Z. tritici

Heute lief der letzte Wintervortrag im hiesigen Max-Planck Institut zum Thema: Entstehung von neuen Krankheiten im Agrar-Ökosystem. Vorgetragen hat Frau Prof. Dr. Eva Stukenbrock.

Ich wußte bereits, daß der Mensch eine ungeheure Anzahl von Mikroorganismen beherbergt. Das dies auch für Pflanzen zutrifft, ist zumindest mir relativ neu, auch wenn mir die Existenz symbiotischer Beziehungen durchaus bekannt war. Die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Pflanze und Mikroorganismen scheint noch in den Kinderschuhen zu stecken.

Besonders interessant fand ich die Ausführungen zu der Verbreitung der Blattdürre, einer Krankheit, die durch Pilze (Z. tritici / Zymoseptoria tritici) ausgelöst wird und besonders Weizen befällt. Der Weizen wurde vor 10 bis 12.000 Jahren im „fruchtbaren Halbmond“ (Jordan, Euphrat und Tigris-Gebiet kultiviert. Seit ca. 11.000 Jahren wird er durch die Pilzkrankheit befallen. Anhand genetischer Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, daß sich die Pilze aus dem Bereich des heutigen Israel und Iran kommend zuerst nach China und Mitteleuropa verbreitet haben. Von Europa aus sprang die Krankheit dann nach Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien über.

Der Pilz dringt durch den Spaltapperat des Blattes in die Wirtspflanze ein. Über die Ausschüttung von Proteinen manipuliert er das Immunsystem seines Wirtes und breitet sich aus. Seine Nahrung bezieht er aus Zellen, die er zum Absterben bringt. Der Pilz bildet dann innerhalb der Blätter Sporen, die für eine weitere Verbreitung der Krankheit sorgen.

Die durch die agrarwirtschaftliche Umgebung bestimmte Umwelt sorgt für eine Vielzahl genetisch identischer Wirtspflanzen sowie für deren homogene zeitliche und räumliche Verteilung. (Eine feine Umschreibung für Monokulturen.) Das begünstigt die Ausbreitung der Pilzerkrankung.

Der Z. tritici konnte mittlerweile eine Resistenz gegen Pflanzenschutzmittel entwickeln, in diesem Fall gegen Fungizide. Der Pilz hat 21 Chromosomen, davon 13, die als essential und 8, die als dispensable bezeichnet werden. Soweit ich es verstanden habe, wird die Anpassung des Pilzes an die Fungizide durch eine Veränderung im Bereich der Chromosomen vermutet, die als dispensable bezeichnet werden.

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