Kostenrahmen gesprengt

In der heutigen Sitzung des SteU ging es um den Ausbau der Lübecker Straße. Abweichend von der Vorkalkulation mit einem Kostenansatz von 501 000 Euro lag das günstigste Angebot nach der Ausschreibung bei 628 000 Euro. Die Mehrkosten wurden u.a.  mit den gestiegenen Preisen für die Granitplatten und den erhöhten Frachtraten begründet.
Es wurden im Ausschuß mehrfach Zweifel geäußert, ob eine fast 100 %ige Preissteigerung für das Material so zu begründen ist. Sollten diese Zweifel berechtigt sein, kann man durchaus zu dem Schluß gelangen, daß die Vorkalkulation des Architektenbüros möglicherweise etwas unpräzise war.

Nunmehr gab es drei Möglichkeiten:

1. Das Ausschreibungsergebnis akzeptieren und den Auftrag erteilen

2. Den Auftrag erteilen, dabei Wechsel von von Vollgranitplatten zu Betonplatte mit Granitvorsatz

3. Der Auftrag wird neu ausgeschrieben.

Für die erste Möglichkeit, also mit dem Ausbau trotz Kostensteigerung zu beginnen, war schon im Ansatz keine Zustimmung erkennbar. Die Arbeiten hätten zwar rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft beendet werden können, aber auf die Anlieger wäre der Kostenbeitrag um ca. 25 % gestiegen. Das hätten im Einzelfall zu Mehrbelastungen von über 4000 Euro führen können. Das wollte keiner der Ausschußmitglieder den Anwohnern zumuten

Eine Erteilung des Auftrages und ein späterer Wechsel bei der Materialauswahl auf Betonplatten mit Granitvorsatz (Nachtragsangebot) wäre geeignet gewesen, den Auftrag relativ schnell zu vergeben. Dabei wurde angenommen, daß die Einsparungen durch den Materialwechsel die Kosten auf den ursprünglichen Ansatz von 500 000 Euro gedrückt hätten. Herr Becker legte dar, daß dieses Verfahren rechtlich einwandfrei ist, was von einigen Ausschußmitgliedern bezweifelt wurde. Dennoch wären Verzögerungen eingetreten, so daß die Bauarbeiten sich in die Weihnachtszeit hineingezogen hätten, so daß eine Verlegung des Baubeginnes in das nächste Jahr sinnvoll gewesen wäre. Ich hätte diese Lösung favorisiert.

Der Ausschuß hat sich ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung für die dritte Lösung entschieden. Das Ergebnis der Ausschreibung wird aufgrund der erheblichen Überschreitung der Kosten gegenüber der Vorkalkulation nicht akzeptiert. Jetzt soll bei geänderter Materialauswahl neu ausgeschrieben werden, um die Maßnahme im finanziell vertretbaren Rahmen zu halten. Da wie bei Lösung zwei auch erst nach dem Weihnachtsgeschäft mit den Arbeiten begonnen werden soll, fällt die ca. zweimonatige Verzögerung gegenüber dem Fertigstellungstermines der Lösung zwei nicht ins Gewicht.

Das nunmehr zur Auswahl stehenden Betonplatten mit Granitvorsatz sollen von Granitplatten fast nicht zu unterscheiden sein. Sie sind seit Jahren in Lübeck im Gebrauch und werden derzeit in Dresden und Koblenz verlegt.
Da erscheint die von Herrn Plischka (CDU) aufgeworfene Frage, warum wir dieses Material nicht schon in der ersten Ausschreibung als mögliche Alternative berücksichtigt haben, durchaus berechtigt.

Verkehrswege (2)

In den siebziger Jahren galten dem Verkehrsplaner Fußgänger und Radfahrer als Hindernis. Ein Beispiel dafür haben wir in Plön. Die innerörtliche Umgehungsstraße ist auf die Bedürfnisse des Autoverkehrs hin optimiert. Das beste Beispiel dafür ist die Brücke der B 76 über die Bahn. Ursprünglich nutzen Fußgänger und Fahrradfahrer den Raum zwischen Leitplanke und Geländer. Dann wurde dieser Weg durch das Verbotsschild auch faktisch so gut wie verbaut. Gebaut wurde später – das war nicht billig – die kombinierte Fußgänger- und Radbrücke.
Links der alte Schleichweg, rechts die neue BrückeLinks der alte Schleichweg, rechts die später gebaute Fußgängerbrücke

Freunde von mir haben sich Anfang der achtziger Jahre in Hannover für eine Verbesserung der Radwege eingesetzt. Der für den Radwegebau zuständige Bearbeiter konnte die damaligen Mängelbeschreibungen nicht nachvollziehen. Daraufhin wurde er zu einer Radtour eingeladen. Es stellte sich heraus, daß er gar nicht Fahrrad fahren konnte.
Das nur als Einleitung. Im letzen SteU habe ich behauptet, daß die Wegeführung des Radweges in der Eutiner Straße stadteinwärts radfahrerunfreundlich ist. Das Bild sagt eigentlich schon alles.

Nicht radfahrerfreundlichDer Zugang einer der meistgenutzten Radwege auf die Eutiner Straße. Dieses Bild läßt keine Fragen offen.

Aber im Detail. Stadteinwärts fahrend gestaltet sich die Situation sehr unübersichtlich. Die beiden Radfahrer, die hier – zufälligerweise, als ich die Fotos gemacht habe – die Straße überqueren, waren offenbar ortsfremd, orientierten sich ca. eine Minute lang und überquerten dann die Straße, um auf der „falschen“ Seite weiter zu fahren.

dfWer nicht von Anfang an auf der linken Straßenseite fährt, wechselt spätestens hier.

Wer den Schwung der Talfahrt nutzend weiterfährt, sieht sich spätestens an der Ecke zum Abbremsen gezwungen. Keinem Autofahrer würde man eine solche Straßenführung – wir befinden uns auf der Hauptverbindungsstrecke – zumuten.

Überscihtlich ist etwas anderesÜbersichtlich ist etwas anderes

Nach der scharfen Rechtskurve schließt sich eine langgezogene Linkskurve an.

2010_09_11_radweg_04Eine lange Linkskurve.

Der ehemalige Trampelpfad (rechts) ist mittlerweile befestigt. Der Übergang über die Straße – das ist der einzige Lichtblick – ist angeglichen und ohne störenden Absatz.

2010_09_11_radweg_05Einfahrtsituation in die Unterführung

Übel wird es wieder bei der Einfahrt in die Unterführung. Sie ist – trotz Spiegel – nur schwer einzusehen. Die Leitplanke verengt den Zugang. Der Radfahrer muß erneut stark abbremsen, um sich keiner Gefährdung auszusetzen.

2010_09_11_radweg_06Ausfahrt aus der Unterführung

Die Ausfahrt aus dem Tunnel ist, verglichem mit der bisherigen Situation, fast schon wieder gut. Hier geht es bergan, also heißt es, in die Pedale treten. Bis, ja bis:

2010_09_11_radweg_07Hier ist Absteigen angesagt

man am Ende des Weges endgültig zum Absteigen gezwungen wird.

Ich bin die Strecke in meiner Schulzeit fast täglich gefahren und kenne noch den alten Weg entlang der Eutiner Straße. Ich fahre die Strecke auch heute noch gelegentlich mit dem Rad, und ich bleibe dabei: Radfahrerfreundlich ist sie nicht.

Damit soll jetzt kein Fehlverhalten von Radfahrern , die von vorn herein die linke Straßenseite nutzen, entschuldigt werden, erklärt werden kann es so aber schon.  Keinem Autofahrer würde man eine solche Wegeführung auf einer Hauptverbindungsstecke zumuten.

Nebenbei: Die Weigerung des Landesamtes für Straßenbau, zusätzlich zu den Lärschutzwänden einen Fuß- und Radweg entlang der innerörtlichen Umgehungsstraße einzurichten, ist die konsequente Fortsetzung einer überkommenen Verkehrsplanung.

Es geht wieder los

Die politische Sommerpause neugt sich dem Ende zu. Diese Woche tagt der Vorstand, nächste Woche tritt der SteU zur ersten Sitzung nach der Sommerpause (25. August). Heute abend habe ich die Studie zum Weiterbetrieb der Bahnstrecke Neumünster – Ascheberg (- Plön) gelesen. Die KN hat in einer ihrer letzten Ausgaben bereits über den Sachstand und Details aus der Studie berichtet. Da die Studie u.a. von der Stadt mitfinanziert wurde, werde ich hier jetzt keine weiteren Details veröffentlichen, zumal ich bis zum 25. August weder zwingenden Termin- noch Handlungsdruck sehe. Die Vorstellung sollte Sache der Verwaltung sein.

Weiter Tagesordnungspunkte:
– Schallschutzmaßnahme an der B76 und B430. Hier hat Dr. Lorenzen von der FWG, der nach eigenen Aussagen bislang an jeder städtebaulichen Fehlentscheidung in Plön mitgewirkt hat, durch die Unterstützung der Petition eines Anwohners das Verfahren beschleunigt. In Folge werden die Gestaltungsvorstellungen der Stadt für den Bereich Eutiner Straße / Augsut Thienemann Straße nicht in der Planung berücksichtigt. Ob es möglich sein wird, sie nachträglich in die Planung hineinzubringen, ist offen. Die Verzögerungen sind, anders als von Dr Lorenzen dargestellt, nicht durch die Stadt zu vertreten. Die Verantwortung dafür liegt beim Landesamt für Straßenbau, die uns mit einer Planung konfrontieren, wie sie seit zwei Jahrzehnten schon nicht mehr zeitgemäß ist.
– Erfreulich ist die Entwicklung des B-Planes 41/Appelwarder, für dessen Aufstellung ich mich von Anfang an eingesetzt habe. Der Entwurfsbeschluß liegt vor, und was lange währt, scheint auch gut zu werden. Ich habe jedenfalls bislang noch keinen wesentlichen Knackpunkt finden können.
– Auch mi tdem B-Plan 26/1. Änderung/Vierschillingsberg geht es voran. Wir erinenrn uns: Die Stadt ist mit der Bitte um Unterstützung an den Kreis herangetreten. Die Zahlreichen Änderungen machten eine erneute Auslegung erforderlich. Das Verfahren scheint nunmehr so weit abgeschlossen, daß der Plan beschlußreif ist. Leider liegt hierzu noch keine Verwaltungsvorlage vor.
– Die Interkommunale Zusammenarbeit mit Ascheberg ist auf einem guten Weg. Nach der Kooperation im Bereich Entsorgung  geht es nun um die mögliche Realisierung eines interkommunalen Gewerbegebietes. Sofern es umsetzbar ist, wäre das ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde.
– Die Verlegung der Bushaltestelle am Schiffstal ist schon länger im Gespräch. Hier bleibt abzuwarten, welche neuen Vorschläge auf den Tisch kommen.

Es war einmal

das Schottweg – Hochhaus.

Der Abrißbagger am Werk

Der Abrißbagger am Werk

Bald wird nur noch ein Haufen Bauschutt übrig sein

Bald wird nur noch ein Haufen Bauschutt übrig sein

Seit Jahren fuhr ich in Flensburg auf dem Weg zum Dienst am Schottweg – Hochhaus vorbei. Es stand – solange ich mich erinneren kann –  leer.  In dieser Woche ging es dem Gebäude an den Kragen. Gestern konnte ich diese Bilder machen, heute lag nur noch ein Haufen Bauschutt auf dem Gelände. Einer der Gründe für die Beseitugung des Gebäudes ist sicher der demographische Wandel. In Flensburg sind immer wieder leerstehende Wohnungen zu sehen.
Ich fühle mich wieder einmal in meiner Auffassung bestätigt, daß die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch die Ausweisung von Neubaugebieten heute kein sinnvolles Anliegen mehr sein kann.

Nachdem ich bereits vorgestern in der Stadt gesehen habe, daß die Lübecker Straße aufgerissen wurde, um Gasleitungen zu verlegen, habe ich mich geärgert. Wir haben den Beginn unserer Baumaßnahmen im Rahmen der Umgestaltung extra in den Sptember gelegt, um die Innenstadt nicht während der Hochsaison zu belasten, und dann so etwas. Analog sind die Vorgänge beim Ausbau der Krabbe zu sehen. Es leuchtet mir nicht ein, warum es für die Energieversorger nicht möglich sein soll, ihre Bauvorhaben mit denen der Stadt zu koordinieren.

Heute berichtete die KN über die Aufstellung des Wetterschutzhäuschens auf dem Bahnhof. Das Rätselraten der KN kann schnell aufgelöst werden. Es gibt m.E. zwei Antworten:
1. Das schlechte Wetter kommt in unseren Breiten in der Regel aus westlichen Richtungen. Der Planer hat das berücksichtigt, so daß das Haus jetzt optimalen Wetterschutz bietet, oder
2. der Planer hat es intuitiv richtig gemacht.
Eigentlich fehlt jetzt nur noch die Bepflanzung vor der Stützmauer, die momentan keinen besonders schönen Anblick bietet. In der nächsten Ausschussitzung des SteU werde ich wohl danach fragen. Ansonsten finde ich, daß wir mit dem Bahnhof zufrieden sein können und pflichte Herrn Becker bei, daß wir uns nun über den 30 Minuten Takt freuen sollen, mit dem Kiel und Lübeck von Plön aus nun deutlich besser erreichbar sind.

Ansonsten konnte ich mich heute über Post freuen. Ich fand zwei Belegexemplare der Strategie und Technik (früher Soldat und Technik), die meinen Artikel “Der Einsatz konventioneller Uboote im Littoral Environment” veröffentlicht hat.

Falsch informiert

In der letzten Sitzung des SteU am 2. Juni ging es um die Aufrechterhaltung des Planungsverbandes Seewiesen. Als Argument für den Erhalt des Planungsverbandes wurde u.a. angeführt, daß Plön nur so Einfluß auf die weiter Entwicklung der Flächen am Trammer See  nehmen könne. Sollte der Planungsverband aufgelöst werden, würde die Umgemeindung von Flächen aus Rathjensdorf nach Plön rückgängig gemacht werden müssen. Aufgrund des neuen Landesentwicklungsplanes würde Rathjensdorf das Gebiet dann alleine entwickeln können.

Diese Information war falsch. Auch der neue Landesentwicklungsplan sieht eine Stärkung der zentralen Orte vor und beschränkt das Wachstum der Gemeinden auf 15% bzw. 8% bis 2025, abhängig von deren Lage.

Die Antworten auf viele Fragen zum neuen Landesentwicklungsplan sind auf der Homepage des Innenministeriums zu lesen.

Hohe Schlagzahl

Momentan standen und stehen in der Kommunalpolitik wichtige Entscheidungen an.
In der letzten Ratsversammlung wurde entschieden, den Planungsverband Seewiesen weiter bestehen zu lassen, auch wenn der ursprüngliche Planunszweck, nämlich die Errichtung eines hochwertigen Wohngebietes an einem künstlichen Gewässer, von den Investoren im Moment nicht weiter verfolgt wird. Mann und Frau kann sich jetzt auch ein Wohngebiet ohne See vorstellen, das man bei Bedarf entwickeln will. In Verbindung mit der Entscheidung soll die Umgemeindung der Flächen, die Voraussetzung für die Entwicklung der Seewiesen war, nicht rückgängig gemacht werden. Damit würde Plön über die Möglichkeit verfügen, weiter Einfluß auf die Entwicklung dieses Gebietes zu nehmen. Dies kann sich als richtig erweisen, da die Landesregierung derzeit an einem neuen Landesentwicklungsplan arbeitet. Dabei wird die Begrenzung, die die Dörfer derzeit noch daran hindert, ungehindert Bauland für Wohnbebauungauszuweisen, entfallen.

Nebenbei, ich halte diese Liberalisierung für schädlich. Sie bedient kurzfristig vor allem die ländliche CDU Klientel, die noch einmal kurz vor Toresschluß Ackerland vergolden und in Bauland umwandeln kann, bevor die aktuelle Bevölkerungsentwicklung die Notwendigkeit zur Ausweisung neuer Baugebiete im wesentlichen überflüssig machen wird.  Die neue Landesentwicklungsplan, wenn er denn so kommt wie beabsichtigt, leistet einer verstärkten Zersiedelung der Landschaft Vorschub. Als Folgen sind unter anderem ein verstärkter Verkehrsbedarf mit negativen ökologischen und finanziellen Auswirkungen absehbar. Wegen des erzeugten Überangebotes sind mittelfristig zunehmende Lehrstände zu erwarten. Auch die Bauherren selber werden auf lange Sicht wenig Freude an ihrem Häuschen im Grünen haben. Schon heute können Eigenheime in dörflichen Randlagen nur  zu Preisen verhauft werden, die den Eigentümern die Tränen in die Augen treiben. Die in Kauf genommene Schaffung eines Überangebotes wird den Preisverfall gebrauchter Immobilien beschleunigen. Der weit verbreitete Wunsch, im Alter wieder in die Stadt zu ziehen, wird nur mit erheblichen finanziellen Einbußen realisierbar sein.

Zurück zur Ratsversammlung. Die Weiterführung des Planungsverbandes Seewiesen ermöglicht die Einflußnahme auf diesen Bereich. Es gilt dabei, diese Flächen verantwortungsvoll zu nutzen und nicht dem erst besten neuen Plänen, an denen vermutlich schon gezeichnet wird, hinterherzulaufen. Vor der Ausweisung neuer Flächen am Stadtrand ist es wichtig, erst die vollständige Bebauung des Neubaugebietes Stadtheide abzuwarten und verstärkt  innerstädtisches Verdichtungspotential zu nutzen.

Am Mittwoch tagt der SteU um 18:00 Uhr im Rathaus. Ein Thema wird die Auswahl der Büros  für die Durchführung der Alternativenprüfung und des Einzelhandelsgutachtens sein, die im Rahmen der Bebauungsplanung für den ALDI/SKY Komplex am Klinkerteich erforderlich sind.
Darüber hinaus wird wieder einmal der Anlauf genommen, den Ausschuß darüber zu informieren, unter welchen Voraussetzungen die Stadt ein Vorkaufsrecht auf Grundstücke hat.

Vor der Sommerpause wird mit hoher Schlagzahl weitergearbeitet.

Vier Stunden und 30 Minuten.

Die gestrige Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt war mit einer Dauer von über 4 Stunden die mit Abstand längste, an die ich mich erinnern kann.

Die erste Diskussionsrunde wurde vom Ratsherrn Gottschewski (CDU) eingeleitet. Er hatte als Bürger, da er als Ratsherr befangen ist, in der Einwohnerfragestunde der 23. Sitzung mehrere Fragen zu den Planungen des ALDI/SKY Komplexes am Klinkerteich gestellt, die im Protokoll der Sitzung nicht aufgeführt sind. Er beanstandete dies und erfuhr, daß er aufgrund seiner Befangenheit als Ratsherr auch in der Einwohnerfragestunde keine Fragen stellen darf. Er bezweifelte diese Darstellung und zeigte sich verwundert, daß er diesen Umstand erst und nur auf Nachfrage mitgeteilt bekommt. Im Verlauf der Diskussion stellte sich heraus, daß die Frage im Ältestenrat behandelt wurde. Der Ausschußvorsitzende stellte darauf hin fest, daß die Information über den Fraktionsvorsitzenden der CDU an Herrn Gottschewski hätte weitergeleitet werden können.

In der Einwohnerfragestunde stelle ein Anwohner der Krabbe kritische Fragen zur Planung des ALDI/SKY Komplexes am Klinkerteich. Insbesondere wurde hinterfragt, ob es vertretbar sein, ein so großes Gebäude in eine kleingliedrig bebautes Wohngeboet zu setzen. Darüber hinaus wurde die Frage gestellt, wer die Gutachter für die Alternativenprüfung und das Einzelhandelsgutachten auswählen wird und ob diese tatsächlich unabhängig arbeiten können.
Diese Fragen sollten im Verlauf der Sitzung dann beantwortet werden.

Doch zunächst ging es um den B-Plan für den Vierschillingsberg. Der Ausschußvorsitzende merkte sarkastisch an, daß jemand beim Kreis wohl zu viel Zeit hätte, anders könne er sich die vielen Mitprüfbemerkungen nicht erklären. Aufgrund der Vielzahl der zu berücksichtigenden Bedenken wird der Plan erneut ausgelegt werden müssen.

Im Rahmen der Vorstellung der Gutachter für die Klinkerteichplanung wurde zuerst der Gutachter vorgestellt, der die Alternativenprüfung machen sollte. Wie sich im Verlauf der Diskussion herausstellte, kam der Gutachter von sich aus auf die Verwaltung zu und fragte nach, ob er nicht einmal wieder für die Stadt arbeiten könnte, ganz unverfänglich. Zufällig soll sich im Gespräch mit dem ehemaligen Bauamtsleiter ergeben haben, daß für den Bau des ALDI/SKY Komplexes ja eine Planung anstände und man kam darüber ins Gespräch. So weit, so gut. Er erläuterte auch die beabsichtigte Vorgehensweise für die Erstellung der Alternativenprüfung. Die Prüfung alternativer Standorte ist erforderlich, weil dar ALDI/SKY Bau in einem Gebiet entstehen soll, daß derzeit noch unter Naturschutz steht. Um den Schutz aufzuheben, muß vorher geprüft werden, ob das Bauvorhaben – auch in anderer Form – nicht an anderer Stelle realisierbar ist. Erst wenn diese Prüfung negativ ausfällt, kann der Schutz aufgehoben werden. Und das auch nur, wenn ein öffentliches Interesse am dem Bau besteht.

Anschließend stellten sich drei Büros vor, die um den Auftrag für das Einzelhandelsgutachten konkurrieren. Alle drei Büros waren gut vorbereitet, wie heute üblich wurden die Vorträge durch Powerpointpräsentationen grafisch unterstützt. Die wesentlichen Fragen, die die Stadt klären muß, sind für mich:
– Welche Auswirkungen hat der Standort Klinkerteich auf die Geschäfte in der Innenstadt?
– Welche Auswirkungen ergeben sich für den EDEKA/ALDI Standort in Stadtheide?
Beide Fragen werden durch die Gutachten beantwortet. Dabei habe ich auch ein neues Wort gelernt: Verträglichkeitsanalyse.

Als es zur Abstimmung über die Vergabe des Einzelhandelsgutachtens kommen sollte, wurde – soweit ich mich erinnere von Frau Killig (FDP) – die Frage gestellt, ob es nicht auch für die Alternativenprüfung konkurrierende Angebote vorliegen. Dies wurde verneint. Zur Begründing wurde ausgeführt, daß man ja schon mit dem Büro in Gesprächen steht. Gleichzeitig wurde betont, daß das Verfahren rechtmäßig sei. Da konnte ich mir die Bemerkung nicht verkneifen: “Vielleicht ist das Verfahren rechtmäßig, aber einen Geschmack hat es schon.”
Die Abstimmung über den Antrag, das Büro mit der Durchführung der Alternativenprüfung zu beauftragen, endete mit vier Ja- und vier Nein-Stimmen und war damit abgelehnt. In der weiteren Diskussion wurde dann der Beschluß gefaßt, ein weiteres Angebot für die Durchführung der Alternativenprüfung einzuholen und dann in der nächsten Sitzung zusammen mit der Entscheidung über die Vergabe des Einzelhandelsgutachtens zu entscheiden.

Ich hätte gewußt, für wen ich bei der Vergabe des Einzelhandelsgutachtens gestimmt hätte. Auch mit dieser Entscheidung kann ich leben, zumal ich mich geärgert habe, daß die schriftlichen Informationen und Angebote der Firmen erst wieder während des Vortrages verteilt wurden und nicht bereits vor der Sitzung des Ausschusses verteilt wurden.

Ich persönlich halte einen Vollversorger mit überörtlichem Einzugsgebiet für Plön für wichtig, bin aber davon überzeugt, daß der Standort Klinkerteich nur dann genutzt werden sollte, wenn alle anderen Alternativen wie etwa die Entwicklung und Erweiterung des Altstandortes in der Innenstadt oder andere alternative Standorte ernsthaft, qualifiziert und gerichtsfest geprüft wurden. Agrumente wie: “Haben wir doch alles schon gemacht”, “Das geht nicht” o.ä. mögen zwar richtig sein. Sie helfen aber nicht weiter, da zu erwarten ist, daß im weitere Verlauf Rechtsmittel gegen die Planungen eingelegt werden. Das erste anwaltliche Gutachten des NABU liegt bereits vor. Nach wie vor geht es um eine sachgerechte Lösung für Plön, und jeder Verdacht, auch nur jeder Anlaß für einen Verdacht, daß hier gemauschelt wird, muß nachweislich entkräftet werden. Daher begrüße ich die Entscheidung, eine weiteres Büro für die Alternativenprüfung mit in die Auswahl zu nehmen für richtig.

Danach ging es um den Dauerbrenner Seewiesen und die Aufrechterhaltung des Planungsverbandes. In den Versuch, diesen Antrag auf die Schnelle durchzuwinken, bin ich hineingeflankt, da ich aus Gründen des Naturschutzes, des Tourismus und auch aus Gründen der Bevölkerungsentwicklung und damit verbunden der Wirtschaftlichkeit starke Bedenken gegen eine Überplanung dieses Gebietes habe.

Anschließend ging es noch um die Bepflanzung der Stützmauer für die Gleisanlagen am Strandweg. Herr Soll (FWG) brachte die Sprache auf die Ansicht des Bahnhofes insgesammt und besonders vom Stradweg aus und regte an, hier noch Verbesserungen mit der Bahn zu vereinbahren. Herr Becker entgegnete, daß es sich nun mal um ein technisches Bauwerk handeln würde und daß die Bahn den Wünschen der Stadt in jeder Hinsicht nachgekommen ist, insbesondere sei die Höhe der Stützmauer deutlich reduziert worden und auf die ursprünglich geplante Unterführung sei zu Gunsten einer Gleisquerung verzichtet worden. Im Übrigen hätten alle die Einführung des Halbstundentaktes begrüßt und die Umbauten seien dafür erforderlich. Es wurde beschlossen, daß Efeu für die Berankung der Stützmauer ausgewählt werden soll, daß die noch aufzustellenden Bänke optisch anspechend eingepaßt werden und daß eine esthetischere Beleuchtung aufgestellt werden soll.

Die Themen B-Plan Ölmühle und Vorkaufsrecht wurden in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit geschoben.

Im nichtöffentlichen Teil wurden dann noch Bauanträge behandelt, die Luft war nach 4 Stunden allerdings raus.

Was ist ein Hinterhof?

In der letzten Sitzung des SteU habe ich argumentiert, daß die Ansicht des ALDI/SKY Komplexes zur B 76 hin die architektonische Qualität eines Hinterhofes hat. Darauf fragte einer der Architekten, was denn ein Hinterhof sei. Es müßte einen wundern, daß ein Architekt diese Frage stellte, aber irgendwie wunderte es mich in diesem Fall doch nicht. Meine Erklärung, dass das das sei, wo die Mülltonnen stehen und man früher das Hausschwein gehalten hat, sollte eigentlich gereicht haben, aber um das ganze noch einmal zu visualisieren:

Das ist ein Hinterhof:

Ansicht eines Hinterhofes

Ansicht eines Hinterhofes

Wenn einer eine Reise macht (2)

In der vergangenen Woche war ich ein paar Tage in Bremerhaven. Die Stadt hatte nach dem Zusammenbruch der Fischereiindustrie und dem Kapazitätsabbau bei den Werften erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Sie galt als der „Osten des Westens“. Ich war vor einigen Jahren für 3 Jahre in Bremerhaven stationiert. Seither wurden zahlreiche Gebäude errichtet, von denen die meisten meiner Ansicht nach gut gelungen sind und zu der „kleinen Großstadt“ passen.

Eingangssituation zum Innenstadtbereich

Eingangssituation zum Innenstadtbereich

Hier der Blick am Hochschulneubau vorbei auf die Karlsburg.

Die neue Hochschule

Die neue Hochschule

Die Gebäude der Karlsburg, sie beherbergen die Fachhochschule, greifen die Gestaltungsmerkmale der ehemaligen Bebauung auf, ohne zu “historisieren”.

Karslburg

Karslburg

Mit Blick auf den ALDI/SKY Komplex, oder aber auf den Erweiterungsbau des Max Planck Instituts kann ich nur feststellen: “Es geht, wenn man will.”

Die Kunsthalle ist neu.

Die neue Kusnthalle

Die neue Kusnthalle

Eines fällt auf. Viele der neuen Gebäude sind entweder kubistisch gestaltet und/oder verwenden dunklen Klinker, so auch das neue Lotsenhaus.

Lotsenhaus

Lotsenhaus

Von hier aus hat man den Blick auf das Alfred Wegner Institut, eine renomierte Forschungsanstalt für Polar- und Meeresforschung. Die Gestaltung soll an einen Ozeanriesen erinnern. Die Lüftung ist in Form von Schiffsschornsteinen gestaltet.

Das Alfred Wegner Institut

Das Alfred Wegner Institut

Deutsches Auswandererhaus

Deutsches Auswandererhaus

Das Deutsche Auswandererhaus ist nicht nur ansehnlich, es ist auch einen Besuch wert.

Deutsches Auswandererhaus

Deutsches Auswandererhaus

Der Neubau des Hotel Atlantik sowie das Mediteraneum und das Klimahaus haben eine ganz andere Dimension als die bis jetzt vorgestellten Gebäude. Sie sind auch anders gestaltet.

Hotel Atlantik, Mediteraneum und Klimahaus

Hotel Atlantik, Mediteraneum und Klimahaus

Wenn einer eine Reise macht

kann er gelungene Beispiele zeitgenössischer Architektur fotografieren. Derzeit bin ich auf einer Dienstreise in Bremerhaven. Nach getaner Arbeit habe ich die Gelegenheit genutzt, auf Besuch nach Bremen zu fahren, wo ich das Glück hatte, einen Schlag auf der Weser rudern zu können. Nach fast zwei Jahren im Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt habe ich mich nicht nur eingehender mit Stadtplanung an sich, sondern auch mit Architektur beschäftigt. Danach sieht man eine Stadt mit anderen Augen.  Nachfolgend ein paar Bilder gelungener zeitgenössischer Architektur, die ich während der Rudertour aufgenommen habe.

Beluga Gebäude

Beluga Haus

Das Beluga Haus steht in Bremen gegenüber der Flaniermeile “Schlachte”. Die Ziegel – Glasfassade ist trotz Gliederung klar gestaltet, ein unaufdringlicher “Hingucker”.

Weserstadion

Weserstadion

Das Weserstadion wird offensichtlich gerade mit Solarzellen verkleidet. Funktion und Gestaltung schließen sich nicht gegenseitig aus. Das Gebäude paßt sich trotz seiner Größe in die Landschaft ein.

Und weil es fast schon kitschig ist, zum Abschluß noch die Abenstimmung an der Weser.

Abendstimmung an der Weser

Abendstimmung an der Weser

Eine Perle

In der heutigen Sitzung des SteU wurde beschlossen, die Deutsche Hinterhofstraße um eine weitere Perle zu bereichern.

Ansicht von der B 76 aus

Ansicht von der B 76 aus

Anfang der Woche wurden Entwürfe für die Gestaltung des ALDI/SKY Komplexes am Klinkerteich an die Fraktionen gegeben. Es bestand die Möglichkeit, sie dort zu diskutieren. Heute wurden in der Sitzung überarbeitete Entwürfe präsentiert, womit keine Gelegenheit mehr bestand, sie vorher fraktionsintern zu besprechen.

Daß wir in den Sitzungen des SteU mit neuen Entwürfen überrascht werden, kam nicht zum ersten Mal vor und scheint System zu haben.

Die Überarbeitung der ALDI-Fassade zum Parkplatz hin hat eine deutliche Verbesserung gebracht. Die alleinstehenden Hochdächer sind aber bestenfalls eine Verschlimmbesserung. Einer meiner Hauptkritikpunkte an den bisherigen Planungen war immer, daß die Ansicht zur B 76 hin – der am meisten befahrenen Straße der Stadt – nicht den Eindruck vermittelt, daß man sich im Bereich des Stadtkernes befindet. Daher habe ich immer die Auffassung vertreten, daß die Gestaltung der Fassade an dieser Seite des Gebäudes besonders sorgfältig erfolgen muß. Leider hat sich hier – auch in den überarbeiteten Entwürfen – fast gar nichts getan.
Der Entwurf stellt sich wie folgt dar: Der Höhenunterschied zwischen dem ALDI- und SKY-Gebäude beträgt 1.5 Meter. Technisch wäre es möglich gewesen, hier eine klare, durchgehende Dachkante zu realisieren. Offensichtlich wurde diese Lösung nicht in Betracht gezogen, ob aus Mangel aus Phantasie oder weil es so billiger ist, kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise war es auch nur einfacher, zwei Standardentwürfe für Märkte zusammenzuschieben.
Der hier gelegene Anlieferungsbereich greift dieses Gestaltungsmerkmal auf. Es wurde gesagt, daß er interessant gegliedert ist. Ich finde, er ist bestenfalls zergliedert.
Auf jeden Fall handelt es sich nicht um einen architektonischen Leckerbissen. Die nunmehr vorgesehene Aufstellung von möglicherweise begrünten Stahllamellen wird daran wenig ändern. Dass Supermärkte auch ansprechender gestaltet werden können, habe ich in früheren Beiträgen meines Blogs gezeigt
Leider folgte der Ausschuß meinem Antrag nicht, hier einen überarbeiteten Entwurf abzufordern, der mit klaren Linien und großen, zusammenhängenden Flächen sowie senkrechten Fensterelementen die Gestaltungsmerkmale der übrigen drei Fassaden aufnimmt, um ihn als Alternative in der nächsten Sitzung des SteU zur Abstimmung vorzulegen.

Gesamtschau, Ansicht von allen Seiten

Gesamtschau, Ansicht von allen Seiten

Ich habe gegen diesen Entwurf gestimmt.

Was gab es sonst noch?

Die Sitzung begann mit einem Ortstermin am Strandweg, um sich einen Eindruck von der Spundwand am Bahngleis zu machen, über deren Gestaltung später beschlossen werden sollte. Die vorgelegten Entwürfe fanden bei den Mitgliedern keine Zustimmung. In der nächsten Sitzung sollen neue Pläne vorgelegt werden, die die Anregungen des SteU berücksichtigen sollen.

Ich habe das Arbeitsergebnis der Arbeitsgruppe Schwimmhalle vorgetragen, daß Herr Plischka (CDU), Herr Feindt (DLRG) und ich nach unserem Besuch in der Eutiner Schwimmhalle zusammengetragen haben. Der Kernpunkt unserer Arbeit war die Feststellung, daß das Personal der Schwimmhalle in die Planung und während der Bauphase mit einbezogen werden muß. Erfreulicherweise stellten wir fest, daß dies bereits erfolgt ist. Darüber hinaus konnten viele weitere Punkte angesprochen werden, so daß wir hoffentlich auch im Detail zu einer guten Lösung kommen.

Dann ging es noch um den Ausbau der Lübecker Straße / Bahnhofstraße. Nachdem die Verkehrsaufsicht die von uns favorisierte Einbahnstraßenlösung im Bereich Alte Post / ZOB, mit der 22 zentrumsnahe Parkplätze geschaffen worden wären, abgelehnt hat, werden jetzt noch einmal neue Entwürfe für diesen Bereich erarbeitet, die in der nächsten Sitzung des SteU vorgestellt werden sollen. Erst danach soll entschieden werden, ob rechtliche Schritte gegen den Bescheid der Verkehrsaufsicht eingeleitet werden sollen.

Am Rande der Sitzung wurde ich angesprochen, ob mir bekannt sei, daß der Planungsverband Seewiesen weitermachen soll, nur diesmal ohne See. Ich konnte dazu wenig sagen, da ich an der letzten Sitzung des Planungsverbandes Seewiesen nicht teilgenommen habe. Der Termin sollte im Bürgerinformationssystem bekannt gegeben werden, wurde er aber nicht. Ich habe aber daran erinnert, daß die Ratsversammlung sich aber klar festgelegt hat, daß hier nur ein hochwertiges Baubebiet mit See entstehen soll, sonst gar nichts. Wo bliebe unsere Glaubwürdigkeit, wenn wir bei erster sich bietender Gelegenheit ein Baugebiet ohne See lostreten, weil der nächste Investor an der Tür kratzt. Jetzt bin ich gespannt, wie es an dieser Stelle weitergeht. Es bleibt spannend.

Dickes Ei ?

Wie sich bereits herumgesprochen hat, wurden die Planungen der Investorengruppe Seewiesen erst einmal beendet. Damit stellt sich die Frage, wie es mit dem Planungsverband und den Flächen weitergehen soll.
Ich habe den Vorsitzenden des Planungsverbandes Seewiesen vor einiger Zeit gebeten, künftig die Einladungen zu den Sitzungen zu erhalten. Darüber hinaus wurde in der Einwohnerfragestunde des vorletzten SteU gefragt, ob die Termine des Planungsverbandes Seewiesen nicht ins Bürgerinformationssystem eingestellt werden könnten. Beides wurde mündlich zugesagt.

Wenn ich richtig informiert bin, fand am 30. März eine Sitzung des Planungsverbandes Seewiesen statt. Der Termin stand weder im Bürgerinformationssystem, noch habe ich eine Einladung erhalten. Hier muß die Frage erlaubt sein, ob da lediglich etwas schief gegangen ist oder ob die Teilnahme der kritischen Öffentlichkeit bewußt erschwert werden sollte.

Bauantrag Schwimmhalle im SteU beschlossen

Die bs2architekten gmbh stellte heute den Bauantrag für die Schwimmhalle im SteU vor, die Zustimmung des SteU war einstimmig. Im Rahmen der Diskussion wurde klargestellt, daß der vorliegende Antrag nur die zwingend notwendigen Maßnahmen beinhaltet, die für den Betrieb der Schwimmhalle in den nächsten 25 Jahren erforderlich sind. Die Beschränkung auf das Wesentliche ist notwendig, um den finanziellen Rahmen nicht unnötig zu überschreiten, denn die erforderliche Betonsanierung und Schadtstoffentsorgung haben sich bereits jetzt als Kostentreiber erwiesen.
Die Umsetzung der Planung ist noch nicht zeitkritisch, sollte aber zügig angegangen werden, da der Abrechnungstermin Oktober 2011 eingehalten werden muß, um die Zuschüsse aus dem Konjunkturprogramm nicht zu gefährden. Der Baubeginn ist für Juni vorgesehen, die Fertigstellung wird im August 2011 erwartet.

Die energetische Sanierung, Voraussetzung für die Förderung, wird durch mehrere Maßnahmen erreicht. Dazu gehören u.a. eine Wärmerückgewinnung im Lüftungssystem und der Einbau eines kleinen Blockheizkraftwerkes. Herr Plischka von der CDU fragte nach, ob die Einrichtung eines größeren Blockheizkraftwerkes, das auch das Hotel und die Wohntürme mit versorgen könne, nicht sinnvoller sei. Es stellte sich heraus, das dies problematisch wäre, da es nicht im Förderumfang erfaßt ist. Als Alternative wurde angedacht, dieses Kraftwerk durch die Stadtwerke betreiben zu lassen und die Versorgungsleistung dort zu beziehen. Das wäre möglich, ließe sich aber im bestehenden Gebäude nicht mehr integrieren. Die Planung eines externen gelegenen Blockheizkraftwerkes wäre in der verbleibenden Zeit vermutlich auch nicht mehr realisierbar. Aufgrund der erforderlichen Dachlast ist die Installation von Photovoltarik-Anlagen nicht möglich. Auch Heizschlangen für die Erwärmung des Badewassers sind nicht sinnvoll, da das Schwimmbad als Ganzjahresanlage anderen Bedingungen unterliegt als das Freibad, das nur im Sommer betrieben wird, wo derartige Anlagen durchaus sinnvoll sind.

Nach dem Ausschuß ist vor dem Ausschuß

Die letzte Sitzung des SteU liegt noch nicht lange zurück, schon steht die nächste Sitzung bevor. Morgen wird der Bauantrag für  die Schwimmhalle vorgestellt, der dann noch vor Ostern eingereicht werden soll.

Von der letzten Sitzung wollte ich nachträglich noch berichten:

– Der Belag für den Fußgängerstreifen im verkehrsberuhigten Bereich der Lübecker Straße wurde ausgewählt. Es handelt sich um einen ebenen Granit mit rauher Oberfläche, der fugenfrei verlegt werden soll, damit Kinderwagen und Rollatoren in diesem Beerich problemlos geschoben werden können.

– Meine Anfrage bezüglich der Solgleite Spitzenort wurde beantwortet und scheint mittlerweile von den Ereignissen überholt worden zu sein. Am K-Freitag soll Eröffnung sein.

Hier schon mal zwei Bilder:

Solgleite stromabwärts

Solgleite Spitzenort, oberer Teil stromabwärts gesehen

Vom Plöner See her kommend geht es erst einmal relativ ruhig los. Gummiwasser.

Etwas anders sieht es im unteren Teil der Solgleite aus.

Solgleite, unterer Teil vom Mühlensee aus gesehen

Solgleite Spitzenort, unterer Teil, vom Mühlensee aus gesehen

Beim derzeit hohen Wasserstand strömt die Schwentine doch mit erheblicher Wasserwucht.

Aus dem letzten SteU (2)

Dr. Lorenzen (FWG) beklagt seit einiger Zeit, daß die Umsetzung der Schallschutzmaßnahmen an der B 76 seiner Meinung nach schon viel zu lange durch die Stadt verzögert wird. In einer der vergangenen Sitzungen kündigte er an, daß er einen betroffenen Bürger bei der Formulierung einer Petition unterstützen würde. Das hat er getan, die Antwort des Petitionsausschusses liegt ihm mittlerweile vor. Er las Auszüge daraus vor, die ihn in seiner Ansicht bestätigten.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Bernd Möller (SPD) und Herr Becker vom Bauamt stellten dazu klar, daß die Lärmschutzmaßnahmen seit ca. 30 Jahren fällig und die Verzögerungen vorwiegend durch das Landesamt für Straßenbau zu vertreten sind. Daß die Stadt auf die Gestaltung der Lärmschutzmaßnahmen Einfluß nehmen will, ist klar, weil die Schallschutzwände einen massiven Eingriff in das Stadtbild darstellen werden. Seitens der Stadt wurden – gemeinsam mit den Städteplanern vom Planwerk – gestalterische Vorstellungen entwickelt, auf die das Landesamt für Straßenbau nur sehr zögerlich und bei weitem nicht in vollem Umfang eingegangen ist. Darüber hinaus wurde dargestellt, daß die Maßnahmen lediglich im Bereich der innerörtlichen Umgehung greifen werden, der problematische Bereich Rautenbergstraße bleibt unberücksichtigt.

Dieser Darstellung kann ich eher folgen als den Ausführungen von Dr. Lorenzen, der wieder einmal im “Hau Ruck Verfahren” suboptimale Lösungen durchsetzten will. Ich hätte es begrüßt, wenn das Landesamt für Straßenbau den Vorstellungen der Stadt noch weiter entgegen gekommen wäre und der Einrichung eines Rad- und Fußweges entlang der B 76 zugestimmt hätte. Dadurch wäre eine verringerte Fahrbahnbreite erreicht worden, die die Leistungsfähigkeit der Straße nicht reduziert, aber zu einer Verringerung der Durchschnittsgeschwindigkeit geführt hätte. So wäre dem Lärmschutz mehr gedient worden als durch die massive Aufstellung von Schallschutzwänden, die einen Tunneleffekt erzeugen und damit zum Rasen verführen, was weitere Lärmbelästigung nach sich zieht .

Der einzige Vorwurf, den man der Stadt machen kann ist, daß man seit 30 Jahren keine Vorstellungen entwickelt hat, wie sich die Stadt an ihrer am meisten befahrenen Straße präsentieren soll. Hier besteht meiner Meinung nach einVersäumnis, an dem auch Dr. Lorenzen, der seit Jahrzehnten kommunalpolitisch aktiv ist, seinen Teil an Verantwortung mitträgt.

Einer wirkungsvoller Lärmschutz läßt sich – mittelfristig – nur durch Verkehrsvermeidung ererichen. Ein möglicher Lösungsweg hierzu wäre, die B 76 zwischen Kiel und der Autobahnauffahrt Eutin nach Fertigstellung der A 20 zu einer Mautstrecke zu machen.

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