Irreführend

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende zum Weihnachtsrudern auf die Geeste. Da der Fluß aber wohl zumiondest stellenweise zugefrohren ist, habe ich meine Teilnahme schweren Herzens abgesagt. Dafür hatte ich dann heute morgen in Ruhe frühstücke  und dabei die Zeitung lesen können. Auf der ersten Seite der KN stand dann: “Boni-Steuer: Bank-Chef Ackermann läßt Mitargeiter nicht im Stich”. Das klingt erst einmal nach sozialer Verantwortung. Auf Seite 5 wird dann weiter auf den Sachverhalt eingegangen. Die britischen Banken wurden massiv vom Staat, also dem Steuerzahler – unterstützt, ohne daß damit Begrenzungen bei den Bonuszahlungen an die Spitzenverdiener verbunden waren. Diese Bonuszahlungen, die durch die stattliche Unterstützung der Banken also vom Steuerzahler subventioniert sind, sollen nun mit 50 % besteuert werden. Diese als ungerecht empfundene Belastung (“Strafsteuer”) der britischen Bänker will Deutsche Bank Chef Ackermannn nun möglicherweise globalisieren. Und wie? Dazu die KN: “Die britische Steuer soll indirekt auch von den übrigen Beschäftigten der weltweit tätigen Bank und möglicherweise von den Anteilseignern getragen werden.” Die ca. 78.000 Beschäftigeten werden also in die Pflicht genommen, die Steuerlast der Spitzenverdiener mitzutragen. Das ist der Skandal, an dem der Kommentar auf Seite 2 total vorbeigeht. Der Finanzsektor macht weiter, als hätte es nie eine Krise geben. Und die nationalen Regierungen zeigen sich nahezu machtlos, steuernd auf die Finanzmärkte einzuwirken.

Soviel dazu. Jetzt gehe ich noch ein wenig nach draußen, um den Winter zu genießen und wünsche einen schönen vierten Advent.

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