Mittwoch, 12. Oktober

Der heutige Tag begann mit einer Wanderung. Der Weg war bisweilen sehr steil, und wenn er nicht steil war, führte er über weite Strecken durch die Betten der zahlreichen Bäche.

2011_10_12_01_bachweg
Das erste Ziel war die Kathedrale, ein Wegabschnitt in einem Tal, der von hohen Bäumen gesäumt ist. Auf dem Weg erläuterte unser Führer Jeffer die Symbiose von Ameisen und Ameisenbaum. Diese Pflanzen gehören zu den ersten, die sich bei der Renaturierung ansiedeln. Sie bieten den Ameisen in Ihrem Stamm einen Siedlungsplatz, die Ameisen beschützen „ihren“ Baum vor Schädlingen. Die Wanderung endete am Kolibriwasserfall.

2011_10_12_02_kolibriwasserfall
Abgesehen von der Schönheit des Platzes gab es hier noch Schwalben zu sehen, die Ihren Nistplatz geschützt hinter dem Wasserfall bauen. Sie sind vor dem schwarzen Hintergrund kaum zu erkennen.

2011_10_12_03_schwalben
Nach einer kurzen Pause ging es dann auf demselben Weg zurück.
Beim Mittagessen erläuterte Carlos uns im Anschluß an die Frage, wo das nächstgelegene Krankenhaus sei, dann das brasilianische Gesundheitswesen. Es gibt eine kostenlose Gesundheitsversorgung für alle. Auf dem Land sind die Wartezeiten mit ca. einer Stunde relativ kurz. In den Städten sieht das deutlich anders aus. Hier bilden sich lange Schlangen. Mehrere Stunden Wartezeit sollen üblich sein. Daher kann man – gegen Kostenbeitrag – Mitglied bei einem Krankenhaus werden, wo man dann, und nur in diesem Krankenhaus, schnell und kostenlos behandelt wird. Es gibt auch entsprechende Zusammenschlüsse von Krankenhäusern oder private Krankenversicherungen, die für das gesamte Land und alle Krankenhäuser gelten. Die Monatlichen Versicherungsbeiträge für eine Familie mit zwei Kindern liegt bei ca. 500,– Euro.
Am Nachmittag ging es dann zum Kanufahren auf einen nahe gelegenen Stausee. Leider regnete es wieder. Nieselregen. Zwei Mitreisende brauchten allerdings keinen Regen, um naß zu werden. Sie kippten gleich beim Einsteigen um. Wir kamen mit unserem Boot gut zurecht und machten einen Abstecher flußauf- und abwärts. Rechts und links des Stausees gingen die Berge ein- bis zweihundert Meter steil hoch. Vom Wasser aus wirkt der Regenwald noch einmal ganz anders. Die in den Bäumen hängenden Nebelschwaden verleihen dem Ganzen dann zusätzlich etwas Unwirkliches.
Auf dem Rückweg im Bus gab es dann noch Informationen zum brasilianischen Gebrauchtwagenmarkt. Während die Autos in Deutschland schnell an Wert verlieren, sinken sie in Brasilien kaum im Preis. Zum Schutz der heimischen Automobilindustrie mit ca. 200 000 Beschäftigten ist die Einfuhr von Gebrauchtwagen nicht erlaubt, auf Neuwagen wird ein Zoll von 35% erhoben.

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