Ausbesserungsarbeiten

In meinem Beitrag vom 8. August hatte ich berichtet, dass ich im SteU den schlechten Straßenzustand im Bereich Knivsbergring angesprochen habe.
In dieser Woche rückte das Team vom Bauhof an und hat mit den Ausbesserungsarbeiten begonnen. Ich vermute, die Arbeiten werden in der kommenden Woche abgeschlossen sein. Dann kann der Winter kommen, aber hoffentlich nicht so schnell.
Für die schnelle und gute Arbeit will ich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken.

Verkehrsprognose

Ich habe heute um 17:00 Uhr das Büro verlassen, um die Fraktionssitzung noch rechtzeitig zu erreichen. Wegen des zu erwartenden Staus auf der Rader Hochbrücke plan ich jetzt aber immer eine kleine zeitliche Reserve ein.
Auf der Fahrt höre ich immer sehr gerne NDR Info oder Deutschlandradio. Heute befassten sich etliche Beiträge mit dem Seehofervorschlag, eine Autobahnmaut für Ausländer einzuführen. Ich kann mich noch gut an die Diskussion zur Einführung der LKW-Maut erinnern, als eine ganz ähnliche Diskussion geführt wurde.
– LKW-Maut nur für ausländische LKW. Nicht mit EU-Recht vereinbar.
– Höhere Steuern auf Treibstoff. Blöde Idee, weil die LKW mit ihren 1000 Liter Tanks von Österreich bis Dänemark durchfahren können, ohne in Deutschland zu tanken.
– LKW Maut für alle LKW, gleichzeitig Entlastung der deutschen Spediteure durch Steuerermäßigung. Rechtlich auch nicht haltbar.
– LKW Maut für alle, ja das ging.

Jetzt ist eigentlich der ADAC dran mit dem Argument, wir würden ja schon so viel KFZ- und Mineralölsteuer zahlen, wenn all das Geld für den Straßenbau verwendet würde, hätten wir diese Zustände nicht. Dabei wird verkannt, dass eine Steuer eine nicht zweckgebundene Einnahme des Staates ist. Die Sektsteuer wird ja auch nicht dazu verwendet, neue Kellereien zu bauen.
Die Maut-Einnahmen sind nach meiner Kenntnis aber zweckgebunden für den Straßenbau.Von daher würden die Kosten für den Straßenbau durchaus von den Verursachern gezahlt. Ob eine weitere ‘Kostenverlagerung auf den Verbraucher und eine zusätzliche Belastung gerecht und/oder ökologisch sinnvoll, oder ob sie überhaupt durchsetzungsfähig ist, wird sicher noch für öffentliche und politische Diskussionen sorgen. Ein abschließende Meinung hierzu habe ich mir noch nicht gebildet.
Meine Prognose: durchsetzen wird sich die PKW-Maut wahrscheinlich nicht.

Stadtbuchtfest 2014

Das diesjährig Stadtbuchtfest war wieder einmal eine sehr gelungene Veranstaltung, jedenfalls soweit ich es von meinen Besuchen am Freitag- und Samstagabend beurteilen kann und von den Problemen der Anwohner mit den Wildpinklern einmal abgesehen. Vielleicht würden ein paar Toiletten mehr und ein oder zwei Pissoire dieses Problem entschärfen können. Sie müssen ja nicht so schön bunt sein.
130811_Stadtbuchtfest_PissoirErfreulich ist, dass sowohl der Bürgervorsteher als auch der Bürgermeister erklärt haben sollen, sich trotz leerer Kassen für den Erhalt des Festes einsetzten zu wollen. Vielleicht erinnern sich einige meiner Leser, dass das Fest bereits 2011 auf der Kippe stand. Die SPD-Fraktion hat sich bereits damals für die Durchführung und damit für den Erhalt des Festes eingesetzt.

Beim der Suche nach dem Beitrag über das Stadtbuchtfest stieß ich auch auf meine damalige Berichterstattung zum Einzelhandelskonzept der CIMA. Dieses Thema wird sicher in Kürze wieder aktuell werden, wenn es darum gehen könnte, wie man das CIMA-Konzept so hingebogen bekommt, dass nunmehr doch Einzelhandelsflächen mit mehr als 800 Quadratmetern außerhalb des zentralen Versorgungsbereiches gut für die Stadt sind. Die gebetsmühlenartigen Wiederholungen des Mantras„…, Plön ist gut versorgt“ klingen mir noch in den Ohren.

Zum Thema Denkmalschutz

Der nachfolgende Link zum Thema Denkmalschutz führt zu einer Erklärung der kulturpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Beate Raudies.

Denkmalschutz sollte auch für uns in Plön ein Thema sein. Aussagen einer Ratsfrau wie: “Das ist häßlich, das kann weg.” lassen vermuten, dass das Verständnis für unsere Kulturgüter nicht bei jeder und jedem wirklich ausgeprägt ist.

3 Stunden SteU

Gestern tagte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Aufgrund der Dringlichkeit wurde das Thema „Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Ascheberg – Neumünter“ in die Tagesordnung aufgenommen, da hier ein neuer Antrag auf Freistellung von Bahnbetriebzwecken (Entwidmung) beim Eisenbahnbundesamt vorliegt.
Um es vorwegzunehmen: Verkehrsinfrastruktur ist eine der wesentlichen Standortfragen. Eine schnelle Verbindung in die Metropolregion Hamburg ist für unsere Region schon heute wichtig, sie könnte langfristig über die Bahnstrecke Plön – Ascheberg – Neumünster deutlich verbessert werden. Diese Option muß auf jeden Fall erhalten bleiben. Wird die bestehende Strecke entwidmet, ist die Option unwiederbringlich verspielt. Eine andere Bahntrasse wird es nicht geben.

Darüber hinaus berichtete TL 30, Frau Kricheldorff über die Ergebnisse des Zensus. Die Plöner Bevölkerung ist überproportional alt und hat einen überproportional hohen Beamtenanteil, der Anteil der Ausländer/-innen liegt bei 3,2 % und damit über dem Kreis- (2,1%), aber unter dem Landes- (4.2 %) und Bundesdurchschnitt (7,7 %)
Der Anteil der im Dienstleistungsbereich Beschäftigten liegt bei 82,8 %, im produzierenden Bereich sind 15,7 % tätig. Was mit den verbleibenden 1,5 % ist, kann ich leider nicht rekapitulieren, vielleicht sind meine Notizen auch etwas fehlerhaft. Dennoch, Tourismus sowie Handel und Gewerbe sind die bestimmenden Faktoren.
52,8 % der erwerbstätigen Plöner/-innen pendeln aus, (s.o., Bedeutung von Verkehrsinfrastruktur), 67,4 % der Plöner Arbeitsplätze werden durch Einpendler/ -innen besetzt.
Der Großteil der Gebäude (50,3 %) stammt aus den Jahren 1949 bis 1978 (Betrachtungszeitraum 29 Jahre), 24,8 % wurden in den darauffolgenden Jahren bis 2011 errichtet (Betrachtungszeitraum 32 Jahre). 12,8 % der Gebäude stammen aus den Jahren 1919 bis 1948 (Betrachtungszeitraum 29 Jahre), 12,1 % der Gebäude sind noch älter.
Die Darstellung von sehr niedrigen Prozentzahlen für den Zeitraum nach 1978, verteilt auf viele sehr kurze Jahresscheiben ist irreführend, suggeriert sie doch, dass ein erheblicher Nachholbedarf bestände. Doch wie zitierte der Ausschußvorsitzende den Aphorismenhirsch Churchil: „Glaube nie einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Tatsächlich lag die Neubautätigkeit nach 1978 deutlich über den Aktivtäten der Periode 1919 bis 1948, in die Projekte der Arbeiterbauvereine (z.B. Appelwarder) oder des Reichsheimstättenbaus (z.B. Knivsbergring, Wasserturmgelände) fallen.
Die aus dem Rahmen fallenden 50,3 % für den Zeitraum 1949 bis 1978 erklären sich sehr einfach. Die Einwohnerzahl Plöns hat sich nach 1945 durch die Flüchtlinge  mehr als verdoppelt. Diese “Bevölkerungsexplosin” und der daraus resultierende Wohnraumbedarf ist aber als Sonderfall zu betrachten.
Wie gesagt, aus den präsentierten Zahlen einen Nachholbedarf abzuleiten, fällt zumindest mir schwer.
Bemerkenswert fand ich die Information, dass der Leerstand in Plön 4,4 % beträgt. Dieser hohe Wert wird mit Sicherheit nicht ausschließlich auf die Leerstände in den Gebäuden der Wohnungsbaugesellschaften zurückzuführen sein.
Die Leerstandsquote, die für einen funktionierenden Wohnungsmarkt erforderlich ist, liegt meines Wissens bei 1,2 %. Ich habe in der Vergangenheit immer wieder behauptet, dass es im Plön erhebliche Leerstände gäbe und sehe mich durch die aktuellen Zahlen in vollem Umfang bestätigt.
Ein Neubaugebiet auf der grünen Wiese wie das Projekt Seewiesen wird die Situation weiter verschärfen. Bevor hier weiter geplant wird, sollte man die Ergebnisse der qualifizierten Wohnraumbedarfsanalyse des Kreises abgewarten.. Das will man aber offenbar nicht, genau so wenig wi eine Folgekostenabschätzung. Ein Neubaugebiet ist natürlich einfacher und lukrativer als eine aktive Wohnraumpolitik, nur für die Stadt und ihre Bürger nicht.

Bericht zu einem anderen Dauerbrenner, der Bauruine Apenrader Straße. In der 31. Kalenderwoche wurde das Zwangsgeld festgesetzt und die Ersatzvornahme angedroht. Damit begann eine neue 3-Monatfrist zu laufen, die es abzuwarten gilt. Danach wäre der Kreis in der Pflicht. Der Ausschußvorsitzende sagte zu, dass die Stadt den Abriss mit Nachdruck fordern wird. Die Geduld der Anwohner wird erneut auf die Probe gestellt.

Ratsherr Thomsen (CDU) frage dann nach dem Verbleib der Großsandkiste auf dem Marktplatz. Dieses Thema fällt in den Zuständigkeitsbereich des GA und wird dort sicher behandelt. Außerdem berichtete er über die Initiative Biberhöhe, die sich die Wiedereröffnung des Wanderweges zum Kreuz und die Pflege des Geländes als Ziel gesetzt hat. Gesucht werden Freiwillige, Spender/-innen und Sponsoren.

Ich habe über Themen berichtet. die im Wahlkampf an mich herangetragen wurden.
1. Aufstellung von Mülleimern am Trentseewanderweg, damit die Hundekotbeutel nicht in die Büsche der Anwohner geworfen werden.
Die Verwaltung sagte eine Prüfung zu.
2. Straßenschäden im Bereich Knivsbergring, die vor dem nächsten Winter behoben werden sollten, um Folgeschäden zu vermeiden.
Die Verwaltung hat sich den Punkt notiert.
3. Ein auf die Zeit der Straßenreinigung begrenztes Halteverbot in der Bückenstraße, damit die Straßenkehrmaschine die Straße auch  reinigen kann.
Die Verwaltung hat den Punkt aufgenommen.
4. Durch Starkregen kommt es am Siebenstern immer wieder zu Auswaschungen der Wege. Gibt es bauliche Maßnahmen, um ständige teuer Ausbesserungsarbeiten zu vermeiden?
Das Problem ist bekannt, die Verwaltung arbeitet daran.

Herr Gampert (FWG/Bürgerliches Mitglied) regte die Aufstellung von weiteren
Papierkörben im Bereich Stadtgrabenstraße und die
Verbesserung der Radwegesituation im Bereich Appelwarder/Todeskurve an.

Im Rahmen der Einwohnerfragestunde gab es keine Fragen, daher war dieser Punkt schnell abgehandelt.

Der Tagesordungspunkt Klosterstraße war unkritisch. Die Qualität der ausgewählten Granitsteine wurde gelobt, der dunkel geflammte Klinker für die Fußwege wurde einstimmig ausgewählt. Die von einem neuen Ausschussmitglied angeregte Prüfung, ob die Parkplätze nicht auch in den Grantitsteinen ausgeführt werden könne, wurde zurück gewiesen, da die Ausschreibung abgeschlossen ist. Darüber hinaus sind die Fördermittel entsprechend der Ausschreibung beantragt. Weitere Änderungen würden das Antragsverfahren für die Landesmittel erneut aufleben lassen und den Abschluß der Arbeiten verzögern, was nach den bisherigen Änderungen nicht mehr vertretbar ist. Darüber hinaus merkte ich an, dass die Fristen des Landes für die Vergabe der Mittel bereits verlängert würde und man die Geduld und das Entgegenkommen des Landes nicht überstrapazieren sollte.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde von der Verwaltung ein neuer Weg aufgezeigt, das Verbot der Passantenstopper im Bereich der künftigen Werbeanlagensatzung zugig in Kraft zu setzen. Es orientiert sich an dem in Lübeck gewählten Verfahren, dessen Zulässigkeit durch die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes in Schleswig bestätigt wurde. Vermutlich ist ein Beschluß der Ratsversammlung ausreichend.
Mit 6 Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde beschlossen, der Ratsversammlung zu empfehlen, den Lübecker Weg zu gehen. Bis zur nächsten Ratsversammlung bleibt den Fraktionen noch ausreichend Zeit, das Thema zu beraten.

Da ich über den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung nicht berichten will – schließlich will ich nicht Gefahr laufen, in Moskau um Asyl bitten zu müssen – bin ich für heute schneller am Ende meines Berichtes als gedacht und wünsche meinen Leserinnen und Lesern eine gute Nacht.

Im Spiegel ganz vorne

Plön hat es geschafft, es im redaktionellen Teil de aktuellen “Spiegel” auf die erste Seite – gleich nach den Leserbriefen – zu bringen.

Die Überschrift: „Widerstand gegen den Zensus wächst“ ist ein wenig irreführend, der Widerstand hätte vor 2 Jahren, also vor der Durchführung des Zensus – erfolgen müssen, jetzt wächst lediglich der Widerstnd gegen die Ergebnisse, besonders bei denen, die durch Einwohnerverluste besonders betroffen sind, z.B. Plön.

Der Widerstand gegen den Mikrozensus war verschwindend gering, getragen von Leuten, die wegen Ihrer Bedenken gegen die Datensammelwut lächerlich gemacht wurden, wenn sie denn überhaupt zur Kenntnis genommen wurden. Dabei lassen die Ergebnisse des Mikrozensus – ordentlich gerastert – vermutlich eine Klassifizierung einzelner Personengruppen oder eine Identifizierung von Individuen zu.
Da hatte der Widerstand gegen die Volkszählung 1987 eine ganz andere Qualität, die Älteren unter uns werden sich erinnern.

Schlimmere Einwohnerverluste haben wohl nur Fiedland, List und Freistatt hinnehmen müssen. Für List kann ich mir den  Verlust erklären. Hier war die ehemalige Marineversorgungsschule ansässig. Vermutlich wurden die Marineschüler seinerzeit unter Androhung von Zwangsgeld gezwungen, sich in List anzumelden, wenn sie für einen Zeitraum von über 6 Wochen zur Schule versetzt oder kommandiert wurden. Abgemeldet haben sich dann nicht alle, so dass sich dann ein Berg von Karteileichen angesammelt hat.
Ich selber habe mich in meiner Zeit als zweiter Wachoffizier auf Unterseeboot U 18 geärgert, als die Stadt Eckernförde in dieser Angelegenheit auf unser Boot zukam, um die Meldepflicht durchzusetzen, weil daraus Ärger und Zeitaufwand erwuchs. Den Groll der Soldaten konnte ich verstehe. Die Besatzung fuhr seinerzeit zwischen 120 und 160 Tagen zur See. Am Wochenende war von den Maaten und Obermaaten, die mehr als die Hälfte der Besatzungen stellten, nur die Wache in Eckernförde anwesend, die übrigen konnten den Dienstschluss am Freitag kaum abwarten, schließlich mußten sie noch vor dem Stau durch den Elbtunnel in Richtung Süden unterwegs sein, um bei der NATO-Rally einen der vorderen Plätze zu belegen. Wenn man Seefahrtstage, Werftaufenthalte, Wochenendtage und Urlaub abzog, war man eigentlich kaum am Standort.

Das kulturelle und soziale Angebot (Schwimmbad, Stadtbücherei, Kindergarten usw.) wurde – und für die Maaten und Obermaaten unserer damaligen Besatzung kann ich das sagen –nicht in Anspruch genommen. Die Wirtschaften wurden durch Besuche im „Frau Clara“ oder anderen Speise- und Schankstätten gefördert.

Dass der Standort der Schwerpunkt der Lebensinteressen sei, das Argument, mit dem der Zwang zur Anmeldung begründet wurde, war sicher höchstrichterlich abgesichert, traf faktisch aber nicht zu. Hinzu kam, dass die Ummeldung selber einen weiteren administrativen Rattenschwanz nach sich zog, den jeder nach Kräften vermeiden wollte.
Auch heute ist es noch so, dass sich die ledigen Soldaten im Stützpunkt ihres Schiffes oder Bootes mit erstem Wohnsitz zu melden haben, aber mittlerweile sind die sechs Wochen, soweit ich weiß, auf sechs Monate ausgedehnt worden. Das ist möglicherweise einer der Gründe, der zu Plöns massiven Einwohnerverlusten beigetragen hat. Die Lehrgangsteilnehmer der MUS müssen sich nicht mehr anmelden und fallen damit als ständig wechselnder, aber in seiner Größe beständiger Posten weg.

Einen Lichtblick zeichnet sich ab, wobei man sich nicht an diesen Strohhalm klammern sollte, da noch keine Details bekannt sind.
Der Finanzausgleich wird neu geregelt und die Orte mit zentralen Versorgungsfunktionen sollen leistungsgerechtere, also höhere, Schlüsselzuweisungen erhalten. In welchem Umfang sich das auf die städtischen Einnahmen auswirken wird, ist für mich noch nicht absehbar.

Morgen – Mittwoch um 18:00 Uhr, tgt der SteU im Rathus.

Urlaub in Plön

Noch habe ich ein paar Tage Urlaub, die ich in Plön verbringen werde. Mit der Pause ist es vorbei, es geht wieder los. Heute Mittag habe ich die Zeit genutzt, eine Anfrage an den Vorsitzenden des Planungsverbandes Seewiesen und eine Anfrage an die Verwaltung zu stellen.

Natürlich interessiert mich, wie der Bearbeitungsstand im B-Plan Verfahren Seewiesen ist. Darüber hinaus liegt das Protokoll der Bürgerinformationsveranstaltung vom 26. Februar immer noch nicht vor. Ich erspare mir die Spekulation darüber, ob es sich um Überlastung oder Kalkül oder etwas anderes handelt. Tatsache ist, das der Planungsverband es auch nach fünf Monaten noch nicht fertig gebracht hat, einen so simplen Vorgang zum Abschluß zu bringen.

Außerdem interessiert mich der Sachstand zum Thema Gerberhof. Hierzu habe ich von meinem Recht Gebrauch gemacht, Akteneinsicht zu beantragen.

Knapp hatte ich meine Mails verschickt, lag auch schon die Einladung zum nächsten SteU auf dem Tisch, der am 7. August um 18.00 Uhr im Rathaus stattfinden soll.

Seit meiner Rückkehr von der Ruderwanderfahrt liegt auch die Einladung von Frau Henninger vor, die als Vorsitzende des Ausschusses für Gesellschaftliche Angelegenheiten (GA) zu einer Kennenlernrunde eingeladen hat, um insbesondere die neun Mitglieder in die Arbeit des Ausschusses einzuweisen. Die erste Sitzung des GA ist für den 22 August um 18:30 Uhr im Rathaus geplant.

Scharz Rot Gold

Bericht über den Teilabschnitt meiner Ruderwanderfahrt am 27. Juli 2013.
Der Morgen in Laßrönne begann mit Brötchen, die der Betreiber uns zum Frühstück vorbei gebracht hat. Anschließend durften wir wieder seine Schubkarre benutzen, diesmal, um unser Gepäck über den Deich zu den Booten zu bringen. Gegen 10:00 Uhr kenterte die Gezeit und wir konnten die Strecke bis Hamburg mit dem zunehmend stärke werdenden Strom fahren. Zuerst gilt es, die Zufahrt in die Norderelbe zu finden, was aber kein wirkliches Problem ist. Reine Deichabschnitte wechselten mit Schilfpassagen ab. Und die ersten Industrieanlagen kommen in Sicht. Eine ganz andere Landschaft, aber auch reizvoll. Vor den Elbrücken zweigt der Zollkanal ab, in den wir auf unserem Weg zum Schaartorschleuse einbiegen wollten. Ich hatte am Vortag dort angerufen, das Niedrigwasser wurde für ca. 16:00 Uhr erwartet und geschleust wird bis kurz vor 2100 Uhr. Wir lagen gut in der Zeit und da das Wetter ruhig war, haben wir den Abstecher durch die alte Speicherstadt gemacht. Aus dem Ruderboot wirkt dieser Teil der Stadt, der manch einem vielleicht noch aus der Fernsehserie „Schwarz, Rot, Gold“ bekannt ist, noch eindrucksvoller als aus der Barkasse.

Ein alter Hanseat hat mir seinerzeit erzählt, dass Überlegungen bestanden hätten, die alte Speicherstadt zum Weltkulturerbe zu erklären.Das entsprechende Verfahren sei aber nicht eingeleitet worden, um die Projekte Hafencity und Elbphilharmonie durchführen zu können. In wie weit dies zutrifft, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Hafencity beeindruckt mich aber weit weniger, und an der Elbphilharmonie wird 450 Mio. später immer noch gebaut, ein völlig aus dem Ruder gelaufenes Prestigeobjekt.

Aus der Speicherstadt kommend haben wir dann erst einmal das Kehrwieder-Gebäude umrundet, um dann gleich in die Saartorschleuse einzulaufen. Der Barkassenverkehr ist dicht, die Tour ist bei gutem Wetter und mit ein wenig Umsicht durchaus machbar.
Auf der Binnenalster bot sich dann ein ganz anderer Eindruck. Man läßt die raue Hafenwelt hinter sich und taucht in die Eleganz der Innenstadt ein. Die Fontäne auf der Binnenalster sorgte für ein wenig Abkühlung. Die Berufsschifffahrt hat Vorfahrt und ist berechenbar. Völlig unberechenbar sind die Kanufahrer, die bisweilen völlig unerwartet aus dem Ruder laufen. Besonders trendy, aber auch besonders albern, wirkt das Stand-Up Paddeln, das Stehpaddeln auf Surfbrettern. Trotz guter Figur macht nicht jeder oder jede dabei eine gute Figur.
Bei Allemania Hamburg durften wir dann am Steg eine Pause machen. Von dort sind es nur ca 200 Meter zu einer containerisierten Eisdiele am Ostufer der Außenalster, wo wir den Betrieb erst einmal mit der Bestellung von 11 Eisbechern mit je 3 Kugel aufgehalten haben. Ein nettes Lokal, wenn auch bei weitem nicht so kultträchtig wie die Strandperle am Elbufer. Nebenbei. das Zitroneneis bei Cini in Plön ist unerreicht.
Da die Allemanen badeten, sind wir auch in die Alster gesprungen, haben aber das Angebot, gleich anschließend zu duschen, dankend angenommen. Der Abstecher durch die Fleete sollte in Anbetracht der Hitze verkürzt werden. Da die Abkürzung gesperrt war und die Wolken des angekündigten Gewitters aufzogen, wurde dieser Teil der Fahrt dann ganz gestrichen. Knapp hatten wir beim Ruderverein Teichwiesen, dem Ziel unserer Fahrt, angelegt, ging es mit Blitz und Donner los und der Regen prasselte richtig auf uns nieder. Selten waren die Boote so schnell aus dem Wasser gehoben wie an diesem Tag.

Von Lauenburg nach Laßrönne

Bericht über den Teilabschnitt am 26. Juli 2013.
Die letzte Nacht war sehr ruhig, jedenfalls nachdem ein Großteil der Mücken tot waren. Die Abfahrt verlief problemlos und zügig. Nach dem Gegenwind vom Vortag war die Strömung auf der Elbe sehr angenehm. Nach einiger Zeit kam das mittlerweile abgeschaltete AKW Krümmel in Sicht. Die Warnungen vor dem Sog und den starken Querströmungen sind mittlerweile überholt. Kurz darauf passiert man das Pumpspeicherwerk Geestacht. Anschließend heißt es, ein wenig aufmerksam zu sein und sich am nördlichen Ufer zu halten, um die Schleuse zu nehmen und nicht das Sperrwerk, was mit Sicherheit schief gehen würde..Vor der Schleuse kann man auf der nördlichen Flussseite etliche Güterschiffe leigen sehen und auf den Brücken darüber mehrere Einkaufswagen erkennen. Geht man an der Hauptstraße ca. 200 m weiter flussabwärts, liegen Aldi und Famila gleich auf der rechten Seite. Weiterer Proviant ist schnell gekauft und wird in einer Kette über die Binnenschiffe weitergereicht und verstaut. Der Schleusengang ist unspektakulär, auch wenn die Schleuse im Vergleich zu den vorhergehenden sehr groß wirkt. Kommt man aus der Zufahrt der Schleuse heraus, befindet man sich im Tidengewässer. Der Strom kann hier mit 2 bis 3 Knoten, also ungefähr 3 bis 5 Stundenkilometern setzen. Bei ablaufendem Wasser ergänzen sich der der Strom der Elbe und die Ebbe. Da wir drei Stunden vor Niedrigwasser aus der Schleuse sind, waren die letzten 10 Km bis zum Campingplatz Laßrönne (bei Stromkilometer 596) ein Klacks. Anders das Geschleppe des Gepäcks, das über den Deich gebracht werden mußte. Der Campingplatz machte einen leicht morbiden Eindruck. Der Zustand wird aber verständlich, wenn man weiß, dass der Betrieb zum Herbst eingestellt wird. Der Platz wurde von einem Investor erworben, der dort etwas anderes vorhat, was, weiß man wohl noch nicht (außer vielleicht der Bürgermeister oder der Vorsitzende vom Bauausschusses.) Auch wenn das Dauercampen nicht meine Welt ist, ich finde es schade, daß hier eine über Jahrzehnte gewachsene Gemeinschaft zerrissen wird.

Irgendwie erinnerte mich das Ganze auch an die Seewiesen. Dort wurde einer alte Frau, langjährige Mieterin eines Gebäudes auf dem Gelände des Gutshofes, gekündigt. Auf der damaligen Informationsveranstaltung fragte die Betroffene dann, wo sie denn nun hin solle. Die Antwort: „Ach Oma S., das wird schon nicht so schlimm“, klang zumindest in meinem Ohren wie blanker Hohn. Dem Investor kann zugutegehalten werden, dass dieser „Trost“ kam nicht von ihm kam. Das Gebäude steht, soweit ich es beobachtet habe, bis heute leer.

Knipse über Bord

Diese Tagesetappe wird mit über 35 km die längste Strecke. Noch bevor wir loskamen, konnten wir einige Sportler aus der dänischen Juniorennationalmannschaft zu ihren Wettkampfvorbereitungen ablegen sehen. Mölln und der sehr ruhige Elbe Lübeck Kanal bieten sehr gute Trainingsbedingungen.
Ab Mölln wird die Strecke weniger abwechslungsreich, bleibt aber landschaftlich immer noch reizvoll. Bis auf die Elbe sind nur noch zwei Schleusen zu bewältigen. Nach gut 20 km erreichten wir Witzeese, wo sich nach dem Schleusen eine etwas längere Pause anschloss. Leider zog sich die Pause so lange, dass die Wanderung zur nahegelegenen Dükerschleuse ausfallen mußte, damit wir im Zeitplan blieben. Die letzten 10 km bis zur Schleuse Lauenburg zogen sich, den meisten stecken die Anstrengungen der letzten Tage noch in den Knochen.
Das Bootshaus in Lauenburg ist wieder nutzbar, nachdem die Bootshallen während es Elbehochwassers bis fast zur Decke unter Wasser standen. Wir wurden sehr nett in Empfang genommen. Man riet uns vom Zelten ab, da die Rasenfläche noch nicht abgetrocknet war. Außerdem wurde uns – und das traf einige sehr – davon abgeraten in der Elbe zu baden, da zahlreiche Kläranlagen und Industriegebiete überschwemmt waren und die Schwebstoffe sich noch im Wasser und am Grund befinden. Nach der anstrengenden Etappe war das Interesse an einem abendlichen Stadtbummel sehr gering ausgeprägt. Außerdem müssen wir am nächsten Tag früh los, denn um 0915 Uhr ist Hochwasser an der Schleuse in Geestacht. Da wir gerne mit der Strömung rudern wollen, sollten wir nicht später als 2 Stunden nach Hochwasser dort eintreffen. Daher ist frühes Aufstehen angesagt und den abendlichen Bummel durch die historischen Altstadt müssen wir auf der nächsten Fahrt nachholen.
Leider werde ich keine Bilder mehr einstellen können, da meine Kamera gestern über Bord gesprungen ist.

Lübeck ich muß Dich lassen

Nach dem Frühstück und vor der Abfahrt in Lübeck mußte erst einmal der Gruppenraum aufgeklart werden. Dabei redet man sich schon mal den Mund fusselig. Aber nachdem das letzte Pipi gemacht wurde, ging s dann los. Ein kurzes Stück die Trave aufwärts, dann zweigt der Elbe Lübeck Kanal links ab. Die Landschaft auf den ersten 26 KM ist sehr abwechslungsreich. Schilfgürtel, Kiefern oder Buchenwälger wechseln mit Wiesen und kleinen Orten ab.

130724_ELKUnd die 5 Schleusen sorgen für Pausen und Abwechslung. Aufgrund des Wassermangels müssen Sportboote im Moment bis zu zwei Stunden auf die Schleusung warten und werden nur gemeinsam mit Güterschiffen oder in Gruppen geschleust. Wir sind dann mit zwei Motorbooten und einem Segelboot unter Motor gemeinsam gefahren.

Der Elbe Lübeck Kanal wurde 1900 in Betrieb genommen und war von den Lübeckern auch als Konkurrenz zum damaligen Kaiser Wilhelm -, dem heutigen Nord-Ostsee Kanal gedacht. Interessant ist aber, dass er einen Vorgänger hat, den Stecknitz – Delvenau Kanal, der bereits 1398 fertiggestellt wurde und als erster echter Wasserscheidekanal Europas gelten soll. Ob er von seegehenden schiffen befahren werden konnte, konnte ich nicht herausfinden. Die erste Verbindung zwischen Nord- und Ostsee für seegängige Schiffe war der 1784 in Betrieb genommene Schleswig-Holsteinische Canal, der als Vorgänger des Nord-Ostsee Kanals gelten kann.
Mein Mitfahrer führen eine so genannte Google-Liste mit Fragen, die während der Fahrt nicht beantwortet werden können. Heute kam die Frage auf, in welchem Kanal die größten Schiffe fahren können. Zur Auswahl standen der Panama-, der Sues- und der Nord Ostsee Kanal (NOK). Die Antwort ist eindeutig der Sues Kanal, für den es keine Längenbegrenzung gibt und der eine uneingeschränkte Breitenbegrenzung von 64 Metern hat. Die Schiffe im Panama Kanal können mit 294,3 Metern deutlich länger sein als die auf dem NOK (235 Meter), dafür können die Schiffe dort mit 32.5 Metern etwas breiter sein als die auf dem Panama Kanal (32,3 Meter). Das klingt nach Punktsieg für Panama. Dafür gilt der NOK als die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt.   Alle Angaben ohne Gewähr und aus der Quelle Wikipedia)

Eine andere noch offene Frage ist, ob Lotus eine Wasserpflanze ist.
Die Antwort darauf ist auch nicht einfach.

In Mölln wurden wir sehr nett aufgenommen. Dunkle Wolken kündigten Regen an, der mittlerweile auch eingesetzt hat. Bis vor einigen Jahren war Mölln für seine Altstadt bekannt und für Till Eulenspiegel berühmt.

130724_Eulnspiegel

Leider hat sich hier im November 1992 ein Brandanschlag ereignet, bei dem 3 türkische Menschen ermordet wurden. Dieser Anschlag ist in einer Linie mit den Bandanschlägen und Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock Lichterhagen zu sehen. In Mölln ist das Thema rechtsextremes oder rechtsradikales Gedankengut offenbar noch nicht durch, wie das nachfolgende Plakat zeigt, das ich beim abendlichen Spaziergang aufgenommen habe.
130724_mölln buntAber mit dem Problem steht Mölln nicht alleine da, und ich kann den Besuch in der Möllner Altstadt oder eine Wanderung entlang des Elbe Lübeck Kanals als Tagesausflug nur empfehlen.

Auf der Trave

Nach dem gestrigen Tag stand für heute eine kurze Tour auf dem Plan. Nach einem schnellen Frühstück gingen die Boote zu Wasser. Obwohl wir vergleichsweise früh unterwegs waren, brannte die Sonne und trieb den Getränkeverbrauch in die Höhe. Die Untertrave ist ein sehr abwechslungsreiches Gewässer. Naturnahe Ufer wechseln sich mit Industriebrachen und Hafenanlagen ab. 130723_HL-Trave_HL_kl_Brache

Da in den beiden kommenden Tagen längere Etappen mit Gepäck anstehen, wurde die heutige Strecke mit Bedacht kurz gehalten. Auch wenn Travemünde sicher den schöneren Strand hat, der Strandabschnitt hinter Schlutup bot einen sicheren Platz für die Boote und uns die Gelegenheit für eine ausgiebige Rast und ein kühles Bad. Mit dem aufkommenden Nordost-Wind verlief die Rückfahrt dann zügiger als gedacht. Da fast alle Mitfahrer schon auf früheren Fahrten dabei waren, läuft der Bootsdienst völlig reibungslos. Es dauerte nicht lange, schon standen die dampfenden Spirelli auf dem Tisch.
130723_HL-Trave_HL_klVor dem obligatorischen Stadtrundgang ging es noch einmal zum Baden an die Wakenitz. Der Stadtrundgang führte natürlich am Holstentor vorbei und endete ganz unspektakulär mit einem zweiten Abendessen im Kebab – Haus. Gefallen hat mir, dass dort noch nicht mit halal, also koscher für Moslems, geworben wurde, wie es mehr und mehr um sich greift. Das Ausblutenlassen von lebenden Tieren erfüllt für mich den Tatbestand der Tierquälerei. Das Recht zur freien Glaubensausübung lässt diese Art der Schlachtung zwar in eng begrenzten Sonderfällen zu, ein allgemeines Angebot und eine Flächendeckende Versorgung darf daraus m.E. aber nicht erwachsen.

Der Zen des Wanderruderns ist das Unterwegssein.

Was Jack Kerouac seinen Helden über das Wandern in den Bergen sagen läßt, gilt übertragen auch für das Wanderrudern. Oder mit Reinhold Messner: “Der Weg ist das Ziel.”

Ursprünglich sollte die diesjährige Ruderwanderfahrt des SRSV von Prag nach Hamburg führen. Aus verschiedenen Gründen mußte ich umplanen. Daher blieben wir in Schleswig Holstein.

Plön, 09:03 Uhr. Ich treffe am Bootshaus ein. Das ist für meine Verhältnisse relativ pünktlich, die Verspätung beträgt nur 3 Minuten. Zu meiner großen Freude treffen einige Teilnehmer noch etwas später ein. Nach einem kurzen Überblick verfestigt sich der Eindruck, dass alle 11 angemeldeten Teilnehmer auch wirklich anwesend sind. Es dauert nicht lange, dann sind Gepäck und Bootsmaterial verstaut. Auf geht es zu LIDL. Mit dem Bootsanhänger bleibt uns nur die LKW-Auffahrt als Parkplatz. Nach kurzer Zeit sind 7 Einkaufswagen gefüllt, die Rechnung beträgt etwas über 500,– Euro. Viele erfahrenen Hände verstauen den Einkauf in kürzester Zeit.
Die Fahrt nach Ratzeburg verläuft völlig ereignislos, abgesehen davon, dass das Navi und in die Irre führt. Die Abfahrt nach Ratzeburg ist noch nicht fertiggestellt und der Ratzeburger Ruder Club wird als nicht erreichbar dargestellt. Er ist doch erreichbar. Wir müssen bis 15:30 mit dem Einsetzen und Beladen der Boote fertig sein, da dann die Ferienpassaktion des RRC beginnen soll.130722_Gruppenfoto-klEin Gruppenfoto vor der Abfahrt, und um 15:00 legen wir ab. Der erste Streckenabschitt fürht durch den Stadtteich, dann geht es über den Ratzeburger See. Knapp 30 Grad, kein Lüftchen regt sich und die Sonne brennt erbarmungslos. An der Nordspitze des Sees habe ich bereits drei 0,5 Mineralwasser mit Blutorange-Limette Geschmack (erkennt man nur, wenn man vorher gelesen hat, was es ist) getrunken, zusätzlich einen Energy-Drink. Dann geht es auf die Wakenitz, nur noch 14 Km bis Lübeck. Die Strömung ist kaum merklich, dafür kommt der Wind von vorne. Das reduziert zwar die Kilometerleistung, ist aber angenehm, weil es kühlt und den Mücken keine Chance läßt. Die Wakenitz gilt als Lübecker Amazonas. Wenn das so ist, dann ist die Schwentine der holsteinische Orinoko. Je weiter wir uns Lübeck nähern, umso mehr muß man auf die zahlreicher werdenden Schwimmer aufpassen. Hinter der zweiten Straßenbrücke führt ein Stichkanal durch eine malerische Hinterhoflandschaft (hat nichts zu tun mit der Deutschen Hinterhofstraße), dann erreichen wir die Übersetzstelle zur Trave. Von dort sind es nur wenige Meter zur Lübecker Rudergesellschaft, wo ich uns zur Übernachtung angemeldet habe. Die Bootswagen der LRG erleichtern den Transport der Boote und des Gepäcks. Nach einiger Zeit ist das Gepäck im Gruppenraum verteilt und die Dosenravioli köcheln auf dem Herd, allerdings erst nach einer Einweisung in den Gebrauch des Dosenöffners.
Nach dem Essen setzt die Dämmerung ein und wir haben ein nicht ganz kühles Bad in der Wakenitz genommen. Heute ist Vollmond. Ahuuuu!. Zurück im Bootshaus der LRG endet der Abend mit ein paar Runden Werwolf.

Zur Einsicht gezwungen?

Am 15. Juni hatte ich bereits über die augenfälligen Entwicklungen am Gerberhof berichtet. Leider konnte ich wegen einer Dienstreise nach Brüssel nicht an der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt teilnehmen – auch der Protokollentwurf liegt mir noch nicht vor – so dass ich mir den Zeitungsartikel vom letzten Freitag in den KN zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu 100 % erklären kann. So wie es sich für mich im Moment darstellt, basiert der Artikel überwiegend auf Informationen des Investors.

Vorweg meine Meinung zu dem Gebäude. Ich halte die innerstädtische Verdichtung für den einzig richtigen Weg. Neue Wohnungen in Plön gehören in die Stadt, nicht auf die grüne Wiese. Dies ist der Trend, der den Bedürfnissen einer älter werdenden Gesellschaft auch langfristig entspricht. Es geht um die Auslastung und den Erhalt der vorhandenen städtischen Infrastruktur, nicht um die kurzfristige Realisierung von Spekulationsgewinnen und die Schaffung von zusätzlicher Infrastuktur, die uns Bürger langfristig teuer zu stehen kommen wird. Daher begrüße ich die Absicht des Investors, an dieser Stelle Wohnraum zu schaffen.

Skandalös finde ich lediglich, dass Eigentümer denkmalgeschützte Gebäude so verkommen lassen können, dass nur noch ein Abriss in Frage kommt. Das ist für mich mit der Geminwohlverpflichtung des Eigentums nicht verienbar.

Allerdings sehe ich im Zusammenhang mit dem Neubauprojekt Gerberhof ein erhebliches öffentliches Interesse. Das Gebäude muß sich in das Straßenbild der Lübecker Straße einfügen, denn die Touristischen Entwicklung Plöns hängt auch vom Erhalt des historischen Kleinstadtcharakters ab. Modernistische Experimente oder profitmaximierende Fassadengestaltung zur Lübecker Straße hin sind an dieser Stelle nicht akzeptabel. Beispiele für gelungene Modernisierungen lassen sich in der Nähe des Gänsemarktes in der Rodomstorstrasse finden. Es geht, wenn man will.

Der Satz: „Der Kreis Plön hat Nemitz auferlegt, einen Bebauungsplan für das Gebiet – auf eigene Kosten – aufzustellen.“ (KN vom 19. Juli Seite 25)  irritiert mich ein wenig, denn der Beschluß über die Aufstellung, bzw. die Änderung des vorhandenen Bebauungsplanes liegt im Verantwortungsbereich der Stadt Plön und hier beim Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt.

Daher mein Interpretationsversuch: Aus der Plöner Verwaltung wurde eine Planung an den Kreis weitergeleitet, die die verwaltungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Zustimmung seitens des Kreises nicht erfüllt hat, weil sie mit dem vorhandenen Bebauungsplan nicht vereinbar war und die Voraussetzungen für eine Befreiung des geplanten Bauvorhabens nicht gegeben waren.

Ich würde hier jetzt nicht so weit gehen, von einem individuellen Versagen zu sprechen, da hier von einer kollektive Entscheidung unter Einbindung der Selbstverwaltung anzunehmen ist. Aber mir drängt sich der Eindruck auf, dass der Kreis mit dem historischen Erbe und dem touristischen Tafelsilber unserer Stadt verantwortungsbewusster umgeht als die Stadt selber.

Die durch das Vorgehen des Kreises erfolgte Verzögerung des Bauprojektes hätte m.E. vermieden werden können. Ich höre schon das Jammern und Klagen, dass der Kreis sich wieder in Angelegenheiten der Stadt einmischen und alles verhindern würde. Wenn die planerische Vorbereitung anders gelaufen wären, hätten die Verzögerungen in diesem Ausmaß vermieden werden können. Jeder Versuch, aus der Verzögerung einen Vorwurf in Richtung Kreis abzuleiten, geht in die falsche Richtung.

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