Gutachten mit Schwächen

Das beherrschende Thema im heutigen SteU war die Alternativenprüfung zum Klinkerteich. Der erste Entwurf wurde Anfang des Monats vorgestellt. Der Ausschuß befand, daß das Ergebnis in Teilen nachgebessert werden muß. Das Ergebnis hat immer noch nicht vollständig überzeugt. Herr Krüger (CDU) zeigte einige Ungereimtheiten auf, andere gebrauchten im Zusammenhang mit dem Gutachten das Wort “Schwammigkeit”. Andererseits wurde auch betont immer wieder betont, daß die Nachbearbeitung der Präzisierung des Ergebnisses gedient haben.

Ich habe mich in meinem Wortbeitrag wie folgt geäußert und gebeten, den Wortbeitrag als Anhang zum Protokoll aufzunehmen:

“Das Ergebnis der Alternativenprüfung, das Anfang Oktober im Ausschuß vorgestellt wurde, war nachbesserungsbedürftig.

In der nun vorliegenden Fassung wurden Anmerkungen aufgenommen, die gegen den Standort Stadtgraben sprechen. Hier geht es vor allem um das Regenrückhaltebecken, die z.Zt noch ungeklärte Frage der möglichen Rückzahlung von Fördermitteln, die Buslinie Twietenbus und die Parkplatzsituation.

Nicht aufgenommen wurden Anregungen, die für den Standort Stadtgraben sprechen. Hier muß noch einmal betont werden, daß dieser Standort der einzige ist, der eine Stärkung der Innenstadt bewirken kann. Damit sind die zum Standort Stadtgrabenstraße aufgeführten Darstellungen nach wie vor sachlich falsch.

In der nun vorliegenden Version der Alternativenprüfung wurde die Bewertung des Standortes Stadtgraben von
„+“ Kriterium erfüllt
auf
„-“ Ausschlusskriterium, ggf. weitergehende Prüfung erforderlich.
herabgestuft

Dies ist eine Herabstufung um 2 Bewertungsstufen.

Begründet wird diese erhebliche Veränderung wie folgt:
sehr hohes Konfliktpotenzial;
sehr hoher Kostenaufwand;
geringe Realisierungschance

Wie es zu dieser Bewertung kommt, die eine solche Herabstufung zuläßt, bleibt leider offen. Es wird zwar dargelegt, welche Kriterien für die abschließende Bewertung herangezogen wurden, aber nach welchen Gesichtspunkten die Kriterien betrachtet wurden und mit welchem Gewicht sie in die Bewertung eingehen, bleibt leider offen.

Damit ist die Alternativenprüfung immer noch nicht transparent, sie ist nicht nachvollziehbar und sie ist damit in der vorliegenden Form nur vage und nicht belastbar.

Abschließend bleibt festzustellen, daß die Form der letzten Version des Gutachtens gefälliger ist. Fehlende Informationen wurden aufgenommen.
Inhaltlich muß das Gutachten mit dem Vorwurf leben, nach der Überarbeitung tendenziös zu Gunsten des Standortes Klinkerteich verändert worden zu sein.”

Der Ausschuß hat beschlossen, das Gutachten in der vorliegenden Form an die Kreisverwaltung weiterzugeben. Ich bin gespannt, wie die Sache weitergeht.
Abschließend möchte ich noch einmal betonen, daß ich den Standort Klinkerteich nicht grundsätzlich ablehne, aber aus Gründen die Stadtentwicklung die Standorte Stadtgrabenstraße, den Altstandort oder den Standort alte Post bevorzugen würde, da hierdurch eine positve Wirkung auf Entwicklung der Innenstadt ausgehen würde, wobei ich den Standort Stadtgrabenstraße trotz der bautechnischen Herausforderungen für am ehesten realisierbar halte. Daher kommt es mir darauf an, daß eine ernsthafte Alternativenprüfung durchgeführt wird, die nicht nur dazu dient, den derzeit in Planung befindlichen Standort zu rechtfertigen. Diese Position entspricht der Auffassung der Landesplanung, die im Protokoll der letzten Kreisbereisung festgehalten wurde.

Über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), einen anderen und sehr wichtigen Tagesordnungspunkt, werde ich in Kürze berichten.

B-Plan – Entwurf für den Appelwarder

Am Donnerstag fand eine Informationsveranstaltung zum B-Plan für den Appelwarder statt. Sie ist nicht Bestandteil des Planverfahrens, wurde den Anwohnern aber nach der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zugesagt, da damals besonders hinsichtlich der Frage: „Innen- oder Außenisolierung?“ viele Fragen unbeantwortet blieben.
Da der Ausschussvorsitzende und die erste Vertreterin verhindert waren, übernahm ich die Leitung der Veranstaltung.
Zuerst einmal stellte der Leiter des Planungsbüros den aktuellen Sachstand der Planung dar. Nachdem letzte Änderungen – nur noch ein Feinschliff – eingebracht werden, soll die Ratsversammlung am 3 November den Entwurf beschließen. Danach wird der Plan öffentlich ausgelegt, damit Betroffenen und Träger öffentlicher Belange (TöB) ihre Anregungen und Bedenken äußern können. Kommt es zu wesentlichen Änderungen, wird eine erneute Auslegung erforderlich, wenn nicht, dann wird die Ratsversammlung den Plan im ersten Halbjahr des kommenden Jahres den B-Plan beschließen.
Im Rahmen der Diskussion kam es zu der unausweichlichen Diskussion, ob ein B-Plan für das bereits bebaute Gebiet überhaupt erforderlich ist. Dabei äußerte ein Anwohner, daß er das Grundstück teuer bezahlt hatte und nun nicht nach seinen Vorstellungen bauen könne, obwohl der Nachbar das bereits getan hat.
Im Verlauf der späteren Diskussion war aber auch erkennbar, daß andere Anwohner der Erstellung des B-Planes durchaus positiv gegenüber stehen.
Meines Erachtens existiert ein öffentliches Interesse, nämlich, einen noch erkennbaren charakteristischen Straßenzug wenigstens in seinen Grundzügen zu erhalten, auch wenn er durch einige Bauten aus früheren Jahren bereits teilweise verloren gegangen ist.

Nach meiner Überzeugung kann durch den jetzt vorliegenden Entwurf des P-Planes der noch erhaltene Charakter des Straßenbildes bewahrt werden. Erweiterungen der Gebäude in der Breite und in der Tiefe sind möglich, sie orientieren sich am Rahmen der rechtlichen Vorgaben (z.B. Grenzabstände) und unterliegen vertretbaren Vorgaben an die Gestaltung, z.B. die Gebäudehöhe und die Farbe der Dächer und der Fassaden.
Auch wenn derzeit bestehende Bauten und Nutzungen Bestandsschutz haben – das gilt auch für nicht störendes Gewerbe, die Vermietung von Ferienwohnungen und Fremdenzimmer und für Stellplätze und Carports – werden sich künftige Neu- und Umbauten am historischen Straßenbild orientieren müssen, so daß dieser Plan nicht nur eine bewahrende, sondern auch eine gestaltende Wirkung entfalten wird.

Im Rahmen der Diskussion kam die Frage auf, ob der Entwurf des P-Planes im jetzigen Bearbeitungsstand als PDF – Datei weiter gegeben oder als Download auf der Homepage der Stadt bereitgestellt werden kann. Hier befand ich mich in einer Zwickmühle. Denn grundsätzlich bin ich dafür, auch dem kritischen Publikum frühzeitig vollen Einblick in Planungsunterlagen zu gewähren, andererseits gibt es hierzu keine abgestimmte Position im SteU. Dies wird einen Frage sein, um deren Klärung ich mich in absehbarer Zeit kümmern werde.

Der eigentliche Sinn der Informationsveranstaltung war, die im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung aufgeworfenen Fragen zu energetischen Sanierung der Häuser durch Fachleute beantworten zu lassen. Damals ging es vorrangig um die Frage, ob eine Außenisolierung im Rahmen des B-Planes zulässig und ob die Innenisolierung überhaupt möglich ist. Zur Beantwortung dieser Fragen hatte das Planungsbüro vier Handwerker / Anbieter von Innen- und Außenisolierungen eingeladen, die die Vor- und Nachteile der einzelner Systeme und Verfahren erläutern und Fragen beantworten konnten. Das Ergebnis in aller Kürze: Innenisolierung ist machbar, Außenisolierung ist vorzuziehen, da wirksamer und einfacher zu installieren. Verblendmauerwerk ist auch in der geforderten Farbe und Struktur verfügbar. Nach meiner Einschätzung sind die hierfür aufzuwendenden Mehrkosten von ca. 50,– Euro zumutbar, da die Fassaden nicht übermäßig groß sind und die Zusatzkosen damit beschränkt bleiben.
Da der B-Plan mittlerweile auch die Außenisolierung zulässt, ist dieser Streitpunkt eigentlich geklärt, dennoch war die Veranstaltung durchaus informativ.

Keine richtige Überraschung

Der Ausschussvorsitzende frage die Gutachterin: „Gibt es eine Alternative?“
Gegenfrage: “Wollen sie eine kurze oder eine ausführliche Antwort?”
Der Ausschussvorsitzende: „Eine kurze.“
Die Gutachterin: „Ja“

Das beherrschende Thema auf der gestrigen Sitzung des SteU war das Ergebnis der Alternativenprüfung zur Bebauung des Gebietes Klinkerteich.

Tagesordnungspunkt fünf sah die Vorstellung und Beratung dieses Themas vor. Die Gutachterin, Frau Kopischke vom Büro Junker und Kruse hatte die Gelegenheit, Ihre Untersuchung ausführlich vorzustellen. Zuerst ging sie auf die Methode und Systematik ein, anschließend erläuterte sie das Ergebnis.
Demnach sind alle Standorte nördlich der B 76 / B 430 ungeeignet.
Für eine Bebauung mit der vom Investor bevorzugten Lösung: ALDI und SKY sind die Flächen Stadtgrabenstraße und Klinkerteich bedingt geeignet.
Diese Flächen sind, ebenso wie die Flächen Altstandort SKY, Altstandort ALDI, und Alte Post/Lübsches Tor für die Errichtung eines einzelnen Marktes geeignet.

Im Anschluss wurden die Ergebnisse der Untersuchung kontrovers und z.T. emotional diskutiert. Als Hauptkritikpunkt wurde herausgestellt, daß das Ergebnis der tabellarischen Gegenüberstellung und das Ergebnis des geschriebenen Fazits nicht übereinstimmten. Frau Kosischke erklärte diesen scheinbaren Widerspruch damit, daß die einzelnen Kriterien unterschiedlich gewichtet wurden. (Anm.: was man unter Pkt 2 / Methode der Untersuchung hätte erwähnen sollen.)
Im Vergleich der tabellarischen Gegenüberstellung schneidet der Standort Stadtgrabenstraße deutlich besser ab als der Klinkerteich, in der geschriebenen Bewertung wird der Klinkerteich aufgrund des geringeren Konfliktpotentials empfohlen. Mein Hinweis, daß das Konfliktpotential nicht das Kriterium für die Auswahl eines Standortes sein kann, wurde später auch von den Herrn Plischka und Krüger (beide CDU) aufgegriffen.

Darüber hinaus wurden noch einzelne Bewertungen zu den einzelnen Kriterien diskutiert, u.a.:

– Erhöhter bautechnischer Aufwand bei der Stadtgrabenstraße. Hierzu meine ich, daß auch am Klinkerteich ein erhöhter bautechnischer Aufwand betrieben werden muß. Dies wurde im Ausschuß nicht bestritten.
– Naturschutzrechtliche Belange sind bei der Stadtgrabenstraße betroffen: Dies ist beim Klinkerteich aber ebenso der Fall. Hierzu gab ich zu Bedenken, daß Änderungen im Naturschutzrecht insbesondere in städtischen Kernbereichen Ausnahmen zulassen, und daß die Uferzone durch den vorhandenen Parkplatz ohnehin schon berührt ist.
– Im Übrigen merkte ich noch an, daß das Kriterium innerstädtische Integration für die Stadtgrabenstraße deutlich zu negativ bewertet ist und ein Alleinstellungsmerkmal für diesen Standort darstellt.

Als weitere Argumente gegen die Richtigkeit der im Gutachten festgestellten Eignung der Fläche Stadtgrabenstraße wurden u.a. angeführt:

– Unter dem Wendehammer liegt ein Regenwasserrückhaltebecken. Ich äußerte die  Einschätzung, daß der Aufwand für die Verlegung nicht größer ist als der für die Entsorgung der Altlasten am Klinkerteich.
– Der Twietenbus muß weiter über die Stadtgrabenstraße fahren, damit die Stadt keine finanziellen Nachteile durch die mögliche Rückforderung von Zuschüssen erfährt. Dazu bin ich der Ansicht, daß die Frage mit den zuständigen Behörden abzuklären ist. Sofern mit der Errichtung eines Marktes in unmittelbarer Innenstadtnähe eine städtebauliche Verbesserung erreicht wird, wird es dort sicher eine entgegenkommende Diskussionsbereitschaft geben. (Nebenbei, das Beispiel Lübecker Straße zeigt, daß Fördermittel, die zurück gezahlt werden müssen, durchaus auch wieder an die Stadt fließen können.)
– Es seien viel zu viele Eigentümer betroffen. Ich glaube, daß die meisten Flächen städtisch sind. Darüber hinaus soll ein Grundstück der Kreissparkasse gehören. In wie weit andere Eigentümer betroffen sind, konnte niemand verbindlich sagen. Ich regte an, das zu prüfen und im nichtöffentlichen Teil des nächsten SteU zu berichten, damit man sich einmal über Fakten unterhalten kann.

Es wurde vereinbart, die Untersuchung nachzuarbeiten und in der nächsten Sitzung erneut vorzustellen. Gleichzeitig wurde aber festgestellt, daß sich hierdurch am Ergebnis vermutlich nichts ändern wird.

Unabhängig davon wurde in der Sitzung berichtet, daß eine Projektentwicklungsfirma gegenüber der Verwaltung Interesse an der Entwicklung des Standortes Stadtgrabenstraße angezeigt hat. Es wurde vereinbart, die Firma zur Präsentation ihres Konzeptes zur nächsten Sitzung des SteU am 28. Oktober einzuladen. Möglicherweise eröffnen sich hierdurch ganz neue Perspektiven für die Entwicklung des Wirtschaftstandortes Plön.

Über die restlichen Punkte des SteU und die heutige Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan Appelwarder berichte ich in den kommenden Tagen, sobald ich etwas Zeit finde.

K 21

Wie der T’agesordnung für den morgigen SteU zu entnehmen ist, soll die Alternativenprüfung für den Standort des ALDI/SKY Komplex am Klinkerteich vorgestellt werden. Das Untersuchungsergebnis wurde bereits an die Mitglieder der Ratsversammlung verteilt. Somit haben wir die Gelegenheit, uns im Vorfeld mit den Inhalten auseinanderzusetzen, um in der vorgesehenen Besprechung nicht wie die Blinden über die Farbe reden zu müssen. Ich will der Vorstellung der Ergebnisse hier nicht vorgreifen, aber leider bleiben einige Fragen offen.
Heute bekam ich hierzu einen Anruf. Mein Gesprächspartner äußerte im Verlauf der Unterhaltung die Befürchtung, daß sich dieses Projekt noch zu einem Plöner K21 entwickeln wird. Diese Gefahr sehe ich grundsätzlich auch, allerdings nur bezogen auf den politischen Flurschaden. Ich glaube nicht, das es bei zu Demonstrationen mit gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen wird.
Aus meiner Sicht ist es jetzt wichtig, alle Fakten noch einmal zusammenzutragen und fachlich zu bewerten.
Ziel muß es sein, die Lösung zu finden, die für die Stadt und ihre Wirtschaft am besten ist.

Buntes Allerlei

Grün: Gestern ist es mir gelungen, ein seit langem laufendes und überfälliges Projekt zu beenden. Der Schwimmsteg schwimmt. Jetzt haben wir beim SRSV eine zweite wasserstandsunabhängige Einsetzstelle. Daher komme ich auch erst jetzt dazu, mich zu anderen Themen zu äußern.
Rot: Wie schon in der KN nachzulesen war, hat das Innenministerium die Ausamtung der Gemeinden Bösdorf und Ascheberg abgelehnt. Gleichzeitig wurde
erstens: die Absicht geäußert, die Stadt Plön zum 31. Dezember 2011 in das Amt Großer Plöner See einzuamten und ihr die Verwaltung unter Leitung des Plöner Bürgermeisters zu übertragen und
zweitens: dem Amt dringend abgeraten, die Wahl einer Amtsdirektorin oder eines Amtsdirektors weiter zu betreiben.
Alternativ wurde der Stadt Plön und dem Amt Großer Plöner See die Möglichkeit aufgezeigt, eine einvernehmliche Verwaltungsvereinbarung zu treffen. Die Umsetzung der Einamtung würde dann bis zum 01. Januar 2013 ausgesetzt.
Ich muß mich mit diesem Thema noch eingehend befassen, bevor ich mir eine abschließende Meinung bilde. Allerdings vermute ich, daß die Wogen zu diesem Thema noch hoch schlagen werden.
Gelb und blinkend: Auf der Tagesordnung zum SteU am nächsten Mittwoch (18:00, Rathaus) steht die Vorstellung und Beratung des Ergebnisses der Alternativenprüfung zum ALDI/SKY Komplex am Klinker Teich. Ich gehe mal davon aus, daß das Dokument noch so rechtzeitig verteilt wird, daß es vor der Sitzung in den Fraktionen beraten werden kann. Die Anforderungen an Art und Umfang sind aufgrund der rechtlichen Voraussetzungen hoch. Sollte sich herausstellen, daß die Untersuchung Schwächen aufweist – wie seinerzeit die Umweltverträglichkeitsuntersuchung zu den Seewiesen – sind in Folge echte Schwierigkeiten absehbar, da aus verschiedenen Richtungen bereits jetzt scharfer Gegenwind zu spüren ist.
Gelb: Bürgermeisterwahl. Für morgen ist die Vorstellungsrunde vorgesehen. Mangels Gegenkandidat wird das vermutlich eine eher langweilige Veranstaltung. Allerdings kann ich mir unter bestimmten Bedingungen vorstellen, daß der Besuch doch lohnt. Das könnte der Fall sein, wenn Insider noch etwas schmutzige Wäsche zu waschen haben.
Ich werde leider nicht dabei sein können, da ich einen wichtigen privaten Termin habe.
Schwarz: Wer sich mehr für Eisenbahnen und weniger für Politik interessiert, ist eventuell bei der Eröffnung der Ausstellung über die Kleinbahn Kirchbarkau – Preetz – Lütjenburg besser aufgehoben. Die Veranstaltung findet im Kreismuseum statt und beginnt um 19:30. Durch die Überschneidung mit der Bürgermeisterveranstaltung sehe ich für die Besucherzahlen schwarz.
Orange: Für morgen hat das Eisenbahnbundesamt einen Termin anberaumt – es möchte das Freistellungsverfahren für die Strecke Neumünster – Ascheberg ( – Plön) möglichst bald abschließen. Bleibt zu hoffen, daß eine Entscheidung über den Antrag der DB ausgesetzt oder zurück gewiesen wird.

Kostenrahmen gesprengt

In der heutigen Sitzung des SteU ging es um den Ausbau der Lübecker Straße. Abweichend von der Vorkalkulation mit einem Kostenansatz von 501 000 Euro lag das günstigste Angebot nach der Ausschreibung bei 628 000 Euro. Die Mehrkosten wurden u.a.  mit den gestiegenen Preisen für die Granitplatten und den erhöhten Frachtraten begründet.
Es wurden im Ausschuß mehrfach Zweifel geäußert, ob eine fast 100 %ige Preissteigerung für das Material so zu begründen ist. Sollten diese Zweifel berechtigt sein, kann man durchaus zu dem Schluß gelangen, daß die Vorkalkulation des Architektenbüros möglicherweise etwas unpräzise war.

Nunmehr gab es drei Möglichkeiten:

1. Das Ausschreibungsergebnis akzeptieren und den Auftrag erteilen

2. Den Auftrag erteilen, dabei Wechsel von von Vollgranitplatten zu Betonplatte mit Granitvorsatz

3. Der Auftrag wird neu ausgeschrieben.

Für die erste Möglichkeit, also mit dem Ausbau trotz Kostensteigerung zu beginnen, war schon im Ansatz keine Zustimmung erkennbar. Die Arbeiten hätten zwar rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft beendet werden können, aber auf die Anlieger wäre der Kostenbeitrag um ca. 25 % gestiegen. Das hätten im Einzelfall zu Mehrbelastungen von über 4000 Euro führen können. Das wollte keiner der Ausschußmitglieder den Anwohnern zumuten

Eine Erteilung des Auftrages und ein späterer Wechsel bei der Materialauswahl auf Betonplatten mit Granitvorsatz (Nachtragsangebot) wäre geeignet gewesen, den Auftrag relativ schnell zu vergeben. Dabei wurde angenommen, daß die Einsparungen durch den Materialwechsel die Kosten auf den ursprünglichen Ansatz von 500 000 Euro gedrückt hätten. Herr Becker legte dar, daß dieses Verfahren rechtlich einwandfrei ist, was von einigen Ausschußmitgliedern bezweifelt wurde. Dennoch wären Verzögerungen eingetreten, so daß die Bauarbeiten sich in die Weihnachtszeit hineingezogen hätten, so daß eine Verlegung des Baubeginnes in das nächste Jahr sinnvoll gewesen wäre. Ich hätte diese Lösung favorisiert.

Der Ausschuß hat sich ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung für die dritte Lösung entschieden. Das Ergebnis der Ausschreibung wird aufgrund der erheblichen Überschreitung der Kosten gegenüber der Vorkalkulation nicht akzeptiert. Jetzt soll bei geänderter Materialauswahl neu ausgeschrieben werden, um die Maßnahme im finanziell vertretbaren Rahmen zu halten. Da wie bei Lösung zwei auch erst nach dem Weihnachtsgeschäft mit den Arbeiten begonnen werden soll, fällt die ca. zweimonatige Verzögerung gegenüber dem Fertigstellungstermines der Lösung zwei nicht ins Gewicht.

Das nunmehr zur Auswahl stehenden Betonplatten mit Granitvorsatz sollen von Granitplatten fast nicht zu unterscheiden sein. Sie sind seit Jahren in Lübeck im Gebrauch und werden derzeit in Dresden und Koblenz verlegt.
Da erscheint die von Herrn Plischka (CDU) aufgeworfene Frage, warum wir dieses Material nicht schon in der ersten Ausschreibung als mögliche Alternative berücksichtigt haben, durchaus berechtigt.

Verkehrswege (2)

In den siebziger Jahren galten dem Verkehrsplaner Fußgänger und Radfahrer als Hindernis. Ein Beispiel dafür haben wir in Plön. Die innerörtliche Umgehungsstraße ist auf die Bedürfnisse des Autoverkehrs hin optimiert. Das beste Beispiel dafür ist die Brücke der B 76 über die Bahn. Ursprünglich nutzen Fußgänger und Fahrradfahrer den Raum zwischen Leitplanke und Geländer. Dann wurde dieser Weg durch das Verbotsschild auch faktisch so gut wie verbaut. Gebaut wurde später – das war nicht billig – die kombinierte Fußgänger- und Radbrücke.
Links der alte Schleichweg, rechts die neue BrückeLinks der alte Schleichweg, rechts die später gebaute Fußgängerbrücke

Freunde von mir haben sich Anfang der achtziger Jahre in Hannover für eine Verbesserung der Radwege eingesetzt. Der für den Radwegebau zuständige Bearbeiter konnte die damaligen Mängelbeschreibungen nicht nachvollziehen. Daraufhin wurde er zu einer Radtour eingeladen. Es stellte sich heraus, daß er gar nicht Fahrrad fahren konnte.
Das nur als Einleitung. Im letzen SteU habe ich behauptet, daß die Wegeführung des Radweges in der Eutiner Straße stadteinwärts radfahrerunfreundlich ist. Das Bild sagt eigentlich schon alles.

Nicht radfahrerfreundlichDer Zugang einer der meistgenutzten Radwege auf die Eutiner Straße. Dieses Bild läßt keine Fragen offen.

Aber im Detail. Stadteinwärts fahrend gestaltet sich die Situation sehr unübersichtlich. Die beiden Radfahrer, die hier – zufälligerweise, als ich die Fotos gemacht habe – die Straße überqueren, waren offenbar ortsfremd, orientierten sich ca. eine Minute lang und überquerten dann die Straße, um auf der „falschen“ Seite weiter zu fahren.

dfWer nicht von Anfang an auf der linken Straßenseite fährt, wechselt spätestens hier.

Wer den Schwung der Talfahrt nutzend weiterfährt, sieht sich spätestens an der Ecke zum Abbremsen gezwungen. Keinem Autofahrer würde man eine solche Straßenführung – wir befinden uns auf der Hauptverbindungsstrecke – zumuten.

Überscihtlich ist etwas anderesÜbersichtlich ist etwas anderes

Nach der scharfen Rechtskurve schließt sich eine langgezogene Linkskurve an.

2010_09_11_radweg_04Eine lange Linkskurve.

Der ehemalige Trampelpfad (rechts) ist mittlerweile befestigt. Der Übergang über die Straße – das ist der einzige Lichtblick – ist angeglichen und ohne störenden Absatz.

2010_09_11_radweg_05Einfahrtsituation in die Unterführung

Übel wird es wieder bei der Einfahrt in die Unterführung. Sie ist – trotz Spiegel – nur schwer einzusehen. Die Leitplanke verengt den Zugang. Der Radfahrer muß erneut stark abbremsen, um sich keiner Gefährdung auszusetzen.

2010_09_11_radweg_06Ausfahrt aus der Unterführung

Die Ausfahrt aus dem Tunnel ist, verglichem mit der bisherigen Situation, fast schon wieder gut. Hier geht es bergan, also heißt es, in die Pedale treten. Bis, ja bis:

2010_09_11_radweg_07Hier ist Absteigen angesagt

man am Ende des Weges endgültig zum Absteigen gezwungen wird.

Ich bin die Strecke in meiner Schulzeit fast täglich gefahren und kenne noch den alten Weg entlang der Eutiner Straße. Ich fahre die Strecke auch heute noch gelegentlich mit dem Rad, und ich bleibe dabei: Radfahrerfreundlich ist sie nicht.

Damit soll jetzt kein Fehlverhalten von Radfahrern , die von vorn herein die linke Straßenseite nutzen, entschuldigt werden, erklärt werden kann es so aber schon.  Keinem Autofahrer würde man eine solche Wegeführung auf einer Hauptverbindungsstecke zumuten.

Nebenbei: Die Weigerung des Landesamtes für Straßenbau, zusätzlich zu den Lärschutzwänden einen Fuß- und Radweg entlang der innerörtlichen Umgehungsstraße einzurichten, ist die konsequente Fortsetzung einer überkommenen Verkehrsplanung.

Es geht wieder los

Die politische Sommerpause neugt sich dem Ende zu. Diese Woche tagt der Vorstand, nächste Woche tritt der SteU zur ersten Sitzung nach der Sommerpause (25. August). Heute abend habe ich die Studie zum Weiterbetrieb der Bahnstrecke Neumünster – Ascheberg (- Plön) gelesen. Die KN hat in einer ihrer letzten Ausgaben bereits über den Sachstand und Details aus der Studie berichtet. Da die Studie u.a. von der Stadt mitfinanziert wurde, werde ich hier jetzt keine weiteren Details veröffentlichen, zumal ich bis zum 25. August weder zwingenden Termin- noch Handlungsdruck sehe. Die Vorstellung sollte Sache der Verwaltung sein.

Weiter Tagesordnungspunkte:
– Schallschutzmaßnahme an der B76 und B430. Hier hat Dr. Lorenzen von der FWG, der nach eigenen Aussagen bislang an jeder städtebaulichen Fehlentscheidung in Plön mitgewirkt hat, durch die Unterstützung der Petition eines Anwohners das Verfahren beschleunigt. In Folge werden die Gestaltungsvorstellungen der Stadt für den Bereich Eutiner Straße / Augsut Thienemann Straße nicht in der Planung berücksichtigt. Ob es möglich sein wird, sie nachträglich in die Planung hineinzubringen, ist offen. Die Verzögerungen sind, anders als von Dr Lorenzen dargestellt, nicht durch die Stadt zu vertreten. Die Verantwortung dafür liegt beim Landesamt für Straßenbau, die uns mit einer Planung konfrontieren, wie sie seit zwei Jahrzehnten schon nicht mehr zeitgemäß ist.
– Erfreulich ist die Entwicklung des B-Planes 41/Appelwarder, für dessen Aufstellung ich mich von Anfang an eingesetzt habe. Der Entwurfsbeschluß liegt vor, und was lange währt, scheint auch gut zu werden. Ich habe jedenfalls bislang noch keinen wesentlichen Knackpunkt finden können.
– Auch mi tdem B-Plan 26/1. Änderung/Vierschillingsberg geht es voran. Wir erinenrn uns: Die Stadt ist mit der Bitte um Unterstützung an den Kreis herangetreten. Die Zahlreichen Änderungen machten eine erneute Auslegung erforderlich. Das Verfahren scheint nunmehr so weit abgeschlossen, daß der Plan beschlußreif ist. Leider liegt hierzu noch keine Verwaltungsvorlage vor.
– Die Interkommunale Zusammenarbeit mit Ascheberg ist auf einem guten Weg. Nach der Kooperation im Bereich Entsorgung  geht es nun um die mögliche Realisierung eines interkommunalen Gewerbegebietes. Sofern es umsetzbar ist, wäre das ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde.
– Die Verlegung der Bushaltestelle am Schiffstal ist schon länger im Gespräch. Hier bleibt abzuwarten, welche neuen Vorschläge auf den Tisch kommen.

Es war einmal

das Schottweg – Hochhaus.

Der Abrißbagger am Werk

Der Abrißbagger am Werk

Bald wird nur noch ein Haufen Bauschutt übrig sein

Bald wird nur noch ein Haufen Bauschutt übrig sein

Seit Jahren fuhr ich in Flensburg auf dem Weg zum Dienst am Schottweg – Hochhaus vorbei. Es stand – solange ich mich erinneren kann –  leer.  In dieser Woche ging es dem Gebäude an den Kragen. Gestern konnte ich diese Bilder machen, heute lag nur noch ein Haufen Bauschutt auf dem Gelände. Einer der Gründe für die Beseitugung des Gebäudes ist sicher der demographische Wandel. In Flensburg sind immer wieder leerstehende Wohnungen zu sehen.
Ich fühle mich wieder einmal in meiner Auffassung bestätigt, daß die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch die Ausweisung von Neubaugebieten heute kein sinnvolles Anliegen mehr sein kann.

Nachdem ich bereits vorgestern in der Stadt gesehen habe, daß die Lübecker Straße aufgerissen wurde, um Gasleitungen zu verlegen, habe ich mich geärgert. Wir haben den Beginn unserer Baumaßnahmen im Rahmen der Umgestaltung extra in den Sptember gelegt, um die Innenstadt nicht während der Hochsaison zu belasten, und dann so etwas. Analog sind die Vorgänge beim Ausbau der Krabbe zu sehen. Es leuchtet mir nicht ein, warum es für die Energieversorger nicht möglich sein soll, ihre Bauvorhaben mit denen der Stadt zu koordinieren.

Heute berichtete die KN über die Aufstellung des Wetterschutzhäuschens auf dem Bahnhof. Das Rätselraten der KN kann schnell aufgelöst werden. Es gibt m.E. zwei Antworten:
1. Das schlechte Wetter kommt in unseren Breiten in der Regel aus westlichen Richtungen. Der Planer hat das berücksichtigt, so daß das Haus jetzt optimalen Wetterschutz bietet, oder
2. der Planer hat es intuitiv richtig gemacht.
Eigentlich fehlt jetzt nur noch die Bepflanzung vor der Stützmauer, die momentan keinen besonders schönen Anblick bietet. In der nächsten Ausschussitzung des SteU werde ich wohl danach fragen. Ansonsten finde ich, daß wir mit dem Bahnhof zufrieden sein können und pflichte Herrn Becker bei, daß wir uns nun über den 30 Minuten Takt freuen sollen, mit dem Kiel und Lübeck von Plön aus nun deutlich besser erreichbar sind.

Ansonsten konnte ich mich heute über Post freuen. Ich fand zwei Belegexemplare der Strategie und Technik (früher Soldat und Technik), die meinen Artikel “Der Einsatz konventioneller Uboote im Littoral Environment” veröffentlicht hat.

Falsch informiert

In der letzten Sitzung des SteU am 2. Juni ging es um die Aufrechterhaltung des Planungsverbandes Seewiesen. Als Argument für den Erhalt des Planungsverbandes wurde u.a. angeführt, daß Plön nur so Einfluß auf die weiter Entwicklung der Flächen am Trammer See  nehmen könne. Sollte der Planungsverband aufgelöst werden, würde die Umgemeindung von Flächen aus Rathjensdorf nach Plön rückgängig gemacht werden müssen. Aufgrund des neuen Landesentwicklungsplanes würde Rathjensdorf das Gebiet dann alleine entwickeln können.

Diese Information war falsch. Auch der neue Landesentwicklungsplan sieht eine Stärkung der zentralen Orte vor und beschränkt das Wachstum der Gemeinden auf 15% bzw. 8% bis 2025, abhängig von deren Lage.

Die Antworten auf viele Fragen zum neuen Landesentwicklungsplan sind auf der Homepage des Innenministeriums zu lesen.

Hohe Schlagzahl

Momentan standen und stehen in der Kommunalpolitik wichtige Entscheidungen an.
In der letzten Ratsversammlung wurde entschieden, den Planungsverband Seewiesen weiter bestehen zu lassen, auch wenn der ursprüngliche Planunszweck, nämlich die Errichtung eines hochwertigen Wohngebietes an einem künstlichen Gewässer, von den Investoren im Moment nicht weiter verfolgt wird. Mann und Frau kann sich jetzt auch ein Wohngebiet ohne See vorstellen, das man bei Bedarf entwickeln will. In Verbindung mit der Entscheidung soll die Umgemeindung der Flächen, die Voraussetzung für die Entwicklung der Seewiesen war, nicht rückgängig gemacht werden. Damit würde Plön über die Möglichkeit verfügen, weiter Einfluß auf die Entwicklung dieses Gebietes zu nehmen. Dies kann sich als richtig erweisen, da die Landesregierung derzeit an einem neuen Landesentwicklungsplan arbeitet. Dabei wird die Begrenzung, die die Dörfer derzeit noch daran hindert, ungehindert Bauland für Wohnbebauungauszuweisen, entfallen.

Nebenbei, ich halte diese Liberalisierung für schädlich. Sie bedient kurzfristig vor allem die ländliche CDU Klientel, die noch einmal kurz vor Toresschluß Ackerland vergolden und in Bauland umwandeln kann, bevor die aktuelle Bevölkerungsentwicklung die Notwendigkeit zur Ausweisung neuer Baugebiete im wesentlichen überflüssig machen wird.  Die neue Landesentwicklungsplan, wenn er denn so kommt wie beabsichtigt, leistet einer verstärkten Zersiedelung der Landschaft Vorschub. Als Folgen sind unter anderem ein verstärkter Verkehrsbedarf mit negativen ökologischen und finanziellen Auswirkungen absehbar. Wegen des erzeugten Überangebotes sind mittelfristig zunehmende Lehrstände zu erwarten. Auch die Bauherren selber werden auf lange Sicht wenig Freude an ihrem Häuschen im Grünen haben. Schon heute können Eigenheime in dörflichen Randlagen nur  zu Preisen verhauft werden, die den Eigentümern die Tränen in die Augen treiben. Die in Kauf genommene Schaffung eines Überangebotes wird den Preisverfall gebrauchter Immobilien beschleunigen. Der weit verbreitete Wunsch, im Alter wieder in die Stadt zu ziehen, wird nur mit erheblichen finanziellen Einbußen realisierbar sein.

Zurück zur Ratsversammlung. Die Weiterführung des Planungsverbandes Seewiesen ermöglicht die Einflußnahme auf diesen Bereich. Es gilt dabei, diese Flächen verantwortungsvoll zu nutzen und nicht dem erst besten neuen Plänen, an denen vermutlich schon gezeichnet wird, hinterherzulaufen. Vor der Ausweisung neuer Flächen am Stadtrand ist es wichtig, erst die vollständige Bebauung des Neubaugebietes Stadtheide abzuwarten und verstärkt  innerstädtisches Verdichtungspotential zu nutzen.

Am Mittwoch tagt der SteU um 18:00 Uhr im Rathaus. Ein Thema wird die Auswahl der Büros  für die Durchführung der Alternativenprüfung und des Einzelhandelsgutachtens sein, die im Rahmen der Bebauungsplanung für den ALDI/SKY Komplex am Klinkerteich erforderlich sind.
Darüber hinaus wird wieder einmal der Anlauf genommen, den Ausschuß darüber zu informieren, unter welchen Voraussetzungen die Stadt ein Vorkaufsrecht auf Grundstücke hat.

Vor der Sommerpause wird mit hoher Schlagzahl weitergearbeitet.

Vier Stunden und 30 Minuten.

Die gestrige Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt war mit einer Dauer von über 4 Stunden die mit Abstand längste, an die ich mich erinnern kann.

Die erste Diskussionsrunde wurde vom Ratsherrn Gottschewski (CDU) eingeleitet. Er hatte als Bürger, da er als Ratsherr befangen ist, in der Einwohnerfragestunde der 23. Sitzung mehrere Fragen zu den Planungen des ALDI/SKY Komplexes am Klinkerteich gestellt, die im Protokoll der Sitzung nicht aufgeführt sind. Er beanstandete dies und erfuhr, daß er aufgrund seiner Befangenheit als Ratsherr auch in der Einwohnerfragestunde keine Fragen stellen darf. Er bezweifelte diese Darstellung und zeigte sich verwundert, daß er diesen Umstand erst und nur auf Nachfrage mitgeteilt bekommt. Im Verlauf der Diskussion stellte sich heraus, daß die Frage im Ältestenrat behandelt wurde. Der Ausschußvorsitzende stellte darauf hin fest, daß die Information über den Fraktionsvorsitzenden der CDU an Herrn Gottschewski hätte weitergeleitet werden können.

In der Einwohnerfragestunde stelle ein Anwohner der Krabbe kritische Fragen zur Planung des ALDI/SKY Komplexes am Klinkerteich. Insbesondere wurde hinterfragt, ob es vertretbar sein, ein so großes Gebäude in eine kleingliedrig bebautes Wohngeboet zu setzen. Darüber hinaus wurde die Frage gestellt, wer die Gutachter für die Alternativenprüfung und das Einzelhandelsgutachten auswählen wird und ob diese tatsächlich unabhängig arbeiten können.
Diese Fragen sollten im Verlauf der Sitzung dann beantwortet werden.

Doch zunächst ging es um den B-Plan für den Vierschillingsberg. Der Ausschußvorsitzende merkte sarkastisch an, daß jemand beim Kreis wohl zu viel Zeit hätte, anders könne er sich die vielen Mitprüfbemerkungen nicht erklären. Aufgrund der Vielzahl der zu berücksichtigenden Bedenken wird der Plan erneut ausgelegt werden müssen.

Im Rahmen der Vorstellung der Gutachter für die Klinkerteichplanung wurde zuerst der Gutachter vorgestellt, der die Alternativenprüfung machen sollte. Wie sich im Verlauf der Diskussion herausstellte, kam der Gutachter von sich aus auf die Verwaltung zu und fragte nach, ob er nicht einmal wieder für die Stadt arbeiten könnte, ganz unverfänglich. Zufällig soll sich im Gespräch mit dem ehemaligen Bauamtsleiter ergeben haben, daß für den Bau des ALDI/SKY Komplexes ja eine Planung anstände und man kam darüber ins Gespräch. So weit, so gut. Er erläuterte auch die beabsichtigte Vorgehensweise für die Erstellung der Alternativenprüfung. Die Prüfung alternativer Standorte ist erforderlich, weil dar ALDI/SKY Bau in einem Gebiet entstehen soll, daß derzeit noch unter Naturschutz steht. Um den Schutz aufzuheben, muß vorher geprüft werden, ob das Bauvorhaben – auch in anderer Form – nicht an anderer Stelle realisierbar ist. Erst wenn diese Prüfung negativ ausfällt, kann der Schutz aufgehoben werden. Und das auch nur, wenn ein öffentliches Interesse am dem Bau besteht.

Anschließend stellten sich drei Büros vor, die um den Auftrag für das Einzelhandelsgutachten konkurrieren. Alle drei Büros waren gut vorbereitet, wie heute üblich wurden die Vorträge durch Powerpointpräsentationen grafisch unterstützt. Die wesentlichen Fragen, die die Stadt klären muß, sind für mich:
– Welche Auswirkungen hat der Standort Klinkerteich auf die Geschäfte in der Innenstadt?
– Welche Auswirkungen ergeben sich für den EDEKA/ALDI Standort in Stadtheide?
Beide Fragen werden durch die Gutachten beantwortet. Dabei habe ich auch ein neues Wort gelernt: Verträglichkeitsanalyse.

Als es zur Abstimmung über die Vergabe des Einzelhandelsgutachtens kommen sollte, wurde – soweit ich mich erinnere von Frau Killig (FDP) – die Frage gestellt, ob es nicht auch für die Alternativenprüfung konkurrierende Angebote vorliegen. Dies wurde verneint. Zur Begründing wurde ausgeführt, daß man ja schon mit dem Büro in Gesprächen steht. Gleichzeitig wurde betont, daß das Verfahren rechtmäßig sei. Da konnte ich mir die Bemerkung nicht verkneifen: “Vielleicht ist das Verfahren rechtmäßig, aber einen Geschmack hat es schon.”
Die Abstimmung über den Antrag, das Büro mit der Durchführung der Alternativenprüfung zu beauftragen, endete mit vier Ja- und vier Nein-Stimmen und war damit abgelehnt. In der weiteren Diskussion wurde dann der Beschluß gefaßt, ein weiteres Angebot für die Durchführung der Alternativenprüfung einzuholen und dann in der nächsten Sitzung zusammen mit der Entscheidung über die Vergabe des Einzelhandelsgutachtens zu entscheiden.

Ich hätte gewußt, für wen ich bei der Vergabe des Einzelhandelsgutachtens gestimmt hätte. Auch mit dieser Entscheidung kann ich leben, zumal ich mich geärgert habe, daß die schriftlichen Informationen und Angebote der Firmen erst wieder während des Vortrages verteilt wurden und nicht bereits vor der Sitzung des Ausschusses verteilt wurden.

Ich persönlich halte einen Vollversorger mit überörtlichem Einzugsgebiet für Plön für wichtig, bin aber davon überzeugt, daß der Standort Klinkerteich nur dann genutzt werden sollte, wenn alle anderen Alternativen wie etwa die Entwicklung und Erweiterung des Altstandortes in der Innenstadt oder andere alternative Standorte ernsthaft, qualifiziert und gerichtsfest geprüft wurden. Agrumente wie: “Haben wir doch alles schon gemacht”, “Das geht nicht” o.ä. mögen zwar richtig sein. Sie helfen aber nicht weiter, da zu erwarten ist, daß im weitere Verlauf Rechtsmittel gegen die Planungen eingelegt werden. Das erste anwaltliche Gutachten des NABU liegt bereits vor. Nach wie vor geht es um eine sachgerechte Lösung für Plön, und jeder Verdacht, auch nur jeder Anlaß für einen Verdacht, daß hier gemauschelt wird, muß nachweislich entkräftet werden. Daher begrüße ich die Entscheidung, eine weiteres Büro für die Alternativenprüfung mit in die Auswahl zu nehmen für richtig.

Danach ging es um den Dauerbrenner Seewiesen und die Aufrechterhaltung des Planungsverbandes. In den Versuch, diesen Antrag auf die Schnelle durchzuwinken, bin ich hineingeflankt, da ich aus Gründen des Naturschutzes, des Tourismus und auch aus Gründen der Bevölkerungsentwicklung und damit verbunden der Wirtschaftlichkeit starke Bedenken gegen eine Überplanung dieses Gebietes habe.

Anschließend ging es noch um die Bepflanzung der Stützmauer für die Gleisanlagen am Strandweg. Herr Soll (FWG) brachte die Sprache auf die Ansicht des Bahnhofes insgesammt und besonders vom Stradweg aus und regte an, hier noch Verbesserungen mit der Bahn zu vereinbahren. Herr Becker entgegnete, daß es sich nun mal um ein technisches Bauwerk handeln würde und daß die Bahn den Wünschen der Stadt in jeder Hinsicht nachgekommen ist, insbesondere sei die Höhe der Stützmauer deutlich reduziert worden und auf die ursprünglich geplante Unterführung sei zu Gunsten einer Gleisquerung verzichtet worden. Im Übrigen hätten alle die Einführung des Halbstundentaktes begrüßt und die Umbauten seien dafür erforderlich. Es wurde beschlossen, daß Efeu für die Berankung der Stützmauer ausgewählt werden soll, daß die noch aufzustellenden Bänke optisch anspechend eingepaßt werden und daß eine esthetischere Beleuchtung aufgestellt werden soll.

Die Themen B-Plan Ölmühle und Vorkaufsrecht wurden in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit geschoben.

Im nichtöffentlichen Teil wurden dann noch Bauanträge behandelt, die Luft war nach 4 Stunden allerdings raus.

Was ist ein Hinterhof?

In der letzten Sitzung des SteU habe ich argumentiert, daß die Ansicht des ALDI/SKY Komplexes zur B 76 hin die architektonische Qualität eines Hinterhofes hat. Darauf fragte einer der Architekten, was denn ein Hinterhof sei. Es müßte einen wundern, daß ein Architekt diese Frage stellte, aber irgendwie wunderte es mich in diesem Fall doch nicht. Meine Erklärung, dass das das sei, wo die Mülltonnen stehen und man früher das Hausschwein gehalten hat, sollte eigentlich gereicht haben, aber um das ganze noch einmal zu visualisieren:

Das ist ein Hinterhof:

Ansicht eines Hinterhofes

Ansicht eines Hinterhofes

Wenn einer eine Reise macht (2)

In der vergangenen Woche war ich ein paar Tage in Bremerhaven. Die Stadt hatte nach dem Zusammenbruch der Fischereiindustrie und dem Kapazitätsabbau bei den Werften erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Sie galt als der „Osten des Westens“. Ich war vor einigen Jahren für 3 Jahre in Bremerhaven stationiert. Seither wurden zahlreiche Gebäude errichtet, von denen die meisten meiner Ansicht nach gut gelungen sind und zu der „kleinen Großstadt“ passen.

Eingangssituation zum Innenstadtbereich

Eingangssituation zum Innenstadtbereich

Hier der Blick am Hochschulneubau vorbei auf die Karlsburg.

Die neue Hochschule

Die neue Hochschule

Die Gebäude der Karlsburg, sie beherbergen die Fachhochschule, greifen die Gestaltungsmerkmale der ehemaligen Bebauung auf, ohne zu “historisieren”.

Karslburg

Karslburg

Mit Blick auf den ALDI/SKY Komplex, oder aber auf den Erweiterungsbau des Max Planck Instituts kann ich nur feststellen: “Es geht, wenn man will.”

Die Kunsthalle ist neu.

Die neue Kusnthalle

Die neue Kusnthalle

Eines fällt auf. Viele der neuen Gebäude sind entweder kubistisch gestaltet und/oder verwenden dunklen Klinker, so auch das neue Lotsenhaus.

Lotsenhaus

Lotsenhaus

Von hier aus hat man den Blick auf das Alfred Wegner Institut, eine renomierte Forschungsanstalt für Polar- und Meeresforschung. Die Gestaltung soll an einen Ozeanriesen erinnern. Die Lüftung ist in Form von Schiffsschornsteinen gestaltet.

Das Alfred Wegner Institut

Das Alfred Wegner Institut

Deutsches Auswandererhaus

Deutsches Auswandererhaus

Das Deutsche Auswandererhaus ist nicht nur ansehnlich, es ist auch einen Besuch wert.

Deutsches Auswandererhaus

Deutsches Auswandererhaus

Der Neubau des Hotel Atlantik sowie das Mediteraneum und das Klimahaus haben eine ganz andere Dimension als die bis jetzt vorgestellten Gebäude. Sie sind auch anders gestaltet.

Hotel Atlantik, Mediteraneum und Klimahaus

Hotel Atlantik, Mediteraneum und Klimahaus

Wenn einer eine Reise macht

kann er gelungene Beispiele zeitgenössischer Architektur fotografieren. Derzeit bin ich auf einer Dienstreise in Bremerhaven. Nach getaner Arbeit habe ich die Gelegenheit genutzt, auf Besuch nach Bremen zu fahren, wo ich das Glück hatte, einen Schlag auf der Weser rudern zu können. Nach fast zwei Jahren im Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt habe ich mich nicht nur eingehender mit Stadtplanung an sich, sondern auch mit Architektur beschäftigt. Danach sieht man eine Stadt mit anderen Augen.  Nachfolgend ein paar Bilder gelungener zeitgenössischer Architektur, die ich während der Rudertour aufgenommen habe.

Beluga Gebäude

Beluga Haus

Das Beluga Haus steht in Bremen gegenüber der Flaniermeile “Schlachte”. Die Ziegel – Glasfassade ist trotz Gliederung klar gestaltet, ein unaufdringlicher “Hingucker”.

Weserstadion

Weserstadion

Das Weserstadion wird offensichtlich gerade mit Solarzellen verkleidet. Funktion und Gestaltung schließen sich nicht gegenseitig aus. Das Gebäude paßt sich trotz seiner Größe in die Landschaft ein.

Und weil es fast schon kitschig ist, zum Abschluß noch die Abenstimmung an der Weser.

Abendstimmung an der Weser

Abendstimmung an der Weser

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