Alter Apfelgarten

Ich bemühe mich in der Regel, in meinen Beiträgen  in der Darstellung von Tatsachen und Sachständen möglichst neutral zu bleiben und Bewertungen sowie mögliche Schlussfolgerungen davon erkennbar zu trennen.
Das ist mir im meinem Beitrag „Sichtachse“ vom 27. März nicht wirklich gelungen, wie der Kommentar von Herrn Schröder vom Verein der „Freunde des Plöner Prinzenhauses e.V. deutlich gemacht hat.
Bevor ich auf unser Treffen vom letzten Freitag eingehe, möchte ich voranstellen, dass ich den Erhalt des Schlossstadions für absolut erforderlich halte. Ich habe bereits im März 2009 und im  Dezember 2010 zu diesem Thema gebloggt, nachdem sich Stimmen erhoben, die die Umwandlung des Sportplatzes in einen Landschaftsgarten und die Errichtung einer Sichtachse  in seiner Verlängerung erhoben. Seither werde ich hellhörig, wenn ich das Wort Sichtachse höre.
Dieses Stadion ist für den Schulsport des Gymnasiums Schloß Plön zwingend erforderlich. Darüber hinaus wird es für die verschiedenen Sportvereine der Stadt, die ohnehin um die knappen Sportzeiten konkurrieren, dringend benötigt. Das Grundstück gehört der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und ist vom Kreis als Träger des Gymnasiums gepachtet. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Kreis und DSD mit dem Ziel, Sport und Denkmalschutz unter einen Hut zu bringen. Das Preischild hierfür wird vergleichsweise hoch sein.
Es ist der Initiative des Vereins der „Freunde des Plöner Prinzenhauses e.V.“ zu verdanken, dass die Privatisierung des Prinzenhauses verhindert wurde und es weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Verwaltung des Prinzenhauses wurde von der DSD dem Verein „Prinzenhaus zu Plön“ übertragen.
Die „Freunde des Plöner Prinzenhauses e.V. haben zudem den Erhalt und die Pflege der zum Prinzenhaus zugehörigen Park- und Gartenflächen als Vereinszweck festgeschrieben. Folglich wandten sie sich dem „Alten Apfelgarten“ zu. Der umgebende Wald hatte bereits Teile des Gartens zurückerobert und wurde gefällt. Der Wald vor dem Eingangszaun wurde ebenfalls beseitigt. An der höchsten Stelle des Apfelgartens wurde ein Pavillon errichtet und es wurden Sichtachsen zum Schloss sowie zum See angelegt. Auf die Verwirklichung von zwei weiteren Sichtachsen zur Rohrdommelbucht und zur Südspitze des Plöner Sees wurde verzichtet.
In meinem Beitrag vom 27. März habe ich mich mit mehreren Punkten auseinandergesetzt.
Zum ersten habe ich behauptet, dass dort nicht heimische Pflanzen eingesät wurden. Tatsächlich handelt es sich um die Wildblumenkräutermischung für Garten und Feldflur „CL 1900“, die aus einheimischen Arten besteht.
Zum zweiten habe ich mich über die Größe und die Materialwahl des Pavillons geäußert. Der Pavillon steht an der Stelle des 1842 für den dänischen König errichteten anglo-chinoise Gartenpavillons und ist ihm in Größe und Form nachempfunden. Dies und die Sichtbeziehung zum Schloß waren Forderungen der Denkmalpflege.
Ich halte das Gebäude nach wie vor für überdimensioniert und in seiner Ausführung mit Betonstützen und Zinkblechdach für unpassend, auch wenn es dadurch vandalismusresistent ist.
Zu guter Letzt ging es um die Sichtachsen. Da der Apfelgaten im einem FFH – Gebiet liegt, war es für die Herstellung von Sichtachsen erforderlich, eine entsprechende Studie anfertigen zu lassen und Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. Die FFH-Studie bescheinigte die Unbedenklichkeit der Maßnahme, gleichwohl gab es aus Fachkreisen durchaus Kritik, die letztendlich wohl dazu geführt hat, dass auf zwei der vier geplanten Sichtachsen verzichtet wurde. Außerdem war der Umweltbeauftragte der Stadt Plön, die das Grundstück zwischenzeitlich erworben hat, zum entscheidenden Termin nicht eingeladen.
Abschließend möchte ich bemerken, daß der Apfelgarten in seinem jetzigen Erscheinungsbild durchaus einen erheblichen ökologischen Wert und touristischen Reiz hat. Durch die Auswahl der Bäume wird ein Beitrag zum Erhalt alter Obstorten geleistet. Die Pflege wird durch ehrenamtliche Mitglieder des Vereins der „Freunde des Prinzenhauses e.V.“ geleistet, die einen erheblichen Teil ihrer Freizeit hierfür opfern. Daher empfehle ich einen Ausflug zum „Alten Apfelgarten“ und sich ein eigenes Bild zu machen.

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