Schafft sich Deutschland ab?

Unter dieser provokanten Überschrift stand der Vortrag von Prof. Dr. Tautz, den er heute in der Tourist-Info am Bahnhof gehalten hat. Im dem Vortrag ging es um die Genetik komplexer Vererbung. Prof. Dr. Tautz ist einer der Direktoren des hiesigen Max Planck Institut für Evolutionsbiologie. Veranstalterin war die Universitätsgesellschaft, Sektion Plön.

Gleich vorweg die Antwort: Nein, Deutschland schafft sich nicht ab.
Prof. Dr. Tautz zeigte auf, dass die Geschichte der Intelligenzforschung auch eine Geschichte von Scharlatanen und Betrügern ist. Im Rahmen seiner weiteren Ausführungen ging er unter anderem darauf ein, dass Thilo Sarrazin einen Teil seiner Aussagen aus dem umstrittenen Buch „The Bell Curve“ von Richard Herrnstein und Charles Murray (1994) übernommen und auf europäische Verhältnisse übertragen hat. Aus Farbigen wurden Türken.

Prof. Dr. Tautz fasste die Kernaussagen der „Bell Curve“ zusammen und bewertete sie wie folgt:
1. Man kann Intelligenz messen.
Diese Aussage trifft nur eingeschränkt zu. Intelligenz ist das, was man als Intelligenz messen will.
2. Zwischen 40% und 80% der Intelligenz ist erblich.
Diese Aussage ist nur innerhalb einer Vergleichsgruppe zulässig. Die gleichzeitige Betrachtung mehrerer Vergleichsguppen ist wissenschaftlich nicht haltbar.
3. Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen haben unterschiedliche Intelligenz.
Blödsinn. Das Erbgut der Menschheit ist gut durchmischt, deutlich besser als bei allen anderen Primaten. Der Mensch ist die Spezie, die untereinander am nächsten verwand ist. 89 % der menschlichen Gene sind identisch. Die ungeheure Zufallskombination von Genen und Allelen führt zu einer gausschen Normalverteilung, auch beim Merkmal Intelligenz.
4. Weniger intelligente Menschen haben mehr Kinder und führen damit zu einer Verschlechterung des Gen-Pools.
Blödsinn. Solange sich nur 5 % der äußerst rechten und der äußerst linken Flanke der Glockenkurve mit dem Rest mischen, wird sich die durchschnittliche Intelligenz (was immer gemessen wird) auf den bestehenden Mittelwert hin bewegen.

Schnelle Ratsversammlung

Schnelle Ratsversammlung

Die heutige Ratsversammlung verlief relativ schnell. Die wesentlichen Ergebnisse:
1. Der Bebauungsplan (B-Plan) 41 „Appelwarder“ wird korrigiert. Zukünftig sollen keine glasierten Dachpfannen zulässig sein.
2. Die Kalkulation der Straßenreinigungsgebühren (Nachkalkulation 2008 – 2010 und Kalkulation 2015 – 2017) wurde geschoben.

Die Ratsversammlung hat gestern beschlossen, mit einer vereinfachten Änderung zum B-Plan 41 einen Fehler zu korrigieren, der sich in den Plan eingeschlichen hat. Der Appelwarder ist ein fast vollständig erhaltener Straßenzug aus der Zeit des Reformwohnungsbaus und damit einmalig im Bereich Ostholstein. Um den Charakter dieser Straße zu bewahren, wurde vor 6 Jahren beschlossen, für diesen Bereich einen Bebauungsplan zu erstellen. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass den Eigentümern im rückwärtigen Bereich der Grundstücke die Möglichkleit gegeben wird, ihre Gebäude weiterzuentwickeln. Die Erstellung des B-Planes wurde von der Mehrheit der Anwohnerinnen und Anwohnern begrüßt, weil ihnen der Erhalt des besonderen Charakters ihrer Straße am Herzen liegt.
Leider wurde versäumt, über den Bebauungsplan glasierte Ziegel auszuschließen.

Große Teile der CDU und Teile der FWG sowie die FDP wollten sich dieser Auffassung nicht anschließen. Insbesondere der Wortbeitrag von Ratsherrn Zender (CDU, Mitglied im Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt), machte aber deutlich, dass er noch nicht erfaßt hat, dass es B-Pläne gibt, mit denen Baurecht geschaffen wird und B-Pläne, die eine bewahrende Funktion haben.
Er zitierte den Herrn Bürgervorteher, wir hätten B-Pläne für 100.000,– Euro gemacht, aber keinen Wohnraum geschaffen. Das ist natürlich auch Quatsch. In den letzten Jahren sind in Plön, das angeblich keinen Platz im Innenbereich hat, gut 80 Wohneinheiten entstanden. Mit dem B-Plan „Gänsemarktviertel“ werden noch einmal 40 – 60 Wohneinheiten hinzukommen. Im Übrigen kann ich mich auch nicht erinnern, dass unser Bürgervorsteher eine solche Äußerung gemacht hat.

Mit dem heutigen Beschluß (9 Stimmen dafür, 7 Stimmen dagegen) wird eine Korrektur des B-Planes „Appelwarder“ auf den Weg gebracht, die nur folgerichtig ist.

Die Nachkalkulation der Straßenreinigungsgebühren entwickelt sich zum Dauerbrenner. Es wurde in der Vergangenheit unterlassen, die Straßenreinigungsgebühren zu kalkulieren, obwohl dem Bürgermeister bekannt war, dass eine neue Kalkulation erforderlich ist. Daraufhin schossen Spekulationen über die Höhe eines möglichwerweise entstandenen Vermögensschadens ins Kraut.
Die jetzt vorliegende Nachkaltukation hat ergeben, dass nur ein geringes Defizit entstanden ist, das aus den dafür vorgesehenen Rücklagen gedeckt werden kann. Die Kalkulation der Straßenreiniguzngsgebühren 2015 – 2017 hat ergeben, dass sie Kosten auch in den kommenden Jahren stabil bleiben.
Der Antrag des Bürgermeisters, die Ergebnisse der Kalkulation zu billigen und umzusetzen, wurde am 05. Oktober 2015 im Hauptausschuß einstimmig abgelehnt. Offenbar hatten die Fraktionen noch Fragen zu der Kalkulation.
Der Herr Bürgermeister bat darum, dem Beschlußvorschlag der Verwaltung zu folgen, um die neu kalkulierten Straßenreinigungsgebühren in städtisches Recht umsetzten zu können.
Der Herr Hagen (CDU, Vorsitzender des Hauptausschusses) beantragte, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Da der Punkt bereits in einer früheren Ratsversammlung von der Tagesordnung genommen wurde, war in diesem Fall eine Zwei/Drittel Mehrheit der Ratsversammlung erforderlich. Der Beschluss fiel einstimmig.

Darüber hinaus wurde die „Obdachlosensatzung“ beschlossen. Mit dieser Satzung werden die Kosten für die Übernachtung in den Obdachlosenunterkünften der Stadt geregelt. Diese Entscheidung fiel einstimmig und ohne weitere Aussprache.

In der Einwohnerfragestunde wurden zwei Themen angsprochen.
- Die Zugänglichkeit der Behindertentoiletten am Bahnhof. Sie sind derzeit wegen erheblicher Vandalismusschäden geschlossen. Zukünftig soll eine Viedeoüberwachung im Eingangsbereich eingerichtet werden. Detailfragen müssen noch mit der Datenschutzbehörde abgestimmt werden.
- Die Zugänglichkeit der Fahrradcontainer am Bahnhof. Der Sachstand ist: Schlüssel sind während der Öffnungszeiten der Tourist-Info erhältlich.

Darüber hinaus wurden einige Termine bekannt gegeben, die ich hier ohne Gewähr wiederhole:

12. Nov 10:00 (Donnerstag) / Öffentliche Vereidigung / öffentliches feierliches Gelöbnis auf dem Platz vor dem Schloß. Es spricht u.a. der Herr Ministerpräsident.

15. Nov 11:00 (Sonntag) / Volkstrauertag als gemeinsame Veranstaltung der Stadt, der MUS, der Gemeinschaftsschule, des Gymnasiums u.a., Aula des Gymnasiums. Das Thema in diesem Jahr: 70 Jahre Kriegsende.

27. Nov 18:00 (Freitag) / Anleuchten der Weihnachtstanne vor dem Schloß mit Begelitprogramm.

28. Nov 13:00 bis ca. 0300 (Samstag) / Festveranstaltung in der Patnerstadt Plau anläßlich des 25 jährigen Bestehens der Patenschaft.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass die CDU den Ratsherrn Stefan Thomsen aus dem Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt abzieht und durch das bürgerliche Mitglied Frau Ann-Katrin Petersen ersetzt. Möglicherweise gibt es einige Friktionen in der Fraktion. Auch wenn ich selten einer Meinung mit Herrn Thomsen war, finde ich seinen Abgang aus dem Ausschuß doch bedauerlich.

Abschließend kann ich mir den Hinweis nicht verkneifen, dass der Vorsitzende des Ortsvereins der CDU mit seinem Bürgermeisterwunschkandidaten im Publikum saß.

Aus dem Hauptausschuß

Hauptausschuß

Die heutige Sitzung des Hauptausschusses begann um 1830 und dauerte so lange, dass nach Ende  der Sitzung alle Dönerläden auf dem Weg nach Hause schon geschlossen hatten. Mit den Punkten:
N 9 / Übertragung von Aufgaben an die Stadtwerke Plön AöR
N 10 / Sondernutzungsgebühren
N 11 / Stellungnahme zum Bericht über die überörtliche Prüfung der Stadt Plön für das Haushaltsjahr 2008 mit Prüfung der Eröffnungsbilanz zum 01.01.2009 sowie ausgewählter Prüfungsschwerpunkte; hier: Beratung und Beschluss
N 12 / Personalsituation
N 13 / Personal- und Organisationsumstrukturierungskonzept sowie Schwachstellenanalyse des Bürgermeisters
standen spannende Theman auf der Tagesordnung, allerdings im nicht-öffentlichen Teil.

Aus dem öffentlichen Teil:
Während der Einwohnerfragestunde wurde das Thema „barrierefreies Rathaus“ angesprochen. Rollator- und Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer haben keine Möglichkeit, ohne fremde Hilfe in das Rathaus zu gelangen. Der Ausschußvorsitzende Oliver Hagen (CDU) betonte, dass das Problem bekannt sei. Der Hauptausschuß würde sich in Kürze mit dem Thema befassen, weil öffentliche Gebäude bis 2020 barrierefrei erreichbar sein müssen. Herr Bürgermeister Paustian betonte, dass er und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung Betroffenen gerne über die Stufen des  Rathauses helfen und das im Erdgeschoß ein Büro für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen würde. Bislang hätte es mit dem Verfahren keine Probleme gegeben.
Darüber hinaus wurde angesprochen, dass im Plönbad kein Lift für Rollstuhlfahrer vorhanden sei. Herr Bürgermeister Paustian wies darauf hin, dass im Ausschuss für Gesellschaftliche Angelegenheiten seinerzeit entschieden wurde, keinen Lift einzubauen, da hierfür eine komplette Schwimmbahn hätte aufgegeben werden müssen. Er verwies gleichzeitig darauf, dass das Schwimmhallenpersonal gerne Hilfestellung leistet. Die Fragestellerin entgegnete, dass viele Menschen mit Behinderung diese Hilfestellung ablehnen würden.

Im Berichtsteil wies die Verwaltung darauf hin, dass beabsichtigt sein, die Niederschriften zu den Sitzungen der Ausschüsse zukünftig zu veröffentlichen, sobald sie vom Vorsitzenden des Ausschusses unterschrieben wurden. Das jetzige Verfahren, sie erst zu veröffentlichen, nachdem der Ausschuß sie in einer der nachfolgenden Sitzungen zur Kenntnis genommen hat, würde dazu führen, dass die Öffentlichkeit erst sehr spät informiert wird.
Anm.: Dem Verfahren kann ich zustimmen, vorausgesetzt, die Protokolle werden den Mitgliedern des Ausschusses vorher oder zumindest zeitgleich per EMail zugestellt.

Weiterhin erwähnte die Verwaltung, dass die Prüfung des Landesrechnungshofes zur Rekommunalisierung der Versorgungsnetzte vorliegen würde. Thorsten Pfau (SPD, Fraktionsvorsitzender) ergänzete, dass der Landesrechnungshof nur die Fälle der Rekommunalisierung von Stadtwerken geprüft hätte, aber nicht die Beteiligung von Kommunen an der SH-Netz-AG.

Der Tagesordungspunkt 6 „Beschluss über die Satzung über die Unterhaltung und Erhebung von Gebühren für die Inanspruchnahme von Unterkünften zur Vermeidung von Obdachlosigkeit in der Stadt Plön (Obdachlosensatzung)“ wurde ohne weitere Aussprache beschlossen.

Der Tagesordnungspunkt 7 „Kurabgabe; hier: Kalkulationsvergabe“ führte hingegen zu einer längeren Aussprache. Hier wurde die Frage gestellt, warum die Kalkulation extern vergeben werden soll. Gleichzetig damit wurde die Frage aufgeworfen, welche Mitarbeiterin oder welcher Mitarbeiter diese Aufgabe gem. Stellenbeschreibung eigentlich durchführen müßte. Auf diese Frage aufbauend wurde hinterfragt, ob eine externe Vergabe nicht möglicherweise Auswirkungen auf den Stellenplan oder auf die Einordnung in der Stellenbewertung haben könnte. Letzteres hätte möglicherweise direkte Auswirkung auf die Besoldung dieser Stelle.
Darüber hinaus wurde die Frage angesprochen, wie sich die Kurabgabe nach einer neuen Kalkulation entwickeln würde. Hierzu wagte niemand eine Prognose, da es bisher wohl kaum eine oder gar keine Kommunge gibt, die die Kurabgabe jemals kalkuliert hätte. Der Knackpunkt ist aber, dass für eine Erhöhung eine Kalkulation erforderlich ist.
Als dritter Themenkomplex wurde die Frage angerissen, wie die Kurabgabe nicht nur von Übernachtungsgästen, sondern auch von Tagesgästen erhoben werden kann.
Eine persönliche Anmerkung: Um mir vorzustellen, wie das im wirklich richtigen Leben  funktionieren soll, fehlt mir die Phantasie. Aber vielleicht fällt den Kolleginen und Kollegen von der CDU mit Unterstützung aus der FWG ja eine praktikable Lösung ein.
Außerdem erschloß sich den Mitgliedern des Ausschusses nicht, warum auch die Erstellung der Satzung extern vergeben werden soll.
Die Entschlußfassung wurde erst einmal geschoben. Das ist nicht kritisch. Die alte Satzung über die Kurabgabe verliert zwar am Ende des Jahres ihre Gültigkeit, aber da die Abgabepflicht bislang erst Mitte Mai gültig wurde, haben wir noch ein paar Monate Zeit, um das Thema abzuarbeiten.

Am Mittwoch tagt übrigens die Ratsversammlung um 1900 in der Aula. Spannender wird es aber am kommenden Dienstag, 10. Nov 19:00 im Plöner Rathaus, wenn der Planungsverband Seewiesen wieder tagt. Ich jedenfalls laufe mich schon mal warm.

Bis dahin hätte ich noch folgende Veranstaltungshinweise, ganz ohne Gewähr:
Dienstag, 3. November 19:00, Max Plank Institut. Vortrag über die neuesten Forschungsergebnisse
Freitag, 6. November 19:00, Kiel, Rendsburger Landstraße 389, Soli-Konzert mit den Speellüd und anderen
Samstag, 7. Nov 20:00, Grebin, Hofkneipe: Zwei Bosköppe

Akteneinsicht gefordert

Am 29. September 2015 fand bei der Landesplanung in Kiel ein Termin zum Thema Planungsentwicklung Rathjensdorf / Plön statt.
Weil mich das Thema nicht nur im Zusammenhang mit dem  Neubaugebiet Seewiesen interessiert, habe ich dazu Akteneinsicht gefordert.

In meinem Beitrag vom 25. September 2015 äußerte ich bereits die folgende Vermutung:
“Dabei würde es mich nicht wundern, wenn Rathjensdorf zweigleisig fährt. Bei kritischer Betrachtung dürfte jedem klar sein, dass Rathjensdorf noch erheblich mehr Potential im Innenbereich hat oder in Absprache mit Kreis und Landesplanung identifizieren könnte als in der dünnen Innenraumpotentialanalyse aufgezeigt wird.”

Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass es in Rathjensdorf zu Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur kommen wird. Damit einhergehend besteht nach meiner Einschätzung die Möglichkeit, in Rathjensdorf weit mehr als die in der dünnen Innenraumpotentialanalyse aufgezeigten 3 Bauplätze auszuweisen.

Das bisher mantrahaft vorgebrachte Argument, Rathjensdorf hätte keine Bauplätze mehr, wäre damit endgültig hinfällig.

Ich tue es doch

Ich habe lange überlegt, ob ich mich zu der heutigen Veranstaltung “Stoppt den Terror – Was sagt der Islam wirklich?” äußern soll. Ist es nicht eine Selbstverständlichkeit, sich von Terrorakten zu distanzieren?
Ist die Kritik im Zusammenhang mit dem anstehenden Bürgermeisterwahlkampf nicht eventuell Teil einer Kampagne, die gegen den jetzigen Amtsinhaber gerichtet ist?

http://www.shz.de/lokales/ostholsteiner-anzeiger/kritik-an-einer-schirmherrschaft-id10809006.html

Nach meiner Auffassung ist die Trennung von Staat und Religion eine gesellschaftliche Errungenschaft, die es zu bewahren gilt, selbst wenn sie in Deutschland nur zum Teil umgesetzt ist. Ich halte auch überhaupt nichts von der Initiative, nachträglich einen Gottesbezug in die Präambel der Landesverfassung aufzunehmen. Es wird wohl niemand bestreiten wollen, dass die Verfassung über 60 Jahre ganz prima ohne Gottesbezug funktioniert hat.

Und so frage ich mich auch, ob ich wirklich zu einer Veranstaltung von missionarisch orientierten Muslimen gehen muss, wo ich schon so wenig davon begeistert bin, Bibelforscher an der Haustür abzuwimmeln.

Die Ahmadiyya-Bewegung, der die Veranstalter des heutigen Abends angehören, ist eine große, sektiererische Bewegung, die von anderen islamischen Glaubensrichtungen nicht anerkannt und teilweise von diesen verfolgt wird.
Sie steht nach eigenen Angaben auch nicht-muslimischen Regierungen loyal gegenüber. Ihr geistiges Oberhaupt ist ein Kalif mit Sitz in Großbritannien.
Nachfolgend noch zwei Links zu kritischen Beiträgen über die Ahmadiyya-Bewegung, :

http://www.deutschlandradiokultur.de/islam-in-deutschland-die-doch-nicht-ganz-so-guten.1278.de.html?dram:article_id=305487

http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/files/ahmadiyya.pdf

Zu guter Letzt noch eine kleine, nicht staatsmännische Provokation, die ich mir nicht verkneifen kann:

Quelle: unbekannt

Quelle: unbekannt

Tourismusentwicklung in der Praxis

Am Freitag fand in Heiligenhafen eine Informationsveranstaltung zum Thema Tourismusentwicklung statt. Neben Fachleuten aus den Bereichen Tourismus, Verwaltung und Wirtschaftsförderung waren auch Angehörige der Selbstverwaltung eingeladen. Anfangs habe ich mich gefragt, ob ich dort wirklich teilnehen soll, aber das Programm erschien interessant und im Nachhinnein war es eine gute Entscheidung.

Da ich chronologisch vorgehe mache ich hier darauf aufmerksam, dass ich über den wichtigsten Vortrag zuletzt berichten werde. Für einen Journalisten wäre das ein schwerer Fehler, den ich mir als Blogger gerne erlaube.

In einem Eingangsvortrag wurde die Situation des Tourismus in Schleswig Holstein dargestellt. In den vergangenen Jahren sind 2000 neue Betten entstanden. In den kommenden zwei Jahren werden  weitere 5800 Betten entstehen. Damit verbunden sind Investitionen in Höhe von 379,2 Mio Euro. Beispielhaft genannt wurden u.a.: Die Globetrotter Outdoor Akademie in den Hüttener Bergen, das Hafenumfeld in Laboe, die Seebrücken in Niendorf und Timmendorfer Strand (mit Teehaus).

In einem ersten Vortrag erläuterte Herr Jan Sönnichsen von der hcb hospitality competence berlin GmbH  das touristisches Infrastrukturmanagement. Seine
Kernaussage: Kooperation statt Kanibalismus.
Damit ist gemeint, die Doppelung von Angeboten in der Region zu vermeiden und stattdessen Angebote schaffen, die sich gegenseitig ergänzen. Dabei sind die Angebote zu vernetzen, auch ganz real, z.B. mit Radwegen. Der Rest des Vortrages beschäftigte sich mit Methoden, das magische Dreieck Angebot (Potentiale), Nachfrage (Zielgruppen) und Profil (Schwerpunktthema) zu analysieren und so aufzubereiten, dass die Förderungsfähigkeit erreicht wird.

Das zweite Thema war sehr viel praxisorientierter. Herr Nitz von der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH berichtete über den Erfolg von „Ostsee-Lounges“ und der Gastronomie auf Seebrücken sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen. Letztere unterscheiden sich von den rechtlichen Rahmenbedingungen an Binnenseen, so dass ich darauf nicht weiter eingehe.
151001_OstseeloungeInteressanter war die Darstellung des Erfolges der „Lounges“, die mit geringem Aufwand am Strand aufgestellt und über Winter abgebaut werden können. Damit wird statt einer Baugenehmigung nur eine Genehmigung zur Sondernutzung erforderlich. Ich glaube, es würde sich lohnen, über eine  „Ostsee-Lounge“ für Plön nachzudenken. Als Standort könnte ich mir die Fegetasche vorstellen.

Der dritte Vortrag ging um den Radwegebau auf der Insel Fehmarn. Hierzu trug Herr Lars Carstensen von der Fehmarn Wege GmbH & Co.KG  vor. Die Gesellschaft als Organisationsform einer Öffentlich Privaten Partnerschaft (ÖPP) hat in den vergangenen Jahren über 20 km Radwege auf Fehmarn gebaut und unterhält sie seither.
Das könnte ein interessanter Ansatz sein wenn es darum geht, ein Teilstück des Strandweges touristisch aufzuwerten.

Der vierte Vortrag war aus meiner Sicht der wichtigste. Herr Manfred Wohnrade, Heiligenhafener Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG & LTO “Ostseespitze”  hatte als Thema: „Wie bekommen wir ein Hotel in unsere Gemeinde.“Er war maßgeblich an der Entwicklung eines Tourismusprojektes in Heiligenhafen beteiligt, das mit einem Wellnesshotel, einem Surfer-Hostel und knapp 100 Ferienwohnungen ein Finanzvolumen von über 20 Mio Euro hat und mit der Schaffung von ca. 170 Arbeitsplätzen einhergeht.

Hier entsteht die "Bretterbude", ein Surfer-Hostel. Im Hintergrund einige der Ferienhäuser.

Hier entsteht die “Bretterbude”, ein Surfer-Hostel. Im Hintergrund einige der Ferienhäuser.

Ich fasse seine Aussagen so gut es geht und so knapp wie möglich zusammen:
Ein Grundstück in 1A Lage reicht nicht.
Nach seiner Empfehlung sollte eine anständige Planung in sieben Schritten durchgeführt werden:
1. Grundlagenermittlung, Entwicklung von Leitlinien.
2. Flächenermittlung, Eigentumsfragen, Abstimmung mit Landesplanung und Wirtschaftsförderung des Landes.
3. Planungsrecht schaffen. Abklärung mit der Tourismusförderung bei der Landesplanung, Flächen und Angebot festlegen.
4. Netzwerk aufbauen. Auf Basis eines rechtsgültigen Flächennutzungsplanes bereits nach potentiellen Interessenten suchen.
5. Vertrauen schaffen. Ein verbindlicher Ansprechpartner kann auf Basis eines rechtsgültigen Bebauungsplanes verbindliche Aussagen treffen. Ein „Kümmerer“ für alle Fragen vor Ort.
Nach Möglichkeit eine geschlossene politische Meinung.
6. Verhandeln mit Augenmaß. Kaufpreis und wirtschaftliche Effekte sind gegeneinander abzuwägen. Wasserdichter Kaufvertrag.
7. Verkauf und Vermarktung. Leistungsanbieter und Öffentlichkeit sind einzubeziehen.

Die fast fertigen Ferienhäuser fügen sich ein. Die zentrale Vermarktung soll verhindern, dass die Ferienhäuser als Dauerwohnungen genutzt werden.

Die fast fertigen Ferienhäuser fügen sich ein. Die zentrale Vermarktung soll verhindern, dass die Ferienhäuser als Dauerwohnungen genutzt werden.

Dem Vortrag von Herrn  Wohnrade ist nichts hinzuzufügen.

Reise nach Transsilvanien

Mitte September hatte ich die Gelegenheit, nach Cluj-Napoca (Klausenburg) zu reisen. Dabei habe ich interessante Eindrücke sammeln können und mein Rumänien-Bild überdenken müssen.

Transsilvanien war für mich ein Begriff, den ich mit der Kulisse zu mehr oder weniger guten Filmen über den untoten Grafen Dracula oder den transsexuellen Frank n Further aus der Rocky Horror Pictur Show in Verbindung gebracht habe.
Dass Transsylvanien identisch mit Siebenbürgen ist, war mir bis dahin auch nicht klar. Mit Siebenbürgen verband ich bis dahin ein überwiegend deutsch besiedeltes Gebiet, aus dem die Siebenbürgensachsen als Folge des Zweiten Weltkrieges vertrieben wurden bzw. nach Zusammenbruch des Ostblockes nach Deutschland zurückgewandert sind..
Mit Rumänien habe ich bis dahin Kinderbanden sowie Roma und Sinti und völlig ungeordneten Verhältnissen und das ganze gepaart mit postsozialistischer Stagnation in Verbindung gebracht..

Was mir bis dahin nicht klar war ist, dass die Deutschen in Siebenbürgen auch in den letzten 150  Jahren immer eine nationale Minderheit waren. (1869 : 11,9% / 1941 : 9% / 1948 : 5,8% / 1992 : 1,2%, Quelle: Wikipedia). Sie sind heute eine annähernd so starke Gruppe wie die Roma (1,1 %).
Die größte Minderheit in Siebenbürgen besteht aus Ungarn mit einem Anteil von 21% an der Bevölkerung. In regional eingegrenzten Gebieten waren die nationalen Minderheiten jedoch die Mehrheit der lokalen Wohnbevölkerung.

Seit dem Mittelalter bis 1920 wurde Siebenbürgen im wesentlichen von Ungarn oder/oder Österreich beherrscht. Die zeitweise Herrschaft durch das osmanische Reich ist ebenfalls erwähnenswert. Die ursprügliche Ansiedlung von Deutschen und anderen Ausländern in Siebenbürgen erfolgte, um weitgehend unbewohnte Gebiete zu besiedeln und damit den Schutz ungarisch besiedelter Gebiete vor dem Einfall von Reiterhorden aus dem Osten zu verbessern. Später wurden die durch die Türkenkriege verwüsteten und teilweise entvölkerten Gebiete geziel wieder aufgesiedelt. Die Einwanderer wurden mit Boden versorgt und genossen weitgehende Autonomierechte einschließlich des Rechtes auf Glaubensfreiheit. Die politische Vertretung war, wie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit üblich, ständisch organisiert. Als Gremium dienten die Landtage. Dem damals schon vorhandenen rumänischen Bevölkerungsteil wurden Mitspracherechte konsequent verweigert.

1867 kam es durch den ungarisch dominierten Landtag zur Aufhebund der Minderheiten- und Autonomierechte, Siebenbürgen wurde Bestandteil Ungarns und damit sauch Bestandteil der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Die gezielte Ansiedelung von Ungarn sollte die Bedeutung des wachsenden Anteils an rumänischstämmiger Bevölkreung reduzieren.

Nach dem Ersten Weltkrieg wechselte die Herrschaft über Siebenbürgen an das Rumänische Königreich. Die bisherigen Eliten verloren ihre Vormachtstellung, der rumänische Zentralstaat begann mit der Ansiedlung von rumänischstämmigen Bürgerinnen und Bürgern, um den politischen Einfluß der Minderheiten weiter zu marginalisieren. Der Anteil der rumänischstämmigen Bevölkerung in Siebenbürgen wuchs von 57,2% im Jahr 1920 auf 75,3% im Jahr 1992. Das kann vermutlich als Ergebnis dieser Ansiedlungspolitik gewertet werden. Autonomierechte wurden seit 1920 mal mehr, mal weniger eingeräumt.

Die kurzzeitige Rückkehr von Teilen Siebenbürgens an Ungarn während des Zweiten Weltkrieges scheint eine eher bedeutungslose Episode gewesen zu sein.

Bereits bei meinem ersten Kontakt mit der Bevölkerung hatte ich den Eindruck, daß die Frage der Zugehörigkeit zur ungarischen oder rumänischen Bevölkerungsgruppe auch heute durchaus noch eine Rolle spielt. Eine schnelle Google-Recherche auf deutsch führt zuersteinmal zu Texten, die sich mit der Situation der deutschen Minderheit befassen. Nachfolgend die Verlinkung mit zwei Artikeln, die sich mit der Lage der ungarischen Minorität auseinandersetzen.

https://www.owep.de/artikel/429/verhaeltnis-zwischen-ungarn-und-rumaenien

http://www.welt.de/politik/ausland/article121872593/Aufruhr-unter-den-Ungarn-in-Rumaenien.html

Cluj-Napoca ist von Schleswig Holstein aus ca 1700 KM entfernt. Das bedeutet zwei Tage im Auto. Die Reise durch Tschechien und die Slowakei ist auf ausgebauten Autobahnen völlig problemlos, die Maut nervt allerdings, nicht nur, weil der Stop zum Kauf der Vignette das vorankommen bremst. In Ungarn – und später auch in Rumänien – ist ebenfalls Maut zu zahlen, die Überwachung erfolgt jedoch durch Kameras an der Straße, die die Nummernschilder identifizieren. Man soll sich auch online anmelden können. Wer allerdings wie ich ein Auto hat, dessen Kennzeichen einen Umlaut beinhaltet, wird vermutlich so viel Pech haben wie ich. Dankenswerterweise kann man auch direkt an der Grenze bezahlen und sich registriegen lassen, was gut funktioniert und zumindest nachts die Erinnerung an klassische Grenzübergangsstellen weckt, bis auf das die Grenzbeamten durch Verkäuferinnen ersetzt wurden, die deutlich freundlicher sind.

Hinter Budapest endet die Autobahn, aber die Straße bleibt gut ausgebaut. Dafür wird die Landschaft so öde, dass ich nicht weiter darüber berichten möchte. Zur rumänischen Grenze hin wird die Straßenverbindung zunehmend schechter, bleibt aber gut befahrbar.

Direkt hinter der Grenze wurde meine Erwartungshaltung zu rumänischen Verhältnissen erst einmal bestätigt. Ein nicht asphaltierter Platz mit einem Haufen Wechselstuben, von denen die meisten einen zweifelhaften Eindruck machen. Die Landeswährung in Rumänien ist der Lei, der in Deutschlant zwar erhältlich ist, aber nur zu schlechten Kursen bei hohen Gebühren. Selbst meine Hausbank hatte empfohlen, Geld an der Grenze zu tauschen. Für einen Euro gibt es, grob über den Daumen, 4,5 Lei.

Schon wenige Kilometer hinter der Grenze wandelt sich das Bild. Am Ortsrand von Oradea gibt es zwar noch einige wenige Industriebrachen, aber moderne Autohäuser und Einkaufszentrum prägen das Bild. Die Randbereiche mit ihren Plattenbauten machen keineswegs den Eindruck von prekären Wohngegenden. Der geordnete und unerwartet saubere Zustand ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass Wohnraum in Rumänien nach wie vor ein knappes Gut ist. Der massenhafte Wegzug der Besserverdienenden aus den Plattenbauten ist nach meiner Einschätzung aufgrund fehlender bezahlbarer Alternativen noch nicht erfolgt. Die schichtübergreifende Bewohnerstruktur sorgt offenbar für eine soziale Konrolle und Stabilität.

Auf dem weitern Weg nach Cluj-Napoca schlängelt sich die Hauptverbindungsstraße N1 durch die Kaparten. Die Straße bleibt gut ausgebaut, allerdings muß man gelegentlich schon ein bisschen aufpassen, nicht nur, weil auch mal ein Pferdegespann von links auf die Strasse schießen kann.
Das Wort „Umgehungsstraße“ scheint im rumänischen unbekannt zu sein. Der gesammte Transitverkehr schiebt sich durch die Dörfer und Städte, was die Durchschnittsgeschwindigkeit auf unter 50 km/h absenkt. Auffällig ist, dass auch die kleinen Höfe in einem guten Zustand sind. Darüber hinaus gibt es eine sehr kleinteilige Landwirtschaft, die ganz offenbar mit einem hohen personellen Aufwand betrieben wird. Große zusammenhängende Felder waren erst hinter Cluj-Napoca zu sehen.
Die Kaparten ähneln hier einem Mittelgebirge. Alpine Bereiche sind entlang der N1 nicht vorhanden. Dort, wo die Anhöhen bewaldet sind, hat die Gegend durchaus ihren Reiz. Allerdings sind große Flächen auch unbewaldet, so dass in den Bereichen eine eher langweilige Landschaft vorherrscht.

Bei der Einfahrt nach Cluj-Napoca bietet sich ein Bild wir in vielen anderen europäischen Städten. Die Besiedelung verdichtet sich, Einkaufszentren und Autohändler ziehen sich am Straßenrand entlang. Dann schließt sich der Ring mit Wohnbebauung, überwiegend Plattenbauten, an. Schließlich erreicht man in die Innenstadt.

Die Altstadt von Cluj-Napoca ist im Zweiten Weltkrieg offenbar von Kampfhandlungen weitgehend verschont geblieben. Damit ist relativ viel alte Bausubstand erhalten.
KuK-ArchitekturDie meisten Gebäude sind renoviert und befinden sich in einem guten Zustand. Einzelne Gebäude haben die Renovierung wohl noch vor sich. Ruinen und Zerfall gibt es aber nicht. Auch an der Infrastruktur wird gearbeitet. Immer wieder findet man Baustellen; Fußwege und Straßen werden repariert oder baulich aufgewertet.
Die Altstadt ist vom Baustil der KuK-Monarchie geprägt. Auf der einen Seite sehr charmant und verspielt, auf der anderen Seite monumental und im wahrsten Sinne des Wortes pompös.
theaterAuf dem Marktplatz ist der alte Dom beherrschend. Vor dem Dom das unvermeidbare Reiterdenkmal. Noch ein kleines Stück vor dem Reiterdenkmal von König Mattthias kann man durch eine Glasplatte römische Fundamente bewundern. Sie sind wenig spektakulär, verdeutichen aber, daß Cluj-Napoca  eine sehr lange und wechselhafte Geschichte hat. An der gegenüber des Domes liegenden Seite des Platzes befindet sich in der Fußgängerzone die Tourist Information für die Stadt. Die Tourist Information für die Region hat ihren Sitz im Ethnologischen Museum ganz in der Nähe.
Dom
Das mittelalterliche Geburtshaus von Matthias Corvinus, dem späteren ungarischen König Matthias,  steht in der Nähe des Marktplatzes. Hier gibt es den einzigen Platz, der an touristisch voll erschlossene Orte wie Bratislava oder Prag erinnert, wo sich Amerikaner, Engländer, Japaner, Deutsche, Österreicher, Chinesen und der Rest der Welt gegenseitig auf die Füße treten.
Ansonsten – und das ist sehr angenehm – gehört die Innenstadt den Einheimischen und den Studenten; und den Autos. Die Straßen sind voll, die Parkplätze knapp. Busse und Straßenbahnen fahren, müssen sich aber den Raum mit den Autos teilen. Entsprechend zäh fließt der Verkehr am Morgen oder zur Feierabendzeit. Fahrräder sind eine Ausnahme und wirkliche Überlebenschancen haben vermutlich nur echte Kampfradler.

Sehr schön ist auch ein Besuch im Zentralpark. Das moderne Fußballstadion ist durchaus gelungen, das alte Casion ein echtes Juwel. Der Park wird tagsüber von einem gemischten Publikum genutzt. Einheimische, Mütter mit Kindern, Alte sowie Studentinnen und Studenten bevölkern die Wege und Wiesen. Die hohen Bäume sorgten für angenehmen Schatten, denn rotz der fortgeschrittenen Jahreszeit lagen die Temperaturen Mitte September bei über 30 Grad.
casinoDer Museumsplatz lohnt ebenfalls einen Abstecher. Er ist autofrei und die hohen Bäume sowie die nette Bebauung und die Außengastronomie sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualtät.
MuseumsplatzDas an diesem Platz gele am Platz Piata Muzeului gelegene Museum für transsilvanische Geschichte hatte wegen Renovierungsarbeiten leider geschlossen. In der Str. Memorandumului Nr. 21 ist das Ethnologische Museum beheimatet, dessen Ausstellung die Besucher und Besucherinnen mit einer Ausstellung über traditionelles Handwerk und alten Trachten informiert.

In der näheren Umgebung von Cluj-Napoca liegt Turda, das mit zwei Ausflugszielen durchaus einen Besuch wert ist. Etwas östlich der Stadt liegen die Salinen, etwas westlich lohnt die Schlucht Chiele Turzii den Besuch.

Die Salinen sind auf jeden Fall sehenswert. Es empfiehlt sich, einen Pullover mitzunehmen, denn die Tempeartur in dem ehemaligen Salzbergwerk liegt durchgehend bei 10 – 12 Grad. Das Salzbergwerk wird erstmals 1271 urkundlich erwähnt, er wurde 1930 wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. In der Zwischenzeit entstanden gewaltige Kavernen. Die Muster im Fels sind sehr schön anzusehen. Auch die alten Geräte, die im Original noch vor Ort zu sehen sind, lohnen schon den Besuch. Die Überraschung wartet auf den unvorbereiteten Besucher, wenn er in die Kavernen tritt. Nicht nur, daß die Räume mit einer Höhe von 154 Metern gewaltige Ausmaße haben, am Grund befindet sich ein Vergnügungspark mit Billard, Minigolf und einem Riesenrad.
Turda-RiesenradObwohl erst 1992 eingerichtet, erinnert das ganze an ein Ensemble aus sozialistischer Zeit, ebenso wie der kleine See in der Terezia Kaverne, auf dem man mit kleinen Ruderbooten eine Runde um die Insel drehen kann. Absolut futuristisch ist der Panoramalift, der von der Decke auf den Boden der Kaverne führt und die Bebauung auf der Insel im Kavernensee. Mich würde es nicht wundern, wenn die Bergwerksanlage  als Kulisse für einen der nächsten James-Bond-Filme genutzt wird.
Turda_seeEin anderes Ausflugsziel ist die Chiele Turzii Schlucht, die seit 1938 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Hier befindet sich auf 1,5 km eine Schlucht, die alpinen Charakter aufweist. Im Fluß tummeln sich Forellen und aus dem Wald ragen die Felsen bis zu 250 Meter steil hinauf. Der Wanderweg ist zu Beginn gut ausgebaut und führt über mehrere Hängebrücken in die Schlucht hinein, er wird aber zusehens schmaler und schwieriger zu begehen. Die Schlucht ist auch Zeil für Kletterer, für die mehrere Routen geschraubt sind. Leider sieht es so aus , daß die Besucherinnen und Besucher im  Naturschutzgebiet scheinbar kein Problem damit zu haben, ihren Müll zu hinterlassen.
chieleDa ich nur drei Tage vor Ort war, fällt es schwer, ausführlich über das kulturelle Angebot zu berichten. Dazu kommt natürlich, daß ich die Sprachbarriere nicht überwunden und für  Mottoparties, die das Transsylvanien der Achtziger Jahre zum Thema haben, nicht die richtigen Klamotten im Handgepäck hatte. Daher fiel die Wahl für das Abendprogramm auf den Club „Flying Circus“, in dem die ungarische Trash Metal Band „Moby Dick“ auftrat.
2015-09-16_22-18-06_826Die Band ist in ihrem Heimatland eine Legende, weil sie in den achtziger Jahren weder in Sachen Musik noch in Sachen Ideologie auf der offiziellen staatlichen Linie lag. Durch die mehr oder weniger offen geäußerte Systemkritik schrammelte die Gruppe in Ungarn am Randes des Verbots entlang.
In Siebenbürgen genoß die Band Teilen der ungarischstämmigen Jugend ebenfalls eine große Popularität. Die systemkritischen und auf Ungarisch gesungenen Texte sowie die Musik an sich wichen natürlich auch von der offiziellen Linie der rumänischen Kulturpolitik ab. Sie bot der ungarischstämmigen Jugend die Möglichkeit der gemeinsame Identifikations durch Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft..
Eine ausführliche Abhandlung über die Thematik läßt sich unter diesem Link nachlesen:

http://www.academia.edu/8183153/Protest_Provokation_und_Peer-Group-Bildung._Heavy_Metal_in_Ungarn_und_seine_Rezeption_in_Siebenb%C3%BCrgen_in_den_1980er_Jahren

Es war ein zweifelhaftes Vergnügen, die lärmende Legende live zu erleben. Trash Metal ist nicht wirklich meine Musik, auch wenn der Gitarrist durchaus gute Soli hinlegte. Noch weniger begeisterte mich die Art und Weise, mit welcher Brutalität er einen – zugegebenermaßen nervigen – betrunkenen Jugendlichen von der Bühne stieß, als der von dort aus zum „Stagediven“ ansetzen wollte.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass ein kleiner Teil des Publikums rechtsoffen bzw. nationalistisch eingestellt war. Das Tragen von Glatzen, Springerstiefel und das Pogen mit nacktem Oberkörper ist für sich allein genommen nicht zwingend typisch für Rechtsextremisten. In der Kombination ist es das allerdings schon eher. Vor allem aber sah der Besucher mit dem „Commando 18“ T-Shirt so aus, als wüßte er, das es sich dabei um die englische Schreibweise einer deutschen Neonazi-Band handelt.
Ich bin aber weit davon erntfernt, meinen Eindruck in irgendeiner Form verallgemeinern zu wollen.

Sobald ich ein wieder ein wenig Zeit zum Lesen habe, werde ich mich bemühen, ein paar fundierte Informationen zur Minderheitensituation in Siebenbürgen zu bekommen.
Auf jeden Fall ist Cluj Napoca ein interessantes Reiseziel, nur, weil es auch die Europäische Jugendhauptstadt 2015 ist.

Wem gehört er Strandweg 3.0

Im letzten SteU wurde erneut über die Eigentumsverhältnisse am Strandweg berichtet. Herr Dr. Höppner führte aus, dass der Strandweg nach dem aktuellen Stand seiner Nachforschungen zum See und damit dem Land gehört. Damit scheint sich die Vermutung zu bestätigen, die ich bereits in meinem Beitrag vom 11. März 2015 (wegen der historischen Bilder nicht nur lesens-, sondern auch sehenswert) geäußert habe.
Leider gab es in der Vergangenheit bereits leichtfertige Äußerungen aus der Verwaltung, dass der Strandweg vermutlich der Bahn gehören würde. Eine Pachtzahlung für den Strandweg oder ein Verkauf durch die Bahn, von dem bereits die Rede war, wäre für die Stadt sehr teuer geworden.
Daher habe ich in der Sitzung den Sachstand, den Herr Dr. Höppner vorgetragen hat, noch einmal wiederholt und ausdrücklich unterstrichen, damit hier keine kostenspieligen Mißverständnisse aufkommen können.

Sobald die Eigentumsverhältnisse endgültig geklärt sind, werde ich mich für einen promenadenähnlichen Ausbau des Teilstückes vom Seeprinz bis zur Marktbrücke einsetzen.

Bootshalle und Berichte

Heute tagte der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt (SteU). Wesentliche Inhalte waren die Berichte der Verwaltung und der Bebauungsplan „Südliche Eutiner Straße“.

Die für mich wesentlichen Punkte aus dem Bericht er Verwaltung

1. Der Planungsverband Seewiesen tagt am 10. November 2015 um 1900 im Rathaus in Plön. Im Vorfeld gibt es am 20. Oktober ein internes Planungsgespräch mit Bürgermeister Koch, Bürgervorsteher Krüger, dem Planungsbüro und dem Investor.

2. In Stadtheide hat es erneut illegale Rückschnitte an dem Gehölzen gegeben, die als Ausgleichsfläche angelegt wurden. Obwohl es sich dabei um eine Straftat handelt, hat die Verwaltung auf eine Strafanzeige verzichtet, da sie eine Täterermittlung für unwahrscheinlich hält.

3. Lärmschutz an der B 76. Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren sollen bis Ende des Jahres vervollständigt sein und an die Planfeststellungsbehörde weritergeleitet werden. Die weitere Bearbeitung erfolgt im Rahmen verfügbarer Ressouren, die spätere Umsetzzung der Maßnahme im Rahmen verfügbarer Finanzmittel. Auf gut Deutsch: es wir noch dauern.

Der SteU hatte beschlossen, für den Bereich südliche Eutiner Straße einen Bebauungsplan aufzustellen, um die bauliche Entwicklung in dem Bereich zukünftig zielgerichtet steuern zu können. Anlaß für Aufstellung des Bebauungsplanes war die Absicht des Plöner Segelvereins (PSV), parallel zur Eutiner Straße eine Bootshalle zu errichten. Mit der Bootshalle in der geplanten Höhe würde die Sicht von einem Teil der Eutiner Straße auf den Plöner See verbaut.
In mehreren Gesprächen zwischen dem PSV und der Stadt wurde versucht, Kompromisslösungen zu finden. Die vorangegangenen Gespräche, das letzte am gestrigen Tag, verliefen ergebnislos.

Nach meiner Auffassung ist die Frage, ob das B-Plan-Verfahren weitergeführt wird, ohnehin nicht an die Frage gebunden, ob es eine außerplanmäßige Einigung mit dem PSV gibt. Es ist wichtig, die Entwicklung im gesamten Planungsbereich im Sinne der Stadt zu steuern. Auch auf den Nachbargrundstücken könnten früher oder später Vorhaben geplant werden, die den Entwicklungszielen der Stadt zuwiderlaufen. Aus diesem Grunde ist die Fortführung des B-Plan-Verfahrens aus meiner Sicht ohnehin unumgänglich. Da das Verfahren ergebnisoffen geführt wird, ist es auch später möglich, mögliche Einigungslösungen mit dem PSV in den Plan einzuarbeiten.

Zu meinem Erstaunen haben auch die Vertreter der CDU für die Fortführung des B-Plan-Verfahrens gestimmt. In den vergangenen Sitzungen hatte ich bislang den Eindruck gewonnen, dass sie der Aufstellung eines Bebauungsplanes eher skeptisch gegenüberstehen.

Seewiesen im Plöner Rundblick

Die FWG gibt in regelmäßigen Abständen die Zeitung “Plöner Rundblick” heraus, mit der sie ihre Arbeit darstellt. In der Aktuellen Ausgabe berichtet sie u.a. über die Abstimmung zur Auflösung des Planungsverbandes Seewiesen in der letzten Ratsversammlung.

Die FWG hat in der Facebookgruppe “Plöner Runde” auf das Erscheinen des Rundblickes hingewiesen. Es ist nicht ungeschickt, in sozialen Foren wie Facebook auf die eigene Arbeit hinzuweisen und dort Informationen zu verlinken. Ich tue das auch. Es erhöht die Leserzahlen, birgt aber auch die Gefahr, dass dort kommentiert wird.
Das habe ich getan. Hier mein Kommentar für alle, die ihn nicht auf Facebook lesen können, weil sie sich nicht in die Arme des Datenkraken begeben haben:

Leider gibt der Seeblick die Darstellung zu den Seewiesen die Argumente, die gegen die Seeweisen sprechen, nur sehr verkürzt wider.
Es wird wird verschwiegen, dass die demographische Entwicklung dazu führen wird, dass mit den Seeweisen ein Überangebot entsteht, das der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern in 15 bis 20 Jahren teuer zu stehen kommt.
Der Landschaftsschutz, der durch das Projekt massiv beinträchtigt wird, wird mit keinem Wort erwähnt.
Vor allem wird auch nicht erwähnt, dass die zuständigen Fachbehörden bei Kreis und Land dem Projekt sehr kritisch gegenüberstehen.
Obwohl eine gut lesbare Stellungnahme eines Juristen aus den Reihen der FWG vorlag, in der ausgeführt wurde, aus welchen verwaltungsrechtlichen Gründen eine Realisierung der Seewiesen unwahrscheinlich ist, hat die FWG mehrheitlich für das Vorhaben gestimmt.
Ich bleibe dabei, Seewiesen ist eine Verschwendung von Arbeitszeit und Geld der Plöner Bürgerinnen und Bürger. Und Rathjensdorf hat bislang keinen Pfennig dazugezahlt.

Bootshalle gegen Wanderweg

Morgen wird der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt (SteU)  tagen. Dabei wird es im wesentlichen um das Thema Bebauungsplan 16a “südliche Eutiner Straße” gehen. Die Verwaltung schlägt vor, auf Basis des städtebaulichen Konzeptes ein Planungsbüro zu beauftragen, den Bebauungsplan zu entwickeln.

Auslöser für die Planung ist die Absicht des Plöner Segelvereines (PSV), auf dem Grundstück eine Bootshalle zu errichten. Der Segelverein hatte im November 2013 einen entsprechenden Bauvorbescheid beantragt.

Im SteU stießen diese Pläne auf Ablehnung, weil das geplante Gebäude durch seine Länge und Höhe den Blick von der Eutiner Straße auf den großen Plöner See verstellen würde. Dies liefe den Absichten des Ausschusses entgegen, die “Erlebbarkeit” des Plöner Sees zu verbessern. Es wurde schon immer, auch von der CDU, die sich jetzt hinter die Pläne des PSV stellt, beklagt, dass man in Plön von fast keiner Stelle aus auf einen See sehen kann, obwohl Plön von Seen umgeben ist.

Daher wurden die alte Absicht, für den Bereich Eutiner Straße einen  Bebauungsplan aufzustellen, wieder aufgegriffen. Mit ihm soll die geamte Entwicklung im Bereiches der Eutiner Straße gesteuert werden. In Verbindung damit wurde eine Veränderungssperre beschlossen. Das führte beim Vorstand des PSV zu Unmut, der seine Baupläne erst einmal auf Eis legen mußte.

Bei der Bewertung muß man berücksichtigen, dass sich der Charakter der Eutiner Straße in den letzten Jahrzehnten erheblich geändert hat. Früher war sie eine reine Durchgangstraße. Nach dem Bau der innerörtlichen Umgehung ist sie die Hauptverbindung für Fußgänger und Radfahrer aus den östlichen Stadtvierteln zur Innenstadt. Darüber hinaus ist sie mit ihrem Angebot an Parkplätzen und Gastronomie für den Fremdenverkehr von Bedeutung. Setzt der PSV die Bebauung wie geplant um, würde von dem Streckenabschnitt der Eutiner Straße, von dem aus man das Wasser sehen kann, ein erheblicher Anteil verloren gehen.

Das Argument, dass man den See ohnehin nicht mehr sehen kann, weil die Hecke so hoch sei, ist dabei unerheblich. Herr Dr. Lorenzen wies während der Einwohnerfragestunde in der letzten Ratsversammlung darauf hin, dass der PSV die Hecke erst in den letzen zwei Jahren so hoch wachsen ließ. Er vermutete, dass dies in der Absicht erfolgte, um zu argumentieren, dass die Sicht wegen der Hecke ohnehin nicht gegeben sei, also warum müsse man dann wegen der Bootshalle einen teuren Bebauungsplan erstellen. Er bat, nicht auf diesen Trick hereinzufallen.

Der SteU sieht aber sehr wohl die Berechtigung des Anliegens des PSV, sich weiter zu entwickeln. Die Umkleide und Sanitärräume entsprechen nicht mehr den Standards, der Bedarf für ein zeitgemäßes  Regattabüro und einen Jugendraum ist unumstritten. An der Frage, ob die Optimisten-Jollen aufgetakelt in einer Halle stehen müssen, scheiden sich allerdings die Geister.

Um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen wurden verschiedenen Alternativen für den Standort der Bootshalle entwickelt. Als weitere Option wurde vorgeschlagen, den Strandweg über das Gelände des PSV bis zum Fischereibetrieb fortzuführen und in Verbindung damit die Bootshalle wie vom PSV geplant zu errichten. Bei dieser Lösung wäre die Erlebbarkeit des Sees nicht nur erhalten, sondern sogar verbessert worden.
In der Öffentlichkeit wurde dieser Lösungsansatz gelegentlich als erpresserisch dargestellt.
Darüber hinaus wurde das persönliche Verhältnis zwischen dem Vereins- und des Ausschußvorsitzenden thematisiert, das als belastet gelten kann.
Nach meiner Einschätzung trifft das zu, ist aber nicht von entscheidender Bedeutung.

Hinzu kommt auch, dass der Erbbauvertrag mit dem PSV in wenigen Jahren ausläuft und dann neu verhandelt werden muß.

Der PSV ist einer der größten Plöner Vereine. Er stellt sein Gelände für das Stadtbuchtfest zur Verfügung und ist regelmäßig Veranstalter für Deutsche- und Europameisterschaften. Er ist damit von Bedeutung für das soziale Leben in der Stadt und auch für den Tourismus. Aus meiner Sicht ist sein Bestreben ebenso berechtig wie das Bestreben des Ausschusses, den freien Blick auf den See für die Fußgänger, Radfahrer und Sommergäste zu erhalten.

So wie es sich für mich darstellt, ist die Situation völlig verfahren. Einer Weiterführung des Strandweges über das Vereinsgelände werden die Mitglieder des PSV mit Sicherheit nicht zustimmen. Es wäre das AUS für das Vereinleben in der bisherigen Form. In Folge dürfte aber auch klar sein, dass es den Bau der Bootshalle in der vom PSV geplanten Form so vermutlich nicht geben wird. Es wäre aus meiner Sicht auch nicht in Ordnung, den auslaufenden Erbbauvertrag als Druckmittel einzusetzen. Da zu vermuten ist, dass auch der SteU, der immerhin das öffentliche Interesse vertritt, an seinen Zeilvorstellungen festhalten wird.
Nach meiner Einschätzung wird dass Bebauungsplanverfahren weitergeführt. Das wäre auch konsequent, weil es dem Ausschuß letztendlich um die geordnete Entwicklung des gesamten Bereiches geht.

Der Bürgermeisterwahlkampf ist eröffnet

In der letzten Ratsversammlung wurde der Wahlausschusses für die Direktwahl der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters gewählt. Da unser amtierender Bürgermeister erneut zur Wahl antritt, wird Herr Kirchner aus der Verwaltung die Leitung des Ausschusses übernehmen. Die Zusammensetzung  des Ausschusses, dem ansonsten Ratsherren und Ratsfrauen aller Fraktionen angehören, ist eher unerheblich.

Interessant ist, dass der Wahlkampf bereits eröffent wurde. Der Ostholsteiner Anzeiger berichtete, dass sich die Vorsitzenden der im Rathaus vertretenen Parteien einig sind, den jetzigen Bürgermeister zu ersetzen.

Wir erinnern uns an die letzte Bürgermeisterwahl. Auch damals gab es dieses parteiübergreifende Einvernehmen. Als sich aber abzeichnete, dass sich kein geeigneter Gegenkandidat finden ließ, erklärte die CDU ihre Unterstützung für den bisherigen Bürgermeister. Er wurde wiedergewählt, jetzt will die CDU ihn erneut aus dem Amt jagen.

In der Runde der Vorsitzenden wurde dem Pressebericht zu Folge auch über das gewünschte  Anforderungsprofil des gemeinsamen Kandidaten gesprochen. Zitiert wird der SPD Vorsitzende, der nachfolgende Punkte für ein Anforderungsprofil nannte:
- Erfahrung in interkommunaler Zusammenarbeit,
- Erfahrung in der Zusammenführung von Kameralistik und Doppik,
- Erfahrung in der Haushaltsführung.
Diese Äußerung wird er als Politprofi sicher nicht gemacht haben, ohne dass hierüber mit den anderen Verhandlungspartnern Einigkeit besteht.

Gleichzeitig bringt die CDU bereits einen Namen ins Spiel. So hätte, wie der OHA berichtet, die CDU Fraktion Herrn Stefan Meyer vorgeschlagen.
Herr Meyer – 2. Ältermann der Plöner Schützengilde (mittleres Bild) – wird im OHA zu einer möglichen Kandidatur wie folgt zitiert: „Das ist eine interessante Idee“ und: „ich könnte mir die Ausübung des Bürgermeisteramtes in meiner Heimatstadt Plön sehr gut vorstellen.“
Eine kluge Aussage, mit der er sich alle Optionen offen hält.

An der Qualifikation von Herrn Meyer als Kriminalbeamter habe ich keinerlei Zweifel. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die vom SPD-Vorsitzenden genannten Punkte des Anforderungsprofiles zum Aufgabenbereich der Kriminalpolizei gehören.

Anders als im OHA beschrieben kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Herr Meyer von der CDU-Fraktion ins Gespräch gebracht wurde. Vielmehr halte ich es für wahrscheinlich, dass er der Wunschkandidat des CDU Ortsverbandsvorsitzenden ist.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Rathjensdorfer Bürgermeister fordert Plöner Bürgermeister auf, jetzt schnell zu liefern

Heute berichtete die Presse über die Sitzung der Ratsversammlung am Mittwoch. Abgesehen davon, dass der Plöner Bürgermeister als Behördenleiter mit seiner unsachlichen Kritik und der verdeckten Drohung mit Rechtsmitteln gegenüber dem Kreis und der Landesplanung nach meiner Auffassung weit über das Ziel hinausgeschossen ist, empfinde ich die in der Presse berichtete Äußerung des Rathjensdorfer Bürgermeisters, der Plöner Bürgermeister hätte jetzt schnell zu liefern, gelinde gesagt als Frechheit.

Dabei würde es mich nicht wundern, wenn Rathjensdorf zweigleisig fährt. Bei kritischer Betrachtung dürfte jedem klar sein, dass Rathjensdorf noch erheblich mehr Potential im Innenbereich hat oder in Absprache mit Kreis und Landesplanung identifizieren könnte als in der dünnen Innenraumpotentialanalyse aufgezeigt wird. Ich gehe nicht so weit zu behaupten, dass Rathjensdorf erst einmal die Seewiesen einzutütet und später dann doch noch über ein paar Baugrundstücke im Innenbereich stolpert. Aber völlig ausschließen würde ich es auch nicht.

Es wird auch interessant sein, wie der Plöner Bürgermeister seine in der Ratsversammlung geäußerte Absicht umsetzt, Rathjensdorf an den Kosten für die Planung zu beteiligen. Anders als immer wieder gerne behauptet, ist die Planung für die Stadt ja nicht kostenlos. Es wäre sehr interessant zu wissen, wie viele Arbeitsstunden die Verwaltung in Plön bereits in dieses Vorhaben investiert hat. Ich bin mir sicher, dass sich Personal- und Sachkosten auf einen erkläglichen Betrag summieren. Eine Beteiligung der Gemeinde Rathjensdorf oder des Amtes Großer Plöner See an den Kosten wäre da tatsächlich angebracht.

Interessanter- und zutreffenderweise wird auch berichtet, dass sich der Plöner Bürgermeister um die Antwort auf die Frage, wie der denn die verwaltungsrechtliche Realisierbarkeit des Vorhabens bewertet, herumgedrückt hat. Dafür, dass er die Frage von Ratsherrn Pfau nicht beantwortet hat, könnte es mehrere Gründe geben. Am plausibelsten für mich wäre, dass er als Vorsitzender des Planungsverbandes nicht zugeben mag, dass die Aussichten auf Realisierung gering sind.

Seewiesengewurstel geht erst mal weiter

Die Empfehlung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, den Planungsverband Seewiesen aufzulösen, ist heute in der Ratsversammlung zurückgewiesen worden. Bei 11 Stimmen für den Antrag und 11 Gegenstimmen gilt der Antrag aufgrund der Verfahrensregeln als abgelehnt.

Damit geht das bereits 10-jährige Gewurstel um das Neubauprojekt des ehemaligen Schatzmeisters der rechtspopulistischen Partei „Rechte Mitte Heimat Hamburg“ sowie der Kommunen Plön und Rathjensdorf weiter, obwohl bei realistischer Einschätzung keinerlei Aussicht auf eine Realisierung des Baugebietes besteht. Bemerkenswert ist vor allem, dass sich die Ratsversammlung über die klare Empfehlung des Fachausschusses hinweggesetzt hat. Das kann nach meiner Ansicht nur bedeuten, dass bei der Entscheidung andere Gründe als fachliche Gründe eine Rolle gespielt haben müssen. Diese Meinung habe ich in meinem Redebeitrag auch so zum Ausdruck gebracht.

Ich habe eine namentliche Abstimmung beantragt, damit die Wählerinnen und Wählern wissen, welche Kolleginnen und Kollegen für diese Entscheidung verantwortlich sind:

Hr. Ewers (FWG)
Hr. Hagen (CDU)
Fr. Killig (FDP)
Hr. Krüger (CDU)
Fr. Lindenau (CDU)
Hr. Melzer (CDU)
Hr. Plischka (CDU)
Fr. Schwalbe (CDU)
Hr. Seligmann (FWG)
Hr. Thomsen (CDU)
Hr. Zender (CDU)

An dieser Stelle ein ausdrückliches Danke an die FWG Fraktion, die diese Forderung aufgegriffen hat. Als Fraktionsloser kann ich den Antrag gem. Geschäftsordnung eigentlich nicht stellen.

Weitere Info zum Thema und zu den anderen Tagesordnungspunkten der Ratsversammlung in späteren Beiträgen, da ich jetzt noch schnell einen Geburtstagskuchen backen muß.

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