Donnerstag, 13. Oktober

Für heute stand ein Ausflug mit dem Bus auf dem Programm. Ziel war – wieder einmal – ein Wasserfall. Leider hatte es über Nacht sehr geregnet. Daher war die Ansage, daß Straßenschuhe ausreichen würden, wenig hilfreich. Da als Anschlußprogramm der Besuch einer Kleinstadt mit gemeinsamen Mittagessen vorgesehen war, hatte ich meine gute Hose angezogen. Das war auch keine gute Entscheidung. Die Mitnahme der Schnürstiefel erwies sich allerdings als vorausschauend. Wieder einmal ging es einen engen und leicht matschigen Weg entlang. Carlos zeigte uns Begonien, die zum Schutz vor Insekten, die Eier auf den Blättern der Pflanze ablegen, mit kleinen weißen Pusteln simulieren, daß sie bereits befallen sind und sich so vor weiterem Befall schützen.

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Auf dem weiteren Weg kamen wir an einem kleinen Bach vorbei. Hier waren mehrere Opfergaben abgelegt. In Brasilien ist der Katholizismus weit verbreitet, die evangelikalen Kirchen gewinnen aber immer mehr Gläubige dazu. Außerdem sind Voodoo – Glauben und Naturreligionen verbreitet. Da mehrere – christliche – Sekten die Erfüllung der Wünsche nur gegen Bares versprechen, wenden sich überwiegend ärmere Brasilianer und Brasilianerinnen wieder den kostengünstigeren Naturgöttern zu, die mit allerlei Opfergaben gnädig gestimmt werden sollen. Am Wasserfall, an dem wir schließlich nach eine Rutschpartie an einem steilen Lehmhang ankamen, scheint auch als magischer Platz angesehen zu werden, denn hier fanden sich weitere Opfergaben.

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Auf dem Rückweg fing es richtig an zu schütten. Am Bus angekommen waren die meisten so durchnäßt, daß auf den anschließend geplanten Besuch in der Stadt verzichtet wurde. Carlos veranlaßte, daß wir in der Regenwaldakademie noch ein Mittagessen bekamen. Während die meisten den Nachmittag über entspannen wsollten, fand ich noch eine Mitreisende, die Interesse hatte, noch einmal Kanu zu fahren. Mit dem Toyota Landcuiser Baujahr 1979 – ein Klassiker unter den Geländewagen und offensichtlich unkaputtbar, ging es erneut zum Stausee. Eine sehr schöne und etwas längere Kanutour war ein würdiger Abschluß für den Aufenthalt im Regenwald.

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Nachdem wir das Kanu wieder an Land abgelegt hatten und etwas zu früh am Treffpunkt eintrafen, haben wir uns entschlossen, dem Toyota entgegenzulaufen, da sich bereits nach kurzer Wartezeit Schwärme von Stechfliegen auf uns stürzten. So kam ich denn auch noch dazu, das nahegelegene Dorf, das eingebettet in den Regenwald die Heimat von ca. 50 Einwohnern ist, zu fotografieren.

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Abends wurden dann zwei Geburtstage mit einer leckeren Torte und Caipirinia gefeiert.

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