht, oder besser unter die Gürtellinie unserer Vereine. 

Diesen Antrag in die Ausschüsse zu verweisen ist zwar vom Grundsatz her richtig, aber ich hätte überhaupt kein Problem, hierzu noch rechtzeitig eine Sitzung des Hauptausschusses einzuberufen und ebenfalls an einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt sowie an einer Ratsversammlung teilzunehmen.
Noch ist Zeit. Mal sehen, ob die Kolleginnen bereit sind, sich diese Zeit zu nehmen und den Förderantrag rechtzeitig zu beraten und noch fristgerecht einzubringen.

Die gestrige Entscheidung ist – zumindest im Moment – faktisch eine Entscheidung gegen die Interessen der Stadt und Ihrer Bürger*innen und für die Förderung privater Immobilien.

Nachfolgend noch einmal mein Redebeitrag, den ich so in der gestrigen Sitzung der Ratsversammlung gehalten habe.
Genutzt hat er leider nichts, aber weil er so schön ist:

“Kolleginnen und Kollegen, 

Ich spreche mich mit aller Deutlichkeit dagegen aus, hier den Punkt B. der heutigen Vorlage zu beschließen und möchte Sie eindringlich bitten, mit hier zu folgen.

Die Förderung der Badestelle mit Bundesmitteln aus dem Programm Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ entspricht in keiner Weise den Vorgaben der Förderrichtlinie.

Im Rahmen des Bundesprogramms soll der Schwerpunkt bei Sportstätten liegen, wie zum Beispiel öffentlich genutzten Sportplätzen einschließlich baulicher Nebenanlagen, Turnhallen, Schwimmhallen sowie Freibädern, da hier ein besonderer Instandsetzungsrückstand gesehen wird. 

Das vorgeschlagene Projekt sollte Gegenstand einer Gesamtstrategie sein bzw. Sich aus einem integrierten Stadtentwicklungskonzept oder vergleichbaren Planungen erschließen. 

Durch eine städtebauliche Einbindung in das Wohnumfeld soll eine nachhaltige Verbesserung des Stadt- bzw. Ortsteils erreicht werden.

Kolleginnen und Kollegen,
die Prinzeninsel ist kein Ortsteil. Ich bin leider nicht mit dem aktuellen Bearbeitungsstand unseres integrierten Stadtentwicklungskonzeptes vertraut, aber die Prinzeninsel wurde nach meinem Kenntnisstand in der Vergangenheit nie in diesem Zusammenhang betrachtet. 

Alle Arbeiten im Zusammenhang mit dem integrierten Stadtentwicklungskonzept hatten zum Ziel, die Missstände um den Bahnhof herum im Rahmen der Städtebauförderung abzustellen. 

Der Versuch, das Projekt als förderfähig schönzureden, ist leicht durchschaubar. In der Überschrift der Verwaltungsvorlage wird von einer Badestelle gesprochen. Erst in der Begründung mutiert sie zu einem Freibad, was an sich auch noch keine Sportanlage ist.

Alleine die Aussage in Spiegelstrich 2 ist entlarvend:
Das Freibad soll sich zu einer modernen sommerlichen Sportstätte zum Schwimmen, Rudern und Paddeln entwickeln.

Dieses Kernziel ist in keiner Weise erreichbar. Zwar können hier Paddler, Ruderer oder Segler anlegen, am Strand chillen und einen Kaffee trinken, aber damit haben wir es noch nicht mit einer Sportstätte zu tun.
Rudersport wird bei uns in Plön im SRSV getrieben,
Paddelsport am Höftsee beim WPF
Gesegelt wird beim PSV und SCVP.
Die Badestelle Prinzeninsel ist für sportliches Rudern, Paddeln oder Segeln aufgrund der Lage völlig ungeeignet.
Niemals werden hier Schulen oder Vereine Schwimmunterricht, Schwimmtraining oder Schwimmwettbewerbe durchführen.

Das Strandbad Prinzeninsel ist und bleibt ein außergewöhnlich attraktives Ausflugsziel, es ist und wird aber nie eine Sportstätte sein.

Alle anderen Kernziele sind schön und gut, wirken aber leider auch nur wie der Versuch, sich hier eine Förderwürdigkeit schönzureden.
Alleine die beiden Din A 4 Zettel, die der Vorlage als Begründung beigefügt sind, noch nicht einmal versehen mit dem Wappen der Stadt als Antragstellerin, sondern eines versehen mit einem Logo der Prinzeninsel, das einen preussischen Adler beinhaltet, zeigt, wie dünn die Begründung nicht nur inhaltlich, sondern auch materiell ist. 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich will hier nicht weiter auf die Problematik mit der Verknüpfungen bezüglich der laufenden Vertragsverhandlungen zur zukünftigen Nutzung der Prinzeninsel eingehen. Sie, oder zumindest die Fraktionsvorsitzenden kennen den derzeit in Bearbeitung befindlichen Vertrag und den Stand der Verhandlungen, der hier nicht öffentlich erörtert werden kann, sie kennen die Akteure. 

Ich möchte aber ausdrücklich betonen:

Wir treten im Rahmen des Programmes gleich mit drei Projekten an. Glauben Sie wirklich, daß wir tatsächlich alle drei Projekte genehmigt bekommen? Ich glaube es nicht. Ich bin der festen Überzeugung, daß wir uns auf den tatsächlichen Bedarf, auf eine glaubhafte förderungskonforme Begründung und damit letztendlich auf das Machbare konzentrieren sollten. 

Aufgrund der in sich schlüssigen Begründung halte ich den Förderantrag für den Neubau einer Sporthalle durchaus für aussichtsreich. Diesen Antrag würde ich nachdrücklich unterstützen, auch wenn er nur mit maximal 3 Mio € gefördert wird und die Restsumme auf anderem Wege aufgebracht werden müßte. Dieser Antrag paßt punktgenau in die Förderkulisse und würde einen erheblichen Gewinn für die Plöner Schulen und Vereine darstellen.

Meine Befürchtung ist, daß die Begründung für den Förderantrag Prinzeninsel bei näherer Betrachtung so dünn ist, daß wie uns damit vielleicht nicht lächerlich machen, aber zumindest unsere Glaubwürdigkeit in Frage stellen.
Das kann nach meiner Meinung zukünftig im Verhältnis zu anderen Fördergebern schwerwiegende Nachteile zu Lasten der Stadt Plön zur Folge haben.”

Schlag ins Kontor, Schulkostenbeiträge für das Gymnasium steigen um 200.000 Euro

Wie der Bürgermeister am Montag in der Sitzung des Hauptausschusses berichtet hat, werden die Schulkostenbeiträge für das Gymnasium, die die Stadt an den Kreis als Träger des Gymnasiums abzuführen hat, um über 200.000,- Euro von 474.000,-  auf 680.000,- Euro steigen. Begründet ist das mit dem Neubau des naturwissenschaftlichen Traktes. Das wird uns bei zukünftigen Haushaltsberatungen weiteres Kopfzerbrechen bereiten. 

Die bereits laufenden Planungen für einen Erweiterungsbau im Bereich der jetzigen Cafeteria werden vermutlich zu einer weiteren Steigerung der Schulkostenbeiträge führen. 
Haushaltsplanung bringt kein Spaß, wenn die ohnehin minimaoistischen Freiräume durch absehbare Kosten immer weiter eingeschränkt werden. 

Parkplätze und Befreiungen im Stadtgraben

Im Hauptausschuss wurde wieder einmal um die Parksituation in der Stadt debattiert, insbesondere unter Beachtung des Aspektes der Förderung der E-Mobilität (Antrag der CDU-Fraktion) oder anderer schadstoffarmer Kraftfahrzeuge (Fraktion Die Linke)

Vorweg geschickt werden muß, daß.
1. Parkplatzangelegenheiten in die Entscheidungsbefugnis des Herrn Bürgermeisters fallen, der inhaltliche Beratung aber in der Zuständigkeit des Hauptausschusses liegt.
2. Plön auf die Einahmen aus den Parkplätzen angewiesen ist. Ein Verzicht auf Gebühren würde dazu führen, daß die Fehlbedarfszuweisungen für die Stadt um den selben Betrag reduziert werden. Bereits jetzt bekommt die Stadt ca. 100.000,- Euro weniger an Fehlbedarfszuweisungen ausgezahlt, weil sie nach Ansicht der Kommunalaufsicht auf Einnahmen verzichtet, etwa bei den Parkplätzen in der Eutiner Straße oder am Strandbad Fegetasche.

Der Antrag der CDU Fraktion orientiert sich inhaltlich am einem Antrag der SPD Fraktion, wie er vor zwei Jahren bereits gestellt wurde. Ziel war, daß Autos mit E-Antrieb im gesamten Bereich des Stadtgrabenparkplatzes nutzen können. Seinerzeit wurde der Antrag ausführlich beraten, in Folge kam es zu der jetzigen Lösung mit zwei Parkplätzen für elektrisch angetriebene Autos, allerdings ohne Ladesäule.

Dieser Umstand führt, trotz eigentlich klar erkennbarer Kennzeichnung, dazu, daß immer wieder konventionelle Kraftfahrzeuge auf diesen Parkplätzen parken. Parkverstöße werden auf diesen Plätzen mit 55,- Euro geahndet und nicht mit einem Zehner, den man vielleicht ehr als belustigt als “Parkplatzsteuer” hinnimmt und riskiert, erwischt zu werden. Das ist ein Bußgeld, das wirkt, weil es weh tut. Hier wird man sich zweimal überlegen, ob man es riskiert, einen reservierten Parkplatz unberechtigt zu nutzen.
Ungeachtet dessen bestand im Ausschuß jedoch überwiegende Einigkeit, daß die jetzige Regelung nicht optimal ist. 
Vor diesem Hintergrund habe ich meinen Standpunkt zusammengefaß:
Entweder Rückkehr zu der alten Regelung, alle müssen zahlen und keine Freiparkplätze für E-Mobile oder alternativ die Einrichtung von Schnelladesäulen, am besten für vier Parkplätze. Dabei habe ich mich auch ausdrücklich an einem Vorschlag von Herrn Meußer (FDP) orientiert, der eine Zweiklassenparkregelung ablehnt und darauf verwies, daß Leute, die sich ein ohnehin bereits umfangreich subventioniertes E-Mobil leisten können, keinen freien Parkplatz benötigen, den die finanziell schlechter gestellten Fahrer*innen von älteren und preisgünstigeren Autos dann mitfinanzieren müßten. Eine klare und einfache Regelung ermöglicht auch eine einfache Überwachung. 
Ladesäulen mit einer kostengünstigen Energieabgabe wären dann ein Anreiz, auch aus dem Umland nach Plön zum Einkaufen zu kommen. 

Der Vorschlag der Fraktion “Die Linke” zielte darauf ab, das “freie” Parken für Autos mit Verbrennermotoren, aber geringem CO2 Ausstoß zu ermöglichen, sofern sie einmalig eine entsprechende Parkplakette erwerben. 
Auch hier stellt sich für mich die Frage, welches Kriterium für schadstoffarm herangezogen wird, welche Grenze da festgelegt werden soll und wie das zu überwachen ist. Im Moment kann ich keine einfache Regelung ohne hohen Verwaltungsaufwand erkennen. 

Der Bürgermeister verwies darauf, daß derartige Regelungen zu unkalkulierbaren Einnahmeeinbußen führen können, die aber bislang in ihrer Höhe nicht abschätzbar wären. 
Die Auswirkungen auf den Haushalt müßten in jedem Fall bedacht werden, womit er recht hat.

Ein Beschluß wurde weder zum Antrag der CDU noch zum Antrag der “Linken” gefaßt. Wir werden uns aber in einer der nächsten Sitzungen mit der Thematik befassen, wenn weitere Informationen vorliegen, etwa über die Kosten einer Schnelladesäule, den Abgabepreis für Energie oder die zu erwartenden Einbrüche bei der Höhe der Einnahmen aus den Parkgebühren. 

 

Bauprojekt in der Bahnhofstraße

Am letzten Mittwoch tagte der Ausschuß für Stadtentwicklung und Planung in einer Sondersitzung. Ursprünglich war vorgesehen, daß potentielle Betreiber für den Seehof ihre Konzepte vorstellen. Die potentiellen Investoren werden ihre möglichen Projekte in einer weiteren Sondersitzung am 19. August vorstellen können. Am vergangenen Mittwoch wurde stattdessen ein Bauprojekt der Bahnhofstraße (ehem. Hotel zum Hirschen und Radio Jung) durch die Meyer-Nemitz Immobilien GmbH & Co KG vorgestellt. 

Entstehen sollen 15 -17 barrierearme Eigentumswohnungen mit 60 – 90 qm und zweieinhalb oder drei Zimmern und schönem Seeblick. Der Bau könnte mit einer für Plön typischen Backsteinfassade ausgeführt werden.
(Kleine Anmerkung: Ich hätte mich sehr gefreut, wenn auch noch die Worte Lochfassade und stehende Fensterformate erwähnt worden wären. Dann hätten wir die Mindestanforderungen, die auch an den Neubau Gerberhof (Lübecker Straße) gestellt wurden, auch hier bereits aufgezeigt.) Auf Nachfrage wurde geäußert, daß die Preise für die Wohnungen im Durchschnitt bezahlbar sein würden und es sich bei der Wohnungsgröße nicht um Luxuswohnungen handelt.
Grundsätzlich würde auch über einen kleinen gastronomischen Betrieb nachgedacht, allerdings würden sich die Nutzungen „Gastronomie“ und „Wohnen“ nicht besonders vertragen. 

Ich habe meinen ersten Eindruck dann im öffentlichen Teil zu Beginn der Sitzung zusammengefaßt:
– Ich begrüße es ausdrücklich, daß hier im Rahmen der Innenraumentwicklung neuer Wohnraum geschaffen werden soll. (Kleine Anmerkung: hier entstünden zusätzliche Wohneinheiten über das hinaus, was in der Innenraumpotentialanalyse als Optionen aufgezeigt wurde, also kein Bedarf für das Projekt Seewiesen)
– Ich begrüße die frühzeitige Information im zuständigen Ausschuß (Anders als die Einladung zum Informations- und Grillend auf die Prinzeninsel).
– Das Projekt kommt etwas zu früh, da sich das Sanierungsgebiet noch in der Phase der Voruntersuchung befindet. Ich sehe die ernsthafte Gefahr, daß Fördermittel für die Stadtsanierung gekürzt oder gestrichen werden, wenn ein Vorhaben genehmigt wird, von dem derzeit nicht absolut klar ist, ob es durch das Sanierungskonzept abgedeckt ist oder nicht.
Die Voruntersuchung wird vermutlich in zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein, die Erstellung eines Sanierungskonzeptes und einer Sanierungssatzung wird dann voraussichtlich 12 Monate in Anspruch nehmen.

Sehr deutlich habe ich darauf verwiesen, daß eine Genehmigung nach meiner Auffassung erst erfolgen kann, wenn das Ergebnis der Voruntersuchung fest steht und geprüft werden kann, ob das Bauvorhaben tatsächlich im Einklang mit den Sanierungszielen steht.
Im Grunde genommen wäre in dem Fall eine Genehmigung noch in diesem Jahr möglich.

So sieht die Fassadenfront der Gebäude 8 und 9 an der Bahnhofstraße heute aus.

So könnte die Häuserfront nach den Vorstellungen der Investoren zukünftig aussehen.

Einige der Kolleg*innen, so auch ich, haben die vorgestellten Zeichnungen hinterfragt. So habe ich angemerkt, daß das Haus rechts, an der Ecke zur Krabbe, in dem die Kneipe „Plöner Dampfer“ untergebracht ist, im Vergleich viel zu hoch dargestellt ist. (Kleine Anmerkung: aus dieser Perspektive wirkt es auf mich nicht mehr wirklich dramatisch) Andere Kolleg*innen bemängelten, das der als Grünstreifen dargestellt Bereich derzeit der Fußweg ist, während die jetzigen Parkplätze als Gehweg zu sehen sind.

Die zukünftige Gestaltung vor den neuen Gebäuden müßte noch geklärt werden.

Ich betrachte die Zeichnung erst einmal als grobe Ideenskizze, die im jetzigen Stadium noch einige Unschärfe aufweisen darf.
Sie zeigt aber auch, daß bis zu einer tatsächlichen Genehmigung klar sein muß, was mit der Fläche vor den Gebäuden, die ja der Stadt und nicht den Investoren gehören, tatsächlich geschehen soll. Hier sind, wie bereits in meinem ersten Eindruck geäußert, zumindest die Ergebnisse der Voruntersuchung abzuwarten.

In dem Zusammenhang bemerkte der Kollege Möller (SPD), daß bei den Arbeiten an der Voruntersuchung gerade diese Stelle als Eingangsbereich zu Innenstadt sehr bedeutsam ist und einen mehr öffentlichen Charakter haben müsse. Er sprach sich für eine Nutzung als Gewerbe aus.
Trotzdem vertrat er später die Meinung, die Pläne schnellstmöglich umzusetzen und er schloß sich der Auffassung des Kollegen Wegener (CDU) an, der die 80/20 Regel ins Feld führte. Hier wären 80% der Ziele in 20% der Zeit erreicht. Für eine 100%ige Erreichung der Ziele würde man noch einmal 80% der Zeit benötigen.
Der Aussage und Frage, es sei doch eigentlich sowieso klar, was da hinkomme und ob sich irgendwer eine andere Lösung vorstellen könne, habe ich entgegnet, daß ich mir auch einen Kindergarten dort denken könnte. Auf meine Frage hin, ob das als Option geprüft wurde, bekam ich keine Antwort. Dabei wissen eigentlich alle Kolleg*innen, daß wir nach Flächen für einen neuen Kindergarten suchen.
Sehr gut fand ich den Hinweis, daß ja auch das Bauprojekt in der Krabbe und das andere Eckgebäude (Plöner Dampfer) in die gesamte Planung mit einbezogen werden müsse.
Außerdem führte Kollege Möller zu Recht aus, daß private Balkone erfahrungsgemäß mit Sichtschutzmatten oder ähnlichem vom Blick von der Straße abgeschirmt würden, was aber nicht so besonders gut aussähe, besonders nicht an einer künftig repräsentativen Stelle wie dieser. 

Ich erwähnte noch, daß die Kaufkraft der Kunden in Plön nicht unendlich ist und daß Gewerbe hier nur in Übereinstimmung mit dem Einzelhandelskonzept angesiedelt werden dürfe, um keine Kaufkraft aus der Innenstadt abzuziehen. Ein Kollege meinte, ein Versicherungsbüro könne nicht schaden.

Hier befanden wir uns aber bereits wieder in einer Detaildiskussion, die verfrüht ist, da Grundsatzfragen noch nicht geklärt sind. Der Ansatz, dem Architekten Vorschläge zu machen, wie er das Gebäude umgestalten könnte, ist da ebenso verfehlt. Er beinhaltet quasi bereits eine Entscheidung für das Projekt und zeigen, daß die Fragenden nicht ausreichend berücksichtigen, wo wir im Verfahren eigentlich stehen. 

Vom Grundsatz her würde ich mir eine Wohnbebauung an dieser Stelle aber durchaus vorstellen können. Von daher wäre ich dafür, daß sich die Verwaltung wir uns als Selbstverwaltung weiter mit Planungen für Wohnbebauung an dieser Stelle befassen.  
Ich hoffe, daß die Investoren sich hier noch gedulden können. Sollten sie vor dem Abschluss der Voruntersuchung einen Bauantrag einreichen, könnte seine Bearbeitung erst einmal ausgesetzt werden. Damit wäre niemandem geholfen. 

Im Nachklang möchte ich noch erwähnen, daß der Ostholsteiner Anzeiger bereits am Donnerstag morgen über die Baupläne der Investoren Meyer-Nemitz berichteten. Zwar wird erwähnt, daß die Pläne im Ausschuß für Stadtentwicklung und Planung vorgestellt wurden, eine Berichterstattung über die Diskussion der Pläne gab es nicht. Es konnte sie auch gar nicht geben, weil auch gar kein Journalist des Ostholsteiner Anzeigers anwesend war.

Die Kieler Nachrichten berichteten dann am Folgetag sehr viel ausführlicher auch über den Verlauf der Sitzung. 

Nutzugsdruck auf die Natur der Prinzeninsel

Die Prinzeninsel ist als FFH Gebiet geschützt. Durch den so genannten “Wanderweg am See”, der am westlichen Ufer der Prinzeninsel entlang führt, entsteht ein zunehmender Nutzungsdruck auf die Natur. Vom “Wanderweg” aus wird die Ufervegetation an vielen Stellen durchbrochen, zahlreiche Trampelpfade führen zurück zum Hauptweg. An mindestens einer Stelle, an der der Schilfgürtel zumindest noch im Ansatz besteht, haben Sportfischer ihre Zelte aufgeschlagen.
Nach meiner Einschätzung ist das mit den Schutzzielen des FFH-Gebietes nicht in Einklang zu bringen. 

Sportfischercamp an der Rohrdommelbucht. Angeln und Naturschutz muß ein Widerspruch sein, kann aber, zumindest nach meiner Meinung, wenn ich das hier sehe. 

Soweit ich informiert bin, soll es bereits Sportfischer gegeben haben, die mit dem Auto auf die Prinzeninsel gefahren sind, um ihrem Hobby nachzugehen. 
Ich muß betonen, daß ich selber seit über 50 Jahren Mitglied im Angelsportverein bin und den Beitrag von Sportfischern zum Natur- und Umweltschutz anerkenne, darum will ich das oben beschriebene Verhalten in keiner Weise verallgemeinern. 

Obwohl ich es bisher nur als Scherz geäußert habe, komme ich langsam zu der Erkenntnis, daß eine Poller- oder Schrankenlösung am Parkplatz bei der Bahnschrankenanlage in der Hamburger Straße eine sinnvolle Lösung sein könnte, um das unbefugte Befahren des Weges entlang des Siebensternes zum SRSV und zur Prinzeninsel zu unterbinden. 

Ferienwohnungen sind noch nicht vom Tisch, oder?

In meinem Beitrag vom 15. Juni 2020 habe ich die Vermutung angestellt, daß es bei einem Gespräch in der Kreisverwaltung, an dem die Landrätin, der Plöner Bürgermeister, der MdB Mattfeldt und der Prinz von Preußen teilgenommen haben, auch um Ferienwohnungen und Ferienhäuser auf der Prinzeninsel ging.
Zu diesem Beitrag bekam ich am am Freitag, dem 19. Juni Post von Rechtsanwalt Hennig, der die Persönlichkeitsrechte von Georg Friedrich Prinz von Preußen vertritt, und mich zu einer Löschung des Beitrages bis zum Sonntag, dem 21. Juni auffordert. In dem Schreiben steht u.a.: “Soweit Ihr Beitrag von “Sorge” um die Prinzeninsel geprägt war, können wir diese also als unbegründet kennzeichnen, womit dann hoffentlich auch Ihre persönliche Motivation für einen derartigen Beitrag entfällt.”
Heute lese ich in den Kieler Nachrichten zum Thema: “”Und was ist mit den Ferienwohnungen, die bereits öfter ins Gespräch gebracht wurden? Wenn dann wohl nur in der Scheune neben dem Bauernhaus. “Mich würde es freuen, wenn das durchgeht”, gibt der Prinz von Preußen unumwunden zu. “Aber ob es dazu kommt, kann ich heute nicht beurteilen”, so Mattfeldt.”
(Anm.: Herr Mattfeldt ist mit 50% Gesellschafter der Prinzeninsel Betriebs-GmbH).
Unter der Voraussetzung, daß die KN den Prinzen von Preußen und den Herrn Mattfeldt korrekt zitiert haben, wovon ich einmal ausgehe, dann war – und ist – meine Sorge wohl doch nicht so ganz unberechtigt, zumal die Information sich auch mit der Antwort auf meine Anfrage an die Verwaltung deckt. 

Weiterer Anlaß zur Sorge ist für mich das Zitat “”Da brauchen wir kreative Lösungen””, wenn es um den Verkehr mit elektrisch betriebenen Carts für einen Shuttle-Service geht. Kreativität ist als Begriff mit Sicherheit positiv besetzt und gefragt, wenn es um Kunst, Marketing oder Vertrieb geht, aber der Begriff “Kreativ” kann bei der Auslegung von Rechtsvorschriften oder in der Buchführung durchaus auch negativ besetzt sein. 
Ein Shuttleservice, strikt begrenzt auf den abendlichen Gastronomiebetrieb in der dunklen Jahreszeit, ließe sich nach meiner ersten Einschätzung aber ggf. durch eine Re-Naturierung des so genannten “Wanderweges am Wasser” kompensieren. Allerdings ist auch diese Vorstellung nur eine erste Idee und eher ins Unreine geschrieben, da mir die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür im Moment noch gar nicht bekannt sind. 

Keine Sorgen mache ich mir um die Haltung von Rotwild in Gattern. Dazu wird es nach meiner ersten Einschätzung nicht kommen. Die Haltung von Damwild in Gattern auf den ehemaligen Schaf- bzw. Gänsewiesen wäre vielleicht eher genehmigungsfähig, aber auch hier liegt die Entscheidung nach einer ergebnisoffenen Prüfung bei der zuständigen Behörde.

Sehr positiv beurteile ich die Absicht, Anlandestellen für Wassersportler zu schaffen, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß diese zu keiner Verschlechterung des Zustandes des FFH-Gebietes führen. Auch hier ist eine ergebnisoffene Prüfung durch die zuständige Behörde abzuwarten. 

Sehr positiv beurteile ich auch die Absicht, das Gebäude am Prinzenbad weiter für die DLRG zur Verfügung zu stellen. Die Idee, hier den Imbiss und die Gaststätte im Niedersächsischen Bauernhaus zusammenzuführen, bewerte ich durchaus positiv. Nach meiner Einschätzung ist die Führung des Imbisses unter den bisherigen Vorgaben und Einschränkungen problematisch. Die zahlreichen Betreiberwechsel in den vergangenen Jahren können zumindest darauf hindeuten. Ob und wenn ja welche baulichen Maßnahmen hier erfolgen, wird uns im zuständigen Ausschuß und mit Sicherheit auch die Bauaufsicht des Kreises noch beschäftigen. 

Ansonsten ist die Überschrift des Artikels nicht ganz glücklich: “Prinz von Preußen putzt seine Insel heraus”.
Erst einmal habe ich den Eindruck, daß es renommierte und qualifizierte Plöner Firmen sind, die die Prinzeninsel herausputzen. Es müßte also besser heißen: “Prinz von Reusen läßt seine Insel herausputzen”. Aber das nur als Spitzfindigkeit am Rande. Tatsächlich begrüße ich es sehr, daß hier ortsansässige Firmen für die Durchführung der Arbeiten ausgewählt wurden. 

Den Hinweis zum Ende, daß ich nicht an der Informationsveranstaltung teilgenommen hätte, weil ich der Ansicht bin, daß das Thema in den zuständigen Ausschuß gehören würde und zudem die bürgerlichen Mitglieder sowie der Umweltbeauftragte nicht eingeladen seien, ist richtig. Ich hätte mir allerdings auch gewünscht, daß hier der Vollständigkeit halber noch erwähnt worden wäre, daß die Einladung zum Informationsabend mit der Einladung zu einem anschließenden Grillabend verbunden war. 
Auch das war ein Grund, der für mich eine Absage unumgänglich machte, weil ich meine Glaubwürdigkeit dadurch in Frage gestellt hätte. 
Was ich von der Verknüpfung von Informations- und Grillabend halte, habe ich bereits in früheren Beiträgen zum Ausdruck gebracht. Soweit ich informiert bin, fand der Grillend mit den Ratsherren und Ratsfrauen dann doch nicht statt. 

Wenn durch die Berichterstattung der KN nun der Eindruck entstanden sein sollte, daß die vorgestellten Entwicklungsabsichten im wesentlichen in trockenen Tüchern seien, möchte ich an dieser Stelle nur darauf hinweisen, daß sich die Gremien zu den Fragen, die die Zuständigkeit der Stadt Plön anbelangen, offiziell bislang noch nicht mit den Themen befaßt haben.

Natürlich biete ich auch gerne wieder an, in meinen Blog eine eine vollumfängliche Gegendarstellung zu veröffentlichen. 

Es geht noch einmal um die Prinzeninsel

In seinem Buch „Von Pommern nach Plön“ schreibt der ehemalige Landrat Wolf-Rüdiger von Bismarck auf den Seiten 300 und 301: „In besonderer Erinnerung geblieben ist mir die Rettung der landschaftlich besonders schönen und ökologisch wertvollen Prinzeninsel im Großen Plöner See …“. Damals ging es um die Errichtung eines Hotel- und Apartmentkomplexes sowie eine Marina auf der Prinzeninsel. Weiter heißt es: „Der Bürgermeister von Plön schien dem Vorhaben nicht ganz abgeneigt zu sein und dachte sicher an wirtschaftlichen Aufschwung und Arbeitsplätze für seine Stadt.“ Zum Abschluss der Episode aus seiner Arbeit schreibt der ehemalige Landrat weiter: „Prinz Louis Ferdinand lud mich zum Mittagessen ein, aber ich blieb bei meiner ablehnenden Haltung. Gottlob hat Louis Ferdinand seinen Plan später aufgegeben, und die Natur blieb erhalten.”

Für heute hat die Prinzeninselbetriebs GmbH und die königlich Preußische Biermanufactur die Mitglieder der Ratsversammlung zu einem Informationsgespräch mit anschließendem Grillen auf die Prinzeninsel eingeladen. Wie viele meiner Kolleg*innen an der Informationsveranstaltung teilnehmen werden, weiß ich nicht. Genau so wenig ist mir bekannt, wie viele der Kolleg*innen anschließend noch an der anschließenden Bewirtung teilnehmen werden. Auf jeden Fall wurde der Umweltbeauftragte nicht eingeladen, genau so wenig wie die bürgerlichen Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung. Da der Geschäftsführer der einladenden Königlichen Preußischen Biermanufactur, Herr Bundestagsabgeordneter Mattfeldt, nach Angaben auf seiner Homepage von 2001 bis 2009 hauptamtlicher Bürgermeister von Langwedel (15.000 Einwohner*innen) war, halte ich Ihn für einen kommunalpolitischen Profi. Daher wundert es mich, daß insbesondere der Umweltbeauftragte nicht eingeladen wurde. 

Ich habe der Bürgervorsteherin empfohlen, bezüglich der Einladung der Mitglieder der Ratsversammlung den Ältestenrat einzuberufen, was sie auch getan hat. Da der Ältestenrat nicht-öffentlich tagt, kann und will ich hier zum Ergebnis der Sitzung nichts sagen.

Ich kann nur hoffen, daß einzelne Kolleg*innen sich bei der Veranstaltung nicht zu Äußerungen hinreißen lassen, von denen sie später nicht mehr zurück kommen.
Ich selber habe abgesagt, weil ich meine Glaubwürdigkeit durch die Teilnahme an dieser Veranstaltung in Frage gestellt sehe. Einige der Kolleginn*en sehen das anders. Wir haben die Freiheit des Mandates und keine Compliance Regeln.
Das ist soweit richtig, aber die Thematik gehört nach meiner Auffassung in den Ausschuß für Stadtentwicklung und Planung und sonst nirgends hin. 
Nach meiner Meinung birgt die Teilnahme an der Veranstaltung die Gefahr, daß sich Mitglieder der Ratsversammlung als Gäste nicht unbefangen äußern können. Schon Bemerkungen wie: „Das klingt interessant“ oder „Das wäre ja schön“ machen es den zuständigen Behörden oder Ausschüssen schwer, da sie damit den Schwarzen Peter zu geschoben bekommen, wenn sie sich aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen kritisch oder ablehnend zu Vorhaben äußern.

Immerhin hat der Fraktionsvorsitzende der Plöner CDU-Fraktion, Herr Jagusch sich in einem Beitrag auf Plönbook am 15. Juni zu den von mir befürchteten Entwicklungen (Ferienhäuser, Ferienwohnung, Erschießung) wie folgt geäußert:
„Wir haben auch in unserer Fraktion über die Zukunft der Prinzeninsel gesprochen und es ist für uns vollkommen klar, dass wir den besonderen Charakter unbedingt erhalten wollen. Das schließt natürlich auch jede Form einer zusätzlichen Bebauung mit Ferienhäusern usw. aus. So etwas würden wir natürlich auch nicht mittragen. Also: JA. (=Ausschließen).“

Das Niedersächsische Bauernhaus ist idyllisch gelegen. Früher war ich dort sehr gerne zu Gast. Die Wiedereröffnung ist sehr wünschenswert, eine Aufwertung kann durchaus im wirtschaftlichen Interesse der Betreiber sein, darf aber nicht zu einer Beeinträchtigung des Naturschutzes (FFH-Gebiet) und der Nutzung als naturnahes Naherholungsziel für Einheimische und Gäste aus dem In- und Ausland führen.

Mittlerweile ist bekannt, daß es auch um die Umwandlung des Wirtschaftsgebäudes in drei bis vier Ferienwohnungen geht, nachdem die Landrätin die Umwandlung der Reetdachhäuser in Ferienhäuser schon abgelehnt hat.
Diese Wohnungen ziehen natürlich weiteren motorisierten Verkehr nach sich. Motorisierter Verkehr wird nach meiner Einschätzung in einem unauflösbaren Konflikt mit der Nutzung als Naherholungsgebiet und dem Naturschutz stehen.
Als das Restaurant Niedersächsisches Bauernhaus noch betrieben wurde, kam es nach meiner Erinnerung zu Konfliktsituationen zwischen Autofahrer*innen und Fußgänger*innen. Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, wurde deshalb 2018 hinter der Brücke über den Stichkanal ein Schild aufgestellt, das darauf hinweist, daß Fußgänger, die den Begegnungsverkehr mit Fahrzeugen und Radfahrern verweisen möchten, den Wanderweg rechtsseitig am Ufer benutzen könnten.

Dieses Schild verweist auf den “Wanderweg am Wasser”. Der Hinweis “Fahrweg (Hier fahren Fahrzeuge!)” wirkt auf mich leicht befremdlich.

Rechtlich ist es völlig klar, daß dieser Weg benutzt werden kann. Er ist allerdings schmal, teilweise versumpft und mit Wurzeln durchzogen, so daß er von Gebrechlichen, Menschen mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen so gut wie unbenutzbar ist. An einer Stelle ist bereits ein Trampelpfad um eine matschige Stelle herum flachgetreten worden, weitere Trampelpfade führen mittlerweile durch die Vegetation hindurch auf den Hauptweg zurück.

Hier führt bereits ein Trampelpfad um eine schwer passierbare Stelle herum.

Hinzu kommt, das bereits an mehreren Stellen vom Wanderweg am Wasser die Ufervegetation durchbrochen und zerstört wurde.

Einer von mehreren Durchbrüchen vom Wanderweg zum See. Ich habe darauf verzichtet, hier Leute zu fotografieren, die an einem der Durchbrüche eine Rast am Wasser eingelegt haben.

Die Prinzeninsel steht als FFH Fläche unter Schutz. Die Schutzziele beziehen sich nicht nur auf den Vogelzug und die Mauser, sondern für die Prinzeninsel nach meinem Informationsstand auch auf den Lebensraumtyp. Nach der Absenkung des Wasserspiegels des Großen Plöner Sees hat sich hier ein Biotop mit einer großen Artenvielfalt entwickelt, wie es selten zu finden ist. Eine Beeinträchtigung widerspricht dem gesetzlich vorgeschriebenen Verschlechterungsverbot.
Eine Wiedereröffnung der Gaststätte Niedersächsisches Bauernhaus sehe ich als durchaus wünschenswert an, weiterer zusätzlicher Verkehr, der durch Ferienhäuser erzeugt wird, steht aber im Konflikt mit der Nutzung des Hauptweges als Wanderweg von hervorgehobener örtlicher und überörtlicher Bedeutung und mit den Zielen des Naturschutzes.
Durch zusätzlichen Verkehr besteht die Gefahr, daß Fußgänger*innen auf den Wanderweg am Wasser abgedrängt werden. In Folge wäre die Forderung zu erwarten, diesen Weg auszubauen. Das deckt sich nach meiner Einschätzung in keiner Weise mit den Schutzzielen des FFH Gebietes und wäre – sofern meine Einschätzung zutrifft – damit auch nicht genehmigungsfähig.
Eine Zustimmung zu Ferienwohnungen ist für mich daher nicht vorstellbar.

Hinzu kommt, daß die Zuwegung zur Prinzeninsel auch durch den Wald am Siebenstern führt, der sich nach meiner Kenntnis im Landeseigentum befindet. Hier wird bereits immer wieder beklagt, daß der Autoverkehr zum SRSV den Erholungswert des Wanderweges beeinträchtigt. Die mit dem Kreis vereinbarten Regelungen werden nach meiner Beobachtung schon heute nicht eingehalten, eine effektive Kontrolle findet nach meiner Erfahrung nicht statt.
Natürlich wäre es eine Idee, jetzt für die Restauration im Niedersächsischen Bauernhaus einen Schuttleservice – aus ökologischen Gründen auch gerne im Rahmen der E-Mobilität – einzurichten. Aber abgestützt auf die Erfahrungen mit dem Verkehr zum SRSV würde ich die Prognose wagen, auch diese Regelung würde nicht ausreichend überwacht und nach und nach ausgehöhlt.
Ich vertraue aber darauf, daß die zuständige Forstbehörde hier nach ergebnisoffener Prüfung zu einer sachgerechten Entscheidung kommt. 

Auch die mögliche Durchführung von Veranstaltungen mit Eventcharakter wäre ein Vorhaben, daß kritisch auf seine Auswirkungen auf die Natur geprüft werden müßte.
Früher war die Prinzeninsel z.B. der einzige Ort, an dem Sprosses und Nachtigall gleichzeitig vorkamen und Vogelkundler aus dem In- und Ausland anzogen. Mittlerweile ist dort keine der Arten mehr nachgewiesen. Die Durchführung von Events muß auf ihre Auswirkung auf seltene Tierarten sehr sorgfältig geprüft werden, so daß weitere Beeinträchtigungen vermieden werden können. 

Es hat am vergangenen Freitag ein Gespräch zwischen den Investoren und der Stadt gegeben. Zu den Inhalten liegen mir aber im Moment noch keine Informationen vor. Es bleibt abzuwarten, was bei der heutigen Informations- und Grillend für die Mitglieder der Ratsversammlung herauskommt. Ich bin mir sicher, daß die Prinzeninselbetriebs GmbH und die Königlich Preußische Biermanufactur sich in Kürze an die Presse wenden werden, um ihre Planungen vorzustellen. Dann erfahren die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung sicher aus der Zeitung, was so geplant ist. 

Der ehemalige Landrat von Bismarck schrieb: „In besonderer Erinnerung blieb mir die Rettung der landschaftlich besonders schönen und ökologisch wertvollen Prinzeninsel im Großen Plöner See vor totaler Bebauung“. Auch wenn es heute nicht um die totale Bebauung geht, der Erhalt der Prinzeninsel für uns Plöner*innen und unsere Gäste aus dem In- und Ausland als naturnahes und ökologisch unbeeinträchtigtes Naherholungsziel hat für mich Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen.

 

Mein Blog steht natürlich wie immer jederzeit für vollumfängliche Gegendarstellungen oder Richtigstellungen zur Verfügung.

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