Regionales Entwicklungskonzept (REK) KielRegion.

Heute Nachmittag wurde im Plöner Schloß das regionale Entwicklungskonzept der KielRegion vorgestellt. Die KielRagion umfaßt unsere Landeshauptstadt sowie die Kreise Rendsburg Eckernförde und Plön mit insgesamt 251 Städten und Gemeinden. Mit der neuen Beltquerung wird die Kielregion zentral zwischen den Metropolregionen Kopenhagen und Hamburg liegen.
Die Grußworte unsere Landrätin Frau Ladwig und des Vorstandsmitgliedes der E.ON Hanse, Herr Bottländer zusammenfassend kann gesagt werden, daß die KielRegion über Hoch- und Fachhochschulen sowie eine stark mittelständisch geprägte Wirtschaft verfügt. Die Landschaft wird geprägt durch die Ostseeküste, die zahlreichen Seen und den Nord-Ostseekanal und besitzt ein erhebliches touristisches Potential. Lösungsansätze für den sich abzeichnenden Fachkräftemangel und die Auswirkungen des demographischen Wandels sind entscheidend dafür, daß die Region im Wettbewerb mit anderen Regionen bestehen kann. Mit der Erstellung des regionalen Entwicklungskonzeptes ist die erste Phase ist abgeschlossen. In der jetzt beginnenden zweiten Phase geht es darum, die erarbeiteten Konzepte und Projekte mit Leben zu füllen. Die Steuerung dieses Prozesses wird die Aufgabe des Regionalmanagements sein. In seinem Beitrag machte Herr Staatssekretär Müller-Beck ganz klar deutlich, daß mit Beginn der neuen Förderperiode in diesem Jahr ca. eine Milliarde Fördermittel der Europäischen Union zur Verfügung stehen. Dazu kommt die Komplementärförderung mit Bundes- und Landesmitteln. „Was in den nächsten Jahren nicht realisiert werden kann, wird sich ab 2020 nicht mehr realisieren lassen.“

Weitere interessante Aspekte.
Die Region benötigt eine Zuzugsstrategie. Bis zum Jahr 2030 werden ca. 100.000 Fachkräfte fehlen. Der sich abzeichnende Fachkräftemangel erfordert Maßnahmen, gute Auszubildende und Studenten an die Region auch nach Abschluß ihrer Ausbildung an die Region zu binden.  Dies, und einer gezielte Anwerbung sollen dem sich abzeichnenden Fehl entgegenwirken. Die Aussichten werden als gut betrachtet, denn zunehmend verschiebt sich der Hauptfaktor für die Sandortwahl von Arbeitnehmern vom Lohnniveau in Richtung Lebensqualität. (Vor einiger Zeit sagte mir ein Ingeneur: „In München habe ich mehr als das doppelte verdient, aber ich mußte über eine Stunde ins Büro fahren und konnte mir die Miete für eine Drei-Zimmer Wohnung leisten. Hier (Bremen, nicht Kiel, aber vergleichbar) brauche ich gerade einmal 20 Minuten und konnte mir einen Resthof kaufen, wo ich nicht nur mehr Platz habe, sondern auch noch eine Scheune, in der ich an meinen alten Autos basteln kann.“)

Herr Kathke vom Planungsbüro Ernst Basler und Partner hob die kooperative Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hervor. In gut 80 Sitzungen wurden über 700 Powerpint Folien produziert (Keine 10 Folien pro Sitzung, das finde ich nicht besonders viel) sowie ein Abschlußbericht, der vor Veröffentlichung seiner endgültigen Version mehrfach überarbeitet wurde. Besonders bemerkenswert sei aber, daß die Zusammenarbeit von unten her, also „Bottom up“, erfolgt sei und die vielfältigen Aspekte der Wirtschaftsförderrung sowie der Regional- und Stadtplanung berücksichtigt. Dies sei für die Qualität der Arbeit mit entscheidend gewesen und würde eine gute Perspektive für die Umsetzung bieten.

In der Podiumsdiskussion mit Frau Backmann von der Tourismuszentrale Ostholstein, der Geschäftsführerin des Wissenschaftszentrums Kiel, Frau Schröder sowie Herrn Ledune von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg Eckernförde wurde unter anderem erwähnt, daß sich die Region bereits heute als zusammengehörig empfindet. Die Grenzen seine lediglich administrativ. Nun, ganz so ist es sicher nicht, aber es kommt der Sache in vielen Bereichen schon nahe.

Die Einladung zu der Regionalkonferenz erreichte mich erst am Dienstag, als ich auf einer Dienstreise im Ausland befand (deshalb gab es in den letzten Tagen auch keine Beiträge im Blog). Zu dem Zeitpunkt war die Anmeldefrist für die Teilnahme bereits seit 4 Tagen abgelaufen. Die äußerste Kurzfristigkeit der Einladung bietet natürlich Anlaß zur Kritik, ich habe sie als Planungshavarie abgetan und habe einen anderen Termin umgeplant, so daß ich an der Veranstaltung teilnehmen konnte, zumindest lange genug, um die wesentlichen Inhalte mitzubekommen. Leider war es mir  wegen eines nicht verschiebbaren Anschlußtermins weder vergönnt, das anschließende Buffet abzufräsen, noch konnte ich die Gelegenheit nutzen, mit den zahlreich anwesenden Mitgliedern aus der Kreis- und Landespolitik bzw.  -verwaltung weitere Gespräche zu führen.

Bedauerlicherweise war die „Plöner Politik“ nur schwach vertreten, was einerseits sicher an der der Kurzfristigkeit der Einladung selber, möglicherweise aber auch an Befindlichkeiten gerade wegen der Kurzfristigkeit gelegen hat. Immerhin hat der Bürgervorsteher, Herr Krüger sowie Frau Kauf von den Grünen den Weg in das Schloß gefunden. Frau Soltau von der SPD war ebenfalls anwesend, allerdings in ihrer beruflichen Funktion als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Kiel. Herr Gampert, bürgerliches Mitglied von der FWG in Plön, war in seiner Funktion als Kreistagsabgeordneter vor Ort.

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