Was wird aus dem Marktbrunnen?

In der Sitzung des SteU am Mittwoch wurde unter Tagesordnungspunkt 6 der Marktbrunnen zum Thema gemacht. Die Technik des Brunnens, der 1993 in Betrieb genommen wurde, ist in die Jahre gekommen und müßte grundlegend saniert werden. Es war jedoch schnell klar, daß niemand unter Berücksichtigung der Haushaltslage gewillt ist, die nicht unerheblichen Mittel für die Instandsetzung aus der Stadtkasse bereitzustellen. In seinem Eingangsstatement machte der stellvertretende Bürgermeister Henning Höppner klar, daß es sich bei dem Brunnen um ein Kunstwerk handelt, egal, ob das Wasser fließt oder nicht. Der Brunnen wurde durch den Bildhauer Jan-Olav Hinz gestaltet. Hinz war Schüler des tschechischen Bildhauers Jan Koblasa, der von 1969 bis 1997 Professors an der Kieler Muthesius Kunsthochschule lehrte. Das Werk wurde in einem öffentlichen Wettbewerb von einer Plöner Jury ausgewählt. Der damalige Bürgermeister und heutige Ehrenbürger Herr Hansen hatte sich damals für den Brunnen eingesetzt, der nur aufgrund eines großzügigen Vermächtnisses einer Plönerin und weiterer Spenden engagierter Bürger realisiert werden konnte.
Frau Kauf (Bündnis 90/Die Grünen) stellte allerdings in Frage, ob ein Brunnen ohne Wasser tatsächlich der Idee des Künstlers entspricht und als Kunstwerk „funktionieren“ kann.
Herr Melzer (CDU) sprach sich dafür aus, den Brunnen zu versetzen, z.B. auf den Wentorper Platz.
Von Seiten der FWG wurde vorgeschlagen, den Brunnen abzubauen und einzulagern, wobei klar war, dass auch das mit Kosten verbunden ist.
Darüber hinaus wurde von der Verwaltung darauf hingewiesen, daß der Brunnen vom Steinmetz kostenlos demontiert und abgeholt werden könnte.
Entsprechende Anträge lagen zum Beschluß vor. Entschieden wurde, daß der Brunnen erst einmal an seiner Stelle verbleiben soll. Parallel dazu wird die Verwaltung aufgefordert, eine Stiftung oder einen Sponsor zu finden, der die Kosten für die Instandhaltung und den Betrieb übernimmt.
Ich halte den Beschuß für vernünftig, rechne aber damit, daß das Thema in absehbarer Zeit wieder auf den Tisch kommt.

3 Gedanken zu „Was wird aus dem Marktbrunnen?

  1. Der Plöner Brunnen ist also ein “Kunstwerk”. Über die Schönheit darf ich mich nicht auslassen, denn diese liegt immer im Auge des Betrachters und ist meist subjektiv.
    Einlagern ist Unfug und wären rausgeworfene Steuergelder, aber das ist ja bekanntlich für Politiker noch nie ein Hindernisgrund gewesen.
    Leider bin ich, neu deutsch, Oldschool und empfehle daher den Plöner Damen&Herren des Stadtrates, sich einmal umzuhören was die Bürger i.d.R. unter einem Brunnen verstehen.

  2. Moin, ja, der Brunnen ist ein Kunstwerk, das nur eingeschränkt funktioniert, weil das Wasser erst mal nicht läuft. Aus dem Sreit, was Kunst ist, halte ich mich raus, da das nie abschließend zu klären sein wird. Kunst muß aber nicht zwanghaft “hübsch” sein, sie kann auch zum Nachdenken anregen oder provozieren. Das ist ein weites Feld, Luise. Ich weiß, daß sich schon 1993 viele Plönerinnen und Plöner kritisch zu dem ausgewählten Brunnen geäußert haben. Andere haben es nicht. Meine Kinder jedenfalls liebten das Wasserspiel des Brunnens und es war mir immer eine Freude, nicht nur meinem Nachwuchs beim Spiel am Kunstwerk zuzusehen. Da man an der Entscheidung von vor 23 Jahren erst einmal nichts ändern kann und ein neuer Brunnen unbezahlbar ist, finde ich die jetzige Entscheidung der Kolleginnen und Kollegen richtig.

  3. Künstler mit Selbstwertgefühl und -anspruch bestehen oft auf einem Vertrag mit dem öffentlichen Käufer, einen Wechsel des Aufstellungsortes nur mit Zustimmung des Künstlers zu vollziehen. Dies möge man vorliegend prüfen.

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