Wasser auf meine Mühle

Plön 2020. Unter diesem Motto stand die erste von mehreren Veranstaltungen im Rahmen des Wirtschaftsförderungsprogrammes Plön up, das heute in der Aula am Schiffsthal begonnen hat. Mit ca. 200 Gästen war der Saal gut besetzt. Da ich nicht rechtzeitig eintreffen konnte,  fand ich den Einstieg  in den ersten Diskussionsblock, der von Vertretern der Wirtschaft bestritten wurde. Der Moderator stellte nach der Diskussion die 2 Grundfragen, die sich herauskristallisierten: “Wer ist wir?” und “Wo wollen wir hin?” Da ich morgen wieder früh los muß und noch einige andere Punkte auf dem Arbeitszettel habe, liste ich erst einmal die Stichpunkte auf, die ich mir notiert habe, wobei ich mir ein paar Kommentare (in Klammern) nicht verkneifen will.

“Nicht nur einen Plan machen, sondern auch abarbeiten.”
“Ideen finden, umsetzten vor Ort. Ziele sehen, Ziele verfolgen.”
(Im Bezug auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Das auf Initiative der SPD Fraktion schon vor zwei Jahren beschlossenen Entwicklungskonzept für den Bereich östliche Innenstadt ist der Kristallisationskern für das ISEK. Nachdem die Beauftragung des Konzepte nicht so richtig voran kam, wurden auf meinen Antrag hin die dafür eingeplanten Mittel in den diesjährigen Haushalt für das ISEK umgesteuert. Das ISEK selber – eine Initiative von Frau Noack als Teamleiterin Bauen – war unumstritten. Die vorgesehene Selbstbindung der politischen Gremien und der Verwaltung zur Umsetztung des Planes wurde seinerzeit aus dem Beschlußantrag gestrichen, da es keine Mehrheit im Ausschuß dafür gab, scheint aber heute konsensfähig zu sein. Soviel zur Überschrift.)

“Plön ist eine Idylle, kein  Einkaufszentrum mit künstlichem Brunnen.”
“Einzelhandel ausbauen, Kundenfrequenz erhöhen.”
(Dazu bedarf es eines Frequenzbringers, z.B. eines Frischemarktes in Verbindung mit einem Discounter direkt in oder in unmittelbarer Anlehnung an die Fußgängerzone. Dann hätte man das, was anderswo als “Mall”, Einkaufszentrum oder Citypark brummt.)

“Demografischer Wandel.”
“Trend in die Stadt zurück.”
“Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeit, Arzt.”
“Gewachsenes Zentrum, ideal für ältere Menschen, weiter ausbauen.”
“Nicht nur für ältere Menschen, gesunden Mischung anstreben.”
(Richtige Bestandsaufnahme, nichts wirklich Neues. Das ISEK muß auf diese Trends eingehen.)

“Keine Möglichkeit, eigene Gewerbeflächen auszuweisen.”
“Verkehrsfern trotz Bundesstraßen.”
“Interkommunales Gewerbegebiet”
(Mit Ascheberg bereits in Planung)
“Büros, Internetfirmen, ect. ansiedeln”
“Branchenmix”

“Zusammenschluß der Kreise Plön und Ostholstein”
(Kleinräumige Lösung, die einer Neustrukturierung mit echtem Einsparpotential auf Landesebene entgegensteht. Ignoriert gewachsene Wirtschafts- und Verkehrsbeziehungen Plön-Kiel bzw. Eutin-Lübeck.)

“Schönheit, Natur, Lage der Stadt, Kleinod”
(Wirtschaftsfaktor Tourismus stärken. Die vorliegenden Berichte und Untersuchungen liegen vor – Zielgruppe Best Ager und Familien mit Kindern, sanfter Naturtourismus, Wohlfühlangebote – , die Ergebnisse müssen bewertet werden, danach sollte der Einstieg in die Umsetzungsphase erfolgen, Werbung mit der Region.)

Anschließend wurden Frau Nießen als Fachkraft für Wirtschaft und je ein Vertreter der in der Ratsversammlung vertretenen Parteien befragt. Dazu gibt es keine Zitate, außer vielleicht der Anmerkung, daß Dr. Lorenzen – der in sich selbst verspottender Ironie einmal von sich behauptet hat, an jeder städtebaulichen Fehlplanung in Plön mitgewirkt zu haben – die Gelegenheit nutzte, gegen den Standort Stadtgrabenstraße Stellung zu beziehen. Donnernder Applaus hört sich anders an, nur etwa die Hälfte der Anwesenden klatschte, und das auch eher verhalten. Andere seiner Vorstellungen würde ich vorsichtig als Visionen bezeichnen. Sehr erfreulich war die Erwähnung des Mehrgenerationenhauses durch Frau Killig von der FDP. Dieses Projekt wurde in der Vergangenheit maßgeblich durch die SPD Fraktion vorangebracht und hat sich heute im sozialen Netz der Stadt wirklich bewährt.

Als Ehrenbürger hatte der Altbürgermeister, Herr Hansen, das Schlußwort. Er hob hervor, daß zu einer lebendigen Stadt nicht nur Handel und Gewerbe, sondern auch ein funktionierender Kulturbetrieb gehört und verwies auf das wirklich umfangreiche Angebot unserer Stadt.

Fazit: Eine gelungene Veranstaltung. Bleibt abzuwarten, ob sich eine solche Diskussion tatsächlich geeignet ist, die Bürger und Bürgerinnen (zurück zur Ausgangsfrage: “Wer ist wir?”) in einen lebendigen Dialog über die Zukunft der Stadt einzubinden oder ob sich lediglich eine Art Lobby herausbildet.

Die weiteren Veranstaltungen der Reihe Plön-up sind sicher den Besuch wert, vielleicht mit Ausnahme des Termins am 6. Oktober , der durch eine Business Feng Shui Masterin bereedert wird, damit eher esoterischen Charakter hat und im Reich der Spökenkiekerei anzusiedeln ist.

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