Der Zen des Wanderruderns ist das Unterwegssein.

Was Jack Kerouac seinen Helden über das Wandern in den Bergen sagen läßt, gilt übertragen auch für das Wanderrudern. Oder mit Reinhold Messner: “Der Weg ist das Ziel.”

Ursprünglich sollte die diesjährige Ruderwanderfahrt des SRSV von Prag nach Hamburg führen. Aus verschiedenen Gründen mußte ich umplanen. Daher blieben wir in Schleswig Holstein.

Plön, 09:03 Uhr. Ich treffe am Bootshaus ein. Das ist für meine Verhältnisse relativ pünktlich, die Verspätung beträgt nur 3 Minuten. Zu meiner großen Freude treffen einige Teilnehmer noch etwas später ein. Nach einem kurzen Überblick verfestigt sich der Eindruck, dass alle 11 angemeldeten Teilnehmer auch wirklich anwesend sind. Es dauert nicht lange, dann sind Gepäck und Bootsmaterial verstaut. Auf geht es zu LIDL. Mit dem Bootsanhänger bleibt uns nur die LKW-Auffahrt als Parkplatz. Nach kurzer Zeit sind 7 Einkaufswagen gefüllt, die Rechnung beträgt etwas über 500,– Euro. Viele erfahrenen Hände verstauen den Einkauf in kürzester Zeit.
Die Fahrt nach Ratzeburg verläuft völlig ereignislos, abgesehen davon, dass das Navi und in die Irre führt. Die Abfahrt nach Ratzeburg ist noch nicht fertiggestellt und der Ratzeburger Ruder Club wird als nicht erreichbar dargestellt. Er ist doch erreichbar. Wir müssen bis 15:30 mit dem Einsetzen und Beladen der Boote fertig sein, da dann die Ferienpassaktion des RRC beginnen soll.130722_Gruppenfoto-klEin Gruppenfoto vor der Abfahrt, und um 15:00 legen wir ab. Der erste Streckenabschitt fürht durch den Stadtteich, dann geht es über den Ratzeburger See. Knapp 30 Grad, kein Lüftchen regt sich und die Sonne brennt erbarmungslos. An der Nordspitze des Sees habe ich bereits drei 0,5 Mineralwasser mit Blutorange-Limette Geschmack (erkennt man nur, wenn man vorher gelesen hat, was es ist) getrunken, zusätzlich einen Energy-Drink. Dann geht es auf die Wakenitz, nur noch 14 Km bis Lübeck. Die Strömung ist kaum merklich, dafür kommt der Wind von vorne. Das reduziert zwar die Kilometerleistung, ist aber angenehm, weil es kühlt und den Mücken keine Chance läßt. Die Wakenitz gilt als Lübecker Amazonas. Wenn das so ist, dann ist die Schwentine der holsteinische Orinoko. Je weiter wir uns Lübeck nähern, umso mehr muß man auf die zahlreicher werdenden Schwimmer aufpassen. Hinter der zweiten Straßenbrücke führt ein Stichkanal durch eine malerische Hinterhoflandschaft (hat nichts zu tun mit der Deutschen Hinterhofstraße), dann erreichen wir die Übersetzstelle zur Trave. Von dort sind es nur wenige Meter zur Lübecker Rudergesellschaft, wo ich uns zur Übernachtung angemeldet habe. Die Bootswagen der LRG erleichtern den Transport der Boote und des Gepäcks. Nach einiger Zeit ist das Gepäck im Gruppenraum verteilt und die Dosenravioli köcheln auf dem Herd, allerdings erst nach einer Einweisung in den Gebrauch des Dosenöffners.
Nach dem Essen setzt die Dämmerung ein und wir haben ein nicht ganz kühles Bad in der Wakenitz genommen. Heute ist Vollmond. Ahuuuu!. Zurück im Bootshaus der LRG endet der Abend mit ein paar Runden Werwolf.

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