Gastbeitrag von Herrn Dirk Meußer

Zum besseren Verständnis der folgenden Texte: Ingo Buth hat mir die Möglichkeit gegeben, einen Gastbeitrag zur Frage der Unabhängigkeit des Kandidaten Stefan Meyer zu schreiben. Ausgangspunkt war eine als Kommentar veröffentlichte Replik auf seinen Blogeintrag, der Meyers Unabhängigkeit in Frage stellt.

Hier mein vorangegangener Originalbeitrag:
Moin Herr Buth,
als Plöner FDP Ortsvorsitzender und bekennender Unterstützer Stefan Meyers möchte ich Ihnen kurz darlegen, weshalb er – gerade im Vergleich zu Winter – sehr wohl ein unabhängiger Kandidat ist:
Stefan Meyer hat der FDP, wie allen anderen Parteien, frühzeitig und offen seine Absicht in Gesprächen kundgetan, als Bürgermeisterkandidat zu kandidieren. Unser Gespräch mit ihm verlief konstruktiv, sachorientiert und auf Augenhöhe. Er wählte auch nicht den einfachen Weg einer Parteinominierung, sondern sammelte die dafür erforderlichen Unterstützungsunterschriften der Plöner Bürgerinnen und Bürger.
Vom Kandidaten Winter habe ich als FDP Ortsvorsitzender wenige Tage, nachdem wir im Kreise aller Plöner Ortsvorsitzenden (!) noch einen gemeinsamen Kandidaten suchten, durch den Anruf des Redakteurs des Ostholsteiner Anzeigers erfahren, der von mir die SPD Kandidatur kommentiert haben wollte.
Dass Stefan Meyer bereits mit Beginn seines Wahlkampfes jede Öffentlichkeit (nicht nur, aber auch im Gefolge von Herrn Jagusch) nutze, ist aus meiner Sicht völlig legitim. Wir haben als FDP mit beiden Kandidaten gesprochen. Wir kennen uns, lieber Herr Buth. So sehr ich als Kommunalpolitiker Tradition und Brauchtum schätze, ist mir persönlich als Liberaler jegliche männerbündische Vereinstätigkeit, auch die Plöner Schützengilde, völlig fremd. Dass einem leitenden Kriminalbeamten aufgrund seiner Vereinstätigkeit unterschwellig immer wieder die Nähe zum Filz unterstellt wird, finde ich befremdlich, vor allem vor dem Hintergrund des vielfachen ehrenamtlichen Engagements Meyers.
Wir haben uns als FDP nicht für einen CDU-Kandidaten entschieden, sondern für einen gradlinigen und überzeugenden Menschen. Er hat in seinem Wahlkampf im Übrigen keine CDU-Prominenz auffahren lassen. Beim Kandidaten Winter habe ich manchmal den Eindruck, dass kein Thema ohne SPD Minister im Gefolge besetzt wird. Stefan Meyer ist unabhängig und das nicht nur formal.
Dirk Meußer
FDP Vorsitzender Plön

Hier meine abschließende Ergänzung als Entgegnung auf die Einwände durch Herrn Buth:

Über eines werden wir uns schnell einig: Dass Stefan Meyer CDU Mitglied ist und als solches politische Grundüberzeugungen mitbringt, bestreitet niemand. (Stefen Meyer sicherlich am wenigsten.) Ich habe mich in meinen Ausführungen nicht nur auf die Sammlung der Unterschriften bezogen. Der gesamte Wahlkampf zeigt Stefan Meyer im Vergleich zum SPD Kandidaten Lars Winter geradezu als Musterbeispiel für einen unabhängigen Kandidaten. Auf eine erneute und präzisere Schilderung der gescheiterten Kandidatensuche aller Parteien verzichte ich, aber auch sie hat ein höheres Maß an Unabhängigkeit beim Kandidaten Meyer erwiesen.
Es freut mich, lieber Herr Buth, dass Sie deutlich ausgewogener formulieren als einer ihrer Leser und die Wortwahl des Filzes in Bezug auf Meyers Tätigkeit in der Plöner Schützengilde ablehnen. Den angeblichen Einfluss der Gilde auf die Politik mögen andere beurteilen: Ich war noch nie, bin nicht und werde nie Mitglied der Gilde sein. Ich bin nicht einmal gebürtiger Plöner. Aus dem jetzigen Wahlkampf kann ich Ihnen aber aus eigenem Erleben berichten, dass der Unterstützerkreis Meyers eine deutlich buntere Truppe ist als eine Mitgliederversammlung der Gilde. Ich kann Ihnen nicht einmal sagen, wie viele Gildemitglieder dabei sind, eben weil in diesem Kreis die Interessen der Gilde weder thematisiert werden noch eine Rolle spielen. Ich habe Stefan Meyer als ehrenhaften Menschen kennengelernt und bin davon überzeugt, dass auch eine erfolgreiche Wahl daran nichts ändert.
Schauen wir uns mal den Wahlkampf von Lars Winter an. Dass ich es für fragwürdig halte, dass kein Thema von ihm ohne SPD-Prominenz im Gefolge besetzt wird, habe ich schon geschrieben. Ich halte es des Weiteren für mehr als grenzwertig, wenn aktive SPD Landespolitiker mehr oder wenig offen als Vertreter einer amtierenden Landesregierung in den Kommunalwahlkampf einer Stadt in der Größe Plöns eingreifen. Das macht mich zutiefst misstrauisch. Auf seiner Website lese ich Formulierungen wie „ darum (Takt der Züge in Plön) werde ich mich als Bürgermeister mit meinen Verbindungen ins Verkehrsministerium kümmern.“
Ich hoffe sehr, dass es gute Argumente und nicht die guten Verbindungen ins Ministerium sind, die uns einen schnellen Takt der Zugverbindungen ermöglichen. Da hier aber ausdrücklich die guten Verbindungen ins Ministerium herausgestellt werden, werfe ich die Frage auf, ob diese Verbindungen nicht auch in die andere Richtung funktionieren: Werden unter einem Bürgermeister Winter in Kiel die Plöner Interessen betrieben oder in Plön die Kieler Interessen?
Stefan Meyer ist seit vielen Jahren Bürger unserer Stadt, der bei fairer Betrachtung nicht nur auf die Gilde reduziert werden darf, sondern sich ehrenamtlich auf verschiedenste Weise für das Gemeinwesen eingebracht und auch viele Impulse außerhalb der CDU aufgenommen hat. Aus seinem gelebten Interesse an unserer Stadt ist der Wunsch entstanden, Bürgermeister zu werden. Wenn er die Wahl verliert, bleibt sein Interesse an der Stadt bestehen.
Lars Winter hat seine Wurzeln in Plön. Er lebt seit vielen Jahren außerhalb Plöns. Es ist ehrenwert, dass er im Falle eines Wahlsieges mit seiner Familie nach Plön ziehen wird. Das glaube ich ihm auch. Es wurde uns ein Hochgeschwindigkeitswahlkampf der SPD mit ganz viel Liebesbekundungen des Kandidaten zu unserer Stadt präsentiert. Wenn er die Wahl verliert, wird sein Interesse an der Stadt jedoch schwinden.
Stefan Meyer hätte sich durch eine Nominierung der CDU einiges einfacher machen können. In Plön hätten Ingbert Liebing oder Daniel Günther auftreten können. Er hat sich nicht für den einfachen, sondern für einen unabhängigen Weg entschieden und ich halte das nicht für Taktik.
Unterm Strich wähle und unterstütze ich den Plöner, der in Plön die Entscheidungen für Plön fällt.
Sie werden in Ihrer Bewertung den Einfluss der Gilde höher und den der SPD niedriger ansetzen. Als interessierter Leser Ihres Blogs kann ich Ihnen versichern: Es wird kaum politische Themen geben, bei denen wir nicht unterschiedlicher Meinung sein werden. Aus diesem Grund danke ich Ihnen außerordentlich für das Angebot eines Gastbeitrages in Ihrem Blog. Unterschiedliche Ansichten und deutliche, auch zugespitzte Ansichten bei gegenseitiger Wertschätzung, das ist Demokratie. Möge am Sonntag der Bessere gewinnen!
Alles Weitere sollten wir wirklich persönlich besprechen, sonst wird das hier ein Format wie „Hauser gegen Kienzle“. 
Dirk Meußer

Anmerkung: Ich werde vorerst keine Kommentare zu diesem Beitrag freigeben, da ich versäumt habe, mich diesbezüglich mit Herrn Meußer abzustimmen. Aus pragmatischen Gründen würde ich davon absehen, da ich Herrn Meußer aus technischen Gründen keine Berechtigung zur Freigabe von Kommentaren in meinem Blog ermöglichen kann und eine gegenseitige Abstimmung administrativ zu aufwendig und zeitintensiv wäre. Ich bitte das zu respektieren.

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