Heue vor 100 Jahren, das Seegefecht vor den Falklandinseln

Heute vor 100 Jahren fand die Schlacht bei den Falklandinseln statt, bei dem ein Geschwader der Kaiserlichen Marine vernichtend geschlagen wurde. Lediglich der Kreuzer Dresden konnte sich noch für 3 Monate der Vernichtung entziehen, bevor auch er von englichen Einheiten gestellt und versenkt wurde.

Der Kriegsausbruch 1914 hat auch das in China stationierte Ostasiengeschwader der Kaiserlichen Marine weitgehend überrascht. Nach dem Kriegseintritt Japans auf Seiten der Entende war der Marineführung klar, daß sich das Geschwader nicht im Bereich des Chinesischen Meeres und der angrenzenden Seegebiete halten kann, vor allem, weil entsprechende Versorgungsmöglichkeiten und Abstürzpunkte fehlten. Der Verbandsführer, Admiral von Spee, wollte den Kampf mit der Royal Navy (nach britischem Verständnis gibt es nur eine Royal Navy, nämlich die eigene) suchen und zurück nach Deutschland verlegen.

Der Kreuzer Emden wurde aus dem Geschwader gelöst und in den Indischen Ozean geschickt, wo er über einen längeren Zeitraum erfolgreich Handelskrieg gegen die britische Schiffahrt führen konnte.
Ich habe irgendwo gelesen, daß dieser Einsatz als Ablenkngsmanöver gedacht war, um generische Kräfte auf sich zu ziehen und dem restlichen Verband den ungestörten Marsch über den Pazifik nach Südamerika zu ermöglichen. Leider kann ich die Quelle nicht mehr finden.
Am 9. November 1914 wurde SMS Emden von dem australischen Kreuzer HMAS Sydney  überrascht und versenkt. Ein Teil der Besatzung konnte auf abenteuerlichem Wege fliehen und gelangte zurück nach Deutschland. Der Film „Die Männer der Emden“ greift diese Ereignisse auf.

Der Rest des Ostasiengeschwaders, bestehend aus den großen Kreuzern SMS Scharnhorst und  Gneisenau sowie den kleinen Kreuzern SMS Nürnberg und SMS Leibzig verlegte über den Pazifik an die Südamerikanische Westküste. Dort stieß der kleine Kreuzer SMS Dresden zum Verband. Am 3. November kam es dort vor Coronel/Chile zu einem Seegefecht mit einem weniger kampfstarken Verband der Royal Navy, bestehend aus den Panzerkreuzern HMS Good Hope und HMS Monmouth sowie dem leichten Kreuzer HMS Glasgow und dem Hilfskreuzer HMS Otranto . Hierbei verlor die Royal Navy ihre beiden Panzerkreuzer. Die anderen Einheiten wurden zum Teil schwer beschädigt. 1700 britische Seeleute ließen ihr Leben, darunter auch der Verbandsführer, Admiral Cradock. Die deutschen Einheiten kamen mit einigen leichteren Beschädigungen davon. Ausschlaggebend war nicht nur die stärkere Artillerie der deutschen Einheiten, sondern auch die deutlich bessere Ausbildung der Besatzungen. Allerdings hatten die deutschen Eiheiten  über 40% der Munition verschossen. Das führte trotz des klaren Sieges zu einer bedenklichen Situation, da die Munition nicht nachversorgt werden konnte.

Dies war das erste Seegefecht, das die Royal Navy seit 1812 verloren hatte, die britische Öffentlichkeit verlangte nach Rache. Obwohl der deutsche Verband nicht in der Lage war, die britische Schiffahrt dauerhaft ernsthaft zu gefährden, entsandte die britische Admiralität stärkere Kräfte in den Südatlantik, um den deutschen Verband auf dem Rückweg nach Europa abzufangen.

Daher wurden die Schlachtkreuzer HMS Inflexible und HMS Invincible in den Südatlantik verlegt. Die Einheiten trafen am 7. Dezember 1914 in Port Stanley auf den Falklandinseln ein, wo sie mit den Panzerkreuzern HMS Carnavon, HMS Cornwall und HMS Kent sowie den leichten Kreuzern HMS Glosgow und HMS Bristol zusammentrafen. Ergänzt wurde der Verband um den Hilfskreuzer HMS Macedonia. Der deutsche Verband hatte mittlerweile Kap Horn umrundet und befand sich ebenfalls im Südatlantik. Gegen die Empfehlung seiner Offiziere entschied der deutsche Verbandsführer, Port Stanly anzugreifen und seine Einheiten dort mit Kohle auch aus noch zu erbeutenden britischen Vorräten zu versorgen. Die Anwesenheit der überlegenen britischen Kräfte wurde von dem deutschen Verband erst entdeckt, als der Angriff auf Port Stanley bereits angelaufen war. Allerdings wurde nicht erkannt, daß die schweren britischen Einheiten aufgrund der laufenden Bekohlung nicht gefechtsklar waren und unbeweglich an der Pier lagen. Der deutsche Verband brach daher den Angriff ab und versuchte, sich den Einheiten der Royal Navy zu entziehen. Die schweren Einheiten SMS Gneisenau und SMS Scharnhorst konnten den schnelleren britischen Einheiten nicht enkommen und wurden nach heftigen Kämpfen und schweren Verlusten versenkt.  Die leichteren Kräfte wurden während des Gefechtes entlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Das gelang aber nur der SMS Dresden. Vermutlich fanden über 2100 deutsche Seeleute den Tod.
Die Dresden konnte sich noch eine Weile in den patagonischen Gewässern verstecken und entkam später in den Pazifik. Dort wurde sie vor San Juan Bautista, der Robinson-Crusoe-Insel, in neuralen chilenischen Gewässern entdeckt und entgegen völkerrechtlicher Bestimmungen angegriffen und versenkt. Die Besatzung wurde interniert.

Damit endete der Kreuzerkrieg. Auch spätere Hilfskreuzereinsätze konnten die Versorgung der britischen Inseln über See nicht ernsthaft gefährden.

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