Die Ilztalbahn, Parallelen zur Ostholsteinbahn

Am Samstag hat der Förderverein Ostholsteinbahn seine Jahreshauptversammlung durchgeführt. Im Jahresbericht wird die aktuelle Situation dargestellt. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat am 14. Oktober 2010 beschieden, die Strecke nicht von Bahnbetriebszwecken freizustellen. Nachdem die Widersprüche gegen diesen Bescheid abgelehnt wurden, ist er jetzt rechtskräftig.
Im vergangenen Jahr wurde bereits eine Verkehrzählung an den Bahnübergängen durchgeführt. Sie ist Grundlage für die Entscheidung, welche Sicherungsanlagen an den jeweiligen Stellen vorzusehen sind.
Darüber hinaus wurden große Teile der Strecke aufgenommen, um festzustellen, in welchem Zustand sich Schienen, Schwellen, Schotter, Dämme, Brücken und Wasserdurchlässe befinden.
Diese Aufnahme ist Voraussetzung für die Aufstellung einer Kostenstudie, die sich derzeit in der Vorbereitung befindet. Hierbei geht es vorrangig um die Ermittlung der Kosten für die Herstellung und den Betrieb der Infrastruktur. Die Stadt Neumünster hat hierfür Mittel zugesagt, die Stadt Plön und die Aktivregion haben Mittel in Aussicht gestellt. Die Kostenstudie ist dann Grundlage für einen Wirtschaftsplans, der eine Grobkalkulation der Einnahme- und Ausgabensituation ermöglicht.
Im Anschluss hat Prof. Dr. Schempf, einer der Geschäftsführer der Ilztalbahn GmbH, über die erfolgreiche Reaktivierung dieser Bahnstrecke, die heute wieder Passau und Freyung verbindet, vorgetragen. Hierbei sind zahlreiche Parallelen zwischen der Ilztalbahn und der Strecke Neumünster – Ascheberg – Plön zu sehen.
Auch in Bayern war bereits der Antrag auf Freistellung von Bahnbetriebszwecken gestellt, es gab bereits Vorgespräche über die Verwertung der Schienen und Schwellen. In mühevoller Überzeugungsarbeit gelang es den Bahnfreunden, die Freistellung zu verhindern, die Strecke wieder zu ertüchtigen und einen Bahnbetrieb zu etablieren.
Die Wiederherstellung der Gleisanlagen war sehr aufwendig, denn die Strecke war an mehreren Stellen unterspült. Der Aufwand für die Wiederherstellung ist vielleicht mit dem Aufwand für die Wiederherstellung der Brücken zwischen Wankendorf und Ascheberg vergleichbar.
Bei der Ilztalbahn hat die Rhein Sieg Eisenbahn die Bewirtschaftung der Infrastruktur übernommen. Ein ähnliches Modell wird auch bei der Strecke Neumünster – Ascheberg – Plön angestrebt.
In beiden Fällen führt die Strecke durch landschaftlich reizvolle Bereiche.
Ähnlichkeiten bestehen auch bei der Nutzung. Für die Stadt Passau mit ca. 60.000 Einwohnern wird über die Bahn der Zugang zum Nationalpark Bayrischer Wald erschlossen, während die Urlauber aus dem Bayrischen Wald die Möglichkeit zu einem Abstecher nach Passau haben. Die Ostholsteinbahn würde die Holsteiner Schweiz für den Bereich Neumünster erschließen, während die Urlauber aus der Region Großer Plöner See die Möglichkeit hätten, einen Abstecher nach Neumünster zu machen.
Wichtig ist in jedem Fall, daß an der Strecke und den Start- und Endpunkt touristische Angebote bereitgehalten werden bzw. auf den Fahrplan abgestimmt sind.
Die Ilztalbahn wird momentan lediglich an den Wochenenden touristisch genutzt, wobei ein Verbund mit der Tschechischen Bahn in Böhmen hergestellt werden konnte.. Die touristische Nutzung ist das, was auch der Förderverein Ostholsteinbahn für realisierbar. Der Güterverkehr stellt eine weitere Option dar, der im Fall Ilztalbahn möglicherweise in Kürze zum Tragen kommt. Die Wiederaufnahme des öffentlichen Personenverkehrs ist eine Option, die mit dem Erhalt der Strecke nicht aus den Augen verloren werden sollte.
Der Fahrbetrieb selbst wird durch den Förderverein sichergestellt und basiert hauptsächlich auf freiwilliger Mitarbeit. Der Tip von Prof. Dr. Schempf ist, hier auf moderne Züge zu setzen und den Museumsbetrieb als Ergänzung zu betrachten, da nur so die entsprechenden Fahrgastzahlen realisierbar sind. Die Ilztalbahn kann hier auf Triebwagen eines anderen Bahnbetreibers zurückgreifen, die am Wochenende günstig zu mieten sind.
Besonders erfreulich war, daß Vertreter der Verwaltungen der Städte Neumünster und Plön anwesend waren. Die Selbstverwaltung der Stadt Plön war durch Herrn Ewers von der FWG und durch mich vertreten.
Zu guter Letzt wurde ich noch wohlwollend auf mein Eintreten gegen die Seewiesen angesprochen und darauf hingewiesen, daß der neu gegründete Ortsverband der Grünen noch Konvertiten von der SPD sucht.

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