Für schnelle Verhandlungen mit dem PSV

In der vergangenen Woche hat die Presseberichterstattung über die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung bei den Mitgliedern des Plöner Segler Vereins (PSV) zu Irritationen geführt.
Der Bürgermeister wurde wie folgt zitiert: „ … die Zeit dränge nicht, betonte Bürgermeister Winter, der Erbbaurechtsvertrag laufe noch einige Jahre. Die Planungen ruhen, da noch kein Gesamtkonzept erstellt ist.“
Daß dieser Zeitungsbericht bei den Mitgliedern des PSV zu Irritationen und Nachfragen führt, ist für mich nachvollziehbar. Aus meiner Sicht ist hier aber klar zwischen Stadtplanung und Vertragsangelegenheiten zu unterscheiden.
Die SPD-Fraktion hat sich daher entschieden, einen Antrag zu stellen, um die Vertragsverhandlungen nunmehr auf den Weg zu bringen, nicht zuletzt, weil der Letter of Intent (LOI, eine unverbindliche, aber schriftlich fixierte gegenseitige Absichtserklärung) zwischen Stadt und PSV mittlerweile weitgehend ausgehandelt ist.
Diese Verhandlungen erfolgten durch eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung aller Fraktionen,

Wenn es nach den Vorstellungen der SPD-Fraktion geht, soll der kommende Vertrag auf Basis des bestehenden Vertrages fortgeschrieben werden.
Dabei müßten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
– Anpassung des Pachtzinses
– Absicherung der Nutzung des Geländes für das Stadtbuchtfest
– Berücksichtigung der Inhalte des LOI.

Aus Sicht der SPD-Fraktion hat der bisherige Erbpachtvertrag in den vergangenen 46 Jahren gut funktioniert, es besteht keine Veranlassung, hier eine andere „Konstruktion“ zu wählen. Daher bietet sich der bestehende Vertrag als Verhandlungsbasis an.
Die SPD-Fraktion lehnt es auch ab, die Vertragsverhandlungen im Hinblick auf die städtebaulichen Vorstellungen als Druckmittel zu nutzen.
In Vorgesprächen hat sich gezeigt, daß dies auch für den PSV ein gangbarer Weg sein könne.
Liefe es jetzt auf diese Lösung hinaus, wäre auch ein möglicher Rechtsstreit zu vermieden, falls es aus einem unerfindlichen Grunde zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu einem Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Rechtsauffassungen bezüglich des „Heimfalles“ kommen sollte.
Der PSV und die Stadt hätten Rechtssicherheit und könnten andere Aufgaben angehen.

Seewiesen im Plöner Rundblick

Die FWG gibt in regelmäßigen Abständen die Zeitung “Plöner Rundblick” heraus, mit der sie ihre Arbeit darstellt. In der Aktuellen Ausgabe berichtet sie u.a. über die Abstimmung zur Auflösung des Planungsverbandes Seewiesen in der letzten Ratsversammlung.

Die FWG hat in der Facebookgruppe “Plöner Runde” auf das Erscheinen des Rundblickes hingewiesen. Es ist nicht ungeschickt, in sozialen Foren wie Facebook auf die eigene Arbeit hinzuweisen und dort Informationen zu verlinken. Ich tue das auch. Es erhöht die Leserzahlen, birgt aber auch die Gefahr, dass dort kommentiert wird.
Das habe ich getan. Hier mein Kommentar für alle, die ihn nicht auf Facebook lesen können, weil sie sich nicht in die Arme des Datenkraken begeben haben:

Leider gibt der Seeblick die Darstellung zu den Seewiesen die Argumente, die gegen die Seeweisen sprechen, nur sehr verkürzt wider.
Es wird wird verschwiegen, dass die demographische Entwicklung dazu führen wird, dass mit den Seeweisen ein Überangebot entsteht, das der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern in 15 bis 20 Jahren teuer zu stehen kommt.
Der Landschaftsschutz, der durch das Projekt massiv beinträchtigt wird, wird mit keinem Wort erwähnt.
Vor allem wird auch nicht erwähnt, dass die zuständigen Fachbehörden bei Kreis und Land dem Projekt sehr kritisch gegenüberstehen.
Obwohl eine gut lesbare Stellungnahme eines Juristen aus den Reihen der FWG vorlag, in der ausgeführt wurde, aus welchen verwaltungsrechtlichen Gründen eine Realisierung der Seewiesen unwahrscheinlich ist, hat die FWG mehrheitlich für das Vorhaben gestimmt.
Ich bleibe dabei, Seewiesen ist eine Verschwendung von Arbeitszeit und Geld der Plöner Bürgerinnen und Bürger. Und Rathjensdorf hat bislang keinen Pfennig dazugezahlt.

Befürchtung wahr geworden.

In meinem Beitrag vom 7. Juni habe ich die Befürchtung geäußert, dass es einer Fraktion bei der Verschiebung der Besprechung der Innenraumpotentialanalyse darum ging, Zeit zu schinden, um sich zurechtzulegen, wie das Gutachten verändert werden muß, um das Baugebiet doch noch umzusetzen.

Das Gutachten liegt jetzt vor. Und abweichend von der Aussage des Entwurfes, der das Potential im Innenbereich als ausreichend bewertete, kommt der Abschließende Entwurf zu dem Ergebnis, daß 20 – 30 Bauplätze im Außenbereich sinnvoll wären. Dazu wird noch die vorsichtige Entwicklung eines Gewerbegebietes empfohlen.

Mal abgesehen davon, dass derartige Aussagen zur Raumordnung nichts in einer Innenraumpotentialanalyse zu suchen haben, stelle ich mir unter Berücksichtigung der Plöner Verhältnisse die Frage: “Wer hat diesmal Einfluß auf das Ergebnis des Gutachtens genommen?”

Diese Frage werde ich auch heute abend im Ausschuß stellen.

Ja zum Stadtbuchtfest

Gestern war ich auf der Jahreshauptversammlung des Plöner Segelvereins, und zwar als Mitglied. Trotzdem war ein Bezug zu meiner Funktion als Mitglied der Ratsversammlung nicht zu vermeiden. Der erste Vorsitzende, Herr Dr. Fehlberg, erwähnte in seiner Ansprache, dass alle Anträge des PSV und die Bauvoranfrage für eine Bootshalle durch die Stadt abgelehnt worden wären und erweckte auf die ihm eigene süffisante Art den Eindruck, die Stadt würde gegen den Verein arbeiten, was ihm auch ein paar Lacher einbrachte.
Ich konnte mir daher nicht verkneifen, in der Aussprache darauf hinzuweisen, daß der Verein für den Bau einer Brücke einen fünfstelligen Betrag erhalten hat. Im übrigen würde über die Anträge des PSV, wie über die Anträge aller anderen Vereine auch, nach den Vorgaben der Zuschußrichtlinie entschieden.
Herr Dr. Fehlberg bestätigte dann auch, daß der Verein für den Bau der Brücke ca. 15.000,– Euro erhalten hat und verwies darauf, daß dies im Rahmen der Tourismusförderung im Zusammenhang mit dem Programm „Gelbe Welle“ erfolgt sei. Dazu hätte ich noch einiges erwidern können, habe aber darauf verzichtet, da die Botschaft offenbar bei den meisten Teilnehmern angekommen war.
Das Blöde ist, daß auf einer Versammlung der Versammlungsleiter nicht nur die Herrschaft über das Mikrophon , sondern auch das letzte Wort hat.
Was mir in solchen Situationen an meinem Blog gefällt ist, daß das hier andersrum ist.

Um dem Eindruck entgegenzutreten, hier würden Spannungen zwischen PSV und der Stadt bestehen oder aufgebaut werden, liegt es mir am Herzen darauf hinzuweisen, daß die Mitgliederversammlung mit einer überwältigenden Mehrheit von über 100 Stimmen bei nur zwei Gegenstimmen beschlossen hat, wie in den vergangenen Jahren große Teile des Vereinsgeländes für die Durchführung des Stadtbuchtfestes zur Verfügung zu stellen, obwohl damit viel Arbeit und eine Einschränkung des Segelbetriebes verbunden ist. Aus allen Redebeiträgen zu dem Thema wurde klar, daß sich die Mitglieder des Vereins nicht nur mit dem Verein, sondern auch mit der Stadt eng verbunden fühlen.

Die Jahreshauptversammlung war in diesem Jahr gut besucht. Der Grund dafür war vermutlich darin zu suchen, daß die Neuwahl des zweiten Vorsitzenden auf der Tagesordnung stand und dafür zwei Kandidaten zur Verfügung standen. Im PSV hat das Regattasegeln in den vergangenen Jahren unter dem bestehenden Vorstand an Bedeutung zugenommen. Sichtbares Zeichen dafür ist das Segeltraining der „Hunter“, die sehr häufig in der Stadtbucht für Wettkämpfe üben. Für dieses Jahr ist zusätzlich geplant, an der „Segel-Bundesliga“ teilzunehmen. Der Vorstand betonte, daß es durch diese Ausrichtung gelungen ist, gegen den Trend eine Vielzahl von jüngeren Mitgliedern zwischen 16 und 30 Jahren im Verein zu halten oder neu hinzuzugewinnen. Nach meiner Einschätzung befürchten viele Freizeitsegler, daß sich der Charakter des Vereins durch diese Entwicklung verändert und der gesellige Anteil des traditionellen Vereinslebens massiv leidet.
Zur Wahl standen der bisherige Zweite Vorsitzende, Herr Klaus Hückstedt und Herr Jörn Mißfeld als Gegenkandidat, der von der Gruppe der Freizeitsegler vorgeschlagen wurde.
In meiner Einschätzung fühle ich mich durch die Wortbeiträge wie auch durch das Wahlergebnis bestätigt. Der bisherige zweite Vorsitzende konnte die Wahl mit 58 Stimmen für sich entscheiden. Die 50 Stimmen für Jörn Mißfeld machten aber sehr deutlich, daß die aktuelle Entwicklung des Vereines von großen Teilen seiner Mitglieder mit Skepsis gesehen wird. Der Vorstand hat nun die schwierige Aufgabe vor sich, das Auseinanderdriften der Gruppen zu verhindern. Das sollte nicht unterschätzt werden.

Da Herr Schneider von den Kieler Nachrichten anwesend war, bin ich gespannt, was am Montag in der Zeitung steht.

Noch kein großer Plöner

In meinem letzten Beitrag zum Thema „Kadettenausstellung“ im Kreisheimatmuseum habe ich mich mit General Ludendorff auseinandergesetzt. Dort wird Ludendorff als “Großer Plöner” bezeichnet, auch wenn mittlerweile ein kleines Schild darauf hinweist, daß nicht alle als “Große Plöner” bezeichneten Personen heute von jedermann als “Großer Plöner” angesehen werden.

Die bisherigen Beiträge sind unter folgenden Links nachzulesen:
Beitrag vom 24. November 2013
Beitrag vom 04. Dezember 2013
Beitrag vom 08. Dezember 2013

Im diesem Beitrag geht es – nicht ganz so ausführlich – um zwei Kadetten, von denen zumindest einer nach meiner Auffassung auch kein “großer Plöner” ist. Bei der Auswahl der Personen kommt es mir darauf an aufzuzeigen, dass nicht alle Kadetten in ihrem späteren Werdegang als Parteigänger des Nationalsozialismus anzusehen sind und eine differenzierte Betrachtung erforderlich ist. Hier bestände in der Ausstellung die Möglichkeit, ein Stück Zeitgeschichte, die Plön zumindest gestreift hat, „zum Anfassen“ darzustellen. Der Raum dazu wäre vorhanden, wenn man z.B. die „Gildeausstellung“ aus dem Dauerausstellungsprogramm herausnehmen würde. Die Plöner Schützengilde interessiert im Kreis Plön so gut wie niemanden, vielleicht außer die Gildemitgliedern selber. Für die Geschichte des Kreises ist sie so gut wie irrelevant.

Kurt von Schleicher kann auf eine erfolgreiche militärische Laufbahn zurückblicken. Im Juli 1918 wird er zum Major befördert. Er entwickelt zum Ende des Ersten Weltkrieges eine kooperative Beziehung zur SPD. Gleichzeitig unterstützt er die strenge Trennung von Militär und Politik. Unter seinem Zutun entwickelt sich die Reichswehr zu einem Staat im Staate. Bereits 1926 wird er Chef der Wehrmachtsabteilung im Reichswehrministerium. Mit der Berufung zum Chef des Ministeramtes, was der Position eines Staatssekretärs entspricht, erreicht er 1929 eine einflußreiche Spitzenposition. Spätestens seit dieser Zeit wendet er sich endgültig von der SPD, die sich gegen die Pläne zum Bau des Panzerkreuzer A sowie die heimliche Aufrüstung stellt, ab. Sein Ziel ist nun eine Regierungsbildung unter Ausschluss der SPD. Im Juni 1932 scheidet er aus der Reichswehr aus und wird parteiloser Reichswehrminister im Kabinett Papen. Nach dem Scheitern dieser Regierung wird Kurt von Schleicher im Dezember 1932 von Präsident Hindenburg zum Reichskanzler berufen und mit der Bildung eines neuen Präsidialkabinetts beauftragt. Kurt von Schleicher steht stellvertretend für die national-konservativen Eliten. Sie hatten die Mehrheiten und den Einfluss auf die Politik zunehmend verloren und betrachteten die Nationalsozialisten als Vehikel, ihren Einfluß auf die Politik zu erhalten bzw. wieder zu stärken. Hitler wiederum erkannte, daß eine „Machtergreifung“ ohne die Unterstützung der national-konservativen Kreise nicht möglich sein wird. Daraus entstand eine verhängnisvolle Entende. Schleichers Versuche, den Nationalsozialismus durch die Einbindung zu zähmen, scheitern ebenso wie seine Regierungszeit. Am 28. Januar 1933 erklärt Schleicher nach einem Gespräch mit Hindenburg den Rücktritt seiner Regierung und empfiehlt die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler.
Während des Röhm – Putsches werden er und seine Frau am 30. Juni 1934 von der SS erschossen.
Damit wird er ein Opfer des Ungeistes, dem er selber gerufen hat.

Quellen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchleicherKurt/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Schleicher

Der Lebensweg und die politische Einstellung von General Kurt von Hammerstein – Equord stellen sich anders dar. Er beendet den ersten Weltkrieg ebenfalls im Range eines Majors. Nach dem Kriegsende dient er im Korps Lüttwitz und wird in die Reichwehr übernommen. 1923, mittlerweile zum Oberstleutnant befördert, verweigert er die Teilnahme am Kapp-Putsch. Dabei hat er wohl weniger als überzeugter Republikaner sondern aus Pflichtgefühl gegenüber der legitimen Regierung und aus Abneigung gegenüber dem „Gefreiten Hitler“ gehandelt. Anschließend macht er eine steile militärische Karriere, ab 1930 war er Chef der Heeresleitung. Aus seiner Abneigung gegen den Nationalsozialismus macht er keinen Hehl. Ob er 1933 tatsächlich einen Putsch gegen Hitler in Erwägung gezogen hat, ist wohl nicht abschließend geklärt. Relativ sicher ist aber, dass er zu dieser Zeit eher rechtskonservativen Kreisen zugerechnet werden kann. Nach der Machtergreifung Hitlers reicht er im Oktober 1933 seinen Rücktritt ein und wurde am 31. Januar 1934 aus dem Dienst entlassen. Offenbar besaß er aus seiner dienstlichen Tätigkeit heraus – wohl im Zusammenhang der heimlichen Rüstungskooperation mit der Sowjetunion im Rahmen der Aufrüstung – auch Beziehungen zur Roten Armee, mutmaßlich ein Grund für den Begriff „Der rote General“. Nach seiner Reaktivierung zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde er bereits am 24. September 1939 ohne Kampfeinsatz auf persönliche Weisung Hitlers „wegen seiner negativen Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus“ endgültig in den Ruhestand versetzt. Er stirbt am 24. April 1943 an einem Tumor in Berlin. Bis dahin hatte er vermutlich auch Kontakt zum militärischen Widerstand gegen Hitler.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Hammerstein-Equord
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-55231894.html

Alles, aber kein Großer Plöner

Dies ist der dritte Beitrag, in der ich mich mit der „Kadettenausstellung“ im Kreisheimatmuseum in Plön beschäftige. Die bisherigen Beiträge können über die nachfolgenden Links nachgeschlagen werden.
Beitrag vom 24. November
Beitrag vom 4. Dezember

Bevor ich beginne möchte ich darauf hinweisen, daß ich nicht vorhabe, hier eine geschichtswissenschaftliche Ausarbeitung abzuliefern. Das würde den Blog viel zu sperrig machen, und mit einem Trimester Technikgeschichte fehlt mir da auch der entsprechende Hintergrund.

Aus den oben genannten Gründen werde ich nicht jede Information mit einem Quellenhinweis belegen. Dennoch möchte ich die von mir genutzte Literatur aufführen:

1. Matthias Paustian, “Die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Plön 1933-1945”
Kapitel 2 (Vorgängeranstalten.)
Im Internet unter:
http://www.akens.org/akens/texte/info/26/3.html#a0

2. Freiherr von Brandt, Helmut Eckert. Kadetten : aus 300 Jahren deutscher Kadettenkorps. –
Bd. 1 v. 1981, Schild Verlag München

3. Schmitz, Klaus: Militärische Jugenderziehung : preußische Kadettenhäuser und Nationalpolitische Erziehungsanstalten zwischen 1807 und 1936.
1997, Deutsches Institut für Internationale pädagogische Forschung, Bölau Verlag

4. Zabel, Jürgen: Das preußische Kadettenkorps : militärische Jugenderziehung als Herrschaftsmittel im preußischen Militärsystem. – 1978, Haag und Herchen Verlag, Frankfurt (Main)

5. Schriftenreihe Innere Führung, Der deutsche Generalstab 1859 – 1939, 1977, BMVg FüS I 15

6. Der Spiegel 45 / 69
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45464947.html

Zurück zum Thema. Beginnend mit diesem Beitrag werde ich den Lebensweg von drei der als große Plöner bezeichneten Personen des öffentlichen Lebens vorstellen, wobei der Schwerpunkt auf General Ludendorff, dem Stein des Anstoßes, liegt. Mit ihm will ich mich heute beschäftigen.

General Ludendorff hat in jungen Jahren einen Teil seiner Ausbildung beim Kadettenkorps in Plön und später an der Hauptkadettenschule in Groß-Lichterfelde bei Berlin absolviert. Anschließend durchlief er die übliche Karriere eines Generalstabsoffiziers. Zum Anfang des ersten Weltkrieges ist er entscheidend an der Besetzung der Zitadelle Lüttich beteiligt. Als Chef des Generalstabes der 8. Armee unter General Hindenburg trägt General Ludendorff maßgeblich zum deutschen Sieg in den Schlachten bei Tannenberg und an den masurischen Seen bei. Ab August 1916 übernimmt er in der Obersten Heeresleitung die einflussreiche Funktion des Ersten Generalquartiermeisters. Er fordert den „Totalen Krieg“ und die Wiederaufnahme des uneingeschränkten Ubootkrieges, durch dessen Wiederaufnahme der Kriegseintritt der USA provoziert und damit der Grundstein für die kommende Niederlage gelegt wird. Im Juli 1917 ist General Ludendorff an vorderster Stelle am Sturz des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg beteiligt. Nach dem Scheitern der Frühjahrsoffensive 1918 fordert die Oberste Heeresleitung sofortige Waffenstillstandsverhandlungen und eine parlamentarische Regierung. Die militärische Niederlage lastet Ludendorff vor allem den Politikern der Mehrheitsparteien an. Es ist unstrittig, dass er damit zur Entstehung der “Dolchstoßlegende” beiträgt.

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt sich General Ludendorff zu einem scharfen Kritiker der Weimarer Republik. Dabei entsteht eine enge Beziehung zu Hitler und dem aufkommenden Nationalsozialismus. Er ist maßgeblich am Hitler-Ludendorff Putsches am 9. November 1923 beteiligt. Aufgrund seiner Verdienste im ersten Weltkrieg entgeht er einer Verurteilung wegen Hochverrats. Nach dem zeitweisen Verbot der NSDAP sitzt Ludendorff als Abgeordneter der NSDAP – Nachfolge- bzw. Tarnorganisation „Nationalsozialistische Freiheitspartei“ von 1924 bis 1928 im Reichstag. 1928 bricht er mit der NSDAP und wendet sich einer völkisch-religiösen Weltanschauungen zu. Seine Betätigungsfelder sind der Verein Deutschvolk und der Tannenbergbund. Beide werden zwar 1933 verboten, 1937 aber als Bund für deutsche Götterkenntnis erneut zugelassen. Ludendorff stirbt 1937.

Die Weimarer Republik war der erste Demokratische Staat auf deutschem Boden. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass General Ludendorff einer ihrer Totengräber war.
Ein „Großer Plöner“ ist er damit gewiss nicht.

Weitere Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Ludendorff
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/LudendorffErich/