Große Plöner Teil zwei

Ich habe mich am 24. November ein wenig mit dem Kreisheimatmuseum beschäftigt und angekündigt, in loser Folge weiter zum Thema Kadettenanstalten zu schreiben. Jetzt ist es so weit.

Wie berichtet, stolperte ich vor einiger Zeit über die Bezeichnung von General Ludendorff als großer Plöner. In einer EMail unterrichtete ich die Landrätin hierüber. Dafür sah ich zwei Gründe:
erstens beinhaltet die Formulierung „Große“ eine positive Bewertung (Friedrich der Große, Alexander der Große),
zweitens hielt ich es für schädlich für den Ruf der Stadt, wenn eine solche Formulierung unkommentiert in einem öffentlichen Gebäude zu lesen ist.

Als Antwort auf meine EMail erhielt ich Mitte August einen Brief vom Vorsitzenden des Museumsvereins. Hierin wurde mir mitgeteilt, dass die Beschriftung geändert wird. Ergänzend wird ausgeführt, dass „die Kadettenecke …, wenn man sich der kompletten Ausstellung zu dem Thema annimmt, in sich schlüssig“ ist. „Die Bezeichnung „große Plöner“ ist hier eindeutig aus der Sicht der Kadetten geschildert, die die Ausstellung 1982 eingerichtet haben und für die die Herren in ihrer Zeit große Plöner waren. 2010 wäre ergänzend zu diesem Ausstellungsteil ein Faltblatt erstellt worden.
Zudem wurde ich eingeladen, dem Museumsverein beizutreten.

Darüber habe ich mich ein wenig geärgert. Der Hinweis, „wenn man sich der kompletten Ausstellung annimmt“ beinhaltet stillschweigend den Vorwurf, dass ich das nicht getan hätte. Die Aufforderung, Mitglied im Museumsverein zu werden, ist eine elegante Art, kritische Stimmen ruhig zu stellen, indem man sie einbindet. Darauf lasse ich mich nicht ein, denn ich will mich nicht verzetteln. Außerdem glaube ich nicht, daß der Museumsverein sich wirklich freuen würde, wenn ich dort aktiv würde.
Mein Schwerpunkt ist und bleibt die Stadtentwicklung. Wenn ich mich mit der Stadtgeschichte beschäftige, dann tue ich das in den Zeiträumen, die mir neben beruflichen, privaten und ehrenamtlichen Verpflichtungen bleiben. Aus diesem Grund komme ich auch jetzt erst dazu, mich näher mit dem Thema zu befassen.

Mittlerweile ist in der Kadettenausstellung eine etwa postkartengroße Hinweistafel angebracht worden. Dort ist der Hinweis zu lesen, dass die Ausstellung selber schon eine Quelle an sich sei. Das triff sicher zu. Leider fehlt, und das macht nach meiner Auffassung eine gute Ausstellung aus, sowohl jegliche Quellenkritik wie auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema Kadettenanstalten an sich.
Für mich ist das Ganze ein fast schon peinlicher Versuch, sich maximalminimalistisch zumindest so weit von der betreffenden Inhalten zu distanzieren, so dass man sich gerade eben nicht mehr angreifbar macht.

In meinem nächsten Beiträgen werde ich auf das Leben und Wirken von General Ludendorff und zwei weiteren großen Plönern eingehen.

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