ALDI, Verträglichkeit oder Gestaltung.

Im heutigen SteU stand das Thema „Neubau ALDI in der Lütjenburger Straße, ergänzende Vorstellung des Entwurfs“ als TOP 6 auf der Tagesordnung. Das eigentliche Thema ist nicht die Gestaltung an sich, hierzu habe ich mich auch schon im letzten Dezember geäußert.
Bei dem Bau wird es sich um eine leicht modifizierten Standard-Entwurf handeln, ich habe den Begriff “Ideal Standard Gebäude” genutzt.

Wirklich bedeutsam ist, daß hier mit 1200 qm Verkaufsfläche ein Discounter entstehen soll. Nach Einzelhandelskonzept der CIMA sollten weder neue Discounter angesiedelt werden, noch sollten außerhalb des zentralen Versorgungsbereiches Märkte mit Verkaufsflächen über 800 qm entstehen.
Der nun geplante ALDI Markt wird Kaufkraft von dem bestehenden SKY-Markt in der Innenstadt abziehen, nach dem Verträglichkeitsgutachten der CIMA um die 6 %. Das ist für eine vorgeschädigte Innenstadt nicht hinnehmbar, auch wenn unter normalen Umständen der Wert von 10 % als Warnschwelle gilt.

Es ist Absicht des Ausschusses, das Vorhaben ohne Bebauungsplan durchzuführen. Statt hier richtigerweise von einem Neubau mit 1200 qm Verkaufsfläche zu sprechen, wird argumentiert, daß es sich lediglich um eine Erweiterung des bestehenden ALDI-Marktes handelt.

Als ich erneut hierauf hinwies, lagen beim Ausschußvorsitzenden Bernd Möller (SPD) die Nerven blank. Er weiß genau so gut wie ich, daß das ganze Projekt möglicherweise an der Beantwortung dieser Frage hängt und nannte meinen Hinweis eine dummerhafte Bemerkung. Ich will nicht so weit gehen, im Gegenzug und Eifer des Gefechtes das oben erläuterte Vorgehen als Taschenspielertrick zu bezeichnen, aber es handelt sich schon um eine ziemlich elastische Auslegung des Bau- bzw. Planungsrechtes.

Für mich handelt es sich bei der Bemerkung von Herrn Möller um eine Entgleisung, wobei es nicht die erste ist. Ich erinnere mich noch gut daran, daß er einem seriösen Investor öffentlich vorwarf, mit gezinkten Karten zu spielen. Auch von den Kolleginnen und Kollegen gab es in der Vergangenheit immer wieder Kritik an der Ausschußführung. Das wirft für mich die Frage auf, ob Herr Möller als Ausschußvorsitzender überhaupt noch tragbar ist.

Sofern ich morgen rechtzeitig aus dem Büro komme, berichte ich über Haushalt und Ortstermin beim PSV.

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