Eigentum an den Seewiesen?

In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt sollte die Frage beraten werden, wie die Eigentumsverhältnisse am geplanten Gewässer geregelt werden sollen. Da es sich lediglich eine Beratung auf der Tagesordnung stand, konnte in dieser Angelegenheit kein Beschluß gefaßt werden. Und das ist auch gut so, da hierzu durchaus noch Fragen offen sind. Ich habe, was vielleicht etwas hölzern wirkte, einen vorbereiteten Text verlesen, den ich als Anlage zum Protokoll gegeben habe und den ich nachfolgend kurz, oder doch nicht ganz so kurz, zusammenfasse:

Es wurde ein renommierter Anwalt mit der Prüfung befaßt. Da das Gewässer zumindest zeitweise von der Trammer Au durchflossen werden soll, müssen sich die Stadt Plön und die Gemeinde Rathjensdorf am Gewässer und damit auch an dessen Unterhalt beteiligen. Für diesen Fall wurde untersucht, ob die Gründung oder der Beitritt zu einem Gewässerverband oder die Umlage der Kosten über Gebühren für die Stadt günstiger ist.
Der Anwalt schlägt die Verbandslösung vor, die von der Gemeinde Rathjensdorf bereits beschlossen wurde.

Es wurde in der Sitzung allerdings sehr deutlich, daß viele Ausschußmitglieder an der bislang wiederholt bekräftigten Absicht festhalten wollen, kein Eigentum an dem Gewässer zu erwerben.

In dem Zusammenhang ist zu prüfen, ob die Durchleitung der Trammer Au durch das zu schaffende Gewässer nicht vermieden werden kann, um damit eine Beteiligung der öffentlichen Hand zu vermeiden. Eigentlich kann das kein Problem sein, denn wenn man den Planern glauben darf, kann sich der See problemlos aus dem Grundwasser speisen.

Interessante Informationen zur Qualität des neu anzulegenden Gewässers bietet eine Untersuchung des Büros Coastal Research and Management in seiner Abschätzung der Entwicklung der Wasserqualität in einem neu anzulegenden Gewässer vom 15. September 2009

Für das Gewässer wird vorhergesagt, daß es sich zunächst eutroph bis polytroph entwickeln wird. Das bedeutet:
– moorige Komponenten,
– bräunliche Färbung
– Sichttiefe weniger als 1 Meter.
Eine längerfristige Prognose über 10 Jahre hinaus ist im Gutachten nicht enthalten. Die Annahme, daß langfristig eine bessere Wasserqualität zu erwarten ist, entbehrt aber jeder Grundlage.

Damit sind Veralgung und Verkrautung schon lange vermutete und nunmehr bestätigte Fakten.
Auf den Seiten 28 – 30 finden sich folgende Aussagen zum Algenwuchs:
“Goldalgen … produzieren leicht flüchtige Stoffe, die zwar ungiftig sind, aber unangenehm fischig riechen können.”
“Grünalgen …. Sie fallen durch eine starke Grünfärbung des Wassers oder durch aufschwimmende Algenmatten auf … .” Bei Wellengang kann es zu Schaumbildung kommen.
“Blaualgen … können Giftstoffe freisetzen, die zu Hautreizungen und bei Verschlucken zu Übelkeit … führen können.

Darüber hinaus sind Verkrautung und das Auftreten von Wasserlinsen ist zu erwarten.

Auf Seite 36 werden „Verhaltensbedingte Regeln“ genannt, die ggf. zu berücksichtigen sind, u.a.:
“Erkennbare Zeichen sind bläulich – grünliche Trübungen des Wassers an der Badestelle, u.U mit Schlierenbildung einhergehend.” Es sollte nicht mehr gebadet werden, wenn man seine Füße ab Kniehöhe nicht mehr erkennen kann. In diesem Fall sollen auch Kleinkinder nicht mehr am Spülsaum plantschen oder am Rand des Wassers spielen.

Um ein Umkippen des Gewässers zu vermeiden, wird eine Belüftungsanlage vorgeschlagen. Die Kosten hierfür werden mit 1000,– Euro beziffert. Die Unterhaltskosten werden nicht näher betrachtet. Positiv anzumerken ist, dass für den Betrieb der Belüftungseinrichtung eine Solarstromanlage empfohlen wird. Deren Kosten (Abschreibung, Instandhaltung, Wartung, Pflege) werden nicht weiter betrachtet. Das gilt auch für die erforderlichen Anlagen und Geräte zur Entkrautung und Entschlammung
Im Rahmen der erforderlicher Entkrautungsmaßnahmen und beim Abfischen der Wasserlinsen wird Biomasse anfallen, deren Entsorgung in Biogasanlagen vorgeschlagen wird. Transport- und Entsorgungskosten werden nicht beziffert.
In wie weit der bei der Entschlammung anfallende Schlamm über Biogasanlagen entsorgt werden kann ist fraglich. Die Kosten für die Entschlammung werden mit 10.000 Euro alle 10 Jahre beziffert.

Die Unterhaltskosten werden auf 10.000 Euro pro Jahr geschätzt, was ich für viel zu niedrig halte. Die Stadt hätte 7% der Kosten zu tragen, zuzüglich der Kosten für ihre Eigentumsanteile am Gewässer.

Während der Bauzeit wird es zu einer erhöhten Nährstoffbelastung der Trammer Au kommen, die in den Kleinen Plöner See abgeführt wird, wobei der Schadstoffgehalt der Trammer Au aufgrund der Düngung im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung bereits beim Faktor 14 (140%) über dem Gehalt des kleinen Plöner Sees liegt.
Während der Bauphase ist mit einer Erhöhung der Schadstofflast um 1991 Kg Stickstoff und 43 Kg Phosphor zu rechnen.
Für die Situation ein Jahr nach Fertigstellung des Gewässers wird gesagt: “Die Trammer Au fließt nun in der Regel durch den neuen See … .””Die Gesamt-Nährstoffeinträge in den Kleinen Plöner See sind noch immer höher als die der Trammer Au alleine (Stickstoffeintrag < +6%, Phosphateintrag 11,4%)” (S. 20)
5 bzw. 7 Jahre nach Fertigstellung ist der Phosphor- bzw. der Stickstoffeintrag niedriger als die der Trammer Au nach heutigem Stand. (S. 25)  Dabei wird jedoch vorausgesetzt, daß das Gewässer zu 20% mit Schilf bewachsen ist.

Die Aussage, daß durch die Besiedlung die landwirtschaftliche Nutzung und damit der Eintrag von Dünger entfällt, ist nur teilweise richtig. Das Einzugsgebiet der Trammer Au umfasst meines Wissens über 150 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Der Wegfall von max. 10% dieser Fläche kann damit nicht entscheidend für den gesamten Nährstoffeintrag.
Die Aussage, dass der Einstrom von Regenwasser guter Qualität die Wasserqualität des Gewässers verbessern kann, ist nur dann richtig, wenn die dafür notwendigen Maßnahmen im B-Plan festgeschrieben werden (Versiegelung, Gartennutzung iVm Düngung, Material Dachrinnen ect.).
Ob der erhöhte Eintrag von Nährstoffen – auch wenn er zeitlich auf ca. 10 Jahre befristet sein sollte – mit der Ausweisung des kleinen Plöner Sees als FFH Fläche vereinbar ist, muß sicher noch geprüft werden.

Lichtblick für den Tartarnplatz in Stadtheide

In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (SteU) wurde bekannt gegeben, daß die Zuständigkeit für den Abriss des Tartanplatzes nicht beim Ausschuß für Gesellschaftliche Angelegenheiten (GA) liegt. Damit ist der entsprechende Beschluß hinfällig, der SteU wird sich in einer der nächsten Sitzungen mit dem Thema befassen. Damit ist der Erhalt des Platzes zwar noch nicht garantiert, aber die Chancen dafür sind deutlich gestiegen.

Zu spät

Nach einem sehr langen Tag im Büro habe ich noch an einem Artikel für eine militärische Fachzeitschrift gearbeitet und mich auf die heutige Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt vorbereitet. Darüber hinaus mußte ich mich noch ein wenig mit dem Informationsfreiheitsgesetz und seiner Auslegung befaßt.

Eigentlich wollte ich auch ein wenig vom Ausbau der Krabbe und dem Ablauf des Bürgerbeteiligungstermins am vergangenen Dienstag berichten, aber dafür ist es jetzt definitiv zu spät.

2 Ausschüsse in der nächsten Woche

Dieses Wochenende verging wieder wie im Flug. Freitag Abend wurden im Schein der Benzinlampe die letzten Äpfel geerntet. Samstag morgen konnte ich seit langer Zeit wieder einmal ausschlafen. Um 12 ging es los nach Rendsburg zum Hanse Eon Cup. Leider fiel der Sprint der Achter, wie schon das Drachenbootrennen am Vormittag, aus. Das Wetter war einfach zu schlecht, das Wasser am Ableger war selbst für die amtierenden Weltmeister zu kabbelig. Anschließend ging es nach Glücksburg in die Fördelandtherme. Schwimmen, Sauna und ein wenig chillen (Nichtstun ohne sich zu langweilen). Heute morgen haben wir dann die Zeit zwischen 2 Schauern abgepaßt und sind noch ein kleines Stück gerudert. Der Wald auf der Prinzeninsel wird immer bunter. Das anschließende Bad im Plöner See war dann aber doch schon ziemlich kühl. Vielleicht noch einmal nächsten Sonntag, dann ist mit Baden Schluß.
Heute Nachmittag habe ich dann Teile der Apfelernte versaftet, Ergebnis: 10 Liter. Gemessen an der Zeit ist es bei ALDI natürlich ungleich günstiger, geschmacklich kommt aber nichts an den Selbstgepreßten ran.

Montag wird der Hauptausschuß tagen. Obwohl ich dem Ausschuß nicht angehöre, werde ich versuchen, den Termin wahrzunehmen. Anschließend habe ich noch einen Vereinstermin. Am Donnerstag wird dann der SteU tagen. Die Tagesordnung ist noch nicht veröffentlicht, aber einer der Tagesordnungspunkte wird sich mit den zukünftigen Eigentumsverhältnissen am Gewässer im geplanten Baugebiet Seewiesen befassen. Meine große Befürchtung ist, daß die Risiken, die mit dem Erhalt dieses Sees verbunden sind, nach dem Ablauf einer Schamfrist zum Teil auch auf die Stadt übertragen werden. Im Unterschied zur Schwimmhalle, die die Stadt auch einiges an Unterhalt kostet, wird in dem Gewässer, vielleicht mit Ausnahme einiger Seegrundstückseigentümer, nie jemand baden. Und letztere vermutlich auch nicht wirklich mit Genuß.

Lange Nächte, lange Tage.

Gestern war eine lange Nacht, aber ich hatte ein sehr interessantes Gespräch über die Zustände in der Stadt, die Kommunalpolitik, die Weltpolitik und dies und das. In den vergangenen Wochen hatte ich mehrere Dienstreisen, so daß sich einiges an Arbeit aufgestaut hat.  Da ich auch in der kommenden Zeit viel unterwegs sein werde, wurde der heutige Tag im Büro etwas länger.  Aber ich habe es gerade noch rechtzeitig in die Theaterwerkstatt Pilkentafel geschafft,  wo “Ein Hut, ein Stock, ein Rettungsschirm” gespielt wurde. Die Pilkentafel bietet ein recht modernes, experimentelles, aber recht beeindruckendes Programm. Wer Interesse daran hat, dem kann ich den Besuch in Verbindung mit einem Tagesurlaub in Flensburg nur empfehlen.

Morgen tagt der Ausschuß für Gesellschaftliche Angelegenheiten (GA). Im Grunde genommen werden keine wirklich kritischen Punkte behandelt, über die hier berichtet werden könnte. Interessant wird nur, ob Frau Killig von der FDP ihre Mißbilligung zum Ausdruck bringen wird, daß der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt (SteU) den Beschluß des GA mißbilligt hat. Jedenfalls brachte sie das Thema in der letzten Sitzung des SteU auf. Hintergrund ist die Enstscheidung des GA, das Tartarnfeld neben dem Sportplatz in Stadtheide beseitigen zu lassen. Meiner Ansicht nach liegt diese Entscheidung in der Verantwortung des SteU. Das ist allerdings strittig, so daß der Ältestenrat, dem Frau Killig auch angehört, die Verwaltung um Klärung gebeten hat. Das Ergebnis ist mir noch nicht bekannt.
Ich habe das Tartarnfeld immer als integralen Bestandteil des Spielplatzes hinter dem Umkleidegebäude am Sprotplatz verstanden. Die Fläche bietet sich geradezu an, dort Fangen oder Ticker zu spielen, Roller- oder Fahrradfahren zu lernen, funkgelenkte Autos fahren zu lassen, und, und, und. Soweit ich es verstanden habe, ergibt sich eine Gefährdung durch den Belag nur ab einer Fallhöhe von über 60 cm. Da von uns nicht beabsichtigt ist, auf dem Feld Geräte aufzustellen, ist das Argument “Gefahr” m.E. nicht relevant. Einzig bedauerlich ist, daß das Feld aufgrund des Emissionsschutzes für das angrenzende Wohngebiet nicht mehr als Sportstätte genutzt werden kann.

Tartarnfeld in Stadtheide

Tartarnfeld in Stadtheide

Auf dem Bild ist zu sehen, wie das ehemalige Spielfeld am vergangenen Wochenende  im Rahmen des Kinderfestes von Eintracht Plön genutzt wurde. Da die Beseitigung des Feldes eine endgültige Maßnahme ist, liegt die Zuständigkeit m.E. tatsächlich beim SteU. Die Herstellung des Beachvolleyballfeldes an der Fegetasche, die wir auf Antrag unserer Fraktion im letzten Sitzung des GA durchgesetzt haben, sieht Frau Killig dann konsequenterweise auch beim SteU. Da es sich dabei um die Schaffung einer Anlage handelt, ist nach meiner Auffassung aber der GA zuständig. Die von Frau Killig in dem Zusammenhang in die Diskussion gebrachte Sitzungsunterbrechung, die wir seinerzeit beantragt hatten, diente aber nicht – wie von ihr möglicherweise vermutet – der Klärung der Zuständigkeit, sondern der Suche nach einem Sponsor, den wir auch umgehend gefunden haben. Damit konnten die Kosten für den Bau um über 50% gesenkt werden, eine Voraussetzung für die schnelle Realisierung des Projektes. Wie mir von der DLRG im Gespräch mitgeteilt wurde, wurde das Beachvolleyballlfeld im Sommer gut angenommen.
Die Zuständigkeitsklärung durch die Verwaltung bleibt abzuwarten, jede weitere Diskussion des Zuständigkeitsthemas ist eigentlich nicht mehr sachorientiert, sondern erweckt den Eindruck, daß sie zur politischen Profilierung geführt wird.

Städtebauliches Potential

Am gestrigen Freitag fand das “Gaffelkino” im Bootshafen an der Schwentine statt. Nach meiner Schätzung waren ca. 300 Gäste anwesend, die sich bei Kaffee, Wein und Popcorn gut unterhalten haben, zumal das Wetter voll mitgespielt hat. Den Veranstaltern einen herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für den gelungenen Abend.

Der großartige Zuspruch und die nette Stimmung haben mir einmal wieder gezeigt, dass der Bereich zwischen Bahnhof und Pastorstieg ein wichtiges innerstädisches Gebiet mit hohem städtebaulichen Potential ist. Bedauerlicherweise wurde in den vergangenen Jahren versäumt, ein Konzept für diesen Bereich aufzustellen, so daß man sich momentan mit vielen kleinen Projekten durchwurstelt. Wie in der letzten Sitzung des SteU vorgestellt werden schon mal ein paar Parkplätze, Einbahnstraßenregelungen und ein Radweg vor dem ehemaligen Postamt geplant. (Ich muß allerdings zugeben, daß ich überracht war, wie weit die Vorstellungen bereits konkretisiert waren und habe der Fortführung der entsprechenden Planung  zugestimmt, da sie auf den ersten Blick schlüssig schienen.) Die FWG drängt nach wie vor auf die Aufstellung von Blumenkübeln vor dem Bahnhof. Darüber hinaus wird die dortige Straße entlang des Bahndammes als Zuwegung zum Markt über den Pastorstieg gehandelt, während in dem Bereich gleichzeitig über Parkplätze für die zukünftigen Nutzer des alten Verwaltungsgebäudes der Sparkasse nachgedacht wird. Vor diesem Hintergrund scheint mir das Entwicklungskonzept für den Bereich östliche Innenstadt, für das ich mich in der Vergangenheit stark gemacht habe, um so wichtiger. Offensichtlich bestehen aber Bestrebungen, die Erstellung dieses Konzeptes auf das kommende Jahr zu verschieben.

Der Appelwarder feiert

Der Appelwarder scheint eine funktionierende Nachbarschaft zu habe, die sich mit Ihrer Straße identifiziert. Das läßt jedenfalls das für das Wochenende geplante Straßenfest vermuten.

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Mittlerweile hat der Bürgermeister auch die Information zum Aufstellungsbeschluß des B-Planes und der damit verbundenen Veränderungssperre herausgegeben, die ich hier auf Wunsch eines Anwohners einstelle:

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Neues aus dem SteU

Heute tagte der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt.

Mit den Bebauungsplänen für den Klincketeich und den Erweiterungsbau des Max Planck Institutes sowie dem Lärmschutz an der B 76 standen 3 ganz wesentliche Themen auf der Tagesordnung. Darüber hinaus wurde in nichtöffentlicher Sitzung gemeinsam mit dem Hauptausschuß über den weiteren Fortgang der Schwimmhallensanierung beraten. Zu guter Letzt wurde der vom Ausschuß für gesellschaftliche Anlagen beschlossene Abriß des Spielfeldes in Stadtheide gesprochen.

Im Einzelnen:
Es wurde der Beschluß gefaßt, den B-Plan für den Bereich Gewerbegebiet Klinckerteich aufzustellen. In der langen Diskussion muß auch dem letzten klar geworden sein, daß die überwiegende Mehrheit der Ausschußmitglieder mit der Entscheidung auf Basis der vorgelegten Entwürfe deutliche Probleme hat. Da die Initiative für die An- bzw. Umsiedlung von ALDI und SKY von der Stadt ausging, hatte man den Eindruck, das es nun endlich mal voran gehen sollte. Das ist natürlich kein fachliches Argument, zumal die Verzögerungen in der Bearbeitung weder im Verantwsortungsbereich der Verwaltung noch dem des SteU lagen. Insbesondere Herr Dr. Lorenzen von der FWG war der – leider irrigen – Ansicht, daß das Verfahren nur durch den Aufstellungsbeschluß für den Bebauungsplan voranzubringen ist.
Ich habe die Ansicht vertreten, daß alternative Standorte – wie etwa der Bereich Stadtgrabenstraße – noch nicht in ausreichendem Maße auf ihre Eignung untersucht wurden. Darüber hinaus bin ich nach wie vor der Ansicht, daß ein gemeinsames Gebäude mit einem Parkdeck auf dem Dach, das eine Anbindung an den Parkplatz des jetzigen ALDI Marktes hat, einen deutlich höheren städtebaulichen Wert hat und gleichzeitig den Flächenverbrauch reduziert. Der anwesende Stadtplaner des Planwerks Berlin fand diesen Ansatz auf jeden Fall interessant und äußerte in einer ersten Einschätzung, daß ein solches Gebäude vermutlich auch umsetzbar ist. Famila in Lütjenburg läßt grüßen. Auch das nicht vorliegende Gutachten zur Wirtschaftlichkeit der Anlage und zu den Auswirkungen auf das Gewerbe in der Innenstadt und den Standort Stadtheide hätte m.E. vor dem Aufstellungsbeschluß vorliegen müssen. Nun bleibt zu hoffen, daß:
– der Aufstellungsbeschluß nicht schon die Zustimmungslavine beschleunigt, die mit dem bloßen Gedanken an die Überplanung des Gebietes losgetreten wurde,
– alternative Entwürfe – ich komme auf das Parkdeck auf dem Dach sowie dessen ansprechende Gestaltung zurück – tatsächlich Bestandteil der Überlegungen zur Realisierung des B-Planes werden
– alternative Standorte wie etwa die Stadtgrabenstraße zumindest im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung ernsthaft untersucht werden, zumal von hier eine echte Belebung der Innenstadt zu erzielen wäre
– die Stadt ein Planungsbüro mit aussucht, das in der Lage ist, städtebaulich mehr zu bringen als ein paar angehübschte Verkaufsschachteln.
– daß uns die Sache nicht juristisch um die Ohren fliegt, denn ich bin der Ansicht, daß das Verfahren in der jetzigen Form angreifbar ist.

Aus diesem Grunde habe ich mich der Stimme enthalten.

Beim Bebauungsplan für das Max Planck Institut ging es nach Vorlage darum zu entscheiden, ob für den Architektenwettbewerb Gestaltungsvorgaben gemacht werden sollten oder doch nicht, weil das die Freiheit im Wettbewerb einschränken würde oder das Ergebnis nicht zu den Gestaltungsvorgaben passen würde.
In der Sitzung wurde dann bekannt, daß es gar keinen Architektenwettbewerb geben wird. Mit den Sitzungsunterlagen wurde auch das Protokoll des Scoping-Termins verschickt, in dem festgehalten war, daß der Planer mögliche Gestaltungsvorgaben entwickelt und vorlegt. Diese Vorgaben wurden, auf Nachfrage, während der Sitzung verteilt. Auf den ersten Blick sehen sie so aus, als wären die ersten 3 Punkte im wesentlichen aus dem B-Plan Entwurf für den “Mäuseturm” abgekupfert. Nur der vierte Punkt befaßt sich in 3 Zeilen mit dem Einmündungsbereich August Thienemannn Straße/Rautenbergstraße.
Das ist für einen Bereich, der eine ausgesprochen exponierte Lage in Plön darstellen wird, vielleicht doch ein bischen wenig. Hier muß sichergestellt werden, daß ein stadtbildverträglicher Bau entsteht, egal, ob er als moderner “Kontrapunkt” ausgeführt wird oder ob er sich gestalterisch an die bestehende Bebauung anlehnt.

Die Vorstellungen des Landesbetriebes für Straßenbau bezüglich der Gestaltung des Lärmschutztes an der B 76 nähern sich mehr und mehr den Vorstellungen der Stadt an. Der Bereich, der mit beidseitigen Lärmschutzwällen ausgestattet werden soll, ist auf vielleicht 100 bis 150 Meter zusammengeschrumpft. Dies ist schon einmal als Teilerfolg zu werten.  Soweit ich mich erinnere wurde berichtet, daß nach dem Termin mit dem Landesbetrieb für Straßenbau, bei dem auch der Landrat anwesend war, gänzlich auf eine beidseitige Bebauung verzichtet werden sollte.

Der Vortrag des Planers über die Gestaltungsvorgaben für den B-Plan 41 / Appelwarder wurde aus Zeitgründen geschoben.

Es hat sich herausgestellt, daß für den Berich der Lübecker Straße bereits aus früheren Jahren ein Plan und ein Ingeneursvertrag besteht.  Hier soll im weiteren Gang geprüft werden, ob der Plan noch brauchbar und der Ingenuersvertrag noch nutzbar ist.

Zum Thema Spielplatz in Stadtheide stellte der SteU fest, daß die Ausweisung des Spielplatzes am Sportplatz ausdrücklich den Erhalt des Tartan-Spielfeldes vorsah.
Von daher stiß der Beschluß des Ausschusses für Gesellschaftliche Angelegenheiten (GA) zum Abriß des Platzes auf völliges Unverständnis, auch bei den Fraktionen, die im GA dafür gestimmt hatten. Bleibt zu hoffen, daß die Verwaltung hier nicht Fakten schafft, bevor die Nutzer gefragt werden, denn die Kinder nutzen den Platz jetzt bereits, z.B. zum Fahradfahren zu lernen oder Frisbee zu spielen. Zudem wäre eine Reinigung, um die Rutschgefahr zu beseitigen, vermutlich deutlich billiger, als der Abriß.

Es geht, wenn man will.

In meinem Beitrag vom 3. Juni habe ich auf einen ALDI-Markt mit Tiefgarage aufmerksam gemacht, den ich in Berlin gesehen habe. Gegen diese Bauweise im Bereich Klinckerteich wurde als Argument immer wieder ins Feld geführt, daß Parkplätze im Untergeschoß oder auf dem Dach in einer Kleinsatdt nicht angenommen würden. Alles müßte ebenerdig angelegt sein.
Nun war ich am Wochenende zufällig in Lütjenburg, und siehe da, der dortige Famila-Markt ist zweigeschossig, er hat ein Parkdeck auf dem Dach, und er war gut besucht, soll heißen, es sah so aus, als würde er funktionieren. Da frage ich mich, wenn das in der Kleinsatdt Lütjenburg funktioniert, warum soll das nicht auch in der Kreisstadt Plön funktionieren?

Ich denke, daß wir uns beim Treffen am Montag darüber diskutieren sollten.

Überall Supermärkte

Kürzlich hatten wir und intern über die geplante Bebauung am Klinkerteich und die Gestaltung des SKY und ALDI-Marktes  unterhalten. Dabei fiel auch die Bemerkung: “Seitdem wir und mit dem Klinkerteich beschäftigen, sehe ich überall nur noch Supermärkte.”  Das geht mir mittlerweile auch nicht mehr anders. Über Pfingsten habe ich eine Ruderwanderfahrt nach Berlin geleitet. Zum Befremden meiner Mitreisenden hielt ich dann unvermittelt vor dem ALDI-Markt in Wannsee, um diese Aufnahme zu machen.

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Da es schon recht dunkel war, ist die Aufnahme nicht besonders scharf geworden. Trotzdem erkennt man ganz deutlich, daß sich das Gebäude von der üblichen ALDI-Gestaltung abhebt. Ein Teil der Parkplätze sind in einer Tiefgarage untergebracht.

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Daher stellt sich die Frage, ob eine solche Lösung für Plön tatsächlich unmöglich ist.

Weiter Informationen für die Gestaltung von Supermärkten und deren  städtebauliche Einbindung können in einer Untersuchung der Stadt Dortmund eingesehen werden.

10 Tage Nachtschicht

Seit Freitag bin ich wieder im Lande. In den letzeten beiden Wochen war ich auf dem Truppenübungsplatz in Wildflecken, wo ich am Manöver EUROPEAN ENDEAVOUR 09 teilgenommen habe. Nach einer Einweisungswoche Ende April ging es am 4. Mai los. 10 Nachtschichten, aufziehen um 19:30 Uhr, Wachübergabe am nächsten Morgen ab 08:00 Uhr, schlauchen mehr, als ich gedacht habe. Es dauert schon etwas, bis sich der Körper an den neuen Bio-Rythmus gewöhnt hat. Mit Vor- und Nachbereitung bleibt dann auch keine Freizeit mehr über. Daher konnte ich die Arbeitspakete, die ich mir mitgenommen habe, nur im Ansatz abarbeiten.  Das Manöver ist ansonsten sehr gut gelaufen, von einigen Kleinigkeiten mal abgesehen. General Fiedle hatte in seiner Abschlußansprache sicher recht, wenn er betonte, daß er mit den erzielten Ergebnissen zufrieden ist.
Donnerstag nachmittag war dann alles vorbei. Abends spielte die Standortrockband  Ulm. im Betreuungszelt “Friendship Inn”. Ein tolles Konzert und ein begeistertes Publikum aus polnischen, französischen, belgischen, spanischen, amerikanischen (möglicherweise habe ich noch ein paar Nationen vegessen) und deutschen Soldatinnnen und Soldaten, die sich nicht nur auf den Bänken standen, mitsangen und applaudierten, sondern auch vor der Bühne tanzten. Ein gelungener Abschluß.
Einziger Wehrmutstropfen sind wieder einmal  bürokratische Regelungen, die zu Lasten der übenden Truppe ausgelegt werden. In diesem Fall sind es die Regelungen zum Dienstzeitausgleich, die bei etlichen Kameraden zu Unmut geführt haben und die ggf. nochmals überprüft werden müssen.

Während meiner Abwesenheit tagte am 7. Mai der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt. Schwerpunkt war die Vorstellung der Pläne der Investoren SKY und ALDI für das Bauvorhaben am Klinkerteich. Die KN berichteten, daß die bislang in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellten Unterlagen gründlich überarbeitet wurden, so daß auf den ersten Blick nicht nur zur Lütjenburger Straße, sondern auch zur B76 hin ein anspechenderes Erscheinungsbild erreicht werden konnte. Hier ist sicherlich einem der städtebaulichen Kriterien besser entsprochen worden als in den bisherigen Entwürfen.  Dennoch muß im weiteren Planungsverlauf sichergestellt werden, daß sich das Vorhaben auch positiv auf die Geschäftswelt in der Innenstadt auswirkt. Dazu gehört natürlich auch die vernünftige Anbindung für Busse, Fußgänder und Radfahrer, die in den mir bislang bekannten Entwürfen nur unzureichend berücksichtigt wurden. Letztendlich muß darauf hingewirkt werden, daß dieses Vorhaben nicht den Grundlinien des noch zu erstellenden innerörtlichen Entwicklungskonzeptes entgegenspricht.

Rück- und Ausblick

In der letzten Zeit hatte ich wenig Zeit für das bloggen. Dienstreisen, Urlaub und Manöver kosten viel Zeit, und nicht immer ist ein Internetzugang gegeben. Aber bevor ich heute abend wieder auf den Truppenübungsplatz verschwinde, ein kurzer Rück- und Ausblick.
In der vorletzten Woche tagte der neue Vorstand des Ortsvereins. Die Arbeit nimmt wieder Fahrt auf. Wesentliche Themen sind natürlich die Vorbereitung auf die bevorstehenden Wahlen und die Feiern zum 100-jährigen Bestehen unseres Ortsverbandes.
Heute abend tagen die SPD-Fraktionen des Kreistages und der Stadtvertretung gemeinsam. An dieser Veranstaltung kann ich vor meiner Abreise noch teilnehmen, anders als an der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 7. Mai und am Infostand, der für den 9. Mai vorgesehen ist. Ich bedanke mich schon einmal bei den Mitstreitern, die mich vertreten werden.

Welche Themen beschäftigen mich im Augenblick?

Zuerst einmal die Stadtentwicklung.
So liegt mir die Erstellung des “Innerstädtischen Entwicklungskonzeptes für den Bereich der östlichen Innenstadt” am Herzen. Dabei ist das Projekt Klinkerteich Sky/ALDI von besonderer Bedeutung. Ich werde mich weiter dafür einsetzen, daß die Umsetzung nicht überhastet erfolgt. Dabei kommte es mir zum einen darauf an, daß die Ansicht zur B 76 architektonisch ansprechend gestaltet wird, zum anderen ist es wichtig, daß dieses Vorhaben zur Belebung der Innenstadt beiträgt. Zumindest muß sichergestellt werden, daß es nicht zu Lasten der anderen Standorte in Plön geht.

Ein weiteres wichtiges Projet ist die Erweiterung des Max – Planck – Instituts in der Friedrichstraße. Der Erhalt und die Stärkung dieses überregional bedeutenden Wissenschaftsstandorts ist für die Stadt äußerst wichtig. Ich werde die Erweiterung der bestehenden Gebäude daher unterstützen und mich dafür einsetzten, daß sich die Neubauten städtebaulich in das bestehende Straßenbild einfügen. Dies wird nur gelingen, wenn die zur B 76 hin geplannten Gebäude die Gestaltungsmerkmald der Gebäude in der Rautenbergstraße aufgreifen. Noch konnte ich keinen näheren Einblick in die Planungsunterlagen nehmen, aber im Moment kann ich mir an dieser Stelle kein “Glas-, Stahl- und Betonpalast” vorstellen.

Darüber hinaus werde ich mich weiter dafür einsetzen, daß die Bahnlinie Ascheberg – Neumünster im Verkehrsplan des Landes erhalten bleibt. Ich habe gerade erst im Urlaub in Rom feststellen können, wie nützlich ein funktionierender öffentlicher Personennahverkehr ist. Da schon heute etliche Plöner nach Hamburg pendeln, wäre eine schnelle Bahnverbindung von Plön nach Hamburg für Plön auf lange Sicht hin wichtig. Wenn die Linie jetzt aus der Verkehrsplanung herausgenommen wird, ist es zukünftig so gut wie unmöglich, sie wieder in die Planung mit hineinzunehmen, insbesondere, wenn die Flächen an die ehemaligen Eigentümer zurückverkauft werden. Nebenbei, ich habe Gerüchte gehört, daß dies für -,75 Cent den Quadratmeter erfolgen soll. Den Wahrheitsgehalt dieses Gerüchtes muß ich noch überprüfen.

Der Erhalt des Sportplatzes im Schloßpark wird mich auch weiter beschäftigen. In diesem Zusammenhang habe ich im April einige Gespräche geführt. Es scheint so zu sein, daß sich jetzt auch das Gymnasium Schloß Plön nach außen hin für den Erhalt der Sportstätte einsetzen will.

Die Diskussion über die Kreisfusion hat wieder begonnen. Die Einsparungen, die mit der Zusammenlegung erzielt werden sollen, werden zu Lasten der Bürgernähe gehen. Die Ostholsteiner haben bereits klar gestellt, daß sie sich keine andere Kreisstadt als Eutin vorstellen können. Plön bliebe als Außenstelle erhalten. Damit würde unsere Stadt nicht nur einen erheblichen Bedeutungsverlust hinzunehmen haben, langfristig ist absehbar, daß mehr und mehr Arbeitsplätze in der Verwaltung nach Eutin verlagert werden. Darüber hinaus droht, daß Plön im Zusammenhang mit dieser Entwicklung seine Funktion als Mittelzentrum verliert. Das hätte gravierende Folgen für die Finanzierung aus dem Finanzausgleich. All das kann nicht im Sinne der Stadt sein. Aufgrund der ausgeprägten strukturellen Beziehungen zu Kiel (und des Kreises OH zu Lübeck) erscheint mir die Landeshauptstadt als Kooperationspartner deutlich geeigneter. Soweit ich informiert bin, wurde das Einsparpotential, das durch diese Zusammenarbeit möglich ist, noch gar nicht ernsthaft ermittelt.

In Kürze werde ich auch die Homepage unseres Ortsverbandes auf Vordermann bringen.

Vorträge

In der vergangenen Woche hatte ich die Gelegenheit, zwei Vorträge anzuhören. Zunächst einmal wurde im Schiffahrtsmuseum Flensburg zum Thema “Im Langschiff von Dublin nach Roskilde” vorgetragen. Hierbei berichtete ein Mitarbeiter des Wikingerschiff-Museums Roskilde über Schiffsreisen im Rahmen der experimenteller Archäologie. Das Museum ist einen Besuch wert. In der Nähe befindet sich auch das Lejre Forschungszentrum, das besonders für Familien mit Kindern empfehlenswert ist.
Der zweiter Vortag befaßte sich mit den Plöner Herzögen und fand im Prinzenhaus statt. Vortragende war Frau Dr. Hunzinger. Plön wirbt ja damit, Herzogstadt zu sein. Bislang hat mich der Adel und seine Geschichte nicht sonderlich interessiert, aber im Zusammenhang mit dem Sportplatz im Schloßgebiet wollte ich die Gelegenheit nutzen, mein Wissen über die geschichtlichen Hintergründe ein wenig aufzubessern. Das Wesentliche in Kurzfassung, vielleicht auch ein bischen zu verkürzt und zugespritzt. Aber Friedrich Wilhelm der Große hat sich überlebt mit seiner Ansicht: “Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen”.

Vorab: Alle Plöner Herzöge wurden von den übrigen Fürsten im Lande nicht als Herzöge anerkannt, sie waren somit “abgeteilte Herren“. Der erste, Johann III, siedelte Bauern, die zuvor frei auf ihren Höfen wirtschafteten, auf seinen Vorwerken an. Damit schuf er die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg seiner Ländereien. 1622 übernahm sein Sohn Joachim Ernst das Amt. Er verfügte über eine solide Bildung und war vor seiner Amtsübernahme 6 Jahre durch Europa gereist. Sein großes Verdienst ist, daß der seine Ländereien – und auch die Stadt Plön – heil durch die Wirren des 30-Jährigen Krieges brachte, indem er die durchziehenden Heere ausreichend mit “Lösegeld” versorgte, so daß sie auf Plünderungen, Brandschatzungen ect. verzichteten. Darüber hinaus ließ er die alte Burg abbrechen und das Plöner Schloß errichten, wovon die Stadt aus touristischer Sicht noch heute profitiert. Er konnte seinem Erben ein schuldenfreies und wirtschaftlich gesundes Herzogtum hinterlassen. Hans Adolf gilt seit wilhelminisscher Zeit als der bekannteste und beliebteste der Plöner Herzöge. Warum, ist fraglich. Zwar geht auf ihn die Errichtung der Johannis- und Stadtkirche zurück, ebenso wie die Anlegung der Plöner Neustadt, also der Johannis- und Hans Adolf Straße, in der sich seinerzeit religiös Verfolgte zunftfrei ansiedeln konnten, aber er war während seiner Amtszeit 17 Jahre als Feldher unterwegs und zum Ende seiner Amtszeit war das Herzogtum stark verschuldet. Nach seinem Tod 1704 übernahm Joachim Friedrich 1706 das Amt, das er bis 1722 inne hatte. Er verstab ohne männlichen Erben, versuchte aber, seinen Neffen Friedrich Karl als Nachfolger zu verhindern, da er aus einer nicht standesgemäßen Ehe stammte, was ihm jedoch nicht gelang. Karl Friedrich heiratete Christiane Armgardis von Reventlow, mit deren  Geld er erst einmal die Schulden seines Herzogtums beglich. Darüber hinaus hatte er mehrere Kinder mit 2 Mätressen, um die er sich aber väterlich kümmerte. Er ließ auch den jetzigen Schloßpark als Barockanlage anlegen und baute das Lustschloß in Tranenthal aufwendig aus. Darüber hinaus ließ er ein Waisenhaus errichten und er erließ eine Vielzahl von Verordnungen, u.a. zur Regelung des Schulwesens. Besonders hervorzuheben ist die Abschaffung der Leibeigenschaft unter seiner Herrschaft. Da er ohne männliche Erben blieb, ging das Erbe vereinbarungsgemäß an den dänischen König, der im Gegenzug für die Schulden des letzten Plöner Herzogs aufkam.

Ausgehend von dieser fast schon zu lang geratenen Betrachtung lassen sich 2 Bezüge zur heutigen Kommunalpolitik spannen:

1. Die Erstellung eines B-Planes, mit der der historische Charakter der Johannisstraße gesichert werden soll. Über die Aufstellung dieses Planes, verbunden mit einer Erhaltungssatzung und einer Veränderungssperre, soll auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 12. März beraten werden.

2. Die Zukunft des Sprotplatzes im Schloßgarten. Hier ist die öffentliche Diskussion neu aufgenommen worden. So wurde vorgeschlagen, den Sportplatz in den Bereich des Apfelgartens zu verlegen.

Ich werde in Kürze weiter darauf eingehen.

Die Zeitung war schneller

Ich habe es in den vergangenen Tagen leider nicht geschafft, von der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt zu berichten. So kam mir die Zeitung heute zuvor.
Im großen und ganzen muß die Sitzung als Erfolg angesehen werden. Unser Antrag für die Entwicklungsplanung der östlichen Innenstadt wurde einstimmig angenommen, lediglich die Passage mit der Selbstbindung der städtischen Gremien an den Plan wurde auf Veranlassung der CDU herausgenommen. Leider gelang es mir nicht zu vermitteln, daß die Selbstbindung der Gremien erst einsetzt, wenn der Plan von der Ratsversammlung genehmigt ist. Es war rein rethorisch nicht meine Stunde. Natürlich ist es wichtig, sich an einen Plan zu halten, wenn man schon einen aufstellt. Aber auch ohne diesen Absatz ist der Beschluß des SteU als Erfolg für die SPD zu werten.
Das gilt auch für den Bereich Lübecker Straße, deren Umgestaltung der SteU ebenfalls einstimmig beschlossen hat. Hierbei geht es erst einmal um die Aufwertung dieses Bereiches. Die Entscheidung, ob dieser Straßenabschnitt als Fußgängerzone, als Spielstraße oder als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen wird, wird erst zu treffen sein, wenn die Entwicklungsplanung für die östliche Innenstadt abgeschlossen ist. In den weiteren Planungsprozeß müssen jetzt die Anlieger frühzeitig einbezogen werden, um Ideen zu sammeln und eine allgemeine Akzeptanz zu schaffen.

Richtig strittig war der Beschluß über die Aufstellung eines B-Planes, einer Gestaltungssatzung und einer Veränderungssperre für den Appelwarder. Hier enthielten sich 2 Mitglieder der CDU Fraktion, ein Brief des Fraktionsvorsitzenden der FWG wurde verlesen. Er enthielt u.a. die Formulierungen Geschmacksdiktatur und wirkte ein wenig fehl am Platz.  Die Aufstellung eines B-Planes und die Veränderungssperre wurden beschlossen, die Gestaltungssatzung wurde aus der Beschlußvorlage für die Aufstellung des B-Planes gestrichen. Die beiden wichtigsten Punkte sind also auf einem guten Weg. Die Veränderungssperre ist im Moment vorrangig, damit nicht durch Abriß Fakten geschaffen werden können, die den Planungsabsichten der Stadt entgegen stehen. Änderungen, die im Einklang mit den Planungsabsichten stehen, können durch die städtischen Gremine dennoch genehmigt werden. Für die Erhaltungssatzung werde ich mich weiter einsetzen. Sie ist, wie Herr Becker vom Bauamt ausführte, Bestandteil des B-Planes und erforderlich, um den Charakter des Straßenbildes zu erhalten. Ein B-Plan regelt lediglich die städtebaulichen Belange. Ist der Erhalt des Straßenbildes gewünscht, und hier waren sich die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich einig, ist eine Erhaltungssatzung erforderlich. Über die weitere Ausgestaltung dieser Satzung wird im Planungsgang abzustimmen sein. Knackpunkt ist im wesentlichen, daß ich der Ansicht bin, daß die zur Straße weisenden Fassaden erhalten werden müssen. Dies schließt Erweiterungen in den rückwertigen Bereich nicht aus. Die Vertreter der CDU, mehrheitlich gefolgt von den Vertretern de FDP und der FWG, bestehen darauf, daß es möglich sein muß, Gebäude auch komplett abreißen zu können.  Hier sind die Bürger sehr frühzeitig in den Planungsprozeß einzubeziehen, dabei wird sicher auch der Wille der Anwohner deutlich werden. Sollte hier der Charakter des Straßenbildes verloren gehen, haben CDU und FWG dies zu vertreten.
Zum Ende mußte ich erstmals den Raum wegen Befangenheit verlassen. Im nichtöffentlichen Teil wurde ein Bauvorhaben besprochen, das Verwandte von mir planen.
Da mein Zug nach Bonn morgen früh um 05:18 Uhr fährt, mache ich erst einmal Schluß für heute.

Ereignisreiche Woche

Konjunkturpaket durch den Bundesrat.
Auch die von der FDP mitregierten Bundesländer haben heute im Bundesrat für das Konjunturpaket gestimmt. Damit ist der Weg frei für Investitionen, die den Abschwung der Wirtschaft hoffentlich abbremsen oder die Entwicklung sogar umkehren können. Natürlich läßt sich das Programm wie so vieles im Detail kritisieren. Für den Einen enthält es zu wenige Steuersenkungen, ich persönlich finde, daß die Förderung regenerativer Energien zu kurz kommt. Außerdem hofffe ich,, daß auch Plön ein Stück vom Kuchen abbekommt.

Sharia eingeführt.
Im Nordwesten Pakistans wurde in einem eng begrenzten Gebiet die Sharia eingeführt. Ich schließe mich der Einschätzung von Radio Vatikan an. Allerdings kann ich nicht glauben, daß diese Maßnahme die Taliban spaltet. Sie wird diesen Teilerfolg nutzen, um von diesem Rückzugsraum aus in Ruhe weitere Aktionen vorzubereiten.
In dem Zusammenhang habe ich beim Surfen auch die Nachricht gefunden, daß eine Messe für Galileo Galilei gelesen wurde. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis eine Messe für Charles Darwin gelesen wird, dessen Lehre zwar nicht von der Inquisition, aber von der einflußreichen Lobby der Schöpfungsgläubigen angegriffen wird. Mit Befremden habe ich heute im Deutschlandradio hören müssen, daß jeder 6. Lehramtstudent an der technischen Universität Dortmund nicht von der Richtigkeit der Evolutionstheorie überzeugt ist und selbst 7 % der Biologiestudenten glauben, daß die Menschheitsgeschichte mit Adam und Eva angefangen hat.

Am Dienstag hatte wir in unserer Abteilung den Jahresausbildungstag. Wie in den vergangenen Jahren waren wir zu Schießen mit Fremdwaffen, verbunden mit einem Pokalschießen. Dabei konnte ich mit 46 Ringen einen der vorderen Plätze erringen. Anschließend gab es ein geselliges Zusammensein.

Am Mittwoch konnte ich leider nicht zur Ratsversammlung kommen, da es einige private und dienstliche Terminverschiebungen gab. Auf der Ratsvesammlung wurde die Bürgermeister Kinder Medaille an Karin Wandelt, Herbert Becker, Karin Kahlstorf, Christoph Kohrt, Waltraude Rößler und Rolf Witt verliehen. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit!

Donnerstag war sehr arbeitsreich. Abends habe ich dann noch den Kraftraum in der Kaserne genutzt. Diese Betreuungseinrichtungen werden von den Soldaten und Soldatinnen gut angenommen. Die Räume sind zwar nicht so räpresentativ wie die bei der englischen oder amerikanischen Marine, wo das Niveau anspruchsvoller Fitnesstudios locker erreicht wird, aber die Geräteausstattung läßt nichts zu wünschen übrig.

Heute konnte ich rechtzeitig Dienstschluß machen und war einigermaßen zeitig in Plön. Nach einigen vergeblichen Bemühungen ist es mir gelungen, endlich eine Verbindung mit dem Server aufzubauen, so daß ich die Homepage des Ortsverbandes jetzt pflegen kann.

Morgen werde ich in Neumünster ein Seminar für PressesprecherInnen besuchen. Ich bin mal gespannt. Wenn ich Zeit finde, werde ich ein wenig darüber berichten.

Vermutlich werde ich aber keine Zeit finden, denn Sonntag vormittag mache ich selbst etwas Sport und für den Nachmittag habe ich mich überreden lassen, die Turnierleitung für das Mädchenturnier von Eintracht Plön zu unterstützen.

Für die nächste Woche kündigt sich bereits eine Dienstreise nach Bonn an.

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