Mauschelei beim Alten Fährhaus? Oder doch nicht?

Die Kieler Nachrichten (KN) berichtete am Dienstag zum alten Fährhaus. In dem umfassenden Bericht über den Verkauf des Erbbaurechtes an dem Alten Fährhaus vom Plöner Segel Verein (PSV) an den Bruder der Ersten Vorsitzenden wurden nach meiner Meinung nicht alle Aspekte ausreichend betrachtet.

Vorweg zwei Anmerkungen:

1. Ich bin einfaches Mitglied im PSV. Bevor ich mich an den Abstimmungen zum Verkauf des Erbbaurechtes beteiligt habe, hab ich mich durch eine Rücksprache bei der Verwaltung vergewissert, dass für mich als Mitglied der Ratsversammlung dem Fall keine Befangenheit vorliegt. Eigentlich war mir das klar. Ich wollte aber sicher gehen.
Anders wär es gewesen, wenn ich dort eine Vorstandsfunktion inne hätte. Dann hätte ich schon an den Beratungen nicht teilnehmen dürfen.

2. Der PSV ist ein wichtiger Verein in Plön. Er hat nicht nur viele Mitglieder, die sich im Verein wohl fühlen. Mit der Durchführung von Segelwettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene trägt er dazu bei, Plön weit über seine Grenzen hinaus bekannt zu machen.

In dem Artikel wendet sich die Erste Vorsitzende des PSV, Frau Imke Langenfeldt an die Öffentlichkeit. Die KN schreibt einleitend: „War bei dem Verkauf Vetternwirtschaft im Spiel? Diese Gerüchte stehen in Plön im Raum, …“

Frau Langenfeldt weist in dem Artikel den Vorwurf der Vetternwirtschaft zurück. Die KN zitieren die Erste Vorsitzende des PSV: „Der Verkauf klingt für viele nach Vetternwirtschaft.“ Weiter schreiben die KN: „Doch an den „Mauschelei-Vorwürfen“ oder dass sich ihr Bruder Yorck Wegener dank ihrer günstig ein Grundstück in bester Lage am See in Plön gesichert haben soll, „ist absolut nichts dran“.

Die Erste Vorsitzende versichert laut KN, dass die Verhandlungen ohne ihre Kenntnis und ohne ihre Beteiligung geführt wurden. Die KN zitiert Frau Langenfeld: „Bis mein Bruder das Angebot offiziell abgegeben hat, wußte ich von nichts.“

Hier könnte bei der Leserschaft die erste Frage aufkommen: „Ist die Aussage wirklich glaubhaft?“
Die zweite Frage, die bei der Leserschaft aufkommen könnte, ist: „Ist der Bruder von Frau Langenfeld nicht auch Mitglied der CDU-Fraktion und für die CDU-Fraktion auch Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Planung?
Hat er möglicherweise Insider-Informationen besessen und genutzt?

Da wir in der Stadt keine Compliance Regel haben, kann zumindest dagegen nicht verstoßen worden sein.
Mein von mir sehr geschätzter Kollege Wegener hat auch an den Sitzungen der städtischen Gremien, auf denen das Thema beraten wurde, nicht teilgenommen. Nach meiner Einschätzung ist er aber in seiner Fraktion und über Fraktionsgrenzen hinweg gut vernetzt. Die Frage, ob der Kollege Wegener an den Fraktionssitzungen der CDU teilgenommen hat, auf denen das Thema behandelt wurde, kann ich nicht beurteilen. Hier könnte der Vorsitzende der CDU-Fraktion für Klarheit sorgen.

Zudem darf angenommen werden, dass der Kollege Wegener aufgrund seiner Funktion als Ausschussvorsitzender und ehemaliges Mitglied der Ratsversammlung mit den Abläufen in der Verwaltung wohlbestes vertraut ist.

Das dürfte auch das Verfahren der Haushaltsaufstellung gelten. Das Haushaltsverfahren und der Haushaltsplan werden öffentlich behandelt. In der Öffentlichkeit ist vermutlich den allerwenigsten Plöner*innen bekannt, dass der Haushaltsplan, der von der Verwaltung aufgestellt und von der Ratsversammlung beschlossen wird, erst in Kraft tritt, wenn er von der Kommunalaufsicht des Kreises genehmigt wurde. Das dauert in der Regel 3 bis 4 Monate. Der Haushaltsbeschluss wurde im Dezember 2025 gefasst. Mit der Genehmigung ist realistischerweise nicht vor Anfang April 2026 zu rechnen. In dieser Zeit ist die Stadt in ihren Handlungsmöglichkeiten in Teilen eingeschränkt. Faktisch wäre die Ausübung des städtischen Vorkaufsrechtes damit eigentlich unmöglich. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Aufstellung des Haushaltes kein Betrag für die Ausübung des Vorkaufsrechtes eingestellt war.
Ich werfe mir persönlich vor, dass ich nicht darauf geachtet habe. Ansonsten hätte ich zumindest den Antrag gestellt, einen entsprechenden Betrag mit Sperrvermerk in den Haushaltsplan einzustellen.

Ich kann auch nicht beurteilen, ob es taktisches Kalkül oder ein Zufall war, der sich aus dem Handlungsablauf ergeben hat. Die uns genannte Frist für die Stadt zur Ausübung des Vorkaufsrechtes lag so, dass sie die Weihnachts- und Neujahrspause mit eingeschlossen hat. Damit war die Zeit, die die Stadt zum reagieren hatte, deutlich eingeschränkt.
Wer weiß, wie schwierig es ist, einen Termin für eine fachanwaltliche Beratung und Expertise zu bekommen, kann das nachvollziehen.
Der Informationsstand zum Fristablauf änderte sich erst kurz vor der Sitzung.

Im weiteren wurde berichtet, dass die Mitglieder des PSV zu 85% dem Verkauf zugestimmt haben. Das ist richtig. Ich selber habe an der Mitgliederversammlung teilgenommen.
Trotz der hohen Zustimmungsquote hatte die Mitgliederversammlung einen sehr emotionalen Verlauf, weil kurz vor Sitzungsbeginn ein Gegenvorschlag eingebracht wurde. Dessen Ziel war es, das Alte Fährhaus“ in ein „Fairhaus“ umzuwandeln, das sowohl vom Verein als Vereinsheim wie auch von Gruppen der Stadtgesellschaft als Treffpunkt und Veranstaltungszentrum genutzt werden sollte. Das wäre zumindest auf den ersten Blick eine Bereicherung des Angebotes für das gesellschaftliche Leben in der Stadt. Bezüglich der Realisierungschancen gab es zu dem Zeitpunkt keine plausible Antwort.

Im Rahmen der Diskussion wurde dann eine Argumentationskette aufgeworfen, die als Grundlage für die Gerüchte gedient haben könnte, die im Umlauf sind. In einem Redebeitrag wurde ausgeführt, dass der Vorstand dafür gesorgt hätte, dass das Gebäude in einen Zustand versetzt wurde, in dem es durch den Verein aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht mehr in Stand gesetzt werden kann. Damit wäre eine Situation herbeigeführt worden, in der nur noch der Verkauf des Erbbaurechtes in Frage käme.

In wie weit diese auf der Mitgliederversammlung vertretene Handlungskette tatsächlich zutrifft, kann ich ebensowenig beurteilen wie die Frage, ob die Aussage von Frau Langfeld zutreffend ist, sie habe vom Angebot Ihres Bruders erst erfahren, als er es offiziell abgegeben hat.

Ich selber habe im vergangenen Jahr noch an einem Arbeitsdienst beim PSV teilgenommen, bei dem ich an der Entkernung des Gebäudes mitgewirkt habe. Zu dem Zeitpunkt war ich guten Glaubens, dass das Gebäude auf jeden Fall weiter durch den Verein bewirtschaftet werden soll. Der Umstand, dass noch im selben Jahr der Verkauf als einzige Lösung zum Beschluss anstand, hat mich dann allerdings überrascht.
Ob zu dem Zeitpunkt im Vorstand schon eine Vorentscheidung für den Verkauf gefallen war, kann ich nicht beurteilen, weil ich mich all die Jahre ganz bewußt so weit wie möglich aus allen Vereinsinterna herausgehalten habe, um Interessenskonflikte zu vermeiden. 

Weiter steht in den KN: „Auch die Stadt stimmte dem Verkauf zu.“ Das Rathaus – also nach meinem Verständnis die Bürgermeisterin – habe geäußert, dass die Grundlage für die Veräußerung der Erbbaurechtvertrag wäre.

Auch diese Aussage ist nicht zu beanstanden.
Allerdings haben wir es uns nicht leicht gemacht. Wenn man das Protokoll des Hauptausschusses vom 19, Januar 2026 liest, kann man dem Tagesordnungspunkt (TOP) 2 entnehmen, dass eine Rechtsanwältin als Sachverständige zu der Beratung des TOP „neu 8“ zugelassen wurde. TOP neu 8 ist: „Grundstücksangelegenheiten; hier: Erbbaurecht in der Eutiner Straße.“

Dass es bei der Beratung kontrovers zugegangen ist, ergibt sich indirekt aus dem Protokoll des Hauptausschusses vom 09. März 2026. Dort wurden unter TOP 6 die Beschlüsse aus nicht-öffentlicher Sitzung des Hauptausschusses vom 19. Januar 2026 bekannt gegeben.
Aus den Unterschieden in den drei Anträgen, die gestellt wurden, ergibt sich, dass durchaus unterschiedliche Positionen bezogen wurden. Ich kopiere nachfolgend den Auszug aus dem Protokoll, der so im öffentlichen Teil der Sitzung vorgetragen wurde und auch im Bürgerinformationssystem der Stadt nachgelesen werden kann:

„TOP 8 – Grundstücksangelegenheiten; hier: Erbbaurecht in der Eutiner Straße“

1. Beschlussvorschlag der FWG-Fraktion:
Der Hauptausschuss empfiehlt der Ratsversammlung die Zustimmung zu dem Kaufvertrag zu verweigern, den Käufer und Verkäufer zeitnah darüber zu informieren und ein preislimitiertes Vorkaufsrecht in Höhe von 350.000,- € für die Stadt Plön zu erwirken.

2. Beschlussvorschlag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen:
a) Der Hauptausschuss empfiehlt der Ratsversammlung einen Bausachverständigen hinzuzuziehen, der den Wert des Hauses ermittelt und eine Kosteneinschätzung für eine minimale Sanierung des Gebäudes erstellt.
b) Weiterhin sollen die Mietverträge geprüft werden.
c) Des Weiteren soll die Finanzierung geprüft werden.

3. Beschlussvorschlag der SPD-Fraktion:
Der Hauptausschuss empfiehlt der Ratsversammlung die sanierungsrechtliche Genehmigung zu erteilen.
Weiterhin empfiehlt der Hauptausschuss der Ratsversammlung die Zustimmung zu dem Kaufvertrag zu erteilen und auf die Ausübung des Vorkaufsrechtes zu verzichten.

Die Beschlussvorschläge 1 und 2 wurden mehrheitlich abgelehnt, der Beschlussvorschlag 3 wurde mehrheitlich beschlossen.“

Die Verlängerung des Pachtvertrages zwischen der Stadt Plön und dem PSV aus dem Jahr 1974 wurde am 30. Mai 2021 in öffentlicher Sitzung in der Ratsversammlung beschlossen. Einer der Gründe dafür war, dass der PSV in das Gebäude investieren wollte, aber der Erbbauvertrag bald auslaufen würde. Den Mitgliedern der Ratsversammlung war mit großer Mehrheit klar, dass der Verein Planungssicherheit benötige, um die erforderlichen Investitionen durchführen zu können. Daher hat die Ratsversammlung mit 16 Ja Stimmen, zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen dafür gestimmt. Die übergeordnete Zielsetzung war es, den Verein zu unterstützen und seinen Bestand zu sichern.

Demzufolge wurde auch ein entsprechender Pachtzins festgesetzt. Die Höhe des Pachtzinses ist dem Vertragsentwurf zu entnehmen. Der Tagesordnungspunkt ist zwar öffentlich behandelt worden, womit auch der Entwurf des Pachtvertrages öffentlich sein müßte. Allerdings ist der Entwurf nur im Ratsinformationssystem hinterlegt, nicht im öffentlich zugänglichen Bürgerinformationssystem. Daher nenne ich den Pachtzins nicht.
Mit einem niedrigen Pachtzins sollte es dem Verein ermöglicht werden, kostspielige Aufgaben wie z.B. die Unterhaltung der Brücken aus ihren eigenen Pachteinnahmen von der im Haus befindlichen Gastronomie zu finanzieren.

Letztendlich bewahrheitete sich jetzt die Warnung, die der Kollege Erdmann 2021 in der Sitzung der Ratsversammlung geäußert hat. Eine vorzeitige Verlängerung des Pachtvertrages wäre für die Stadt nachteilig.

Jetzt kann man fragen, warum, da ja der Käufer den Pachtzins weiter an die Stadt zahlen wird.
Gleichzeitig wird der Pächter in die Renovierung und den Erhalt des Gebäudes investieren, und der Verein wird im wesentlichen weitermachen können wie bisher.
Ja, soweit richtig, aber:

Bei meinem Abstimmungsverhalten damals hat mich bewegt, dass wir hier einen unserer Plöner Vereine unterstützen und ihm deshalb mit besonders günstigen Konditionen entgegenkommen.
Meiner Meinung nach ist es problematisch, wenn ein Vertrag mit einem Verein, der darauf ausgelegt ist, diesen Verein zu unterstützen, zu den gleichen Konditionen an einem privaten Investor verkauft wird, ohne unter Berücksichtigung der besondren Umstände vorher mit der Stadt als Vertragspartnerin gesprochen zu haben.

Die Pachtzinseinnahmen, die die Stadt von einem privaten Investor verlangt hätte, wären mit Sicherheit ein Mehrfaches der jetzigen Einnahmen gewesen. Das hätte dem defizitären städtischen Haushalt mir Sicherheit gut getan und einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung geleistet. Als Mitglied er Ratsversammlung habe ich auch immer ein besonderes Augenmerk auf die Haushaltsdisziplin. Dabei geht es nicht nur um die Ausgaben, sondern auch um potentielle Einnahmemöglichkeiten. Die Chance, hier zusätzliche Einnahmen zu generieren, wurde meiner Meinung nach mit dem bedingungslosen Verzicht auf das städtische Vorkaufsrecht ohne Not vergeben.

Die erste Vorsitzende des PSV erwähnt in dem Artikel der KN, dass der Verein das Gebäude nach 15 Jahren für einen moderaten Betrag zurückkaufen kann.
Hier kann sich die Leserschaft der KN die Frage stellen, ob der Verein das Gebäude dann tatsächlich zurückkaufen kann. Sieht man sich die Höhe der Mitgliedsbeiträge an, dann fällt es mir schwer zu glauben, dass die für den Rückkauf ausreichen.
Ableiten kann die Leserschaft der KN auch die Frage: „Was passiert, wenn der PSV das Gebäude in 15 Jahren nicht zurück kauft“. An der Stelle wäre es nach meiner Bewertung sinnvoll gewesen, dass ein Rückkaufrecht für die Stadt noch auszuhandeln ist, wenn der PSV vom seinem Rückkaufrecht keinen Gebrauch macht.

Ich muss feststellen und betonen, dass sich der Vorstand des PSV mit dem Verkauf des Erbbaurechtes vertragskonform verhalten hat.
Trotzdem: das Vertrauen und Entgegenkommen, das die Verwaltung und Politik der Stadt dem PSV im Jahr 2021 entgegengebracht hat, ist nach meiner Meinung nicht erwidert worden.

Ich hätte mir gewünscht, dass der PSV zuerst auf die Bürgermeisterin und/oder auf die Fraktionen zugekommen wäre, als sich die Schwierigkeiten für den Verein abzeichneten. Es besteht aus meiner Sicht berechtigter Grund zur der Annahme, dass man möglicherweise gemeinsam eine Lösung gefunden hätte, die für alle Seiten befriedigend gewesen wäre. Dass Plön seine Vereine nach Kräften unterstützt, dürfte auch dem Vorstand des PSV nicht entgangen sein.

Es geht also nicht nur um Gerede und die Frage: Vetternwirtschaft oder nicht. Es gibt nach meiner Meinung deutlich mehr und auch sachliche Gründe, den Verkauf des Erbbaurechtes zu hinterfragen.
Für mich als Mitglied der Ratsversammlung hätte ich mir eine Lösung gewünscht, die nicht nur die Interessen des Vereines und des Käufers berücksichtigt, sondern auch die Interessen der Stadt.

Den Abschlussatz von Frau Langenfeldt im Artikel der KN muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Als Verein haben wir so viele Vorteile von dem Verkauf – das wiegt das Gerede in Plön auf.“

Neues Jahr, neue Sitzung, alte Themen

Am Mittwoch tagte der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt.

Die Verwaltung berichtete u.a., daß:

1. Der Entwurf der Landesentwicklungsstrategie zur Stellungnahme an die Stadt übergeben wurde. Jede Fraktion – und auch ich – erhielt ein Exemplar. Bis Mai wird die Verwaltung prüfen, ob die Stadt eine Stellungnahme abgeben wird. Auch die Selbstverwaltung hat die Gelegenheit, dazu beizutragen. Eine mögliche Stellungnahme könnte dann am 15. Mai durch die Ratsversammlung beschlossen werden.

2. Der Entwurf des Landesentwicklungsplanes (LEP) liegt im Rahmen der öffentlichen Beteiligung beim Kreis zur Einsicht aus. Die Verwaltung wird intern sichten.

Nach meiner Einschätzung ist der LEP das deutlich wichtigere Dokument, weil er als Plan einen höheren Grad an Verbindlichkeit hat als eine Strategie, die ich eher als Absichtserklärung einschätze. Dennoch scheint mir die Landesentwicklungsstrategie nicht ganz unwichtig. Auf der Homepage des Ministeriums ist zu lesen:
Der Landesentwicklungsplan wird im Anschluss an die Landesentwicklungsstrategie Schleswig-Holstein 2030 fortgeschrieben. Die Strategie bildet den konzeptionellen Rahmen für den Landesentwicklungsplan.“
Für weitere Informationen, z.B. verweise ich erst einmal auf diesen Link:
http://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Landesentwicklungsstrategie/landesentwicklungsstrategie_node.html

3.Die Gespräche mit dem PSV über die Zukunft des Vereinsgeländes sollen fortgeführt werden. Ein diesbezüglicher Brief des PSV wurde im Vorfeld an die Ausschußmitglieder weitergeleitetn. Darüber hinaus liegt das neue Wertgutachten vor, das aller Voraussicht nach am 13. Februar im Hauptausschuß erörtert werden soll. Die AG-PSV wird zunächst intern beraten und dann zu weiteren Gesprächen mit dem PSV zusammenkommen.
Die Fortführung der Gespräche ist aus meiner Sicht sehr zu begrüßen. Es geht darum, die Interessen der Stadt betreffend einer verbesserten touristischen Erlebbarkeit des Wassersportes und der Seeenlandschaft und die Interessen eines der größten Plöner Vereine bezüglich einer Weiterentwicklung des Vereinsbetriebes unter einen Hut zu bringen.

In der Einwohnerfragestunde ging es im Wesentlichen um die weitere Planung der Baumaßnahme Steinbergweg. Eine Einwohnerin appellierte noch einmal dafür, die vier großen Linden zu erhalten, da diese ein wertvolles Biotop für Vögel und Fledermäuse darstellen würden. Andere Anwohner hatte sich dafür ausgesprochen, die Bäume zu fällen, da sie auf darunter abgestellte Autos tropfen würden und eine Gefährdung durch herunterfallendes Totholz bestände.
Darüber hinaus wurde angeregt, die neue Straßenführung noch einmal zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen, da sich die Ausfahrtsituation einzelner Grundstücke verschlechtern würde bzw. die Auffahrten zu (derzeit unbebauten) Grundstücken steiler würden und ggf zukünftig  Stützmauern erfordern könnte.
Darüber hinaus wurde angeregt, die Baugrunduntersuchung und Statik, die Grundlage für die späteren Hangsicherungsmaßnahmen sein wird, durch einen Prüfstatiker nachrechnen zu lassen.

Nach meiner Auffassung ist der Erhalt der Linden anzustreben. Wer Angst hat, daß sein Auto durch Tropfen verschmutzt wird, muß meiner Meinung nach in Erwägung ziehen, anderswo zu parken und ein paar Schritte mehr zu gehen. Niemand ist verpflichtet, sein Auto unter Bäumen abzustellen. Die Grundstückeinfahrten sind da ein anderes Thema, aber je nachdem, ob die Straße näher am Hang oder möglichst weit vom Hang entfernt geführt wird, man wird es nie jedem recht machen können.

Im darauf folgenden Tagesordnungspunkt zum gleichen Thema wurde unter Hinweis aus der Verwaltung, daß die Statik durch ein renomiertes Planungsbüro erstellt wird und dieses für die Ergebnisse auch die Verantwortung übernehmen muß, darauf verzichtet, einen Prüfstatiker zu beauftragen. Der Erhalt der Bäume wurde dahingegend befürwortet, auch wenn der Umweltschutzbeauftragte darauf hinwies, daß Schachtarbeiten im Wurzelbereich ggf. zu Schädigungen der Bäume führen kann. Er führte aber aus, daß es wurzelschonende Arbeitsweisen (Handarbeit/Spühlung) gäbe, um Schädigungen zu minimieren. Darüber hinaus äußerte er die Vermutung, daß sich das Hauptwurzelwerk hangaufwärts befindet und damit nicht betroffen ist. Die Verwaltung wies darüber hinaus darauf hin, daß sich die Bäume auf Privatgrundstücken befinden und die Stadt hier zwar Gesprächs- aber keine Handlungsmöglichkeiten hätte. Der Umweltschutzbeauftragte betonte abschließend, daß die Baumschutzsatzung nach jetzigem Kenntnisstand keine Beseitigung der Bäume zuließe.
Darüber wurde von Herrn Meltzer (CDU) betont, daß darauf zu achten sei, Leerroher in die Straße mit einzuziehen, um die spätere Verlegung von Glasfaser zu vereinfachen. Hierzu sollen Gespräche mit der Deutschen Glasfaser, der AöR und anderen Interessenten aufgenommen werden. Diesem Vorschlag wurde zugestimmt.
Mit kleineren Anregungen und weiteren Voschlägen bzw. Prüfaufträgen wurde die Verwaltung beauftragt, die Planungen auf Basis der bestehenden Entwürfe weiterzuführen.

Der letzte öffentliche Tagesordnungspunkt befaßte sich mit dem Schreiben zur Baulandaktivierung. Ausgangspunkt war ein etwas älterer Antrag der CDU-Fraktion zur „Ermittlung des tatsächlichen Baulandpotentials“. Dieser Antrag stand eindeutig im Zusammenhang mit der „Potentialanalyse“, in der eindeutig nachgewiesen wurde, daß in Plön ausreichend Potential an Bauland besteht, um den prognostizierten Baulandbedarf auf Jahre hinaus zu decken. Das hätte im Umkehrschluß bedeutet, daß das Neubaugebiet Seewiesen (jetzt „Neubaugebiet Plön/Rathjensdorf am Trammer See“ oder so ähnlich) überflüssig ist. Daher hatte man noch schnell in das Gutachten aufgenommen, daß ein Neubaugebiet auf der „Grünen Wiese“ mit ein paar Bauplätzen als nicht unschädlich empfohlen wird. Trotzdem paßt das den Seewiesenbefürwortern natürlich nicht und sie versuchen, die Ergebnisse der Potentialanalyse in Zweifel zu ziehen und das „tatsächliche Potential“ kleinzurechnen, indem eine Umfrage bei Eigentümern von Potentialflächen gestartet werden sollte. Der Entwurf des Schreibens der Verwaltung war nach meiner Meinung so gestaltet, daß er den Seewiesenbeführwortern in die Hände spielen würde. Für die Richtigkeit meiner Vermutung spricht auch, daß nicht zurücklaufende Fragezettel automatisch als „Nein,“ (mein Potential steht nicht zur Verfügung) gewertet werden sollten, so zumindest der Vorschlag der CDU. Darüber hinaus wurde das kalte Verwaltungsdeutsch des Fragebogens kritisiert, das ich dann als Abturner bezeichnet habe.
Eine aktive Baulandaktivierung würde anders aussehen. Da die Verwaltung sich nun irritiert zeigte, bat sie die Selbstverwaltung, sie mit bürgerfreundlichen Formulierungsvorschlägen zu unterstützen.
Darüber hinaus hatte der Kreis gebeten, an dem Verfahren beteiligt zu werden. So hat die Verwaltung schon im Vorfeld empfohlen, den Tagesordnungspunkt auf den 01. März zu schieben, um die Ergebnisse eines vorherigen Abstimmungstermins mit dem Kreis abzuwarten.
In dem Zusammenhang konnte ich mir den Hinweis nicht verkneifen, daß ich schon vor zwei Jahren angeregt habe, den Kreis in die Erstellung der Potentialanalyse einzubinden und man dann heute nicht dieses Durchgewurstel hätte. Die Verwaltung wies diesen Hinweis natürlich zurück, Potentialanalyse und das Anschreiben zur Baulandaktivierung hätten diesbezüglich nichts miteinander zu tun. Auf Bitten des Ausschußvorsitzenden habe ich dazu dann nichts mehr gesagt. Alles was zu sagen war, stand ja schon im Raum.

Bootshalle gegen Wanderweg

Morgen wird der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt (SteU)  tagen. Dabei wird es im wesentlichen um das Thema Bebauungsplan 16a „südliche Eutiner Straße“ gehen. Die Verwaltung schlägt vor, auf Basis des städtebaulichen Konzeptes ein Planungsbüro zu beauftragen, den Bebauungsplan zu entwickeln.

Auslöser für die Planung ist die Absicht des Plöner Segelvereines (PSV), auf dem Grundstück eine Bootshalle zu errichten. Der Segelverein hatte im November 2013 einen entsprechenden Bauvorbescheid beantragt.

Im SteU stießen diese Pläne auf Ablehnung, weil das geplante Gebäude durch seine Länge und Höhe den Blick von der Eutiner Straße auf den großen Plöner See verstellen würde. Dies liefe den Absichten des Ausschusses entgegen, die „Erlebbarkeit“ des Plöner Sees zu verbessern. Es wurde schon immer, auch von der CDU, die sich jetzt hinter die Pläne des PSV stellt, beklagt, dass man in Plön von fast keiner Stelle aus auf einen See sehen kann, obwohl Plön von Seen umgeben ist.

Daher wurden die alte Absicht, für den Bereich Eutiner Straße einen  Bebauungsplan aufzustellen, wieder aufgegriffen. Mit ihm soll die geamte Entwicklung im Bereiches der Eutiner Straße gesteuert werden. In Verbindung damit wurde eine Veränderungssperre beschlossen. Das führte beim Vorstand des PSV zu Unmut, der seine Baupläne erst einmal auf Eis legen mußte.

Bei der Bewertung muß man berücksichtigen, dass sich der Charakter der Eutiner Straße in den letzten Jahrzehnten erheblich geändert hat. Früher war sie eine reine Durchgangstraße. Nach dem Bau der innerörtlichen Umgehung ist sie die Hauptverbindung für Fußgänger und Radfahrer aus den östlichen Stadtvierteln zur Innenstadt. Darüber hinaus ist sie mit ihrem Angebot an Parkplätzen und Gastronomie für den Fremdenverkehr von Bedeutung. Setzt der PSV die Bebauung wie geplant um, würde von dem Streckenabschnitt der Eutiner Straße, von dem aus man das Wasser sehen kann, ein erheblicher Anteil verloren gehen.

Das Argument, dass man den See ohnehin nicht mehr sehen kann, weil die Hecke so hoch sei, ist dabei unerheblich. Herr Dr. Lorenzen wies während der Einwohnerfragestunde in der letzten Ratsversammlung darauf hin, dass der PSV die Hecke erst in den letzen zwei Jahren so hoch wachsen ließ. Er vermutete, dass dies in der Absicht erfolgte, um zu argumentieren, dass die Sicht wegen der Hecke ohnehin nicht gegeben sei, also warum müsse man dann wegen der Bootshalle einen teuren Bebauungsplan erstellen. Er bat, nicht auf diesen Trick hereinzufallen.

Der SteU sieht aber sehr wohl die Berechtigung des Anliegens des PSV, sich weiter zu entwickeln. Die Umkleide und Sanitärräume entsprechen nicht mehr den Standards, der Bedarf für ein zeitgemäßes  Regattabüro und einen Jugendraum ist unumstritten. An der Frage, ob die Optimisten-Jollen aufgetakelt in einer Halle stehen müssen, scheiden sich allerdings die Geister.

Um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen wurden verschiedenen Alternativen für den Standort der Bootshalle entwickelt. Als weitere Option wurde vorgeschlagen, den Strandweg über das Gelände des PSV bis zum Fischereibetrieb fortzuführen und in Verbindung damit die Bootshalle wie vom PSV geplant zu errichten. Bei dieser Lösung wäre die Erlebbarkeit des Sees nicht nur erhalten, sondern sogar verbessert worden.
In der Öffentlichkeit wurde dieser Lösungsansatz gelegentlich als erpresserisch dargestellt.
Darüber hinaus wurde das persönliche Verhältnis zwischen dem Vereins- und des Ausschußvorsitzenden thematisiert, das als belastet gelten kann.
Nach meiner Einschätzung trifft das zu, ist aber nicht von entscheidender Bedeutung.

Hinzu kommt auch, dass der Erbbauvertrag mit dem PSV in wenigen Jahren ausläuft und dann neu verhandelt werden muß.

Der PSV ist einer der größten Plöner Vereine. Er stellt sein Gelände für das Stadtbuchtfest zur Verfügung und ist regelmäßig Veranstalter für Deutsche- und Europameisterschaften. Er ist damit von Bedeutung für das soziale Leben in der Stadt und auch für den Tourismus. Aus meiner Sicht ist sein Bestreben ebenso berechtig wie das Bestreben des Ausschusses, den freien Blick auf den See für die Fußgänger, Radfahrer und Sommergäste zu erhalten.

So wie es sich für mich darstellt, ist die Situation völlig verfahren. Einer Weiterführung des Strandweges über das Vereinsgelände werden die Mitglieder des PSV mit Sicherheit nicht zustimmen. Es wäre das AUS für das Vereinleben in der bisherigen Form. In Folge dürfte aber auch klar sein, dass es den Bau der Bootshalle in der vom PSV geplanten Form so vermutlich nicht geben wird. Es wäre aus meiner Sicht auch nicht in Ordnung, den auslaufenden Erbbauvertrag als Druckmittel einzusetzen. Da zu vermuten ist, dass auch der SteU, der immerhin das öffentliche Interesse vertritt, an seinen Zeilvorstellungen festhalten wird.
Nach meiner Einschätzung wird dass Bebauungsplanverfahren weitergeführt. Das wäre auch konsequent, weil es dem Ausschuß letztendlich um die geordnete Entwicklung des gesamten Bereiches geht.

Leistungszulage für alle, Hecke beim PSV und Klosterstraße

In der Einwohnerfragestunde wurden vier Themen angesprochen. Drei sind mir in Erinnerung geblieben:

1. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats fragte nach, ob man die Hecke beim PSV jetzt so hoch wachsen läßt, damit die Passanten in der Eutiner Straße nicht mehr auf den See schauen können, weil sie auf den Anblick der vom PSV geplanten Bootshalle gewöhnt werden sollen.
Der Herr Bürgermeister will sich darum kümmern.
Ich gehe davon aus, dass es eine Regelung gibt, die festlegt, wie hoch Hecken wachsen dürfen. Wenn das so ist, sind neue Verspannungen mit dem Vorstand des PSV vorhersehbar.

2. Es wurde nachgefragt, ob der Zeitungsbericht zutreffend ist, dass alle Mitarbeiterinen und Mitarbeiter der Verwaltung eine Leistungszulage bekommen.
Die Berichterstattung der OHA (nachträglich verbessert, ursprünglich hatte ich OHZ geschrieben, aber ich meinte natürlich die „Eutiner“ und nicht die „Plöner“ Zeitung. Danke an den aufmerksamen Leser) wurde in der letzten Zeit mehrfach und nach meiner Meinung auch zu Recht kritisiert. Der Herr Bürgermeister wird mit dem Fragesteller ein nicht-öffentliches Gespräch führen und danach öffentlich Stellung nehmen.

3. Ein Bürger aus der Klosterstraße berichtete, daß er gegen die Abrechnung der Baumaßnahme Widerspruch eingelegt und der Ablehnungsbescheid von der BAufirma erhalten habe. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Herr Thorsten Pfau, bemerkte, dass der Ablehnungsbescheid von der Verwaltung kommen müsste. Der Herr Bürgermeister will den Sachverhalt klären.

Antrag geschoben und komisches Vorgehen

Mittwoch tagte der Ausschuß für Stadtentwicklung und Umwelt (SteU), Donnerstag tagte der Ausschuß für Gesellschaftliche Angelegenheiten (GA). Leider konnte ich an beiden Sitzungen nicht teilnehmen, da ich in dieser Woche im Bundewehrkrankenhaus in Hamburg lag, wo ich mich einer kleineren Operation unterziehen mußte und anschließend krank geschreiben war.

Heute las ich in der Zeitung, daß ein geplantes Abstimmungsgespräch zwischen dem Vorstand des PSV und Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung bzw. der Selbstverwaltung trotz mehrfachen Versuches der Verwaltung, Kontakt aufzunehmen, nicht zustande gekommen ist. Bei dem Gespräch sollte es um den geplanten Bau einer Bootshalle gehen, die nach derzeitigem Planungsstand die Sicht von der Eutiner Straße auf den Plöner See versperren wird. Offenbar wurde in der Sitzung die Vermutung geäußert, der PSV würde auf Zeit spielen. Gleichzeitig wurde berichtet, daß der Ausschuß hofft, der PSV würde nach dem Bericht in der Zeitung nunmehr Kontakt aufnehmen.
Ich persönlich bin gegen das vom PSV geplante Bauvorhaben in der momentan geplanten Form und glaube, daß eine städtebaulich verträglichere Lösungen möglich ist. Ich glaube allerdings nicht, daß der Ausschuß sich mit seinen weitergehenden Vorstellungen durchsetzten kann. Ich halte sie auch für verfehlt. Für völlig verfehlt halte ich das jetzt gewählte Vorgehen, über die Zeitung zu kommunizieren, so sehr ich den Unmut der Ausschußmitglieder verstehen kann.

Bedauerlicherweise konnte ich auch nicht an der Sitzung des GA teilnehmen. Vor einiger Zeit  wurde ich angesprochen, ob man nicht einen Sportschwimmertarif für Schwimmhallenbesucher einführen kann. Hier geht es um die Bedürfnisse von sportlich orientierten Schwimmerinnen und Schwimmern, die in einer oder eineinhalb Stunden ihre 1000 oder 2000 Meter abschwimmen wollen, aber kein Interesse daran haben, sich länger in der Schwimmhalle aufzuhalten. Gleichzeitig wurde ich gefragt, ob man für diese Besucherinnen und Besucher nicht eine Bahn absperren könnte – zumindest wenn keine Bahn für Vereinsschwimmen abgesperrt ist – um zu vermeiden, daß Sport- und Erholungsschwimmer sich nicht ins Gehege komen. Ich habe dazu einen Antrag gestellt. Der Antrag war auf der Tagesordnung, wurde aber auf meinen Wunsch hin auf die nächste Sitzung geschoben, weil ich ihn gerne persönlich begründen würde.

Zur Bootshalle und zum Gerberhof

Gestern wurde in der Zeitung über die letzte Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt berichtet. Die Berichte sind ausführlich und geben die Positionen richtig wieder, wobei, eine kleine Anmerkung hätte ich schon.

Natürlich habe ich mich auch gefreut, daß ich zitiert wurde. Es ist richtig, daß ich gesagt habe, daß ein Gebäude in der geplanten Größe nicht verträglich ist. Meine Äußerung, daß beim PSV aber der echte Bedarf besteht, den Jugendraum und das Hafenmeisterbüro zeitgemäß weiterzuentwickeln, wurde allerdings dem Kollegen Thomsen zugeschrieben. Ansonsten weise ich auf meinen gestrigen Beitrag hin, in dem ich meine Position ausführlich erläutert habe.

Auch zum Thema Gerberhof wurde ich zitiert. Es stimmt. Ich bin der festen Überzeugung, daß sich die Fassade des Ersatzbaues für den Gerberhof, so wie sie im Internet dargestellt ist, nicht in das Straßenbild einfügt. Das nachfolgende Zitat des Kollegen Höppner legt den Schluß nahe, ich würde einen historisierenden Nachbau wollen. Das ist so nicht zutreffend, auch wenn das immer noch besser wäre als die funktionale Zweckfassade, wie sie im Immobilienangebot des Internets zu sehen ist.
Mir geht es darum, daß die ortsüblichen Gestaltungsmerkmale der umliegenden Gebäude aufgenommen werden. Um eine Gestaltung zu erreichen, die sich einfügt, und um mir nicht den Vorwurf einzuhandeln, ich würde Geschmacksdiktatur betreiben, habe ich vorgeschlagen, die Marius Böger Stiftung und die Initiative Schönes Plön zur Beratung hinzuzuziehen.

Darüber hinaus habe ich meine Bedenken dagegen geäußert, daß im Bereich hinter den Gebäuden der Lübecker Straße zusätzliche Gewerbeflächen geschaffen werden, weil wir in der Innenstadt bereits Leerstände zu verzeichnen haben. Es muß vermieden werden, ein Überangebot zu schaffen, weil das für die Entwicklung der Innenstadt erhebliche Probleme nach sich ziehen kann.

Ja zum Stadtbuchtfest

Gestern war ich auf der Jahreshauptversammlung des Plöner Segelvereins, und zwar als Mitglied. Trotzdem war ein Bezug zu meiner Funktion als Mitglied der Ratsversammlung nicht zu vermeiden. Der erste Vorsitzende, Herr Dr. Fehlberg, erwähnte in seiner Ansprache, dass alle Anträge des PSV und die Bauvoranfrage für eine Bootshalle durch die Stadt abgelehnt worden wären und erweckte auf die ihm eigene süffisante Art den Eindruck, die Stadt würde gegen den Verein arbeiten, was ihm auch ein paar Lacher einbrachte.
Ich konnte mir daher nicht verkneifen, in der Aussprache darauf hinzuweisen, daß der Verein für den Bau einer Brücke einen fünfstelligen Betrag erhalten hat. Im übrigen würde über die Anträge des PSV, wie über die Anträge aller anderen Vereine auch, nach den Vorgaben der Zuschußrichtlinie entschieden.
Herr Dr. Fehlberg bestätigte dann auch, daß der Verein für den Bau der Brücke ca. 15.000,– Euro erhalten hat und verwies darauf, daß dies im Rahmen der Tourismusförderung im Zusammenhang mit dem Programm „Gelbe Welle“ erfolgt sei. Dazu hätte ich noch einiges erwidern können, habe aber darauf verzichtet, da die Botschaft offenbar bei den meisten Teilnehmern angekommen war.
Das Blöde ist, daß auf einer Versammlung der Versammlungsleiter nicht nur die Herrschaft über das Mikrophon , sondern auch das letzte Wort hat.
Was mir in solchen Situationen an meinem Blog gefällt ist, daß das hier andersrum ist.

Um dem Eindruck entgegenzutreten, hier würden Spannungen zwischen PSV und der Stadt bestehen oder aufgebaut werden, liegt es mir am Herzen darauf hinzuweisen, daß die Mitgliederversammlung mit einer überwältigenden Mehrheit von über 100 Stimmen bei nur zwei Gegenstimmen beschlossen hat, wie in den vergangenen Jahren große Teile des Vereinsgeländes für die Durchführung des Stadtbuchtfestes zur Verfügung zu stellen, obwohl damit viel Arbeit und eine Einschränkung des Segelbetriebes verbunden ist. Aus allen Redebeiträgen zu dem Thema wurde klar, daß sich die Mitglieder des Vereins nicht nur mit dem Verein, sondern auch mit der Stadt eng verbunden fühlen.

Die Jahreshauptversammlung war in diesem Jahr gut besucht. Der Grund dafür war vermutlich darin zu suchen, daß die Neuwahl des zweiten Vorsitzenden auf der Tagesordnung stand und dafür zwei Kandidaten zur Verfügung standen. Im PSV hat das Regattasegeln in den vergangenen Jahren unter dem bestehenden Vorstand an Bedeutung zugenommen. Sichtbares Zeichen dafür ist das Segeltraining der „Hunter“, die sehr häufig in der Stadtbucht für Wettkämpfe üben. Für dieses Jahr ist zusätzlich geplant, an der „Segel-Bundesliga“ teilzunehmen. Der Vorstand betonte, daß es durch diese Ausrichtung gelungen ist, gegen den Trend eine Vielzahl von jüngeren Mitgliedern zwischen 16 und 30 Jahren im Verein zu halten oder neu hinzuzugewinnen. Nach meiner Einschätzung befürchten viele Freizeitsegler, daß sich der Charakter des Vereins durch diese Entwicklung verändert und der gesellige Anteil des traditionellen Vereinslebens massiv leidet.
Zur Wahl standen der bisherige Zweite Vorsitzende, Herr Klaus Hückstedt und Herr Jörn Mißfeld als Gegenkandidat, der von der Gruppe der Freizeitsegler vorgeschlagen wurde.
In meiner Einschätzung fühle ich mich durch die Wortbeiträge wie auch durch das Wahlergebnis bestätigt. Der bisherige zweite Vorsitzende konnte die Wahl mit 58 Stimmen für sich entscheiden. Die 50 Stimmen für Jörn Mißfeld machten aber sehr deutlich, daß die aktuelle Entwicklung des Vereines von großen Teilen seiner Mitglieder mit Skepsis gesehen wird. Der Vorstand hat nun die schwierige Aufgabe vor sich, das Auseinanderdriften der Gruppen zu verhindern. Das sollte nicht unterschätzt werden.

Da Herr Schneider von den Kieler Nachrichten anwesend war, bin ich gespannt, was am Montag in der Zeitung steht.