Zur Sache

Mein Thema heute: Seewiesen.
Über dieses Thema bin ich zur Politik gekommen.
Bereits vor etlichen Jahren scheiterte die Bebauung der Seewiesen vor Plön am Widerstand eines Teiles der Rathjensdorfer Bevölkerung. Vor ca. sieben Jahren lebten die Pläne erneut auf. Geplant war ein Baugebiet mit 240 Wohneinheiten, einem künstlichen See und einem Lärmschutzwall am schönsten Ortseingang von Plön. Als Investor trat Timm Barnstedt auf. Seine Planer waren allerdings nicht in der Lage, die erforderlichen Unterlagen einzureichen, so dass das Vorhaben zu guter Letzt eingestellt wurde. Vor ca. zwei Jahren trat ein neuer Investor mit einer deutlich abgespeckten Planung an. Die Zeitungen berichteten, dass es sich um einen hamburger Investor handeln würde. Eine kurze Internetsuche ergab aber, dass er sich die Fax-Nummer mit der Barnstedt & Company teilt, die Ihren Sitz in Lütjenburg hat. Dieser Umstand legt natürlich gleich die Vermutung nahe, dass er als Strohmann handelt. Zudem war er – wenn man Wikipedia glauben darf – Schatzmeister der Rechten Mitte Heimat Hamburg.
Die aktuellen Planungen sind nicht besser, sie sind nur weniger schlimm. Kein See, kein Lärmschutzwall und nur noch 100 Wohneinheiten mit einem Konzept, das nicht funktionieren kann.
Gegen das Neubaugebiet Trammer Seewiesen spricht, dass das Stadt- und Landschaftsbild durch das Neubaugebiet am Ortseingang völlig verschandelt wird. Zudem will niemand ausschließen, dass in Folge nicht zusätzlich noch ein Gewerbegebiet direkt an der Bundesstrasse entwickelt wird. Die schöne Landschaft ist aber eine der wesentlichen Grundlagen für den Tourismus in Plön.
Darüber hinaus stehen wir vor einer umgreifenden Veränderung der Altersstruktur. Alle Zahlen der Landesplanung legen nah, dass die Bevölkerungszahl spätestens in drei Jahren kontinuierlich absinken wird. Die Menschen werden älter, die Anzahl der Einpersonenhaushalte wird zunehmen, die Zahl der Familien mit Kindern wird sinken. Diese Grafik zeigt, das der Kreis Plön zu den Bereichen in Schleswig Holstein gehören wird  die prozentual stärksten vom Bevölkerungsrückgang betroffen sein werden.  Auch die absoluten Zahlen können nicht darüber hinweg täuschen.  Plön wird aufgrund seiner schönen Lage und seiner Nähe zu Kiel sicher nicht so stark betroffen sein wie der ländliche Raum; halt machen wird diese Entwicklung vor unserer Heimatstadt nicht.
Als zentraler Ort unterliegt Plön bei der Ausweisung von Neubaugebieten keinen Einschränkungen. Zudem weist die Landesentwicklung für den Kreis Plön noch den Bedarf für eine geringe Anzahl von Neubauwohnungen aus. Um mich mit meiner entschiednen Kritik nicht zu verrennen, habe ich Rücksprache mit der Landesplanung gehalten. Grundlage für jede weitere Ausweisung von Neubaugebieten sollte eine gut begründete Bedarfsermittlung sein. Diese liegt für Plön nicht vor. Der Kreis Plön veranlasst derzeit eine detaillierte Untersuchung für alle Städte und Gemeinden im Kreisgebiet, mit der nicht nur der Bedarf als Ganzes, sondern auch nach Art und Qualität des Angebots ermittelt werden soll. Die Ergebnisse werdenvoraussichtlich im Herbst vorliegen. Leider entsteht der Eindruck, dass die jetzigen Planungen so schnell wie möglich vorangetrieben werden sollen, um Fakten zu schaffen, noch bevor gesicherte Ergebnisse über den tatsächlichen Bedarf vorliegen.
Immerhin überlegt der Planungsverband mittlerweile, eine Folgekostenkalkulation durchführen zu lassen und kommt damit einer meiner Forderungen nach. Jede Ausweitung in die Fläche ist mit zusätzlicher Infrastruktur, Straßen, Wegen, Ver- und Entsorgungsleitungen verbunden. Auch wenn die Erstellung zunächst durch den Investor bezahlt wird, der Unterhalt und die Erneuerung bezahlt die Stadt direkt oder der Bürger über seine Gebühren.
Zudem wird mit derart vielen Neubauten auf lange Sicht ein Überangebot geschaffen, das zukünftig auf die Immobilienpreise drücken wird, was insbesondere die treffen wird, für die das eigene Haus Teil der Altersversorgung ist.
Keine der Parteien rückt von dem Vorhaben Seewiesen ab, offenbar auch die neu antretenden Grünen nicht. CDU, FDP und FWG trauen sich übrigens nicht, die Seewiesen in Ihren Programmen beim Namen zu nennen. Jeder weiß, dass man mit diesem Thema weder Blumentöpfe noch Wahlen gewinnen kann. An den Infoständen hat kaum ein Kandidat den Mut, sich offen zu dem Projekt zu bekennen. Im Planungsverband stimmen die Mitglieder dieser Parteien aber immer mit.
In dem Programm der Plöner SPD werden die Seewiesen ausdrücklich genannt, vorausgesetzt, die hohen Ansprüche an die Gestaltung werden tatsächlich umgesetzt. Dafür hinaus stellt der letzte Absatz im Punkt 6.2 klar, dass neue Baulandangebote nur im Umfang des tatsächlichen Bedarfs zu entwickeln sind. Diese Formulierung ist klug gewählt, denn sie ist eine Ausstiegsklausel.
Ich vertrete mit meiner Position nicht nur die Meinung der absoluten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, mit denen ich auf meiner Wahlkampftour gesprochen habe. Zudem stehe ich damit auch dem Boden des Programms meiner Partei.

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