Reisebericht aus Neapel (2)

Bericht aus Neapel (08. April)
Wenn vor Capri die rote Sonne im Meer versinkt.
“In Capri sah ich … die Kopische Blaue Grotte und die Platenschen “Fischer von Capri”, wie man denn überhaupt aus Jugenderinnerungen und ganz speziell aus dem Rauschen des deutschen Dichterwaldes an dieser gesegneten Erdenstelle gar nicht herauskommt.“
Theodor Fontane
„Ich freue mich, dass das Mittelmeer hier dem Niagarafall gleicht, weil es ebenfalls unvergleichlich erhabener und grandioser ist als alles, was darüber gesagt und geschrieben wird.“
Maxim Gorki.
Gorki hin oder her: Der Tag begann günstig. Die Parkgebühr für den ganzen Tag betrug 10 Euro. Im Voraus. Dafür lag der Parkplatz direkt im Zentrum, keine 200 Meter von der Anlegestelle der Fähre nach Capri. Die Bustickets für den Hin- und Rückweg wären teuerer gewesen. Die einfache Fahrt nach Capri schlägt für den Erwachsenen mit 16 Euro zu Buche, Kinder kommen für 11,50 Euro mit. Einheimische zahlen weniger, ähnlich wie bei der Bahnfahrt nach Sylt. Die Fahrt über den Golf von Neapel dauert etwas länger als eine halbe Stunde. Das Land verschwand im Dunst, nur die Spitzen der Insel Ischia und des Vesuv ragten aus dem Grau heraus. Capri war bald besser zu erkennen, und es dauerte nicht lange, dann legte das Schiff an. Direkt am Kai liegen die Boote, die Touristen zur Blauen Grotte bringen. 11 Euro. Das ganze erinnert schon ein bisschen an Helgoland mit der Bördebootfahrerei. An der Blauen Grotte angekommen musste ich feststellen, dass auch der Inselbus bis zu dieser Stelle fährt. (1,40 die einfache Tour). Egal, die Bootsfahrt war sehr nett. Vor der Grotte sielte sich dann folgendes ab:
Der Eingang zur Grotte ist in etwa ein Halbkreis mit einem Radius von ca. 2 Metern. Die Grotte selber wird nur mit kleinen Ruderbooten befahren. In ihnen finden 4 bis 6 Gäste Platz. Vor der Einfahrt zur Grotte ankert das Kassenboot, denn für den Besuch sind 4 Euro Eintritt und nochmals 6,50 Euro für die Fahrt mit dem Ruderboot fällig. Also gehen die Ruderboote hier noch einmal längsseits und störten die dreiköpfige Besatzung beim Zählen der Euroscheine. Danach ging es dann endlich in die Grotte. Schon bei der Einfahrt zeigte sich ein faszinierendes Blau, das durch die Brechung des Lichtes im Wasser entsteht. Am Anfang erschien es leuchtend hell, tiefer in der Grotte leuchtete es Dunkelblau. 5 Minuten, dann kehrte das Boot aus der Unterwelt zurück. Das Ganze ist absolut beeindruckend, das Naturphänomen ebenso wie das Drumherum und das „Geschäftsmodell“.
Danach erst einmal zum Picknick an den Strand, wo auch ein paar Boote der Caprifischer lagen. Zusätzlich lagen hier auch ein paar Einheimische und viele AmerikanerInnen. Der Strand wie immer ein Gemisch aus Kieseln und etwas Sand und ein wenig Müll, aber immerhin hat die Tourist Info die Kurtaxe noch nicht für sich entdeckt. Ein echtes Muß ist der Besuch des Hauptortes. Um heraufzukommen, gibt es eine Bergbahn, die einfache Fahrt 1,40 Euro. Das ist gut angelegtes Geld, denn von oben hatte man noch einmal einen tollen Ausblick über die Insel und über den Golf von Neapel. Ja, Capri hat auch heute noch seinen Reiz, obwohl die Sehnsucht der Deutschen „nach dem Süden“ mittlerweile auch anderswo gestillt werden kann.

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