Kampf-Radler

Anfang April setzte Verkehrsminister Ramsauer das Unwort vom „Kampf-Radler“ in die Welt.

"Kampfradler" (Bildquelle: "Soldatenglück.de"

Damit waren sicher nicht die Soldaten der Radfahrtruppe der Schweizer Armee gemeint, die noch bis zu ihrer Auflösung vor wenigen Jahren über dienstliche Fahrräder verfügten.

Mittwoch morgen beim Bäcker stach mir die Titelseite der Hamburger Morgenpost ins Auge:
Die fünf größten Ärgernisse für Radfahrer„. Da ich öfter mit dem Fahrrad fahre, kaufte ich das Blatt ausnahmsweise. Leider beschränkte sich die Berichterstattung auf fünf Hamburger Plätze, die besonders fahrradunfreundlich gestaltet sind. Ich bin von 1981 bis 1984 in Hamburg fast täglich mit dem Fahrrad die Strecke „Vom Schlump“ nach „Wandsbeck“ und zurück gefahren und kann die Beschreibungen, fast 30 Jahre später, nur bestätigen und ergänzen. Offenbar hat sich nur wenig gebessert.

Die Situation in Plön ist in manchen Bereichen ähnlich problematisch. Hierzu hatte ich bereits im Jahr 2010 berichtet.
Keinem Autofahrer würde man eine solche Verkehrsführung auf einer der Hauptachsen zumuten.

Das eigentliche Problem ist, daß in den Beiträgen und Kommentaren die Blinden sehr häufig von der Farbe reden.
Viele VerkehrsteilnehmerInnen nehmen als Fußgänger oder Autofahrer die Regelverstöße der Radfahrer wahr, ohne selber regelmäßig Fahrrad zu fahren oder ihr eigenen Verhalten zu betrachten. Das führt dann zu regelmäßigen, gegenseiteigen Schuldzuweisungen.

Der Radfahrer / die Radfahrerin wird in Deutschland von der Verkehrsplanung nach wie vor als Hindernis behandelt.
Das nicht ganz zu Unrecht viel beklagte „Überfahren“ roter Ampeln ist tatsächlich öfter zu beobachten. Die Ursache für dieses Verhalten ist einfach erklärbar. Ampelphasen sind entweder für Autos ausgelegt, die drei bis vier mal schneller fahren als Radfahrer oder für Fußgänger, die sich vier bis fünf mal langsamer bewegen als Radfahrer. Da die Ampelregelungen für Radfahrer in den meisten Fällen mit der Ampelregelung für Fußgänger übereinstimmen, müssten Fahrradfahrer regelmäßig vor roten Ampeln halten, obwohl sie die Kreuzung noch sicher überqueren könnten. Was sie denn manchmal auch tun.

Das Geschwindigkeitspotential des Fahrrades wird aber nicht nur auf diese Weise ausgebremst. Häufig ist der Verkehr für Autos so gesteuert, dass sie sowohl geradeaus fahren als auch rechts abbiegen können. Der Radfahrer, der ebenfalls geradeaus fahren will, muss warten, bis die Rechtsabbiegerspur für Autos gesperrt wird. Da ist die Versuchung groß, trotz roter Ampel auch geradeaus zu fahren, wenn gerade kein Auto rechts abbiegt.
Streckenweise befindet sich der Radweg auch nur auf einer Seite der Straße, so dass die Radfahrerin, meist an einer Bedarfsampel warten und dann die Straße überqueren muss, bevor sie 500 Meter weiter, erneut über eine Bedarfsampel, auf den Radweg auf der „richtigen“ Straßenseite zurückkehren darf, während der Autofahrer unter Nutzung des vollen Geschwindigkeitspotentiales mit der grünen Welle durchrauschen kann, in manchen Fällen wohl auch schneller, als die Polizei erlaubt.
Dazu kommt, dass Autos vielfach überraschend aus schwer einsehbaren Einfahrten auf den Radweg stoßen, daß Fußgänger, die die Straße queren wollen, vor der roten Ampel öfters auch auf Radwegen stehen oder Autos mal eben schnell auf Radwegen parken, weil gerade kein Parkplatz frei ist.
Bordsteinkanten quer zum Radweg, nur grob ausgebesserte Schadstellen oder durchgewachsene Wurzeln runden das Bild ab.
Da ganze ist jetzt keine Entschuldigung für Fehlverhalten, aber eine plausible Erklärung.

Eine kurzfristige Lösung kann natürlich die Aufforderung sein, sich an die Regeln zu halten und dies ggf. auch mit Überwachungsmaßnahmen und Strafen durchzusetzen. Eine solche Regelung ist aber nur Behelf, denn langfristig kommt es darauf an, Verhältnisse zu schaffen, die die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer besser berücksichtigen. Ich habe mir nach der Lektüre der Zeitung vorgenommen, mich dafür einsetzen, dass dieser Aspekt bei der Erstellung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes mit berücksichtigt wird.

(Bildnachweis: soldatenglück.de)

Väter und andere Katastrophen

In den vergangenen Monaten kamen immer wieder französische Komödien in die Kinos. Ob es nun die „Sch`tis“ oder „ziemlich beste Freunde“ waren, stets verband sich ein warmherziger Homor mit einer emotionalen Handlungslinie.

Gestern habe ich es gerade noch rechtzeitig aus dem Büro ins Kino geschafft, um „Väter und andere Katastrophen“ zu sehen. Auch dieser Film folgt dem oben beschriebenen Erfolgskonzept. Die schöne Chloe sucht für ihre Hochzeit einen Schauspieler als Vorzeigevater und wird gleich mit zwei mehr oder weniger echten Exemplaren konfrontiert. Eine gute Grundlage für ein amüsantes Plot.
Meine Wertung: sehenswert. Wer die oben genannten Filme gemocht hat, wird nicht enttäuscht.

Kernthemen im SteU

Im gestrigen SteU gab es zwei Kernthemen.

Zum einen ging es um die Errichtung eines DANA – Gebäudes für altengerechtes Wohnen in der Hamburger Straße, zum anderen haben wir uns eingehend mit den Wasserständen der Plöner Seen befasst.

Herr Naumann von der DANA und Herr Spieß als Architekt stellten die Pläne für einen Gebäudekomplex für altersgerechtes Wohnen vor, den sie in der Hamburger Straße neben der Kreisverwaltung planen.
Ich halte diese stadtnahe Lage und die beabsichtigte Nutzung an dieser Stelle für absolut angebracht. Das vorgestellte Gebäude ist an sich auch nicht hässlich und in seinen Funktionen voll durchdacht. Das ändert allerdings nichts an meiner Auffassung, daß es an dieser Stelle in der geplanten Form völlig überdimensioniert ist und sich nicht in das Stadtbild einfügen wird. Das ist besonders problematisch, weil es an einer Stelle stehen soll, die den Eingang in den Innenstadtbereich mit seinem historischen Stadtbild markiert.

Ein Blick auf die Seitenansicht mit der annähernd maßstäblichen Darstellung der bestehenden Gebäude und des geplanten Neubaues macht meine Auffassung vielleicht deutlicher.

Die Gebäude der Hamburger Straße im Profil

Die Gebäude der Hamburger Straße im Profil

Das Gebäude überragt die anderen Gebäude im Bereich der Hamburger Straße um ca. 30 %, die Fassader wirkt im Vergleich zu den übrigen Gebäuden riesig. Wie unser Ausschussvorsitzender Bern Möller (SPD) richtig anmerkte, wird das Gebäude aufgrund der Perspektive von der Straße her noch größer wirken, als es ist.

Der Entwurf der DANA ist ein Standardbau, quasi ein Haus von der Stange. Die Firma hat mehrere Lizenzen für diesen Gebäudetyp erworben, so dass es kostengünstig zu bauen und die Eigentums- oder Mietwohnungen preisgünstig anzubieten sind.
Ein Entwurf, der sich in das Straßenbild einpasst, also ein Individualentwurf, ist aufgrund der Grundstücksgröße durchaus möglich, allerdings aufwendiger zu planen und damit auch teuerer.

Nach meiner Meinung ist an dieser Stelle ein Gebäude gefragt, daß sich in der Höhe und Gestaltung an den anderen Gebäuden im Bereich der Einmündung der Hans Adolf Straße und der Kreisverwaltung orientiert.
Das heißt letztendlich:
– eine gegliederte Fassade, die sich in Form und Größe an die Fassaden der anderen Gebäude anlehnt,
– stehende Fensterformate und
– roter Backstein.
Die erforderliche Wohnfläche kann über die Vergrößerung des Gebäudes in den hinteren Grundstücksbereich gewonnen werden.

Ich halte es für richtig, daß wir – nachdem die Informationen vorlagen – den bestehenden Bebauungsplan nicht aufgehoben und keinen Aufstellungsbeschluss für die neue Planung gefasst haben. Die DANA bekommt so die Gelegenheit, auch eine Individualplanung für ihr Projekt vorzulegen. Und wir sollen uns an dieser Stelle nur ein Gebäude leisten, das auch in das Stadtbild passt. Ich hoffe, daß es hierüber in allen Fraktionen zu ausführlichen Beratungen  kommen wird.

In Anbetracht der späten Stunde werde ich zu den Wasserständen später berichten.

Berichte und Anfragen aus dem SteU vom Mittwoch

Zunächst ging es um Berichte aus der Verwaltung und Anfragen aus der Selbstverwaltung.

Das erste Thema war eine Beschwerde eines Anliegers aus dem Bereich B-Plan 6, Johannisstraße. Wie ich bereits am 18. April berichtet habe, war bei der Informationsveranstaltung kein Anlieger anwesend. In der Beschwerde wurde auch die Art der Bekanntgabe bemängelt. Der Termin wurde in der Zeitung bekannt gegeben. Dort wurde darauf verwiesen, daß weitere Informationen im Internet einsehbar sind. Ich halte diesen Weg für zeitgemäß, und wer Internet aus Prinzip ablehnt oder sich mit dem Thema aufgrund des Alters nicht mehr auseinandersetzen möchte, dem steht der Gang ins Rathaus offen. Ich stimme allerdings dem Ausschussvorsitzenden Herrn Möller (SPD) zu, daß für einen so überschaubaren Personenkreis auch die Verteilung von Informationen durch die Post vertretbar ist. Der Termin wird wiederholt. Die Anregung von Herrn Plischka (CDU), die Bekanntgabeverordnung zu überprüfen, wird aufgegriffen.

Auf Anregung von Herrn Kittler (FWG) wird die Zugänglichkeit zur Schwimmhalle für Rollatornutzer und Rollstuhlfahrer überprüft. Wenn möglich, soll hier eine Verbesserung herbeigeführt werden.

Ich wurde von meinen Nachbarn darauf wiederholt darauf hingewiesen, daß immer wieder KFZ entgegen der Fahrtrichtung in den Einbahnstraßenbererich des Knivsbergringes einfahren. Ich selber dieses Verhalten auch schon beobachten können. Darauf angesprochen entgegnete der Fahrer, er habe das Schild nicht gesehen. Zugegebenermaßen steht an der Ecke Osterterp/Knivsbergring nur ein kleines Schild. Die Einbahnstraßenregelung wurde seinerzeit eingeführt, nachdem in einer der engen und unübersichtlichen Kurven ein Kind von einem Auto erfasst und getötet wurde.
Daher bin ich der Auffassung daß hier eine Beschilderung mit zwei großen Schildern erforderlich ist, wie sie an der Einmündung der Appenrader Straße in den Osterterp vorhanden ist.
Ich habe dieses Thema nicht zum ersten mal vorgebracht, und der Ausschussvorsitzende äußerte, daß es gefühlt schon zwei Jahre alt wäre.

Auch der Bereich Behler Weg wurde angesprochen. Zulieferer zum Baumarkt fahren immer wieder – durch Navigationssysteme gelenkt – in den durch Baumaßnahmen gesperrten Behler Weg, wo sie dann beim Wenden den Hofbelag eines dort ansässigen Betriebes beschädigen oder rückwärts auf die Bundesstrasse setzen. In jedem Fall kommt es hier im günstigsten Fall zu einer Lärmbelästigung, z.T. entstehen Gefahrensituationen. Hier ist als Sofortmaßnahme andie Aufstellung von zusätzlichen Schildern angedacht, langfristig hilft vermutlich nur, die Hersteller von Navigationsgeräten darauf hinzuweisen, beim nächsten Softwareupdate die tatsächliche Wegeführung mit zu berücksichtigen. Die Verwaltung nahm diesen Vorschlag von mir entgegen und wird die Realisierbarkeit prüfen.

Total stinkig

Wie ich so im Vorbeigehen erfahren habe, hat der Planungsverband Seewiesen vor einigen Tagen getagt.. Die Sitzungen des Feuerlösch- und Schulverbandes werden im Jahressitzungskalender der Stadt im Internet bekannt gegeben.
Nicht so die Termine des Planungsverbandes Seewiesen. Daher ist es schwer, sich mittelfristig auf die Teilnahme an dessen Sitzungen einzurichten.

Hierzu habe ich zwei Erklärungsversuche. Entweder wurde schlichtweg vergessen, den Termin einzustellen, oder aber es wurde nur die kurzfristige Veröffentlichung in der Zeitung gewählt, um den Teilnehmerkreis der interessierten Öffentlichkeit so klein wie möglich zu halten um in Ruhe munkeln zu können.

Übrigens ist Herr Barnstedt sen. Gesellschafter bei der Ronda Real Estate oder bei der MVB oder umgekehrt. Aber diese Verbindung war ja zumindest meinen Lesern und den Mitgliedern im SteU schon länger klar.

Heraus zum 1. Mai

In der letzten Woche war ich auf Dienstreise, auch wenn anders lautende Gerüchte im Umlauf waren. Aber es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, daß Dienst nicht auch einmal Spaß bringen darf. Urlaub hatte ich lediglich am 30. April, dem Brückentag zwischen Wochenende und erstem Mai.
Am ersten Mai bin ich seit mehr als einem Jahrzehnt zur Musike in Rixdorf. Hier ein paar Bilder:

Dänisches Tänzchen vorm Kaffestand

Dänisches Tänzchen vorm Kaffeestand

In der Konzertscheune

In der Konzertscheune

Das "Große Orchester"

Das "Große Orchester"

Das denkenswerteste Gespräch der letzten Woche möchte ich hier kurz wiedergeben. Mein Gesprächspartner zitierte einen FDP-Politiker, der geäußert haben soll, Piraten wären Linksradikale mit Internetanschluss. Die Forderung, daß alle Inhalte im Internet frei bzw. kostenfrei sein sollen, würde geradewegs in den Kommunismus führen. Urheberrechte müssen gewahrt bleiben. Mein Gesprächspartner trug eine Sonnenbrille, deren Design ein Ray Ban „Re-import“ aus China war.

Ich bin der Auffassung, daß die großen Parteien die mit dem Internet verbundenen Problemfelder völlig verschlafen haben, so wie einst das Thema Umweltschutz. Diese Lücken in der politischen Diskussion wurden seinerzeit durch die Grünen und heute durch die Piraten gefüllt. Das Abmahnunwesen ist viel zu lange toleriert worden, und die Gesetzgebung – wie etwa in dem ACTA Abkommen, ist viel zu sehr an den Interessen der Film- und Musikindustrie orientiert und läßt die Lebenswirklichkeit des Ottonormalusers völlig außer acht.

Ich habe schon öfter überlegt, ob ich überhaupt einmal ein Youtube Video in meinen Blog einbinden soll. Ich wuürde es auch gerne tun, weil ich vermute, daß es nicht kriminell ist, weiß aber nicht, wie es geht. Her also, passend zum ersten Mai, der autonome Supermarkt von Extra Drei als Link:
Extra Drei, Autonomer Supermarkt auf YouTube

Zu Besuch bei Sky

Die FWG Fraktion hatte vor einiger Zeit einen Termin mit der COOP vereinbart, bei dem die Besichtigung des SKY Marktes in Schwentinental / Klingenbergstraße zum Anlass genommen werden sollte, um über Frischemärkte im Allgemeinen und über Perspektiven für die Entwicklung des SKY Marktes in Plön im Besonderen zu sprechen.
In unserer Fraktion bestand die Empfehlung, an diesem Gespräch nicht teilzunehmen, da vermutet wurde, dass hier wieder andere Standorte ins Gespräch gebracht werden, die nach dem nunmehr einstimmig beschlossenen Einzelhandelskonzept nicht in Frage kommen. Eine Annahme, die sich nicht ganz unberechtigt war.

Während der Führung konnte man sich einen guten Eindruck verschaffen, was einen zeitgemäßen Frischemarkt ausmacht:
Eine großzügige Raumaufteilung, Gänge, auf denen die Kunden sich mit Einkaufswagen begegnen können (2,5 fache Wagenbreite), überschaubare Regale und erkennbare Warenzonen führen zu einer hohen Aufenthaltsqualität. Der Raumbedarf dafür liegt heute bei ca. 1800 qm, zuzüglich ca. 600 qm für Lager, Betriebs und Sozialräume. Es werden ca. 20.000 Artikel angeboten, wobei knapp 10 Prozent auf den Non-Food Bereich entfallen. Der Markt beschäftigt ca. 55 zumeist fest angestellte Mitarbeiter und bildet aus. Im Bezug auf den Energieverbrauch entspricht das Gebäude modernen Anforderungen. Die Solarzellenanlage auf dem Dach ist vom Parkplatz aus nicht zu erkennen, Wärmerückgewinnung aus der Abluft, die Nutzung der Abwärme der Kühlgeräte ect. führt dazu, dass keine Heizungsanlage mit fossilen Brennstoffen betrieben werden muss.

Im Gespräch machten die Vertreter der COOP klar, dass sie mit den Eigentümern der Nachbargrundstücke n Plön bereits im Gespräch ist, um die Möglichkeit auszuloten, ob Erweiterungsflächen für den bestehenden Markt erworben werden können. Trotzdem klang durch, daß die Parkplatzsituation an dieser Stelle problematisch ist und die Investition sich möglicherweise nicht rechnen wird. Damit wurde aus der FWG automatisch die Frage aufgeworfen, was mit dem bestehenden Markt passiert, wenn die weitere Entwicklung im Sinne des Einzelhandelskonzeptes nicht möglich sein sollte.

Dazu wurde von Seiten der COOP geäußert, daß man sich eine Aufwertung des Innenstadtstandortes zum Citymarkt vorstellen könne, wenn man im Gegenzug die Gelegenheit bekäme, einen Frischemarkt an anderer Stelle zu errichten. In dem Zusammenhang wurden erneut die Standorte Klinker Teich und Behler Weg ins Gespräch gebracht.
Was man von Seiten der COOP vermeiden will ist, dass in der Innenstadt investiert wird, und dann innerhalb absehbarer Zeit einem anderen Mitbewerber ein Frischemarkt an einem anderen Standort genehmigt wird. Sehr deutlich klang der Wunsch nach einer verlässlichen Planung durch. Gleichzeitig wurde aber auch eingeräumt, daß die Stadt in dieser Beziehung keine vertraglichen Bindungen eingehen darf.
Während in der Diskussion von der einen Seite klar gestellt wurde, dass das Einzelhandelskonzept eine Selbstbindung der Stadt beinhaltet, keinen zentrenrelevaten Handel außerhalb des Innenstadtbereiches anzusiedeln, deuteten einige TeilnehmerInnen an, dass sie sich ein Abweichen von den Aussagen des Einzelhandelskonzeptes vorstellen könnten.

Dazu kann ich nur sagen: Wer vor nicht einmal drei Monaten mit fliegenden Fahnen dem Einzelhandelskonzept begeistert zustimmt und äußert, man müsse mit dem gebotenen Nachdruck mit der COOP über die Entwicklung des bestehenden Standortes sprechen, aber nur wenige Atemzüge später seine Bereitschaft andeutet, über zentrumsferne Standorte nachzudenken, untergräbt die eigene Glaubwürdigkeit, aber schlimmer noch, er/sie schwächt die Verhandlungsposition der Stadt erheblich. Wer so verfährt, stellt ohne Not die ohnehin beklagte Verlässlichkeit städtischer Politik in Frage. Um das Konzept verbindlich zu machen, wurde extra eine Selbstbindung eingearbeitet und beschlossen. Diese Selbstbindung wurde lediglich von Dr. Lorenzen und Hans Jürgen Kreuzburg kritisch hinterfragt.

Im Gespräch wurde mir noch einmal klar, dass ich mit meiner Kritik am Zustandekommen und an der Qualität von Teilen der Bewertungen und Empfehlungen des Einzelhandeslkonzeptes völlig richtig lag. Das gilt auch für meine Einschätzung des Entwicklungspotentiales des vorhandenen Marktes. Das wurde im Wesentlichen durch Aussagen der COOP Manager bestätigt.

Was mich im Prozess der Vergangenheitsbewältigung interessierte war, ob die COOP mit dem Investor Nordpunkt in Verbindung stand und ob die COOP bereit gewesen wäre, mit der Nordpunkt den Standort Stadtgrabenstraße zu entwickeln. Diese Frage wurde eindeutig mit JA beantwortet.
Ich bleibe dabei: Hier wurde eine echte Chance für die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt vergeben.

B-Plan Nr. 6 / Johannisstraße.

Zusammen mit der Diskussion über die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Appelwarder wurde von Frau Killig (FDP) der Vorschlag gemacht, auch für den Bereich Johannesstraße einen B-Plan aufzustellen. Der seinerzeit beabsichtigte und mittlerweile erfolgte Abriss des Gebäudes Johannisstraße 6 machte deutlich, wie dringlich die Aufstellung eines B-Planes für diesen Bereich war, um den Altstadtcharakter des Straßenzuges zu erhalten.
Heute fand eine öffentliche Informationsveranstaltung für die Bürger und Eigentümer des in der Überplanung befindlichen Gebietes statt. Anwesend waren neben dem Architekten, seinem Mitarbeiter und Herrn Becker von der Verwaltung:
3 Ratsmitglieder (SPD)
2 Ratsmitglieder (FDP)
2 Ratsmitglieder (FWG)
0 Anwohner.

Ich unterstütze die Aufstellung dieses B-Planes und erkenne ausdrücklich an, daß die Initiative dafür aus den Reihen der FDP kam.

Es wäre zu wünschen, wenn wir uns im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt entscheiden könnten, auch den Bereich Hamburger Straße zu überplanen, um hier gestalterische Fehlentwicklungen zu verhindern.

Herzlich gelacht.

Heute bekam ich Spam auf – ich vermute – Holländisch:

Heeft u dringend geld nodig? Heeft u Bad schuld of slecht krediet opnemen? Bent u Afgewezen door banken en andere financiële instelling? U voldoet niet aan de criteria toe te passen voor een lening? Heeft u behoefte aan leningen / financiering voor uw persoonlijke of zakelijke? Vrees niet.

We hebben een licentie geldschieter.

Damit dürften alle finanziellen Sorgen geregelt sein.

nur für immer

Das Theater Pilkentafel aus Flensburg spielt seit Freitag das Stück Wörterbuch. Es basiert auf der gleichnamigen Novelle von Jenny Erpenbeck und greift einen realen Fall aus der Zeit der argentinischen Militärdiktatur auf.

Bild mit freundlicher Genehmigung durch die Pilkentafel.

Gespielt wird im alten Flensburger Schwimmbad, das in seiner kalten Architektur wie kein anderer Ort zu dem Stück passt. Das Publikum sitzt im Nichtschwimmerbereich auf ehemals 3,70 Meter unter Schwimmbadnull auf Hockern ohne Lehne. Das erweist sich als überaus praktisch, denn die Schauspielerinnen und Schauspieler spielen überwiegend auf oder am Beckenrand um das Publikum herum.

Das sehr junge Ensemble zeigt eine beeindruckende Leistung und erzeugt mit Sprach- und Geräuscheffekten eine verwirrende Atmosphäre, die absolut perfekt zum Aufbau des Stückes paßt.

Worte, Satzfetzen, Sätze und Texte wirken am Anfang unzusammenhängend und fügen sich für den Besucher erst nach und nach zu einem immer bedrückenderen Gesamtbild zusammen.

Keine leichte Kost, aber absolut sehenswert und die Anreise aus Plön wert, außer, man lehnt modernes Theater grundsätzlich ab. Wer das  Stück besucht, wird auch meine Überschrift verstehen.

(Bild von Ina Steinhusen mit freundlicher Genehmigung durch die Pilkentafel)

True Lies

Normalerweise greifen wir Deutschen daneben, wenn wir tendig klingende englische Begriffe nutzen oder übersetzen.

In unserer Schiffsbücherkiste befand sich früher eine sehr alte Ausgabe eines deutsch-englischen Wörterbuchs für den militärischen Gebrauch, der Military Eitzen. Dort wurde der „Hamburger“ als „Klappstulle, belegt mit einer Frikadelle“ übersetzt.

Vor Jahren waren Rücksäcke modern, die nur über eine Schulter getragen wurden, so genannte „Body Bags“.
Die Bedeutung im Englischen: Leichensäcke.

Gemeinsames, öffentliches Sportgucken wird in Deutschland auch als „Public Viewing“ bezeichne.
Die Bedeutung im Englischen: Öffentliche Leichenschau.

In der Berichterstattung der Tagesschau über die heutige Koranverteilung waren Salafisten in T-Shirts mit dem Aufdruck „Lies!“ zu sehen.
Die Bedeutung im Englischen: Lügen!

Damit können sich die Jungs – Frauen waren natürlich nicht dabei – in der englischsprachigen Welt spielend zum Gespött machen.

Koranverteilung

Die Verteilung von Koranexemplaren durch Salafisten ist ein aktuell diskutiertes Thema, das die Gesellschaft polarisiert. Auf der Titelseite der KN von heute wurde berichtet, daß der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich gegen ein Verbot der für heute geplanten Koranverteilung ausgesprochen hätte.

Natürlich ist die Verteilung heiliger Schriften durch die im Grundgesetz geschützte Religionsfreiheit zulässig. Natürlich ist es auch völlig legitim, der Opfer der Bombenangriffe im 2. Weltkrieg zu gedenken. Kritisch hinterfragt werden muss die Absicht, mit der dies geschieht.
Wenn das Gedenken an die Opfer des Bombenkrieges pervertiert wird, um rechte Propaganda zu transportieren, ist das mehr als zynisch.
Wird eine heilige Schrift – unter der Inanspruchnahme von verbrieften Grundrechten – von Leuten verteilt, die ihre Religion über eben diese Grundrechte stellen, ist das perfide.

Leider sind religiös motivierte Drohungen – wie zum Beispiel gegen Sevim Dagdelen, die integrationspolitische Sprecherin „der Linken“ – keine Einzelfälle.
Aktuell wurden Journalisten, die kritisch über die Koranverteilung berichtet haben, bereits bedroht.
Beschönigend so genannte „Ehrenmorde“ sind ein Thema, das deutsche Gerichte beschäftigt.
Die Fatwa, mit der Salman Rushdie für sein Buch „Satanische Verse“ zum Tode verurteilt wurde, ist den älteren unter uns sicher noch in Erinnerung.

Es gibt also viele Anhaltspunkte, die belegen, dass bei weitem nicht jede Auslegung des Koran mit dem Grundgesetz zu vereinbaren ist. Vor diesem Hintergrund, und vor dem Hintergrund, dass nahezu jeder islamische Terrorist in Verbindung zu salafistischen Kreisen stand, ist die Beobachtung durch den Verfassungsschutz nur konsequent.

Leider besteht die Gefahr, daß sich wieder einmal die Falschen öffentlich zu Wort melden und die Auseinandersetzung mit dem Thema Islam ins emotionelle abgleitet. Da ist dann weder eine falsch verstandene Toleranz des Schleswiger Bischofs noch stumpfe rassistische oder nationalistische Empörung hilfreich. Ein konsequentes Eintreten für die Menschenrechte und eine freiheitliche Grundordnung ist nicht rassistisch, ausländer- oder islamfeindlich.

Eine akute Gefährdung sehe ich durch die Verteilaktion für unsere Soldaten in Afghanistan gegeben. Landet ein Koran unbedacht auf dem Gehsteig, tritt jemand unbedacht darauf, was in bestimmten Kreisen schon mal als grobe Beleidigung ausgelegt wird, wird es in den nächsten Papierkorb geworfen oder demonstrativ entweiht, ist doch schon vorprogrammiert, dass Scharfmacher am Hinduhusch zu Demonstrationen vor den Lagern deutscher Soldaten aufrufen, mit allen Folgen, die wir aus der Vergangenheit bereits kennen.

So betrachtet handelt es sich bei der flächendeckenden Verschenkung von 25 Mio. Exemplaren um ein Danaergeschenk.

Nicht für 50 Pfennig Draht,

ein Zitat aus dem Film „Das Boot“, an das ich mich am letzten Freitag erinnert habe, als mein Antrag auf Zuteilung von 3,5 GB zusätzlichem Speicherplatz für unser dienstliches EMailsystem abgelehnt wurde. Daher werde ich ab Montag in einen Zustand teilweiser Arbeitsunfähigkeit versetzt. Der Hinweis, dass das EMailsystem lediglich ein Transportmittel ist, hilft da auch nicht weiter und geht im Übrigen am der Wirklichkeit vorbei. 1 GB Serverspeicherplatz kostet ca. 1,– Euro.

Frohe Ostern

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest.

In den letzten Tagen war viel über die Regelungen zur Feiertagsruhe zu lesen. Ich bin nun nicht als Mann der Kirche bekannt, aber die Aktionen der Piraten – so pfiffig sie auch sein mögen – sind für mich ebenso falsch wie Ladenöffnungszeiten am Ostersonntag.

Mittlerweile hat der Wahlkampf begonnen. Die beiden letzten Samstage waren wir mit Infoständen vor Nah- und Frisch im bereich Ölmühle sowie auf dem Marktplatz vertreten. Dabei wurden wir zeitweise auch durch unsere Landtagskandidatin Regina Poersch unterstützt. Dabei wurde ich von Passantinnen auf zwei kommunalpolitische Themen angesprochen, nämlich Lärmschutz an der B76 und Beleuchtung in der Ulmenstraße.

Zum Thema Lärmschutz bekam ich zu hören: „Die Stadt will das nicht“. Das ist so nicht richtig. Die Stadt will eine städtebaulich verträgliche Lösung. Derzeit zerschneidet die B 76 die Stadt, vor allem für Fußgänger und Radfahrer. Um diese Wirkung nicht noch optisch zu verstärken, hat sich die Stadt dafür eingesetzt, dass nach Möglichkeit nur auf jeweils seiner Seite der B 76 Schallschutzwände aufgestellt werden. Diese Vorstellung wurde dem Landesamt für Straßenbau, das für die Errichtung der Schallschutzwände zuständig ist, vorgetragen. Nun ist das Landesamt für Straßenbau in der Pflicht, das bereits eingeleitete Planfeststellungsverfahren zu Ende zu führen. Hier hilft übrigens auch der öffentlich zur Schau getragene Aktionismus der FWG nicht weiter, selbst wenn Herr Dr. Lorenzen verkündet, der habe einem Anwohner beim Abfassen einer Petition geholfen.

Ich persönlich hätte mich gefreut, wenn es dem Bürgermeister gelungen wäre, bei den Gesprächen mit dem Landesamt zu erwirken, daß der Ausbau der Strasse entsprechend der Vorgaben für eine innerörtliche Durchfahrt angepasst worden wäre (verengte Fahrbahnbreite, Begleitstreifen). So bleibt es beim Ausbaustandard für eine außerörtliche Umgehungsstraße.

Das Thema Straßenbeleuchtung ist ein Dauerbrenner. Im Rahmen des Schulhofausbaus der Regionalschule und der Verlegung der Bushaltestelle auf den Parkplatz an der Aula wurden die dafür erforderlichen Mittel aus dem Topf für Straßenbeleuchtung genommen. Sie sollen diesem Topf mit dem nächsten Nachtragshaushalt wieder zugeführt werden. Allerdings sind die Mittel so begrenzt, daß sie Jahr für Jahr entsprechend einer festgelegten Rangfolge für einzelne Straßen verwendet werden. Hier werde ich einmal nachfragen, wo der Bereich Ulmenstrasse auf der Liste steht und wann eine Neubewertung der Rangfolge erfolgt. Im Bereich Ulmenstraße wohnen sehr vielen älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich insbesondere bei Dunkelheit unsicher fühlen. Dies ist ein Faktor, der neben technischen Kriterien mit zu bewerten ist.

Mehrere Parteien haben mittlerweile ihre Plakate aufgehängt. Das ganze wirkt – bis auf das Kokettieren von Herrn Kubicki mit Resignation und Anarchismus (Wählt doch was ihr wollt) – ziemlich hausbacken. Ich persönlich kann mich für Plakatkunst begeistern und werde sicher noch die Ausstellung „Politische Plakate des 20. Jahrhunderts“ im Stadt und Schifffahrtsmuseum in Kiel ansehen. Hier ein Plakat aus den 30er Jahren, das ich im Museo Refugio de la Guerra Civil in Cartagena aufgenommen habe.
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Wir werden erst nach Ostern plakatieren. Ich persönlich finde unsere Plakate auch nicht übermäßig gelungen, aber immerhin besser als „Mensch – Macher – Ministerpräsident“. Die Idee „Unser Lieblingsland“ erscheint mir allerdings recht gelungen.

Ich werde mich auch in den nächsten Tagen mit dem Bloggen zurückhalten, da da berufliche, private und ehrenamtliche Verpflichtungen vorgehen. Aber dankenswerterweise habe ich am Ostersonntag ein wenig Zeit gefunden, um über einige Themen der letzten Woche zu schreiben.

CDU bei Gegendemonstration auch vor Ort

Heute Morgen bekam ich eine Mail, in der darauf hingewiesen wurde, dass sich gestern auch Mitglieder des CDU Ortsvereins und der Ratsfraktion sowie ein Landtagsabgeordneter der CDU an der Demonstration gegen den NPD Aufmarsch teilgenommen haben. Ich begrüße das ausdrücklich, weil es zeigt, dass das Eintreten gegen rechts auch aus der bürgerlichen Mitte heraus getragen wird.

Daher komme ich der Bitte, über die Anwesenheit der Kolleginnen und Kollegen zu berichten, gerne nach.
Es tut mir leid, aber ich habe Euch in der Menschenmenge wirklich nicht gesehen.

Fotos zu der Gegendemonstration sind in der Berichterstattung der KN-Online zu sehen.