Konzept mit Mängeln ?

Das Einzelhandelskonzept für Plön ist auf dem Markt.
In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt war das alles beherrschende Thema die Veröffentlichung des Einzelhandelskonzeptes.
Leider haben sich meine bisherigen Bedenken bestätigt. Das Konzept weist nach meiner Einschätzung schwere inhaltliche Mängel auf. Daher bin ich sehr dankbar, dass meine Bitte an den Bürgermeister, es der Landesplanung vorzulegen und um eine Stellungnahme zu bitten, aufgenommen wurde. Zielsetzung ist, hier eine zweite Meinung zu den Inhalten des Konzeptes einzuholen.
Im Folgenden beschränke ich mich auf die wesentlichen Schwächen des Konzeptes, die auch in der Sitzung behandelt wurden.
Zuerst brachte ich die Abgrenzung des zentralen Versorgungsbereiches zur Sprache. Dieses Thema ist besonders wichtig, da nur innerhalb des Bereiches eine uneingeschränkte Entwicklung des Handels möglich ist. Hierbei hat die CIMA den Parkplatz Stadtgrabenstraße ausdrücklich ausgeklammert. Dazu ist anzumerken, dass der fachliche Rat aus dem Bauamt der Kreisverwaltung, den Parkplatz Stadtgrabenstraße mit einzubeziehen, da Geschäfte und Park- bzw. Stellplätze einen engen funktionalen Zusammenhang haben, nicht aufgenommen wurde.
Auf Rückfrage wurde bestätigt, dass die Einbeziehung des Bereiches möglich gewesen wäre, man habe sich aber dagegen entschieden.
Die Frage, ob das Projekt eines gemeinsamen Marktzentrums von Aldi und SKY,  wie es im Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan grundsätzlich vorgesehen ist, so unmöglich gemacht wird, wurde mit einem leisen, aber klaren ja beantwortet.
Im weiteren Verlauf sprach ich noch die für einen Frischemarkt und einen Discounter zulässigen Größen an, die im Konzept der CIMA mit 1600 qm bzw. 800 qm empfohlen werden. Mein Hinweis, dass Märkte, die ein qualitativ hochwertiges Angebot und eine angenehme Aufenthaltsqualität bieten wollen, nach heutigen Maßstäben mehr Platz benötigen, ging irgendwie unter.
Berücksichtigt man diese beiden Faktoren, entsteht der böse Schein, daß die Gutachter im Rahmen der Erstellung eingenordet wurden und eine politische Entscheidung über den Standort Stadtgrabenstraße verhindern wollen, indem sie dessen Entwicklung mit ihrem Gutachten von Anfang an ausschließen.
Diese Vermutung wird durch den Umstand gestärkt, dass das Protokoll der Landesplanung über die Kreisbereisung – in der die Entwicklung des Standortes Stadtgrabenstraße ausdrücklich unterstützt wird – erst nach der zweiten Arbeitskreissitzung für die Konzepterstellung an die CIMA übergeben wurde,
Es zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein der Vertreterin und des Vertreters der CIMA darauf hinzuweisen, daß die Kenntnisnahme des Protokolls und seines Inhaltes zu keiner veränderten Einschätzung bezüglich des eigenen Konzeptes führen.
Auf die Frage, welche Experten denn im Rahmen der Konzepterstellung beteiligt wurden, äußerte die CIMA, man habe sich mit mehreren Händlern unterhalten. Die von mir geäußerte Vermutung, daß es sich dabei z.B. um den Vertreter des Stadtmarketings, Herrn Wittich gehandelt haben könnte, der für seine ablehnende Haltung bekannt ist, wollte die CIMA nicht bestätigen, was ich verstehen kann. Sie hat es aber auch nicht dementiert.
Es wäre dem Konzept gut bekommen und hätte einen bedeutenden Beitrag zu dessen Objektivität leisen können, wenn die CIMA auch die Position der COOP, von ALDI, dem Team Scherenberger / May und Nordpunkt angehört und Gespräche mit Interessensgruppen wie dem Einzelhandelsverband geführt hätte.
Ein wenig überrascht hat mich dann aber doch die folgende Äußerung der gelernten Geografen, die ich sinngemäß wiedergeben möchte:
„Die Experten sind wir“.

Übrigens: Wenn man “CIMA Gutachten Kritik”googelt, erhält man ca. 18400 Ergebnisse in 0,21 Sekunden.

Ein Gedanke zu “Konzept mit Mängeln ?

  1. Hallo !
    Nachdem ich im öffentlichen Teil des Stadtentwicklungsausschusses anlässlich des “unabhängigen Gutachtens zu
    Alternativstandorten” bereits live erleben durfte, wie versucht wurde, ein für “manche” unerwünschtes Ergebnis noch umgebogen werden sollte (Motto: bevor das veröffentlicht wird, hätten sie MICH ja fragen können…) kann ich mir vorstellen, welche “Experten” hier am Werke waren. Es gibt ja einiges, was im Vorfeld gelaufen sein soll, leider kann man es nicht beweisen – nervig wie hier gewurstelt und gefilzt wird. Wenigstens haben die Betreffenden gelernt und das Gutachten diesmal rechtzeitig und nicht öffentlich in die gewünschte Richtung massiert….

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